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Veröffentlicht am 16.10.2025

Poetisch, klug, wunderschön!

Was wäre, wenn ...
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Diesen September hat der Dressler Verlag ein neues Imprint gestartet: DRESSLERillustro – ein Geschenkbuchverlag für Erwachsene. Obwohl es mich zurzeit eigentlich nur noch in den Kinder- und Jugendbuchbereich ...

Diesen September hat der Dressler Verlag ein neues Imprint gestartet: DRESSLERillustro – ein Geschenkbuchverlag für Erwachsene. Obwohl es mich zurzeit eigentlich nur noch in den Kinder- und Jugendbuchbereich zieht, konnte ich das erste Programm von DRESSLERillustro kaum erwarten. Vor allem auf das hier vorliegende Werk habe ich mich gefreut. Sabine Bohlmann ist für mich immer ein Garant für zauberhafte Kinderbücher, mir hat sie in den letzten Jahren schon eine Menge echte Schätzchen für meine Kinderbuchsammlung beschert. Und mit „Was wäre wenn...“ stellt sie definitiv unter Beweis, dass sie auch außergewöhnlich schöne Bücher für erwachsene Leser*innen schreiben kann.

Bewegend, zart und verträumt-melancholisch nehmen uns Sabine Bohlmann und die Illustratorin Stella Dreis auf eine inspirierende Reise über den Sinn des Lebens mit. Auf den ersten Blick mag das Buch mit seinen wenigen, kurzen Texten vielleicht etwas einfach erscheinen, es hat aber Seite für Seite eine große Wirkung auf einen. Die deutsche Bestsellerautorin teilt hier Gedankenspiele mit uns, wirft Fragen auf wie: „Was wäre, wenn alle freundlich zueinander wären…“, „Was, wenn jeder jedem alles gönnen würde…“, „Was, wenn jeder den anderen so respektieren würde, wie er ist…“. Dies tut sie leise und ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Sie erinnert uns vielmehr daran, dass es gerade die kleinen Gesten sind, die Großes bewirken können. Schon wenn man jemandem ein lächeln schenkt oder einfach mit einem freundlichen Gesicht begegnet, können wir die Welt und uns selbst gemeinsam ein kleines bisschen besser machen.

Stella Dreis hat diese klugen Beobachtungen wundervoll bebildert. Ihre sanft verschwommenen und stimmungsvollen Illustrationen sind genauso liebevoll, tiefsinnig und heiter wie der Text und spiegeln die Ideen und Fragen der Autorin perfekt wieder. Sie zeigen Menschen in verschiedenen Situationen, meist mit einem kleinen namenlosen, rothaarigen Mädchen als Hauptfigur, und laden zum Träumen, Schmunzeln und immer-wieder-Angucken ein.

Fazit: „Was wäre, wenn ...: Über die Möglichkeiten, die in uns stecken“ ist ein wunderschön poetisches Bilderbuch, das zum Innehalten und Nachdenken einlädt und einen mit einem Lächeln im Gesicht zurücklässt. Ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit und Menschlichkeit. Berührend, klug und voller Hoffnung. Ob Groß oder Klein – es lohnt sich, in dieses Buch einzutauchen. Ich jedenfalls kann es jedem nur ans Herz legen, mich hat es sehr bewegt und komplett verzaubert. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein magisch schöner Hexencomic!

Fortuna
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Die 12-jährige Junghexe Fortuna stammt aus einer berühmten Familie von Wahrsagern. Seit zwei Jahren lebt sie gemeinsam mit ihren beiden Kameradinnen Belladona und Mandragore in einer Hütte mitten in den ...

Die 12-jährige Junghexe Fortuna stammt aus einer berühmten Familie von Wahrsagern. Seit zwei Jahren lebt sie gemeinsam mit ihren beiden Kameradinnen Belladona und Mandragore in einer Hütte mitten in den Bergen, wo sie von ihrer Lehrmeisterin Belombra ausgebildet wird. Fortuna hofft, dass sie sich bald offiziell Hexe nennen und ihren Namen in das große Buch der Hexen schreiben darf. Dafür muss sie allerdings erst eine große Prüfung bestehen, die von dem Rat alle paar Jahre geleitet wird. Als der Prüfungstermin immer näher rückt, ziehen die drei Hexenmädchen mit ihrer Meisterin für die letzten Vorbereitungen in eine magische Herberge. Auf Fortuna lastet ein enormer Druck. Ihre Eltern haben hohe Erwartungen an sie, doch so sehr sie sich auch bemüht, ihr drittes Auge will sich einfach nicht öffnen. Sie wird immer verzweifelter, was, wenn sie die Prüfung nicht besteht? Als dann auch noch ihre Mentorin auf rätselhafte Weise verschwindet, begeht Fortuna einen großen Fehler…

Bei diesem Kindercomic war sehr schnell klar, dass er bei mir einziehen muss. Das Cover hat mich direkt in den Bann gezogen und die Story dahinter klang einfach wie für mich gemacht. Ich liebe Hexengeschichten! Ihr auch? Dann seid ihr hier an genau der richtigen Adresse!

Élisabeth Jammes präsentiert mit dem ersten Band von „Fortuna“ einen sehr vielversprechenden Reihenauftakt, der definitiv Lust auf mehr macht. Mit viel Liebe zum Detail entführt die französische Künstlerin ihre Leserschaft in eine Welt voller Magie, in der sich jeder Hexenfan wie zu Hause fühlen wird: Es gibt fliegende Besen, Zauberlehrlinge und Kristallkugeln, magische Prüfungen, finstere Dämonen, sprechende Tiere...Was jedoch auf den ersten Blick wie ein süßer Fantasy-Comic daherkommen mag, entpuppt nur kurz darauf als viel mehr. Neben den typischen magischen Zutaten kann die Geschichte auch mit einigen wichtigen Themen aufwarten wie Selbstzweifel, Leistungsdruck, Prüfungsangst, Freundschaft, das Erwachsenwerden und der Wunsch nach Selbstbestimmung. Bisweilen ist die Handlung etwas ernst und manchmal auch ein wenig unheimlich. Gleichzeitig ist sie aber auch voller Humor und Wärme. Die Charaktere sind allesamt liebevoll gezeichnet und machen das Lesen mit ihren jeweiligen Eigenheiten zu einem echten Vergnügen. Ob unsere drei Hexenschülerinnen Fortuna, Belladona und Mandragore, ihre strenge (aber fürsorgliche) Lehrmeisterin, deren treuer tierischer Begleiter – man muss sie einfach alle gernhaben. Vor allem die titelgebende Fortuna, auf der das Hauptaugenmerk liegt, ist eine sehr sympathische Figur. Ihre Gefühle, Gedanken, Sorgen und Ängste werden sehr authentisch und nachvollziehbar dargestellt, sodass es leicht fällt, mit ihr mitzufühlen. Es macht einfach Freude, sie zu begleiten und mitzuerleben, wie sie langsam ihren eigenen Weg findet und durch Belladona und Mandragore erkennt, was wahre Freundschaft ausmacht. Ihre Geschichte ist allerdings noch nicht zu Ende erzählt. Auf Französisch gibt es sogar bereits eine Fortsetzung. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass auch diese noch ins Deutsche übertragen wird.

Auch optisch ist dieser Comic äußerst gelungen. Élisabeth Jammes’ bezaubernde Illustrationen sind farbenfroh, ausdrucksstark und voller Details. Sie setzen das Erzählte perfekt in Szene und schaffen durchweg – trotz der düsteren Momente – eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Vor allem die einsam gelegene Berghütte verströmt etwas herrlich Gemütliches.
Der Textanteil ist insgesamt recht gering gehalten, das Layout ist übersichtlich und nicht zu überladen. Für Comicneulinge und Lesemuffel ist das Buch daher ideal geeignet.

Fazit: „Fortuna: Der Geist der Herberge“ ist ein wunderbar magischer Hexencomic ab 10 Jahren, der sowohl optisch als auch inhaltlich zu überzeugen vermag und weitaus mehr zu bieten hat als gedacht. Eine spannende, einfühlsame und schaurig-schöne Coming-of-Age-Geschichte mit viel Witz und Herz. Also ich bin begeistert, mir hat das Buch sogar noch besser gefallen als erwartet. Auf den zweiten Band freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Mal wieder monstermäßig cool!

Mein geheimes Leben als Monsterjäger – Warum du niemals einen Riesenfalter wecken solltest
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Charly und sein bester Kumpel Martin sind in der magischen Parallelwelt Anderlande geblieben, um sich als Monsterjäger auszubilden zu lassen. Die Prüfungen laufen eigentlich ganz gut, doch es dauert natürlich ...

Charly und sein bester Kumpel Martin sind in der magischen Parallelwelt Anderlande geblieben, um sich als Monsterjäger auszubilden zu lassen. Die Prüfungen laufen eigentlich ganz gut, doch es dauert natürlich mal wieder nicht lange und Charly steckt wieder mittendrin im Chaos. Irgendjemand hat die Portale zur Menschenwelt außerhalb der Halloweennacht geöffnet und natürlich fällt der Verdacht sofort auf Charly – schließlich ist er der Einzige, der noch über die Magie der Portalwächter verfügt. Zur Strafe wollen ihn die Götter (für immer!) in das Dunkle Maul sperren. Zum Glück bekommt er dann doch noch eine letzte Chance, puh. Innerhalb drei Tage soll er den wahren Schuldigen ausfindig machen. Kein leichtes Unterfangen, wie sich schnell herausstellt. Zum Glück hat Charly gute Freunde an seiner Seite, auf die er sich immer verlassen kann. Eine abenteuerliche und ziemlich nervenaufreibende Suche durch Anderlande beginnt...

Hierbei handelt es sich um den vierten Band der Reihe „Mein geheimes Leben als Monsterjäger“. Dank kleiner Rückblicke auf die vorangegangenen Ereignisse kann man dem Geschehen vermutlich auch ohne Vorkenntnisse folgen, allerdings empfiehlt es sich, die chronologische Reihenfolge einzuhalten.
Nach meiner großen Begeisterung für die ersten drei Bände konnte ich das Weiterlesen kaum erwarten. Schon das Cover ist wieder ein echter Hingucker und verspricht jede Menge Action, Spaß und Monster. Ihr mögt Geschichten mit solchen Zutaten? Dann seid ihr hier genau richtig!

Iris Genenz hat uns ein weiteres monstercooles Fantasyabenteuer gezaubert, bei dem Lachen und Mitfiebern garantiert ist. Dies fängt schon beim ersten Kapitel an, das den herrlich passenden Titel „Ach du Scheiße“ trägt. Hauptprotagonist und Ich-Erzähler Charly stolpert auch dieses Mal von einer haarsträubenden Katastrophe in die nächste – eher unschön für ihn, aber sehr unterhaltsam für uns Leser*innen. ;D Charly ist und bleibt ein supersympathischer Typ, dessen humorvolle und locker-lässige Erzählweise man einfach feiern muss. Die Nebencharaktere sind jedoch nicht minder toll ausgearbeitet und sorgen durchweg für richtig gute Stimmung. Man kann/mag mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Auch dieser Band sprüht nur so vor actiongeladenen und witzigen Szenen und hält eine ganze Palette an außergewöhnlichen Monstern bereit. Über den Einfallsreichtum der Autorin kann man mal wieder nur staunen. Allein die Namen der Kreaturen, die sie sich ausgedacht hat, sind äußerst fantasievoll wie Flederflummsel und Knallstinker.
Wie es sich für eine gute Monsterstory gehört, geht es bisweilen auch ein bisschen schaurig zu, Gruselfreunde kommen bei dieser Reihe definitiv auf ihre Kosten. Auch die Themen Freundschaft und Zusammenhalt werden hier wieder groß geschrieben und als Sahnehäubchen obendrauf werden erneut sämtliche Kapitel mit lustigen schwarz-weiß Vignetten eingeläutet, beigesteuert von Corinna Böckmann. Ein mehrseitiges Beastbook im Anschluss, in dem man mehr über die im Text erwähnten Monster erfährt, rundet das Ganze perfekt ab und das Ende lässt auf eine weitere Fortsetzung hoffen.

Fazit: Endlich geht es mit Charly Hartnuss und seinem geheimen Leben als Monsterjäger weiter und auch sein viertes Abenteuer kann sich sehen lassen! „Mein geheimes Leben als Monsterjäger – Warum du niemals einen Riesenfalter wecken solltest“ ist eine wunderbare Mischung aus Spannung, Humor, Magie und Freundschaft. Monströs gute Fantasyunterhaltung vom Feinsten – nicht nur für die Halloweenzeit und Kinder ab 10 Jahren. Ich habe mich beim Lesen mal wieder prächtig amüsiert und hoffe sehr auf ein weiteres Wiedersehen mit Charly und Co. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Einfach zauberhaft!

Flapp lernt fliegen
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In einem tiefen Dschungel lebt Flapp, die kleine Fledermaus. Hoch oben in den Bäumen hängt er und träumt davon, zu fliegen und am dunklen Himmel wilde Loopings zu drehen. So wie die anderen Fledermäuse. ...

In einem tiefen Dschungel lebt Flapp, die kleine Fledermaus. Hoch oben in den Bäumen hängt er und träumt davon, zu fliegen und am dunklen Himmel wilde Loopings zu drehen. So wie die anderen Fledermäuse. Doch er traut sich einfach nicht. Wie soll er lenken? Und wie anhalten? Und was ist, wenn es nicht klappt und er fällt? Zum Glück hat er Motte, seine beste Freundin. Sie glaubt fest an ihn und ermutigt ihn dazu, die Flügel auszubreiten. Flapp versucht es ängstlich, doch sein erster Flugversuch scheitert. Entmutigt gibt er auf und ist sich sicher, dass er es nicht kann. Doch dann zieht eines Nachts ein schwerer Sturm auf und Motte gerät in große Gefahr. Da vergisst Flapp seine Angst, lässt mutig seinen Ast los und wächst über sich hinaus.

Auf dieses Bilderbuch habe ich mich unheimlich gefreut! Lu Fraser konnte mich nun schon mehrmals mit ihren herrlich gereimten Geschichten begeistern und in die Illustrationen von Sarah Warburton verliebe ich mich ebenfalls stets aufs Neue. Das gemeinsame Werk der beiden konnte ich mir daher natürlich nicht entgehen lassen und was soll ich sagen, das Duo hat bei mir voll ins Schwarze getroffen! Schon das knallig-blaue Cover ist ein zuckersüßer Hingucker und macht richtig Lust auf die Geschichte dahinter.

Lu Fraser und Sarah Warburton präsentieren hier eine bezaubernde Gutenachtgeschichte, die Kinder dazu ermutigt, über ihren Schatten zu springen und niemals aufzugeben. Sich seinen Ängsten zu stellen und etwas Neues zu wagen ist nicht leicht und klappt meist nicht auf Anhieb. Doch mit Mut, Ausdauer und Geduld und guten Freunden, die zu einem halten, kann man so gut wie alles schaffen, man muss nur immer fest an sich glauben. Genau daran erinnern uns die kleine Fledermaus Flapp und ihre beste Freundin Motte. Die Zwei zeigen uns, was wahre Freundschaft ausmacht und dass es sich lohnt, mutig zu sein, aufzustehen und weiterzumachen. Eine wichtige Botschaft, die man gar nicht oft genug hören kann und die hier in stimmig-charmanten Reimen ganz wunderbar vermittelt wird, kongenial von Maria Höck übersetzt. Die Altersempfehlung liegt bei ab 4 Jahren, meinem Empfinden nach ist die Geschichte aber auch schon für etwas jüngere Kinder geeignet. Der gereimte Text ist leicht verständlich, lädt zum Mitsprechen ein und macht beim Vorlesen und Zuhören gleichermaßen viel Spaß.

Optisch ist dieses Buch ein besonderes Highlight. Sarah Warburtons atmosphärische Illustrationen sind farbenfroh, ausdrucksstark und voller niedlicher Details, ohne überladen zu wirken. Sie setzen das Erzählte einfach perfekt in Szene und zaubern einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Fazit: „Flapp lernt fliegen“ ist eine warmherzige und spannende Mutmachgeschichte ab 3 Jahren über die Kraft der Freundschaft und den Mut, an sich selbst zu glauben. Ein wunderschön gereimtes und illustriertes Bilderbuch, das jedes Bücherregal bereichert und nicht nur in der dunklen Jahreszeit begeistert. Ich bin total verliebt in dieses Buch, mein Herz hat es im Sturm erobert! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Wunderschön und herzerwärmend!

Der kleine Hase und die alte Weide
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Der kleine Hase verlässt eines Tages seinen geliebten Wald, um ein neues sicheres Zuhause zum Großwerden zu suchen. Als er auf einer Lichtung landet und die große, alte Weide sieht, weiß er, dass er den ...

Der kleine Hase verlässt eines Tages seinen geliebten Wald, um ein neues sicheres Zuhause zum Großwerden zu suchen. Als er auf einer Lichtung landet und die große, alte Weide sieht, weiß er, dass er den richtigen Ort gefunden hat. Unter den weiten Ästen fühlt er sich geborgen, das Gras ist gemütlich und weich. Müde von der langen Reise fragt er den Baum um Erlaubnis, ob er bei ihm bleiben darf, was dieser mit einem zarten Rascheln bejaht. Von da an verbringen die beiden jeden einzelnen Tag zusammen, voller Frieden und Wärme. Doch dann hört der kleine Hase eines Nachts ein seltsames Geräusch, ein bedrohliches Grollen. Ein heftiger Sturm zieht auf und der Hase flüchtet sich ängstlich unter die schützenden Äste der alten Weide. Immer mehr Tiere tauchen auf und die Weide gewährt ihnen alle Unterschlupf und Sicherheit. Während das Unwetter wütet, schützt sie die Waldbewohner, aber niemand schützt sie. Als die Sturmnacht vorbei ist, sind die starken Äste des Baumes gebrochen, gestaucht und für immer verändert. Da weiß der kleine Hase, dass es nun an ihm und den anderen Tieren ist, der alten Weide zu helfen.

Seit der kleinen Rittereule bin ich ein großer Fan von Christopher Denises herrlicher Zeichenkunst und halte immerzu Ausschau nach neuen Werken, die von ihm bebildert sind. Meine Begeisterung war entsprechend groß, als ich das hier vorliegende Bilderbuch in der Verlagsvorschau erspähte. Cover und Klappentext ließen mein Herz direkt höher schlagen und der Verlagsname erhöhte meine Vorfreude auf die Geschichte dahinter. Der von Hacht Verlag hat mir in den letzten Jahren schon so einige echte Schätzchen für meine Kinderbuchsammlung beschert. Und mit „Der kleine Hase und die alte Weide“ ist ein weiteres dazugekommen.

Das US-amerikanische Autorin-Illustrator-Duo Anitra Rowe Schulte und Christopher Denise hat hier ein bezauberndes Bilderbuch geschaffen, welches wir dank der wunderbaren Übersetzung von Kristina Kreuzer auch auf Deutsch genießen dürfen. Auf eine sanfte und poetische Weise erzählt Anitra Rowe Schulte in einfachen Worten von der Magie der Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft sowie der heilenden Kraft der Natur und Hoffnung. Die Geschichte zeigt uns, was wahre Freundschaft und Geborgenheit ausmacht und dass nach jedem Sturm wieder die Sonne scheint. Es ist herzerwärmend zu sehen, wie der kleine Hase und die alte Weide friedlich und leise gemeinsam durchs Leben gehen und wie am Ende alle Tiere zusammen an einem Strang ziehen, um dem verletzten Baum zu helfen. Die Seiten, die über den schweren Sturm berichten, kommen dagegen ein wenig unheimlich daher, Lautmalereien verstärken die Bedrohlichkeit des Unwetters. Das Ganze wird aber keiner Stelle zu beängstigend. Für Kinder ab 4 Jahren ist das Buch durchaus geeignet. Der einfühlsame Text sorgt für eine angenehme Wohlfühlatmopshäre beim (Vor-)Lesen und lädt mit seinen Wiederholungen zum Mitsprechen ein. Die Geschichte kann eine gute Hilfe dabei sein, Kindern die Angst vor Stürmen zu nehmen und bietet tolle Gesprächsanlässe über Wetterkatastrophen. Darüber hinaus lehrt es die kleinen Zuhörer*innen auch, Empathie für all diejenigen zu empfinden, die gerade durch schwere Zeiten gehen und der Natur mit Liebe und Respekt zu begegnen.

Die Illustrationen von Christopher Denise sind mal wieder ein ganz besonderer Genuss. Gekonnt spielt der US-amerikanische Künstler mit Licht und Schatten und fängt den Kontrast zwischen idyllischer Harmonie und stürmischer Gefahr perfekt ein. Seine Bilder sind absolut magisch, erinnern fast schon an Kunstgemälde, und laden zum Verweilen und Träumen ein.

Fazit: „Der kleine Hase und die alte Weide“ ist eine warmherzige und berührende Geschichte über Gemeinschaft und Hoffnung und eine ganz besondere Freundschaft. Ein zauberhaftes Bilderbuch ab 4 Jahren, das mit seiner wunderschönen Gestaltung und zeitlosen Botschaft eine Bereicherung für jedes Bücherregal ist. Ich bin richtig verliebt in dieses Buch und kann es jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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