Profilbild von Bella0070

Bella0070

Lesejury Profi
offline

Bella0070 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bella0070 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2025

Unfreiwillige Seelenverwandtschaft

Soulmates and Other Ways to Die
0

Durch eine Mutation hat jeder Mensch einen genetisch festgelegten Seelenverwandten mit dem Nachteil, sollte einer der beiden sterben, der andere ebenfalls nicht überlebt. Als Milo und Zoe herausfinden, ...

Durch eine Mutation hat jeder Mensch einen genetisch festgelegten Seelenverwandten mit dem Nachteil, sollte einer der beiden sterben, der andere ebenfalls nicht überlebt. Als Milo und Zoe herausfinden, dass sie sogenannte KinTwins sind, ist die Begeisterung darüber nicht sonderlich groß. Während Zoe versucht, alle zu kontrollieren und jederzeit auf die drohende Katastrophe vorbereitet zu sein, liebt Milo den Nervenkitzel. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach einem Heilmittel.

Das Cover ist farbig gestaltet und erinnert an eine Cartoonzeichnung. Es ist auffällig und passt gut zu einem Buch für Jugendliche.
Die Grundidee des Buches ist kreativ und hat mich gleich angesprochen, etwas Vergleichbares habe ich bisher nicht gelesen.
Der Schreibstil ist einfach, leicht und schnell zu lesen. Anfangs sind einige Passagen durchaus humorvoll, was aber im Laufe des Buches nachlässt. Die erste Szene wirft den Leser sofort in das Geschehen und baut Spannung auf, die aber leider nicht gehalten wird. Insgesamt empfinde ich die Handlung eher als oberflächlich und voraussehbar, wodurch viel von der Spannung verloren geht.

Die zwei Hauptcharaktere sind sympathisch und es ist interessant zu sehen, wie sie sich im Laufe des Buches weiterentwickeln und gegenseitig annähern.

FAZIT: Das Buch ist unterhaltsam und einfach zu lesen. Inhaltlich passt es zum angegeben Lesealter von 14 Jahren. Die Spannung hält sich jedoch in Grenzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2025

Zwischen Hoffnung und Schrecken

Elf ist eine gerade Zahl
0

Katjas 14jährige Tochter Paula ist zum zweiten Mal an Krebs erkrankt. Das Buch schildert sehr einfühlsam und direkt wie Katja mit der Situation um geht. Mit einer fantasievollen Geschichte versucht sie, ...

Katjas 14jährige Tochter Paula ist zum zweiten Mal an Krebs erkrankt. Das Buch schildert sehr einfühlsam und direkt wie Katja mit der Situation um geht. Mit einer fantasievollen Geschichte versucht sie, ihre Tochter durch die schwere Zeit zu bringen.


Das Cover und der Titel sind mir sofort aufgefallen. Zunächst suggeriert beides einen humorvoller Inhalt. Doch beim Lesen habe ich schnell gemerkt, das dies nicht der Fall ist. Das Buch ist keine leichte Kost und gerade als Mutter einer ungefähr gleichaltrigen Tochter, kann ich mich sehr gut in Katja hineinversetzen. Sie schwankt zwischen der Hoffnung, dass alles gut geht, und der harten Realität, dass ihre Tochter vielleicht bald nicht mehr an ihrer Seite sein wird. Schon alleine bei diesem Gedanken läuft es mir kalt den Rücken runter. Ich kann mitfühlen, wie unaushaltbar diese Situation ist. Dazu kommt, dass sie als Alleinerziehende diese Last hauptsächlich alleine tragen muss. Ihr Vater, die beste Freundin und auch Paulas Vater versuchen sie teilweise zu unterstützen, doch manchmal ist diese Hilfe auch sehr widersprüchlich. So bekommt sie den Rat, sich auch um sich selbst zu kümmern, von anderer Seite hört sie aber dann den Vorwurf, egoistisch zu sein. Manche Dialoge machen mich wütend, da auch ich den Eindruck habe, dass Katja teilweise alleine gelassen wird. Die Schilderungen und Situationen fühlen sich sehr authentisch an.

Auch das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist gespannt. Paula ist dem Alter entsprechend in der Pubertät und hätte alleine schon damit genug zu tun. Sie zieht sich zurück und doch benötigt sie gerade in dieser Situation die Liebe ihrer Mutter. Katja fühlt sich hilflos. Ihr Gefühlschaos ist sehr sensibel und einfühlsam beschrieben. Mir gefällt es sehr gut, dass die Handlung hauptsächlich aus dem Blickwindel der Mutter erzählt. Um wieder Kontakt zu ihrer Tochter zu finden, fängt Katja an, ihr eine fantasievolle Geschichte über Mut und Stärke zu erzählen.

Allerdings ist mir persönlich die Fantasiegeschichte zu depressiv und bedrohlich. Ich verstehe schon, dass die Erzählung die momentane Situation widerspiegeln soll, doch ich weiß nicht, ob sie wirklich hilfreich ist. Sie nimmt auch einen sehr großen Teil des Buches ein und ist an manchen Stellen zu langatmig geraten. Ich hätte sie mir etwas kürzer gewünscht, etwas weniger aufwühlend und positiver von der Grundstimmung her. Eigentlich besteht das Buch aus zwei Teilen, die Fantasiegeschichte könnte auch für sich alleine stehen.

FAZIT: "11 ist eine gerade Zahl" ist ein sehr realistischer, einfühlsamer und aufwühlender Roman mit ein paar langatmigen Passagen. Lesenswert aber schwere Kost !

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.11.2025

Etwas fürs Herz

Herzenswärme in den Highlands
0

Grace flieht nach einem beruflichen Desaster als Journalistin von London in die Highlands, um sich dort zu verstecken, bis Gras über die Angelegenheit gewachsen ist. Sie lernt den Schreiner Hamish kennen, ...

Grace flieht nach einem beruflichen Desaster als Journalistin von London in die Highlands, um sich dort zu verstecken, bis Gras über die Angelegenheit gewachsen ist. Sie lernt den Schreiner Hamish kennen, der quasi dem Urbild eines Highlanders entspricht - groß, stark, eigenbrötlerisch. Die gegenseitige Anziehungskraft ist offensichtlich, doch beide trauen sich nicht, den ersten Schritt zu wagen. Außerdem hat Grace sich zum Ziel gesetzt, den Mountain Man zu enttarnen. Dieser leitet sehr einfühlsam die Ratgeberkolumne der Zeitung, blieb aber bisher anonym. Ist Hamish eventuell sogar der Mountain Man?

Dieser Roman ist ein richtiger Wohlfühl-Kurzroman. Grace und Hamish sind beide sehr sympathisch, ihre Charaktere bleiben etwas oberflächlich, aber das ist vermutlich auch der Kürze des Romans geschuldet. Es ist einfach sehr wohltuend zu lesen, wie die beiden sich gegenseitig anschmachten. Die Dialoge sind humorvoll und der Schreibstil flüssig zu lesen. Immer wieder wird die Geschichte durch Ausschnitte aus Handydialogen und der Ratgeberkolumne aufgelockert. Es gibt ein Happy End, anders habe ich es auch nicht erwartet.

Etwas spicy wird es dann auch zum Schluss, gerade richtig, nicht zu viel.

Ich habe mich unterhalten gefühlt, auch wenn die Handlung sehr voraussehbar war. Es hätte durchaus mehr Tiefgang haben können, der Spannungsbogen war relativ flach.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2025

Liebe und Verrat

Die drei Leben der Cate Kay
0

Annie und ihre beste Freundin Amanda haben große Träume: Raus aus dem ärmlichen Kleinstadtmilieu nach Hollywood, um dort als Schauspielerinnen ihre Karriere zu starten.
Doch alles kommt anders. Ein Schicksalsschlag ...

Annie und ihre beste Freundin Amanda haben große Träume: Raus aus dem ärmlichen Kleinstadtmilieu nach Hollywood, um dort als Schauspielerinnen ihre Karriere zu starten.
Doch alles kommt anders. Ein Schicksalsschlag entzweit die beiden. Annie flieht aus ihrem Heimatort und startet ein neues Leben unter neuem Namen und wird schließlich eine gefeierte Autorin, deren Identität jedoch geheim gehalten wird.
Dieses Buch stellt sie als ihre Memoiren vor, in dem sie ihr Leben offenlegt.

Das Buch lässt mich etwas zwiespältig zurück.

Den Anfang empfand ich als sehr langatmig. Ich habe mich sehr schwergetan, in die Handlung zu kommen, die in den ersten Kapiteln so vor sich hin tröpfelte. Dann gab es wieder Kapitel, die mich mitgerissen haben.

Sehr gefallen hat mir die Schreibweise. Denn die Memoiren werden nicht nur aus Sicht der Protagonistin geschrieben, sondern es kommen auch die ihren Lebensweg prägenden Personen zu Wort, so dass der Leser oftmals ein Ereignis aus verschiedener Perspektive sehen kann. Das ist zunächst verwirrend, denn es entspricht nicht der eigentlichen Idee von Memoiren, aber die Idee ist originell.

Die Protagonistin wird sehr gut beschrieben. Ihre Motive und Handlungen sind für mich nachvollziehbar, doch mit ihr identifizieren kann ich mich nicht. Sie bleibt mir fremd.

Der rote Faden ist die Frage, welchen Preis für seine Ziele man bereit ist zu zahlen, sei es für den Ruhm oder die Bindung an den begehrten Partner. Wie weit will man gehen? Liebe ich meinen Partner oder verrate ich ihn für meine Träume?

Trotz der Kritik gebe ich 4 Punkte, denn das Buch hat mich durchaus berührt. Und selbst nach einer Woche, auch wenn ich mich nicht mit Annie identifizieren konnte, ist es mir immer noch in Erinnerung und beschäftigt mich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2025

Geschichte trifft Fiktion

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
0

Der Arzt und Meisterdetektiv Dr. Grimaldi reist mit seiner 'Tochter Greta 1829 in Nürnberg an. Er soll herausfinden, wer hinter den Drohbriefen an Kaspar Hauser steckt. Der Junge soll Zeit seines Lebens ...

Der Arzt und Meisterdetektiv Dr. Grimaldi reist mit seiner 'Tochter Greta 1829 in Nürnberg an. Er soll herausfinden, wer hinter den Drohbriefen an Kaspar Hauser steckt. Der Junge soll Zeit seines Lebens in einem Keller gefangen gehalten worden sein. Viele Spekulationen ranken sich bis heute um seine Herkunft. Können Greta und ihr Vater ein paar dieser Geheimnisse lüften?

Morosinottos Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Handlung ist spannend, unterhaltsam und erlaubt dem Leser mitzuraten. Interessant ist die hervorragend gelungene Kombination von historisch wahren Begebenheiten und fiktiver Geschichte. Es ist dem Buch anzumerken, dass der Autor hier sehr genau recherchiert hat.

Greta ist ein mutiges, kluges und sympathisches Mädchen, das für ihre Zeit sehr fortschrittlich und frei aufwachsen darf. Sie assistiert ihrem Vater bei seinen Ermittlungen, stößt aber immer wieder auf Widerstand in der Gesellschaft, da sie sich nicht entsprechend dem erwünschten Frauenbild verhält. Die verschiedenen Charaktere sind realistisch und sehr unterschiedlich dargestellt. Im Gegensatz zu Greta wirkt ihr Vater arrogant und überheblich, ein eher unangenehmere Zeitgenosse. Die Person Kaspar Hauser ist dagegen sehr blass, man kann ihn nicht richtig greifen. Spannend ist auch, wie die unterschiedlichen Theorien um die Herkunft von Kaspar Hauser in diesem Buch verarbeitet werden.

Auch das wertvoll wirkende goldene Buchcover sollte lobend erwähnt werden. Auch einen Stadtplan des alten Nürnberg ist darin zu finden.

Das Ende ist sehr überraschend und hatte ich nicht erwartet, denn in den letzten Seiten kommt es nochmals zu einer überraschenden Wendung der Geschichte.

Trotz Triggerwarnung ist das Ende etwas heftig für ein Jugendbuch, daher auch ein Punkt Abzug.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere