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Veröffentlicht am 12.10.2025

Familiengeheimnisse

Verlassen
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MEINUNG:

Verlassen ist der vierte Teil der isländischen Krimi Reihe Mörderisches Island von Eva Björg Aegisdottir. Zeitlich gesehen spielt dieser Teil tatsächlich aber vor den anderen drei Teilen, denn ...

MEINUNG:

Verlassen ist der vierte Teil der isländischen Krimi Reihe Mörderisches Island von Eva Björg Aegisdottir. Zeitlich gesehen spielt dieser Teil tatsächlich aber vor den anderen drei Teilen, denn Kommissarin Elma kommt dann geplant er nach Akranes zurück.

Die Snæbergs sind eine sehr große, bekannte und vor allem reiche Familie. Ich war ganz froh, dass dem Buch ein Stammbaum hinzugefügt ist, damit man erstmal durchsieht.  Es wird aus diversen Perspektiven geschrieben, aber es beschränkt sich auf drei Familienmitglieder. Wieder richtig schön beschrieben ist die kühle, dunkle und vor allem herbstliche Atmosphäre in Island. Dieses Mal sind wir im Western auf der Halbinsel Snæfellsnes, wo die Familie in ein Luxushotel abgestiegen ist, um den 100. Geburtstag des bereits verstorbenen Urgroßvaters zu feiern. Die Familienmitglieder sind eigentlich nicht wirklich sympathisch. Ich glaub, ich mochte Petra und ihre Tochter Lea noch am meisten, doch beide bedrückt etwas und das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist irgendwie angespannt, obwohl Lea ihre Mutter eigentlich dringend bräuchte. Die Autorin schafft es sehr gut in dieser beengten Situation gepaart mit dem Wetter eine düstere Spannung zu erzeugen, denn schnell war klar, dass irgendwas vor sich geht und sich auch etwas zuspitzt. 

Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, denn es gibt immer mal wieder ein paar kurze Kapitel von den Ermittlern, die aber keine große Rolle einnehmen, Wie immer in den Krimis der Autorin nehmen die Opfer, Täter und deren Umfeld deutlich mehr Raum ein. Es ist klar, dass etwas passiert ist und mit weiterem Verlauf der Geschichte wird auch klar, wer darin verwickelt war und das eine Person stirbt. Mich hat ein bisschen der übermäßige Alkohol-und Drogenkonsum gestört, sowohl bei den Jugendlichen als auch den Erwachsenen. Vermutlich ist das schon realistisch, aber es fehlte vielleicht eine Einordnung.

FAZIT:

Verlassen fing für mich stark an, weil ich solche Familiengeschichten einfach liebe. Unter der herbstlich-düsteren Atmosphäre Island wird deutlich, dass in Familie Snæberg einiges vorgefallen ist. Die Auflösung/ den Showdown fand ich dann minimal schwächer. Insgesamt wohl mehr ein Spannungsroman als echter Krimi. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Ein typischer von Schirach

Der stille Freund
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MEINUNG:

Die Erzählungen und Romane von Ferdinand von Schirach lese ich schon viele, viele Jahre. Ein bisschen ist die Leidenschaft abgeflacht, aber ich habe eigentlich alles gelesen, was er je veröffentlicht ...

MEINUNG:

Die Erzählungen und Romane von Ferdinand von Schirach lese ich schon viele, viele Jahre. Ein bisschen ist die Leidenschaft abgeflacht, aber ich habe eigentlich alles gelesen, was er je veröffentlicht hat. Auf Der stille Freund war ich wieder sehr gespannt.

Ferdinand von Schirach erzählt die Geschichten von Menschen, die im begegnet sind und deren Leben nicht gradlinig verlaufen ist. Es sind persönliche Bekanntschaften und Freundschaften, mit Menschen, die spannende und aufregende Leben gehabt haben. Es gibt da wie immer ein paar legale Grauzonen und auch Straftaten. Vom Erzählstil erinner es mich an die von mir sehr geschätzten Bände Schuld und Verdacht. Einige Geschichten werden mir hier in Erinnerung bleiben und andere eher nicht. 

In seinen letzten Veröffentlichungen nervte mich oft Atmosphäre von von Schirach, weil es immer die gleiche Art ist und mir oft einen Vibe von alte-weiße-Männer gibt. Er erzählt irgendwelche Geschichten, von irgendwelchen oft sehr reichen, mehr oder weniger berühmten Menschen. Er ist dazu ständig auf Reisen und kennt an allen Orten der Welt scheinbar Personen. Es ist eine Welt, die ich nicht meine ist und die mir auch wie aus einer anderen Zeit wirkt, eher wie 1960er bis 1990er. Oft sind kurze Texte und Anekdoten dabei, wie auch dieses Mal, von Personen, von denen ich noch nie etwas gehört habe und die ich auch sehr schnell wieder vergesse. Trotz allem liebe ich auch seinen klaren, wertfreien Beobachtungen. In diesem Erzählband gab es endlich einmal wieder Texte von Menschen, die mich wirklich gefesselt haben.

FAZIT:

Der stille Freund ist mal wieder ein Erzählband, der mich abgeholt hat und mich andere großartige Erzählbände wie z.B. Schuld erinnert. Er nimmt sich selbst hier wieder ein bisschen raus und erzählt klug und wertfrei Geschichten von Bekannten/ Freunden (für mich die besten) und anderen historischen Persönlichkeiten (für mich weniger spannend). 

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Spannung in der Nachwendezeit

Das Schweigen des Wassers
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MEINUNG:

Das Schweigen des Wassers ist der erste Teil der Arno Groth Reihe. Ich lese generell gerne mal Lieratur, die zur Zeit der DDR bzw. nach der Wende spielt. Allerdings bin immer eine kritische Leserin, ...

MEINUNG:

Das Schweigen des Wassers ist der erste Teil der Arno Groth Reihe. Ich lese generell gerne mal Lieratur, die zur Zeit der DDR bzw. nach der Wende spielt. Allerdings bin immer eine kritische Leserin, da ich selbst dort meine familiäre Vergangenheit habe.

Das Erzähltempo ist ziemlich ruhig, aber es passt zur Atmosphäre, die die Autorin geschaffen hat. Arno Groth kehrt in seine ostdeutsche Heimatstadt nach der Wende zurück. Dort soll er die Polizeikollegen in westdeutscher Polizeiarbeit schulen. Ich mochte seine angenehmen, in sich gekehrten Charakter. Er lässt zu keiner Zeit den typischen "Wessi", der alles besser weiß heraus hängen. Der Tod seiner Tochter macht ihm zu schaffen. Ich fand, dass ihn eine gewisse Einsamkeit umgeben hat. Für ihn ist es zunächst gar nicht so einfach Vertrauen von den Kollegen zu bekommen. Doch dann muss er mit einem Kollegen zusammen ermitteln als ein Mann tot aus dem See gefischt wird, wo schon klar ist, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Der Tote war damals des Mordes an einem jungen Mädchen besichtigt worden. Mir gefiel die Verknüpfung zu diesem Cold Case. Es gibt eine Reihe männlicher Protagonisten, bei denen ich etwas Mühe hatte die immer auseinander zu halten, da auch oft nur der Nachname verwendet worden ist. Trotzdem eine gut konstruierte Geschichte, deren Ende ein wenig offen ist.

FAZIT:

Das Schweigen des Wassers ist ruhiger Krimi, bei dem die Autorin sehr gut die Nachwendezeit eingefangen hat. Besonders gelungen fand ich die Darstellung vom Hauptkommissar Groth. Der zweite Teil - Die Farbe des Schattens ist bereits erschienen und wird auch von mir gelesen.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Neuanfänge und Freundschaft

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Die Geschichte startet erstmal relativ deprimierend, weil Phoebe ins Cornwall Inn kommt, um sich das Leben zu nehmen. Für sie macht das Leben keinen Sinn mehr, da es wiederholt nicht geklappt ...

MEINUNG:

Die Geschichte startet erstmal relativ deprimierend, weil Phoebe ins Cornwall Inn kommt, um sich das Leben zu nehmen. Für sie macht das Leben keinen Sinn mehr, da es wiederholt nicht geklappt hat ein Kind zu bekommen und ihr Mann sie dann auch noch verlässt, um mit ihrer Kollegin zusammen zu sein, mit der er sie auch betrogen hat. Sie hat den Tiefpunkt ihres Lebens erreicht. Ihre Pläne werden von Lila durchkreuzt, die das Hotel gebucht hat um 6 Tage ihre Hochzeit zu feiern und sie vereitelt die Pläne von Phoebe. Es ist eine schicksalhafte Begegnung der beiden Frauen.

Wie bereits geschrieben, muss man hier ein am Anfang ein bisschen Durchhaltevermögen haben, um am Ball zu bleiben. Generell entwickeln sich die Geschichte und die Beziehungen langsam, was mir aber auch gut gefallen hat. Ich war ab der Hälfte des Buches dann richtig drin. Man lernt auch Lila besser kennen, die erst Mitte 20 ist, aus reichem Haus kommt und die älteren Gary heiraten will, der der Arzt ihres verstorbenen Vaters war. Dieser hat bereits eine Tochter, mit der es aber nicht gar nicht klappt. Die Geschichte hat einen hohen Unterhaltungsfaktor, aber auch viele, viele tiefe Themen, die mich berührt haben. Allerdings nimmt es nicht die Leichtigkeit. Es gibt viele lustige Situationen, aus denen sich viel Situationskomik ergibt. Phoebe und Lila sind an sich sehr unterschiedlich und dennoch finden sie eine ganz besondere Ebene zueinander, die beide Frauen weiter bringt, denn sie halten sich auch gegenseitig den Spiegel vor. Sie finden ineinander genau die Freundin, die ihnen gefehlt hat, denn auch Lila wirkt sehr einsam. Ich mochte es, dass hier vieles nicht so in Klischees abdriftet, sondern Raum lässt. Ich kann es mir auch als Film sehr gut vorstellen. Komischerweise dachte ich die ganze Zeit, dass der Roman in England spielt (wegen dem Hotelnamen), aber wir sind an der amerikanischen Ostküste. 

FAZIT:

Wedding People braucht ein bisschen, aber dran bleiben lohnt sich. Es ist warme, lustige Geschichte über Neuanfänge, Freundschaft zweier Frauen mit vielen ernsten Themen. Ich mochte das Geschichte sehr und würde mich auf eine Verfilmung freuen.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Psycholgische Spannung im Schwarzwald

Schattengrünes Tal
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MEINUNG:

Von Kristina Hauff habe ich bereits ihre zwei erschienenen Romane bei Hanserblau gelesen. Vor allem Unter Wasser Nacht mochte ich sehr gerne. In blaukalter Tiefe konnte mich dagegen nicht so ...

MEINUNG:

Von Kristina Hauff habe ich bereits ihre zwei erschienenen Romane bei Hanserblau gelesen. Vor allem Unter Wasser Nacht mochte ich sehr gerne. In blaukalter Tiefe konnte mich dagegen nicht so sehr überzeugen, daher war ich auf Schattengrünes Tal sehr gespannt. Ich mag immer den gewissen Spannungsfaktor in den Büchern der Autorin.

Lisa steht im Zentrum der Geschichte. Sie ist die erwachsene Tochter eines Hotelbesitzers, von dem sie denkt, dass sie Hotel eventuell mal übernehmen wird. Doch ihr Vater plant eher, dass ihr Bruder das Hotel übernimmt, obwohl der weit weg wohnt und kein Interesse hat. Eines Abends sucht Daniela Schutz in dem Hotel, obwohl dieses eigentlich auf Grund eines Heizungsausfalls geschlossen werden soll. Daniela drängt sich relativ schnell in das Leben von Lisa und vor allem von Lisas Umfeld. Natürlich fragt man sich, was Daniela für Absichten hat. Ich war froh, dass Lisa schnell erkannt hat, dass etwas nicht mit Daniela stimmt, denn die sabotiert scheinbar Lisas ganzes Leben. Dann ist da auch noch Lisas Ehemann Simon, der am Anfang der Geschichte zurück kommt von einer Reise aus Polen und irgendwie so gar nicht mit sich im Reinen ist. Es erschließt sich erst später, was da los ist, aber so richtig viel Sympathie konnte ich für ihn bis zum Ende nicht aufbringen.

Mir haben die Perspektivenwechsel gefallen, denn sie waren so gestaltet, dass man bestimmte Details in der Handlung nur durch den Wechsel erfahren hat. Es schwelen hier in der Geschichte zwei zentrale Konflikte, bei denen sich Lisa im zentralen Punkt befindet, zum einen die Störung durch Daniela und zum anderen die Zukunft des Hotels. Es wird deutlich, dass ihr Vater der Patriarchat ist und die Frauen, die das Hotel eigentlich am Laufen halten gar nicht richtig sieht. Es gibt noch eine weitere Hotelmanagerin, Margaret, mit der Lisa Ehemann praktisch in wilder Ehe lebt ohne aber wirklich öffentlich zu dieser Liebe zu stehen.  Daniela fand ich ein bisschen überspitzt dargestellt, aber eben auch genau richtig für die Geschichte. Es wird zentral deutlich, dass Lisa endlich aufwachen muss und ihr Leben selbst in die Hand nehmen muss, anstatt immer sich nur von anderen zu bestimmen zu lassen.

FAZIT:

Schattengrünes Tal hat wieder sehr gut unterhalten. Es ist keine Geschichte, die man zwar nicht schon mal ähnlich gelesen hat, aber ich mochte die Atmosphäre im schattengrünen Tal und die gut konstruierte Geschichte.

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