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Veröffentlicht am 12.10.2025

Asa Kolberts Geschichte - fesselnd und spannend!

Asa
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Asa ist aus dem Gefängnis raus, und nun ist es Zeit, an denen Rache zu nehmen, die ihr Leben verliehen, geprägt und zerstört haben.
Doch zurück zum Anfang. Noch vor Asas Geburt und der Geburt ihres Vaters, ...

Asa ist aus dem Gefängnis raus, und nun ist es Zeit, an denen Rache zu nehmen, die ihr Leben verliehen, geprägt und zerstört haben.
Doch zurück zum Anfang. Noch vor Asas Geburt und der Geburt ihres Vaters, nämlich bei ihrem Ururgroßvater nimmt Asa Kolberts Geschichte ihren Anfang.
Aus den Bedrohungen des Ersten Weltkrieges erwächst in den schlesischen Wäldern für den Patriarchen Marten Kolbert die Notwendigkeit, sich gegen Gefahren äußere Gefahren zu stählen. Dieser wunderliche Mann, der über die Natur und das Leben sinniert, ist es, der aus einem Dorf eine Gemeinschaft macht. Jeder einzelne muss durch Disziplin stärker werden, damit die Familie als Ganzes stärker wird. Die Familie formt eine Tradition, welche die Gemeinschaft übernimmt. Diese Tradition erfährt im Laufe der Zeit eine Transformation hin zu einem brachialen Ritus, der seine Mitglieder formt und an dem sie wachsen. Ein Ritus, der über die grenzen der Gemeinde hinaus bekannt ist und übernommen wird.
Auch Asa wird durch die Traditionen ihrer Familie geprägt, bis sie dahinterkommt, dass diese Tradition kalkuliert das Leben unschuldiger Menschen fordert. Sie lässt ihre Familie hinter sich und baut sich ein eigenes solides Leben auf. Sie blüht auf und scheint fähig, den Verlust ihrer Familie hinter sich zu lassen. Doch die Traditionen der Kolberts finden einen Weg, Asas Leben zu zerstören und sie komplett zu entwurzeln. Zeit, abzurechnen...

An „Asa“ von Zoran Drvenkar habe ich beim Lesen zwei Dinge besonders geschätzt. Zum einen gibt es unheimlich (willens-)starke weibliche Charaktere, aus denen die Protagonistin hervorgegagnen ist, die nochmal eins draufsetzt, weil sie ihren eigenen Weg geht. Zum anderen liebe ich die ausladenden Beschreibungen der Wälder, in denen ein großer Teil von Asas Familiengeschichte stattfindet. Die Darstellungen sind so opulent ausgedrückt, dass es mir das Gefühl vermittelte, beim Lesen im Bus Waldbaden in einem entlegenen Forst zu betreiben. Story, Setting, Suspense, hier hat für mich alles gepasst und mich auch mal nach diesem etwas dickeren Buch greifen lassen.

Veröffentlicht am 12.10.2025

Ein schweigsames Mädchen, die Fibronacci-Folge und eine erste Liebe

Lisa mit einem Herz drum rum
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Lisa ist ein bisschen anders als andere. Die Mädchen in ihrer Klasse mögen Jungs, Lisa mag ihr Kaninchen Hypatia. Alle mögen Jonas, Lisa mag Zahlen. Hypatia ist Lisas einzige Freundin, denn Lisa hat lange ...

Lisa ist ein bisschen anders als andere. Die Mädchen in ihrer Klasse mögen Jungs, Lisa mag ihr Kaninchen Hypatia. Alle mögen Jonas, Lisa mag Zahlen. Hypatia ist Lisas einzige Freundin, denn Lisa hat lange keine Freund:innen in der Klasse gefunden, weil sie so anders ist. Ihre Schwester Vera findet das peinlich und feige. Nicht mal sie versteht, wie schwer es der schüchternen Lisa fällt, Worte zu formulieren.
Trost findet Lisa zu Hause dann, wenn Vera nicht da ist und sie spüren lässt, dass sie gerne eine andere Art von Schwester hätte. Wenn ihre Mutter anruft von ihren Auslandsreisen und sie aufmuntert, und wenn ihr Vater anfängt zu erzählen und Lisa bei seinen mathematischen Erklärungen immer ganz ruhig wird. Er erklärt ihr, was es mit der Fibronacci-Folge auf sich hat, eine einfache mathematische Regel, die sich überall in der Natur finden lässt.
Jonas aus Lisas Klasse scheint der einzige zu sein, der Lisa ein bisschen versteht. Mit ihm redet sie seit dem Kindergarten aber nicht mehr so wirklich, weil es irgendwann auch schwer fiel, Jonas gegenüber Worte zu formen. Doch als er ihren Namen in sein Heft schreibt, Lisa mit einem Herz drum rum, da ist er plötzlich wieder mittendrin in ihren Gedanken. Lisa versteht nicht, warum er das getan hat. Sie würde es aber gerne verstehen, nicht zuletzt, weil sie sich schuldig fühlt, dass nicht mehr nur sie das Ziel des Spotts ihrer Mitschüler:innen ist, sondern Jonas durch sie nun auch geärgert wird. Als Lisa ihren gewohnten Weg verlässt und Jonas im Wald an einem Ort findet, an dem er ganz er selbst sein kann wie Lisa mit Hypatia, kommen die beiden sich näher. Mit Jonas kann Lisa Worte formen oder auf eine gute Weise schweigen.

Veröffentlicht am 12.10.2025

Drei mögliche "Enden"

Alles, was du wolltest
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Viktoria und Alex sind ein Paar, und von Anfang an sind die Ausgangssituationen unterschiedlich. Alex ist die mit den Wünschen und Viktoria die mit dem Geld. Schon bevor Alex in Viktorias schickes beigefarbene ...

Viktoria und Alex sind ein Paar, und von Anfang an sind die Ausgangssituationen unterschiedlich. Alex ist die mit den Wünschen und Viktoria die mit dem Geld. Schon bevor Alex in Viktorias schickes beigefarbene Haus zieht, fühlt es sich eher wie eine Duldung und nicht wie eine Gleichberechtigung an. Viktoria gibt gerne Geld aus - sie hat es ja. Alex fühlt mit jeder übernommenen Rechnung, mit jedem Geschenk die Veränderung der Hierarchie, die sie auszugleichen versucht, indem sie sich in die Rolle der Haushälterin manipulieren lässt; sie putzt, sie kauft ein, sie nimmt sich zurück. Viktoria richtet Alex sogar ein Massagestudio im Gartenhaus ein. Wieder alles cremefarben. Wieder trägt alles Viktorias Handschrift. Sogar die ersten Kundinnen organisiert sie Alex.
Dann findet Alex einen Verlobungsring und spürt das drohende Gewicht, wenn aus diesem Kompromiss eine Konstante werden soll. Was für Möglichkeiten zwischen Ja oder Trennung gibt es?

Viktoria und Alex stammen von zwei unterschiedlichen Enden des Wohlstands. Während Viktoria Mangel und Provisorien nicht kennt, entstammt Alex einer prekären Familie, in der schon immer finanzielle Kompromisse eingegangen werden mussten. Als ein solcher Kompromiss kann auch die Partnerschaft der beiden gesehen werden. Eine Heirat würde die Hierarchieunterschiede dauerhaft in Beton gießen.
Die Möglichkeiten von Gehen und Bleiben probiert Christina König in der mit Abhängigkeiten und Macht durchsetzten Beziehung aus von "Alles, was du wolltest". Die Erkundung dieser Alternativen fand ich besonders spannend. Die Geschichte endet nicht mit einem starren Ausgang. Die Autorin bietet Lesenden drei Optionen wie die Beziehung endet und darüber hinaus weiter geht. Alle außer diesen drei möglichen Enden bieten Stoff zum Nachdenken und Diskutieren.
Klare Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 12.10.2025

Chobits Luxury Ed. 1 & 2

Chobits - Luxury Edition 02
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Hideki ist ein nicht sehr wohlhabender Student. Er hat ein kleines 1-Zimmer-Apartment in Tokyo gemietet. Die Stadt ist voll von Menschen und ihren Persocoms, menschlich aussehende und selbstständig handelnde ...

Hideki ist ein nicht sehr wohlhabender Student. Er hat ein kleines 1-Zimmer-Apartment in Tokyo gemietet. Die Stadt ist voll von Menschen und ihren Persocoms, menschlich aussehende und selbstständig handelnde Computer, welche die Menschen im Alltag begleiten. Hideki kann sich so einen Computer allerdings nicht leisten, obwohl er selbst gerne einen hätte. Da wirkt es fast schicksalhaft, dass Hideki eines Abends auf dem Müll einen weiblichen Persocom findet. Er nimmt diesen mit nach Hause und findet nach mühsamer Suche heraus, wie man den Computer einschaltet. Anfangs kann dieser nur ein einziges Wort sagen: Chi. So kommt der Persocom zu seinem Namen, und von nun an gehört Chi zu Hideki. Doch Chi scheint ohne wirkliche Software ausgestattet zu sein, denn sie wirkt anfangs, als würde sie die Welt neu kennenlernen. Doch allmählich wird klar, dass auch Chi eine Vergangenheit hatte, bevor Hideki sie auf dem Müll gefunden hat.
Da Hideki sich nicht mit Persocoms nicht besonders gut auskennt, greift er auf die Hilfe seines Studienkollegen zurück, der in Sachen Computer einfach unschlagbar ist. Durch ihn erfährt Hideki, dass Chi ein ganz besonderer Persocom zu sein scheint. Chi wiederum scheint Hideki mehr und mehr in ihr Herz zu schließen, was seltsam ist, denn Computer haben doch gar kein Herz. Dass aber auch Hideki sich um Chi sorgt, um ihr Wohlergehen besorgt ist und er ihre Nähe genießt, lässt ihn daran zweifeln, Computer und Menschen können keine echte Zuneigung füreinander empfinden.

Wie lange ist es her, dass ich eine gesubbte Version des Anime gesehen habe? Bestimmt 20 Jahre! Als ich dann irgendwann die zweibändige Luxusausgabe von Chobits entdeckt habe, war natürlich klar, dass diese mein Bücherregal und mein Leben bereichern wird und schneller gekauft war, als jemand das Wechselgeld aus der Kasse sammeln kann. Ich liebe einfach die Illustrationen, ausnahmslos alle Charaktere und die Situationskomik vieler Kapitel!

Veröffentlicht am 12.10.2025

Chobits Luxury Ed. 1 & 2

Chobits - Luxury Edition 01
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Hideki ist ein nicht sehr wohlhabender Student. Er hat ein kleines 1-Zimmer-Apartment in Tokyo gemietet. Die Stadt ist voll von Menschen und ihren Persocoms, menschlich aussehende und selbstständig handelnde ...

Hideki ist ein nicht sehr wohlhabender Student. Er hat ein kleines 1-Zimmer-Apartment in Tokyo gemietet. Die Stadt ist voll von Menschen und ihren Persocoms, menschlich aussehende und selbstständig handelnde Computer, welche die Menschen im Alltag begleiten. Hideki kann sich so einen Computer allerdings nicht leisten, obwohl er selbst gerne einen hätte. Da wirkt es fast schicksalhaft, dass Hideki eines Abends auf dem Müll einen weiblichen Persocom findet. Er nimmt diesen mit nach Hause und findet nach mühsamer Suche heraus, wie man den Computer einschaltet. Anfangs kann dieser nur ein einziges Wort sagen: Chi. So kommt der Persocom zu seinem Namen, und von nun an gehört Chi zu Hideki. Doch Chi scheint ohne wirkliche Software ausgestattet zu sein, denn sie wirkt anfangs, als würde sie die Welt neu kennenlernen. Doch allmählich wird klar, dass auch Chi eine Vergangenheit hatte, bevor Hideki sie auf dem Müll gefunden hat.
Da Hideki sich nicht mit Persocoms nicht besonders gut auskennt, greift er auf die Hilfe seines Studienkollegen zurück, der in Sachen Computer einfach unschlagbar ist. Durch ihn erfährt Hideki, dass Chi ein ganz besonderer Persocom zu sein scheint. Chi wiederum scheint Hideki mehr und mehr in ihr Herz zu schließen, was seltsam ist, denn Computer haben doch gar kein Herz. Dass aber auch Hideki sich um Chi sorgt, um ihr Wohlergehen besorgt ist und er ihre Nähe genießt, lässt ihn daran zweifeln, Computer und Menschen können keine echte Zuneigung füreinander empfinden.

Wie lange ist es her, dass ich eine gesubbte Version des Anime gesehen habe? Bestimmt 20 Jahre! Als ich dann irgendwann die zweibändige Luxusausgabe von Chobits entdeckt habe, war natürlich klar, dass diese mein Bücherregal und mein Leben bereichern wird und schneller gekauft war, als jemand das Wechselgeld aus der Kasse sammeln kann. Ich liebe einfach die Illustrationen, ausnahmslos alle Charaktere und die Situationskomik vieler Kapitel!