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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2025

Nichts ist so, wie es scheint

Lügennebel
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Auch, wenn der Vorgänger von mir nur 3* bekommen hatte, die beiden ersten Bände der Åre-Reihe von Viveca Sten habe ich geliebt. Somit ist der neue, vierte Fall, „Lügennebel“, ein Must-Read. Worum geht ...


Auch, wenn der Vorgänger von mir nur 3* bekommen hatte, die beiden ersten Bände der Åre-Reihe von Viveca Sten habe ich geliebt. Somit ist der neue, vierte Fall, „Lügennebel“, ein Must-Read. Worum geht es?
Sechs Freunde im Skiurlaub: Olivia und ihre beste Freundin Fanny, Wille, Amir, Pontus und Emil. Eines Morgens liegt Fanny tot vor dem Blockhaus. Unfall oder Mord? Hanna Ahlander und ihr Team ermitteln…
Über das Wiedersehen mit Hanna und Daniel sowie deren Kollegen Anton und Raffe habe ich mich gefreut. Hanna hat einen neuen Freund, den Milliardär Henry. Daniels Privatleben mit Tochter und Ex droht ihn an seine Grenzen zu bringen.
Von den sechs Studierenden war mir niemand sympathisch. Es wird ausgiebig gefeiert, mit Alkohol und Drogen. Alle lügen, haben etwas zu verbergen. Und so drehen sich die Ermittlungen lange im Kreis.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen scheinen für Viveca Sten fast genauso wichtig zu sein, wie die Krimihandlung selbst.
Die gut zu greifende Atmosphäre ergänzt die spannende Geschichte und macht „Lügennebel“ wirklich zu einem Krimi-Genuss.

Fazit: Fall Nr. 4 für Hanna Ahlander. Gelungener Mix aus Ermittlungen und Privatem.

Veröffentlicht am 12.10.2025

Kalt, kälter, Pflüger

Kälter
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Von Andreas Pflüger habe ich bisher vier Bücher mit großer Freude gelesen, Unterhaltung in Stakkato-Sätzen. Aber „Kälter“ ist anders. Worum geht es?
Herbst 1989: Wir lernen Luzy Morgenroth kennen. Sie ...


Von Andreas Pflüger habe ich bisher vier Bücher mit großer Freude gelesen, Unterhaltung in Stakkato-Sätzen. Aber „Kälter“ ist anders. Worum geht es?
Herbst 1989: Wir lernen Luzy Morgenroth kennen. Sie ist Inselpolizistin auf Amrum. Ein Sturm zieht auf - und Tamme, der Bruder ihrer besten Freundin Ali, verschwindet von einer Fähre, ihr Kollege und bester Freund Jörgen wird getötet.
Ein Killerkommando ist auf die Insel gekommen. Acht Jahre war Luzy in der Welt der Anderen, als sie von der Vergangenheit eingeholt wird. Wer ist kälter? Ihr Todfeind „Babel“, der die Killer geschickt hat, oder sie? Es kann nur eine/n geben…
„Kälter“ ist ein rasanter, actionreicher Agententhriller. Der Autor erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen, 1989 und acht Jahre davor.
Andreas Pflüger greift mit „Kälter“ ein brandaktuelles Thema auf: Der Nahostkonflikt. Ein Teil der Geschichte ist in Israel verortet. Krass fand ich die Szenen in einem Schabbat-Fahrstuhl. Ein Fahrstuhl, der automatisch in jeder Etage hält - und in jeder lauert der Tod.
Weitere Schauplätze sind Berlin zur Zeit des Mauerfalls - und Wien (siehe Cover!). Je größer die Gefahr, desto lustiger die Dialoge. Leseinseln, auf denen die Lesenden mal Luftholen, ja sogar Schmunzeln können.
„Kälter“ ist ein literarischer Thriller mit intensiven, starken Bildern. Ich habe mich sofort wieder in diese Zeit zurückversetzt gefühlt. Denn ich bin in etwa im selben Alter wie der Autor und erinnere mich noch gut daran, als Herrhausen quasi vor meiner Haustür von der RAF ermordet wurde.
Luzy erinnert ein wenig an Jenny Aaron aus Endgültig, Niemals und Geblendet. Sie ist ebenfalls eine Frau mit zwei Leben. Über das Wiedersehen mit Nina und „Pilger“ aus „Wie Sterben geht“ habe ich mich gefreut. Ich empfehle, dieses Buch vorher gelesen zu haben.

Fazit: Ein spannendes Stück Zeitgeschichte. Mein Thriller-Highlight des Jahres!

Veröffentlicht am 08.10.2025

Drogen, Drogen, Drogen

Gift
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SCHMERZ von Jón Atli Jónasson hat mich begeistert und auch die Fortsetzung, GIFT, überzeugt auf ganzer Linie. Es handelt sich um den zweiten Band einer Krimi-Reihe, die in Island verortet ist. Im Mittelpunkt ...


SCHMERZ von Jón Atli Jónasson hat mich begeistert und auch die Fortsetzung, GIFT, überzeugt auf ganzer Linie. Es handelt sich um den zweiten Band einer Krimi-Reihe, die in Island verortet ist. Im Mittelpunkt stehen Dora und Rado von der Kriminalpolizei Reykjavík. Worum geht es?
Joel wird tot aufgefunden, schrecklich zugerichtet. Er war der Lebensgefährte von Dora und Rados ehemaligem Chef Elliði. Joel hatte ein Drogenproblem. Schon bald gibt es einen weiteren Toten.
Nach ihrem letzten Einsatz versucht Dora, ihre Abhängigkeit von Schmerzmitteln in den Griff zu bekommen, während Rado inzwischen ein Team der Rauschgiftfahndung leitet. Auf Bitten Elliðis tun sie sich zusammen und ermitteln, als Rado von seiner Vergangenheit eingeholt wird…
GIFT ist hart und brutal, herausfordernd und anspruchsvoll. Ganz Island scheint suchtkrank zu sein. Die Figuren haben sich weiterentwickelt. Und das gilt nicht nur für Dora und Rado, sondern auch für den Autor.
Ich empfehle dringend, Band 1 vorher gelesen zu haben. Denn ab und zu finden sich Bezüge zum Vorgänger.
Das Buch endet - wie schon SCHMERZ - mit einem fiesen Cliffhanger. Und so bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit: Fall Nr. 2 für Dora und Rado. Düster!

Veröffentlicht am 17.09.2025

Wer ist der Highlander?

VIER
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„Zehn“, das Thrillerdebüt von Andy Neumann hatte mich begeistert und auch die Fortsetzung, „Vier“, überzeugt mit einem spannenden Plot. Ich empfehle dringend, Band 1 vorher gelesen zu haben. Denn ab und ...

„Zehn“, das Thrillerdebüt von Andy Neumann hatte mich begeistert und auch die Fortsetzung, „Vier“, überzeugt mit einem spannenden Plot. Ich empfehle dringend, Band 1 vorher gelesen zu haben. Denn ab und zu finden sich Bezüge zum Vorgänger. Doch worum geht es?
01.09.2020: Vier Jahre nach einem verheerenden Terroranschlag auf das Kölner Stadion wird Toni Schüttler tot aufgefunden. Er wurde enthauptet. In seine Stirn ist ein »I« eingeritzt. Der Tote hatte dem Attentäter eine Garage vermietet. Kurz darauf wird der zweite damalige Tatbeteiligte geköpft.
Der Düsseldorfer Mordermittler Martin Paulus und die BKA-Beamtin Tamara Foster ermitteln. Ein Tatverdächtiger wird zwar verhaftet, aber ist er auch der Richtige? Und wo liegt sein Motiv?
Gekonnt springt der Autor durch Zeit und Raum. Die Handlung ist komplex gestaltet, wechselnde Perspektiven und Zeitebenen sorgen für Dynamik. Lässt sich auch wieder flott und flüssig lesen. Es geht um Rache und Vergeltung.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht, lebensecht. Ab und zu erscheinen alte Bekannte, auch der damalige Attentäter und der (Ex-)Reporter Niessen.
Das Buch endet mit einem Knaller. Ein Ende, das geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Ich freue mich drauf! Hoffentlich müssen wir nicht wieder fünf Jahre warten.

Fazit: Spannender, temporeicher und emotionaler Thriller. Lesen!

Veröffentlicht am 25.08.2025

Gänsehaut und Angst

Halloweenkind
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„Totes Moor“ und „Glutmoor“ von Lars Engels habe ich gern gelesen und auch „Halloweenkind“ überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?
Schauplatz ist diesmal Neuss. An Halloween zieht eine Gruppe Eltern ...


„Totes Moor“ und „Glutmoor“ von Lars Engels habe ich gern gelesen und auch „Halloweenkind“ überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?
Schauplatz ist diesmal Neuss. An Halloween zieht eine Gruppe Eltern mit ihren kostümierten Kindern um die Häuser. Die Gruppe teilt sich auf, Joshua und Erik, 11 bzw. 12 Jahre alt, gehen alleine weiter. Doch nur Erik kehrt zu seinen Eltern zurück.
Vor zwei Jahren verschwand schon einmal ein Junge an Halloween: Vincent war damals 10 Jahre alt. Doch eigentlich hatte im Sommer davor alles seinen Anfang genommen. Mit dem Tod von Juliane.
Eriks Eltern, Kriminalhauptkommissar Oliver Fuchs und Lea, die ein Café betreibt, ehrenamtliche Opferhelferin und Ex-Journalistin, ermitteln…
Mit „Halloweenkind“ ist dem Autor ein spannender Kriminalroman gelungen, voller unverhoffter Wendungen. Wechselnde Perspektiven und zwei Zeitebenen, 2022 und 2024, sorgen für Dynamik.
Nichts ist, wie es scheint. Die Vergangenheit wirft lange Schatten, die Lars Engels gründlich ausleuchtet. Er demontiert die hübschen Fassaden, kratzt am Lack des schönen Scheins und rollt die Umstände auf, die zu dem tragischen Tod von Juli führten.
„Halloweenkind“ ist auch eine Hommage an Horrorfilme wie Stephen Kings ES, POLTERGEIST oder ROSEMARIES BABY. Gruselig und schockierend. Natürlich darf auch ein Spukhaus nicht fehlen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Fast jeder hat ein Geheimnis. Nur Lea mochte ich nicht. Ein Gutmensch mit Helfersyndrom, total übergriffig - und verblendet, was ihre Familie betrifft.
Die allerletzte Wendung habe ich nicht kommen sehen. Also, gut gemacht, Herr Engels!

Fazit: Fesselnder Krimi. Atmosphärisch und düster!