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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2018

Keine Chance für die Tigertatze

Kommissar Kugelblitz - Kugelblitz in Wien
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Ursel Scheffler hat mit Kommissar Kugelblitz einen recht witzigen Kriminalkommissar geschaffen, der seine Fälle ausschließlich mit Köpfchen löst.

Diesmal verschlägt es den sympathischen Kugelblitz, dessen ...

Ursel Scheffler hat mit Kommissar Kugelblitz einen recht witzigen Kriminalkommissar geschaffen, der seine Fälle ausschließlich mit Köpfchen löst.

Diesmal verschlägt es den sympathischen Kugelblitz, dessen Figur seinem Namen gerecht wird, nach Wien zum Opernball.
Doch leider kann der Kommissar seinen ersten Opernball nicht so ganz genießen. Abgesehen davon, dass er sich mit Frack wie ein Pinguin vorkommt, nervt ihn auch der international tätige (und daher gesuchte) Juwelenräuber „Tigertatze“. Allerorten treibt der Räuber sein Unwesen und lockt auch Trittbrettfahrer an, wie Kugelblitz es beim Diner mit Prinz Mirza von Jamei, erkennen muss.

Es kommt wie es kommen muss, Tigertatze raubt während der Eröffnungszeremonie des Opernballs wertvolle Geschmeide. Und das in der Loge neben Kugelblitz. Geht doch gar nicht!

Wie wird der sympathische Kommissar aus Hamburg den kniffeligen Fall lösen?

Meine Meinung:

Ursel Scheffler hat mit Kommissar Kugelblitz einen sympathischen Charakter geschaffen, der seine Fälle mit Köpfchen löst.
Es gibt inzwischen schon mehr als 30 Bände mit Kugelblitz. Der liebenswürdige Ermittler darf auf der ganzen Welt seine Kriminalfälle lösen.

Alle Bücher sind als Rätselkrimi ausgelegt. Nach jedem Kapitel gibt es einige Verständnisfragen. So wird der Inhalt und damit Leseverständnis der jungen Leser überprüft, ohne dass es oberlehrerhaft wirkt.

Gut gefällt mir, dass viele typische Wiener Ausdrücke und Begriffe vorkommen. Das Umfeld ist auch sehr stimmig. Wir erfahren einiges über Wien und seine Sehenswürdigkeiten.

Die Ausführung ist hochwertig und die Zeichnungen sind liebevoll gestaltet.
Das Glossar mit den wichtigsten Übersetzungen ergänzt den Krimi.

Fazit:

Ein toller Krimi, der sich für Kids ab ca. 8 Jahren gut eignet. Gerne gebe ich 5 Sterne und mache mich auf die Suche nach den nächsten Fällen.

Veröffentlicht am 27.01.2018

AUch Detektive fangen einmal klein an ...

Detektivbüro LasseMaja - Das Goldgeheimnis (Detektivbüro LasseMaja, Bd. 10)
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Das „Goldgeheimnis“ ist das 10. Buch einer Reihe Detektivgeschichten um Maja und Lasse, in der bislang 22 Bücher erschienen sind.
Maja und Lasse sind zwei aufgeweckte Schüler, die nebenbei ein Detektivbüro ...

Das „Goldgeheimnis“ ist das 10. Buch einer Reihe Detektivgeschichten um Maja und Lasse, in der bislang 22 Bücher erschienen sind.
Maja und Lasse sind zwei aufgeweckte Schüler, die nebenbei ein Detektivbüro betreiben und bereits mehrmals der Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen geholfen haben.

Dabei beweisen sie immer Köpfchen und Kombinationsgabe. So auch in diesem Kriminalfall.
In der Bank von Valleby sollen 250 kg Gold in Form von Barren für eine Nacht aufbewahrt werden. Die wertvolle Fracht wird kurz vor Dienstschluss vom Bankdirektor und seiner Sicherheitschefin im Beisein von Maja, Lasse und der Polizei in Empfang genommen. Umso größer ist das Erstaunen als am nächsten Morgen der Tresorraum leer ist und die Bankangestellten als Geiseln genommen wurden.
Was stimmt hier nicht?

Meine Meinung:

Eine wirklich nette Detektivgeschichte, bei der es auf Ideen und Geistesblitze ankommt. Allzu gerne hätte ich die Autopanne der Diebe gesehen, bei der sie die Goldbarren als Wagenheber benützen. Ein netter Gag!

Witzig sind auch die Illustrationen.

Ich habe mehrere Bücher dieser Reihe entdeckt und werde sie so zwischendurch lesen.

Fazit:

Eine witzige Detektivgeschichte, die sich auch zum Vorlesen und Mitraten eignet. Fünf Sterne sind den Detektiven sicher.

Veröffentlicht am 27.01.2018

Fesselnd bis zur letzten Seite

Tannenglühen
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Strafverteidigerin Franziska Ferstl möchte sich mit Jahresende zur Ruhe setzen und mit ihrer geliebten Harley nach Südfrankreich düsen.
Doch der Tod an Anwaltspartner Siegfried Fürstenstein, der mit dem ...

Strafverteidigerin Franziska Ferstl möchte sich mit Jahresende zur Ruhe setzen und mit ihrer geliebten Harley nach Südfrankreich düsen.
Doch der Tod an Anwaltspartner Siegfried Fürstenstein, der mit dem Kabel der Weihnachtsbeleuchtung in der Kanzlei erdrosselt aufgefunden wird, macht diesem schönen Plan ein Ende. Nicht genug damit, wird der dritte Partner und Franziskas Freund, Maximilian Frank, als Hauptverdächtiger in Untersuchungshaft genommen.
Je tiefer Franziska in den Fall einsteigt, desto unübersichtlicher werden die Geschäfte des Opfers. Was hat der russische Oligarch mit der ganzen Sache zu tun? Was ist mit den Offshore-Geschäften? Welche Rollen spielen die nunmehrige Witwe Fürstenstein und Bianca Frank?

Franziska muss sich nicht nur mit einer Vielzahl von Verdächtigen sondern auch mit der Staatsanwältin Fucik sowie mit dem Ermittler Sutel herumschlagen.
Und auch privat will die Weihnachtsstimmung nicht aufkommen, macht ihr die Sorge um ihre Nichte schlaflose Nächte.

So rafft sich Franziska Ferstl auf und wirft all ihr taktisches Können in die Waagschale, um Maximilian aus den Fängen der Justiz zu retten.

Meine Meinung:

Wie wir es von Petra K. Gungl gewöhnt sind, sind ihre Kriminalfälle stets verzwickt. Nichts ist, wie es scheint. Es werden zahlreiche Spuren gelegt, die anfangs vielversprechend erscheinen, letztlich aber in einer Sackgasse münden.
Die Autorin weiß, worüber sie schreibt, hat sie doch selbst Jus studiert und bei Gericht gearbeitet.

Als Wienerin mag ich Gungls Schreibstil besonders, da er mit vielen Wiener Ausdrücken gespickt ist. Auch die Schauplätze sind mir wohl bekannt und ich werde nicht mehr durch die Rosenbursenstraße gehen können, ohne an „Tannenglühen“ zu denken.

Die Charaktere der handelnden Personen sind fein gezeichnet und der Plot sorgfältig ausgearbeitet. Die kriminalistische Auflösung des Falles ist elegant gelungen. Ich habe recht bald Motiv und dazugehörigen Täter vermutet, doch dieser Verdacht hat sich erst spät erhärtet.

Solche Krimis mag ich! Als Leser miträtseln, den Ermittlern ein wenig voraus zu sein, und zusehen, wie sie manchmal das Augenscheinliche nicht erkennen.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, dem ich gerne fünf Sterne und eine Leseempfehlung gebe.

Veröffentlicht am 27.01.2018

EIndrucksvoll und einfühlsam

Trümmerkind
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Dieser Krimi von Mechtild Borrmann beruht auf einer wahren Begebenheit. Im Nachkriegs-Hamburg von 1946/47 treibt im klirrend kalten Winter ein Mörder sein Unwesen. Vier Personen, darunter ein Kind werden ...

Dieser Krimi von Mechtild Borrmann beruht auf einer wahren Begebenheit. Im Nachkriegs-Hamburg von 1946/47 treibt im klirrend kalten Winter ein Mörder sein Unwesen. Vier Personen, darunter ein Kind werden ermordet und der oder die Täter niemals gefasst. Das bietet naturgemäß breiten Raum an Spekulationsmöglichkeiten, die die Autorin fesselnd zu nützen weiß.

Doch der Reihe nach:

Die fesselnde Story ist in mehrere Handlungsstränge geteilt. Der erste führt uns nach Hamburg im Winter 1946/47:

Der 14-jährige Hanno Dietz sucht Verwertbares in den Trümmern der zerstörten Stadt und findet ein ca. 3-jähriges Kind neben einer nackten Frauenleiche. Der gut gekleidete Bub wird von Hannos Mutter als eigenes Kind, namens Joost, aufgezogen, obwohl dadurch jede Menge Schwierigkeiten entstehen.

Ein weiterer Handlungsstrang bringt uns die Familie Anquist näher. Sie sind/waren Großgrundbesitzer in der Uckermark und wurden von den Russen vertrieben. Zuvor erleben sie noch mit, wie Flüchtlinge sich in ihrem Besitz breitmachen. Auch diese Geschichte spielt am Ende des Krieges bzw. danach.

Im gegenwärtigen Handlungsstrang laufen die Fäden der Vergangenheit zusammen und enthüllen so manches ekelhaftes Familiengeheimnis.

Meine Meinung:

Die Autorin nützt die Fakten, um ihre eigene Fiktion rundherum zu spinnen. Cay Radmachers „Trümmermörder“ nimmt sich diese Themas ebenso an. Mechtild Borrmann flicht eine hoch dramatische Familiengeschichte in dieses Verbrechen, das bis heute nicht aufgeklärt ist.
Detailliert, aber nicht voyeuristisch beschreibt sich die Lebensumstände der Protagonisten.
Elegant wird der Bogen von der Familiengeschichte der Dietz‘ und der Anquists in einen Krimi gespannt.
Die Charaktere sind fein herausgearbeitet und man nimmt den Figuren ihre Geisteshaltung ab.

Fazit:

Wer gerne Familiengeschichten liest, die in der Nachkriegszeit spielen und deren Handlungen Auswirkungen bis in die Gegenwart haben, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 26.01.2018

Toller Auftakt einer neuen Krimiserie

Der Mann, der nicht mitspielt
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In seinem Serien-Auftakt rund um den Privatdetektiv Hardy Engel begeben wir uns in die Anfänge der Traumfabrik Hollywood, ins Jahr 1921.

Reinhard „Hardy“ Engel ein ehemaliger Polizist, desillusioniert ...

In seinem Serien-Auftakt rund um den Privatdetektiv Hardy Engel begeben wir uns in die Anfänge der Traumfabrik Hollywood, ins Jahr 1921.

Reinhard „Hardy“ Engel ein ehemaliger Polizist, desillusioniert aus dem verarmten Mannheim des Nachkriegsdeutschlands nach Amerika ausgewandert, ist als Schauspieler und Komiker gescheitert. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, verdingt er sich als Privatermittler und erhält auch gleich den Auftrag, das Filmsternchen Virginia Rappe zu finden. Auftraggeberin ist die charismatische, rothaarige Pepper Murphy, ebenfalls Schauspielerin, bei der allerdings nicht ganz klar ist, wann sie eine Rolle spielt und wann nicht.
Im Handumdrehen findet sich Hardy jedoch in einem bizarren Kriminalfall wieder: Er findet die abgängige Virginia mitten in einer rauschenden Party des bekannten Komikers Roscoe „Fatty“ Arbuckle, doch wenig später ist sie tot. Hardy glaubt nicht an einen natürlichen Tod und setzt mit seinen Nachforschungen eine Spirale von Machtkämpfen, Rufmord, richtigem Mord und Gewalt in Bewegung, die auch ihn in den Abgrund stürzen lassen …

Meine Meinung:

Autor Christof Weigold ist mir bislang nicht bekannt gewesen, obwohl er sich als Drehbuchautor bereits einen Namen gemacht hat. Dass er schreiben kann, ist augenscheinlich. Durch seine präzisen Beschreibungen, den perfekt strukturierten Plot und den gut angelegten Charakteren habe ich mich in das Hollywood der 1920er Jahre zurückversetzt gefühlt. In eine Zeit, in der nicht nur die Herstellung, der Vertrieb und Verkauf von Alkohol verboten ist und damit das organisierte Verbrechen fördert, sondern auch in der jede Art von Rauschgift konsumiert wird.

Alles was man über die Traumfabrik, deren Träume hauptsächlich auf Drogenkonsum aller Art, zurückzuführen sind, schon immer geahnt hat, wird hier dargelegt.
Machtgier, Korruption bei Polizei und Staatsanwaltschaft, Seilschaften und Verwicklungen in die Unterwelt – alles spielt hier eine große Rolle. Mitten drin, Hardy Engel, der beinahe alles verliert. Hardy erinnert ein wenig an Raymond Chandlers „Philipp Marlowe“, dem ebenso melancholischen wie moralischen Privatdetektiv, was aber der Spannung keinen Abbruch tut. Diese Ermittler sind in den letzten Jahren nicht allzu häufig anzutreffen gewesen.

Der Schreibstil ist flüssig, spannend und es kommt keine Minute Langeweile auf. Weigold legt gekonnt Spuren, verwirft sie im Handumdrehen wieder, um Hardy Engel auf eine andere (falsche) Fährte zu locken.

Wir erleben die Geschichte aus Hardys Sicht, zwanzig Jahre nach den Ereignissen. Immer wieder flicht der Autor Anmerkungen ein wie „damals war die Straße noch nicht gepflastert“

Auch die hochwertige Aufmachung des Buches passt perfekt in die Zeit. Fast ausschließlich in schwarz gehalten, strahlen nur die Scheinwerfer in den Nachthimmel. Ein wenig Gold lässt uns an die „Goldenen Zwanziger Jahre“ erinnern, die gar so golden gar nicht waren.

Auch der Titel ist eine schöne Metapher: Man kann ihn als völlig neutralen Satz interpretieren. Ein Mann spielt eben in einem Spiel, Theaterstück oder Film nicht mit. Punkt.
Oder aber, ein Mann entzieht sich dieser intriganten Machtspiele.

Fazit:

Mit Hardy Engel hat Christof Weigold eine charismatische Figur geschaffen, die auf weitere Fälle hoffen lässt. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.