Morbidly Yours ist eine Rom-Com, die mich von Anfang an mit ihrer originellen Idee begeistert hat. Statt der typischen Liebesgeschichte in einer Großstadt geht es hier um ein ganz besonderes Setting: Eine ...
Morbidly Yours ist eine Rom-Com, die mich von Anfang an mit ihrer originellen Idee begeistert hat. Statt der typischen Liebesgeschichte in einer Großstadt geht es hier um ein ganz besonderes Setting: Eine Animationsdesignerin trifft in Irland auf einen Bestatter, schon das allein macht neugierig und hebt das Buch von vielen anderen Geschichten ab.
Perspektiven
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, wodurch man beide Hauptfiguren sehr gut kennenlernen kann. Das verleiht der Handlung Tiefe und macht die Dynamik zwischen den beiden lebendiger und nachvollziehbarer.
Figuren & Nebencharaktere
Die beiden Hauptfiguren haben mir ausgesprochen gut gefallen. Lark zieht vorrübergehend nach Irland , um neu anzufangen, während Callum mit der eigenen Familiengeschichte und beruflichen Zukunft hadert. Zwischen ihnen entsteht eine Chemie, die humorvoll, herzlich, intensiv und auch spicy ist. Auch die Nebenfiguren sind charmant und fügen sich gut in die Geschichte ein. Besonders hervorheben möchte ich den Umgang mit stottern: Eine der Figuren erzählt in ihrer eigenen Perspektive davon und reflektiert, wie prägend das bereits in der Kindheit war. Der Love Interest hingegen kommentiert es nie, es wird einfach hingenommen und akzeptiert, ohne daraus ein Gesprächsthema oder Problem zu machen. Das wirkt sehr sensibel und authentisch.
Eindruck & Fazit
Während mich der Anfang sehr begeistert hat und ich oft lachen musste, hat das Buch gegen Ende etwas an Spannung verloren. Der Ausgang war vorhersehbar, und dadurch fiel es mir schwerer, dranzubleiben. Ich habe die letzten Kapitel sogar etwas vor mir hergeschoben. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Geschichte in einem Rutsch gelesen noch besser wirken würde und durchaus das Potenzial für eine höhere Bewertung hat. Insgesamt bleibt Morbidly Yours für mich eine sehr originelle und charmante Rom-Com, die sich durch ihr Setting deutlich von anderen Büchern abhebt.
Kira Krohs Schreibstil ist, wie gewohnt, sehr locker, leicht und angenehm zu lesen. Das Buch wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt, nämlich aus der Sicht von Jude und ...
Schreibstil und Erzählperspektive
Kira Krohs Schreibstil ist, wie gewohnt, sehr locker, leicht und angenehm zu lesen. Das Buch wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt, nämlich aus der Sicht von Jude und James. Diese Doppelperspektive hat mir besonders gut gefallen, weil man so tiefer in die inneren Gedanken und Gefühle der beiden Figuren eintauchen konnte.
Interessant fand ich, dass der Fokus nach meinem Gefühl, stärker auf James’ Perspektive lag, was in diesem Genre eher ungewöhnlich ist. Oft bekommt die weibliche Protagonistin mehr Raum, aber hier gab es viele längere Passagen aus seiner Sicht, das empfand ich als erfrischend und abwechslungsreich.
Atmosphäre und Setting
Die Geschichte spielt in einer kleinen englischen Stadt, hauptsächlich im Café, das James führt. Dieses Setting mochte ich sehr, es war gemütlich, charmant und hat perfekt zu diesem „Small Town Romance“-Gefühl gepasst. Ich hätte mir sogar gewünscht, dass die Gemeinschaft in dieser Kleinstadt noch etwas stärker beleuchtet wird. Trotzdem war die Atmosphäre insgesamt sehr stimmungsvoll und hat Spaß gemacht.
Figuren und Charakterentwicklung
Jude ist für mich eine der spannendsten Protagonistinnen, die ich seit Langem gelesen habe. Sie ist laut, direkt, chaotisch, herzlich und dabei unglaublich vielschichtig. Ich hatte das Gefühl, dass sie möglicherweise ADHS hat, was zwar nur angedeutet, aber sehr authentisch umgesetzt wurde. Ihre humorvolle, manchmal etwas verpeilte Art macht sie menschlich und sympathisch.
James hingegen war für mich anfangs schwieriger zu greifen. In der ersten Hälfte des Buchs konnte ich mich kaum mit ihm identifizieren. Seine Denkweise und die Art, wie er über andere – besonders über Jude – spricht, hat mir teilweise nicht gefallen. Erst im Verlauf des Buchs, als die Dynamik zwischen ihm und Jude stärker wurde, hat er für mich eine glaubhafte Entwicklung durchgemacht. Diese Wandlung war nachvollziehbar und hat mir gefallen, auch wenn mir seine sehr stark sexualisierten Gedanken manchmal „too much“ waren.
Handlung und Themen
Das Buch behandelt viele Themen: Familiendrama, Öffentlichkeit, Mobbing, Trauma, Bindungsängste, Selbstakzeptanz und das Loslassen alter Muster. Besonders stark fand ich die Auseinandersetzung mit der Frage, wie man damit umgeht, „zu viel“ zu sein – zu laut, zu direkt, zu auffällig.
Der Einstieg gelang mir gut, aber die Handlung entwickelt sich eher langsam. Das erste Drittel zieht sich etwas, im zweiten Drittel kommt etwas Bewegung hinein, und das letzte Drittel hat mich dann wirklich überzeugt. Hier stimmt die Dynamik, der Humor zündet richtig, und man merkt, wie sich die Figuren emotional öffnen.
Das Ende war niedlich und zufriedenstellend, auch wenn mir eine kleine Szene mit einer Nebenfigur zur Aufklärung gefehlt hat. Möglicherweise wird das in einem Folgeband aufgegriffen.
Dynamik und Humor
Die Chemie zwischen Jude und James ist das Herzstück des Buchs. Ihr Zusammenspiel ist lebendig, voller Witz und Charme. Besonders die humorvollen Schlagabtausche, die flirtenden Neckereien und die ironischen Dialoge waren großartig. Ich musste beim hören, mehrfach laut lachen, was mir bei einem Buch selten passiert.
Toll fand ich auch, wie Jude selbstbewusst mit Humor umgeht, manchmal auch mit einem leicht sexuell gefärbten Witz, der die Szenen nicht platt, sondern einfach menschlich wirken lässt. Diese Mischung aus Humor, Emotion und Selbstironie war für mich das absolute Highlight des Romans.
Hörbuch-Umsetzung
Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Die beiden Sprecher waren hervorragend gewählt und haben den Figuren Leben eingehaucht. Besonders der Sprecher von James hat mich beeindruckt, seine Stimme ist angenehm, ausdrucksstark und transportiert Emotionen glaubwürdig. Er hat mit viel Gefühl gelesen, teils fast wie in einem kleinen Hörspiel: mit verschiedenen Tonlagen, Betonungen und kleinen stimmlichen Details, wenn jemand z. B. etwas im Mund hatte oder genervt sprach. Dadurch wirkte das Hörbuch sehr lebendig und hat mir oft ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Die Sprecherin von Jude war ebenfalls sehr gut, auch wenn der männliche Sprecher für mich am Ende etwas mehr herausstach, insbesondere in den emotionalen oder romantischen Szenen.
Ein kleiner Kritikpunkt: Manchmal fiel es mir schwer zu unterscheiden, ob gerade ein innerer Monolog oder ein gesprochener Dialog wiedergegeben wurde. Da hätte eine etwas klarere Betonung oder ein akustischer Übergang geholfen. Trotzdem insgesamt eine wirklich gelungene Hörbuchproduktion, die den Humor und die Dynamik des Buches hervorragend transportiert.
Fazit
The Pumpkin Spice Latte Disaster ist eine charmante, humorvolle und emotionale Rom-Com, die mit einer ungewöhnlich facettenreichen Protagonistin und vielen kleinen, authentischen Momenten überzeugt.
Zwar war der Anfang etwas zäh, und manche Entwicklungen hätten noch runder sein können, doch der Humor, die Charaktertiefe und die tolle Hörbuchumsetzung machen das mehr als wett.
Kira Krohs Schreibstil ist, wie gewohnt, sehr locker, leicht und angenehm zu lesen. Das Buch wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt, nämlich aus der Sicht von Jude und ...
Schreibstil und Erzählperspektive
Kira Krohs Schreibstil ist, wie gewohnt, sehr locker, leicht und angenehm zu lesen. Das Buch wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt, nämlich aus der Sicht von Jude und James. Diese Doppelperspektive hat mir besonders gut gefallen, weil man so tiefer in die inneren Gedanken und Gefühle der beiden Figuren eintauchen konnte.
Interessant fand ich, dass der Fokus nach meinem Gefühl, stärker auf James’ Perspektive lag, was in diesem Genre eher ungewöhnlich ist. Oft bekommt die weibliche Protagonistin mehr Raum, aber hier gab es viele längere Passagen aus seiner Sicht, das empfand ich als erfrischend und abwechslungsreich.
Atmosphäre und Setting
Die Geschichte spielt in einer kleinen englischen Stadt, hauptsächlich im Café, das James führt. Dieses Setting mochte ich sehr, es war gemütlich, charmant und hat perfekt zu diesem „Small Town Romance“-Gefühl gepasst. Ich hätte mir sogar gewünscht, dass die Gemeinschaft in dieser Kleinstadt noch etwas stärker beleuchtet wird. Trotzdem war die Atmosphäre insgesamt sehr stimmungsvoll und hat Spaß gemacht.
Figuren und Charakterentwicklung
Jude ist für mich eine der spannendsten Protagonistinnen, die ich seit Langem gelesen habe. Sie ist laut, direkt, chaotisch, herzlich und dabei unglaublich vielschichtig. Ich hatte das Gefühl, dass sie möglicherweise ADHS hat, was zwar nur angedeutet, aber sehr authentisch umgesetzt wurde. Ihre humorvolle, manchmal etwas verpeilte Art macht sie menschlich und sympathisch.
James hingegen war für mich anfangs schwieriger zu greifen. In der ersten Hälfte des Buchs konnte ich mich kaum mit ihm identifizieren. Seine Denkweise und die Art, wie er über andere – besonders über Jude – spricht, hat mir teilweise nicht gefallen. Erst im Verlauf des Buchs, als die Dynamik zwischen ihm und Jude stärker wurde, hat er für mich eine glaubhafte Entwicklung durchgemacht. Diese Wandlung war nachvollziehbar und hat mir gefallen, auch wenn mir seine sehr stark sexualisierten Gedanken manchmal „too much“ waren.
Handlung und Themen
Das Buch behandelt viele Themen: Familiendrama, Öffentlichkeit, Mobbing, Trauma, Bindungsängste, Selbstakzeptanz und das Loslassen alter Muster. Besonders stark fand ich die Auseinandersetzung mit der Frage, wie man damit umgeht, „zu viel“ zu sein – zu laut, zu direkt, zu auffällig.
Der Einstieg gelang mir gut, aber die Handlung entwickelt sich eher langsam. Das erste Drittel zieht sich etwas, im zweiten Drittel kommt etwas Bewegung hinein, und das letzte Drittel hat mich dann wirklich überzeugt. Hier stimmt die Dynamik, der Humor zündet richtig, und man merkt, wie sich die Figuren emotional öffnen.
Das Ende war niedlich und zufriedenstellend, auch wenn mir eine kleine Szene mit einer Nebenfigur zur Aufklärung gefehlt hat. Möglicherweise wird das in einem Folgeband aufgegriffen.
Dynamik und Humor
Die Chemie zwischen Jude und James ist das Herzstück des Buchs. Ihr Zusammenspiel ist lebendig, voller Witz und Charme. Besonders die humorvollen Schlagabtausche, die flirtenden Neckereien und die ironischen Dialoge waren großartig. Ich musste beim Lesen , mehrfach laut lachen, was mir bei einem Buch selten passiert.
Toll fand ich auch, wie Jude selbstbewusst mit Humor umgeht, manchmal auch mit einem leicht sexuell gefärbten Witz, der die Szenen nicht platt, sondern einfach menschlich wirken lässt. Diese Mischung aus Humor, Emotion und Selbstironie war für mich das absolute Highlight des Romans.
Fazit
The Pumpkin Spice Latte Disaster ist eine charmante, humorvolle und emotionale Rom-Com, die mit einer ungewöhnlich facettenreichen Protagonistin und vielen kleinen, authentischen Momenten überzeugt.
Zwar war der Anfang etwas zäh, und manche Entwicklungen hätten noch runder sein können, doch der Humor, die Charaktertiefe machen das mehr als wett.
Der Einstieg in Nightblood Prince fiel mir zunächst etwas schwer. Zwar passiert von Anfang an etwas und man wird direkt in Feis Welt hineingeworfen, doch es hat ein wenig gedauert, bis ich wirklich in ...
Der Einstieg in Nightblood Prince fiel mir zunächst etwas schwer. Zwar passiert von Anfang an etwas und man wird direkt in Feis Welt hineingeworfen, doch es hat ein wenig gedauert, bis ich wirklich in der Geschichte angekommen bin. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Fei, die durch das Phönixmal auf ihrer Stirn als zukünftige Kaiserin ausersehen ist, ein Zeichen einer alten Prophezeiung. Diese Perspektive hat mir im Verlauf des Buches sehr gut gefallen, da man Fayes Gedanken, Zweifel und innere Konflikte intensiv miterlebt.
Themen & Gesellschaftskritik
Ein Aspekt, der mich wirklich beeindruckt hat, war die Darstellung der Rolle der Frau in dieser Welt und wie Molly X. Chung diese Thematik immer wieder aufgreift. Schon zu Beginn spürt man, wie stark Frauen gesellschaftlichen Erwartungen unterliegen: Sie sollen heiraten, Kinder bekommen, gehorchen. Fei fügt sich anfangs in diese Rolle, weil sie denkt, dass es ihre Pflicht ist, doch mit jedem Kapitel wächst in ihr der Wunsch, selbst zu bestimmen, was sie will und wer sie sein möchte.
Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und wird nicht einfach als Nebenhandlung abgehakt, sondern bleibt konstant präsent. Besonders gefallen hat mir, dass Fei keine „perfekte Rebellin“ ist. Sie hat Zweifel, sie macht Fehler, sie zögert und gerade das macht ihre Entwicklung so nachvollziehbar und realistisch. Die Art, wie die Autorin hier über Selbstbestimmung, Erwartungen und Emanzipation schreibt, fand ich unglaublich stark.
Gerade gegen Ende des Buches wird dieses Thema noch einmal intensiv aufgegriffen, und das hat mir emotional sehr viel gegeben. Es rundet die Geschichte gut ab, zeigt, wie weit sie gekommen ist und öffnet gleichzeitig den Raum für das, was noch kommen könnte. Dieses Ende hat für mich letztlich den Ausschlag gegeben, dem Buch vier Sterne zu geben. Ohne diesen inhaltlichen Tiefgang und den starken Schlussteil wäre meine Bewertung wahrscheinlich niedriger ausgefallen.
Handlung & Welt
Die Geschichte spielt zwischen politischen Intrigen, einem aufziehenden Krieg und moralischen Konflikten, Fei muss herausfinden, wer sie sein will: Kaiserin, Friedensstifterin oder einfach nur sie selbst.
Das Fantasy-Setting bleibt dabei zurückhaltend. Es gibt seherische Fähigkeiten, eine magische Kreatur, doch sie überlagern nie die eigentliche Handlung. Stattdessen steht die politische und emotionale Ebene im Vordergrund: Loyalität, Pflichtgefühl, Verrat und das Streben nach Gerechtigkeit.
Die Handlung erstreckt sich über etwa anderthalb Jahre, genug Zeit, um die Charaktere wachsen zu sehen, ohne dass sich die Geschichte zieht. Besonders gut fand ich, dass es kein klassisches „Fantasy-Finale“ mit großem Showdown gibt. Stattdessen endet das Buch eher auf einer ruhigeren, aber intensiven Note, die neugierig macht, wie Fayes Weg im nächsten Teil weitergehen könnte.
Charaktere & Dynamiken
Fei ist eine sehr glaubwürdige Protagonistin. Was ich besonders mochte, ist ihre realistische Darstellung: Sie ist keine unbesiegbare Heldin, keine Kriegerin, die plötzlich alles kann. In Kampfsituationen wirkt sie authentisch, sie kämpft, aber sie ist nicht perfekt. Es gibt Zufälle, Rückschläge und Momente, in denen sie scheitert, und genau das macht sie greifbar und sympathisch.
Das Liebesdreieck ist deutlich spürbar, aber nie übertrieben. Die Autorin setzt hier auf emotionale, subtile Momente statt auf übermäßig romantische oder explizite Szenen. Dadurch bleibt der Fokus klar auf Fayes Entwicklung und den Konflikten, die sie innerlich und politisch austrägt.
Ebenfalls schade fand ich, dass die Nebencharaktere und Familienmitglieder etwas blass blieben. Ich konnte keine wirkliche emotionale Bindung zu ihnen aufbauen, was der Geschichte an manchen Stellen Tiefe genommen hat. Gerade im Hörbuch hatte ich Schwierigkeiten, die vielen Namen auseinanderzuhalten, vor allem, weil sie sich teilweise ähneln und die Figuren nicht oft genug auftauchen, um im Gedächtnis zu bleiben. Hilfreich war allerdings, dass die Autorin oft kleine visuelle Hinweise einstreut (z. B. helle oder dunkle Kleidung), um Orientierung zu schaffen. Trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe und Wiedererkennungswert gewünscht.
Fazit
Nightblood Prince ist kein typisches High-Fantasy-Abenteuer mit großen Schlachten oder epischem Magiesystem. Es ist vielmehr eine charakterzentrierte Geschichte über Identität, Pflicht und Freiheit, die in einem spannenden politischen und gesellschaftlichen Kontext spielt.
Besonders hervorheben möchte ich, wie gut es der Autorin gelingt, Feis innere Zerrissenheit und ihren Kampf gegen alte Rollenbilder zu zeichnen. Die Thematik der Frauenrolle, was eine Frau darf, was von ihr erwartet wird und wie sie sich selbst darin findet, verleiht der Geschichte eine Tiefe, die mich sehr berührt hat.
Auch wenn mich die vielen Namen und die eher blassen Nebenfiguren etwas aus dem Lesefluss gebracht haben, konnte mich das Buch insgesamt überzeugen. Das Ende hat mich positiv überrascht, weil es das zentrale Thema noch einmal stark aufgreift und gleichzeitig Neugierde auf einen zweiten Teil weckt.
Der Einstieg in Heart of Night and Fire hat mir sehr gut gefallen. Schon von Beginn an war ich neugierig darauf, was es mit der Protagonistin und der Welt auf sich hat.
Schreibstil und Atmosphäre
Das ...
Der Einstieg in Heart of Night and Fire hat mir sehr gut gefallen. Schon von Beginn an war ich neugierig darauf, was es mit der Protagonistin und der Welt auf sich hat.
Schreibstil und Atmosphäre
Das Buch wird aus einer allwissenden Erzählperspektive erzählt, was ich zunächst etwas schade fand, da ich eher ein Fan davon bin, direkt in die Gedanken und Gefühle der Figuren einzutauchen. Trotzdem hat mich die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen, und besonders Zaryas Situation zu Beginn, ihr isoliertes Leben und die Umstände, unter denen sie aufwächst, fand ich interessant. Nisha J. Tuli schafft eine tolle Atmosphäre, die von Anfang an ein Gefühl von Mysterium und Magie vermittelt
Welt und Magiesystem
Das Worldbuilding gehört für mich zu den größten Stärken des Buches. Die Welt ist stark von der indischen Kultur und Mythologie inspiriert, was ihr ein besonderes Flair verleiht. Die vielen kulturellen und sprachlichen Details, von Wesen über Rassen bis hin zu Kleidungsstücken, machen die Welt lebendig und individuell.
Allerdings war es manchmal schwierig, den Überblick über die vielen Namen und Begriffe zu behalten. Hier hätte ich mir ein Glossar gewünscht (ich habe das Hörbuch gehört und weiß daher nicht, ob es im Buch eines gibt). Trotzdem hat mich die Atmosphäre sehr in den Bann gezogen.
Auch das Magiesystem hat mir gut gefallen. Es wird Stück für Stück enthüllt, was die Neugier hochhält. Zwar ist es nicht völlig neu oder außergewöhnlich, aber in Kombination mit dem kulturellen Hintergrund wirkt es frisch und spannend. Ich möchte unbedingt mehr über diese Welt erfahren und freue mich darauf, weiterzulesen.
Figuren und Dynamiken
Zarya als Hauptfigur hat mir grundsätzlich gut gefallen. Ihr innerer Konflikt und das, womit sie zu kämpfen hat, sind spannend angelegt. Allerdings fand ich manche ihrer Reaktionen und Entscheidungen nicht immer ganz nachvollziehbar, gerade weil sie ihr ganzes Leben in Isolation verbracht hat. Ihre Entwicklung hätte für mich teilweise stärkere Konsequenzen haben dürfen.
Dafür haben mir die Nebenfiguren umso besser gefallen. Es gibt drei bis vier zentrale Figuren, die der Handlung Tiefe verleihen und mit denen sich interessante Dynamiken entwickeln. Diese Beziehungen fand ich besonders gelungen, da sie nicht oberflächlich wirken, sondern echtes Interesse wecken.
Handlung
Die Handlung entwickelt sich eher langsam. Zu Beginn erfahren wir, dass es in der Welt eine Seuche gibt und dass Zarya von ihrem Ziehvater festgehalten wird, um sie zu schützen. Als er verschwindet, nutzt sie die Gelegenheit zur Flucht und damit beginnt ihre Reise.
Die Geschichte hat für mich ganz klar den Charakter eines Auftaktsbandes: Sie stellt die Welt, die Figuren und die zentralen Konflikte vor, ohne allzu viel Action zu bieten. Es gibt kleinere Enthüllungen, die das Interesse aufrechterhalten, aber insgesamt bleibt das Tempo gemächlich. Einige Wendungen waren vorhersehbar, trotzdem wollte ich wissen, wie die Figuren damit umgehen.
Romantik und Ton
Positiv hervorheben möchte ich den Slowburn-Ansatz. Die Romantik bleibt hier ganz klar im Hintergrund. Es gibt nur zwei romantische Szenen keine expliziten Darstellungen. Das fand ich sehr angenehm, weil der Fokus klar auf der Welt, dem Magiesystem und Zaryas persönlicher Entwicklung liegt. Man weiß auch noch gar nicht genau, in welche Richtung sich die Romantik entwickeln wird oder wer letztlich als Love Interest in Frage kommt, was die Geschichte zusätzlich spannend macht.
Zwar wird das Buch häufig als Romantasy mit viel Spannung und Spice vermarktet, doch dieser Band legt eindeutig mehr Wert auf den Aufbau der Welt und weniger auf die Liebesgeschichte, was mir gut gefallen hat.
Kritikpunkte
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass Zaryas Verhalten manchmal nicht ganz glaubwürdig war, gerade in Bezug auf ihre lange Isolation. Auch hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Konsequenz oder emotionale Tiefe gewünscht. Außerdem fand ich es leicht irritierend, dass sie ihre Bücher als „Romance-Bücher“ bezeichnet, das klang für mich ein wenig unpassend im deutschen Sprachgebrauch.
Fazit
Heart of Night and Fire ist ein atmosphärischer Auftakt mit einer faszinierenden, mythologisch inspirierten Welt, interessanten Nebenfiguren und einer gelungenen Balance zwischen Magie, Spannung und Romantik. Obwohl die Handlung eher ruhig verläuft und manche Entwicklungen vorhersehbar sind, hat mich das Buch durch seinen besonderen Charme überzeugt.
Ich freue mich sehr auf den nächsten Band und darauf, noch tiefer in Zaryas Welt einzutauchen.