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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2025

Beeindruckend

Die Knef
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Hildegard Knef (*1925) war als Schauspielerin, Sängerin und Autorin sehr erfolgreich. Dieses Buch schildert ihr Leben als Bildergeschichte in Form künstlerischer Comics. Zahlreiche Zitate sind eingebaut.
Hier ...

Hildegard Knef (*1925) war als Schauspielerin, Sängerin und Autorin sehr erfolgreich. Dieses Buch schildert ihr Leben als Bildergeschichte in Form künstlerischer Comics. Zahlreiche Zitate sind eingebaut.
Hier werden die emotionalsten Momente aus dem Leben der Knef künstlerisch dargestellt. Die Zeichnungen deuten die Personen nur an, im Mittelpunkt stehen Erlebnisse und Emotionen. Es ist hilfreich, dass die wichtigsten Personen am Anfang schon gezeigt und vorgestellt werden.
Die Darstellung folgt der Chronologie. Der Schwerpunkt auf Knefs Gefühlswelt wird der Künstlerin gerecht. Die Bilder zeigen ihre Wahrnehmung und deuten Konflikte an. Sie ist eine sehr selbstständige Persönlichkeit, aber das gesteht man Frauen in der Nachkriegszeit nicht zu. Dennoch hat sie Erfolg in der Rolle als „moderne, unabhängige Frau“. Und später auch als Sängerin und mit eigenen Liedern.
Das Buch ist auch handwerklich richtig schön: Ein fester Einband, ein großes Format und dickes Papier, das sich gut anfühlt. Comic ist heute eine eigene Kunstform. Dies ist ein beeindruckendes Beispiel.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Düstere Familiengeschichte

Das Nest
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Fran lebt mit ihrer Familie an der englischen Küste und vermietet Ferienheime an Touristen. Ihr Sohn Bruno und ihre Nichte Sadie gehen gemeinsam zur Schule im Ort. Frans Schwester und der alkoholsüchtige ...

Fran lebt mit ihrer Familie an der englischen Küste und vermietet Ferienheime an Touristen. Ihr Sohn Bruno und ihre Nichte Sadie gehen gemeinsam zur Schule im Ort. Frans Schwester und der alkoholsüchtige Schwager leben ebenfalls hier. Eine Gruppe Roma lässt sich auf einem Nachbargrundstück nieder. Einer von ihnen, Tad, erzählt im Wechsel mit Fran die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Dadurch erhalten wir einerseits einen tiefen Einblick in das jeweilige Lebensgefühl als auch den Blick von außen.
Die Atmosphäre ist sehr dicht, aber die Handlung recht undurchsichtig. Tote Vögel werden gefunden, dann auch ein toter Mensch. Die Stimmung ist gedrückt, die Menschen wirken belastet ohne dass man genau weiß, warum. Das Vogelnest am Strand, das Fran immer wieder besucht, ist ein Highlight in einem tristen Leben ohne Höhepunkte. Auch Fran erscheint merkwürdig haltlos. Ihre Schwester ist distanziert, der Schwager verschwindet ganz, für ein paar Tage. Sohn und Kusine freunden sich an, was niemand wirklich gerne zu sehen scheint. Die Roma scheinen es leichter zu haben, mit einander und mit ihrem Dasein.
Die Auflösung ist überraschend, das Ende grausam.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Abenteuerlich

Tage einer Hexe
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Kosara ist eine Hexe. An den „schmutzigen“ Tagen zwischen Neujahr und dem 12. Januar sind in ihrer Stadt die Monster los. Für Hexen wie sie bedeutet das jede Menge Arbeit, um sich und andere zu schützen. ...

Kosara ist eine Hexe. An den „schmutzigen“ Tagen zwischen Neujahr und dem 12. Januar sind in ihrer Stadt die Monster los. Für Hexen wie sie bedeutet das jede Menge Arbeit, um sich und andere zu schützen. Die Monster entstammen dem osteuropäischen Kulturraum und sind bei uns weitgehend unbekannt, ebenso wie die Fähigkeiten der Hexe. Das macht diese Fantasy-Welt besonders fremd.
Kosara muss sich ihrem größten Feind stellen: dem Mann, den sie liebte und der sie fast zerstört hat. Sie gewinnt dabei überraschend einen Verbündeten, der seinerseits voller Rätsel ist und sie auf einer wilden Reise über Friedhöfe, durch den Palast des Bösen und schließlich durch eine Mauer hindurch begleitet.
Kosara ist eine starke Frau. Sie ist verletzlich, voller Selbstzweifel, und sie besitzt einen erfrischenden Sarkasmus. So kann man sich leicht in sie hineinversetzen. Mit Kosara erleben wir Abenteuer in einer fast unbekannten Welt, voller überraschender Wendungen und fremdartiger Wesen. Das ist sehr spannende, abenteuerliche Fantasy, wie man sie bisher kaum gelesen hat.
Es gibt eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Inspirierend

Sonnenaufgang Nr. 5
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Eine alte Filmdiva möchte eine Autobiografie schreiben und engagiert den Ghostwriter Jonas. Er schreibt mit, doch er erfährt Dinge aus ihrer Vergangenheit, die ganz andere Geschichten erzählen. Das wirft ...

Eine alte Filmdiva möchte eine Autobiografie schreiben und engagiert den Ghostwriter Jonas. Er schreibt mit, doch er erfährt Dinge aus ihrer Vergangenheit, die ganz andere Geschichten erzählen. Das wirft Fragen auf danach, was eigentlich wahr ist. Und Fragen danach, wie wir mit Erinnerungen umgehen wollen, insbesondere mit solchen, die uns belasten. Ein spannendes Thema! Der Autor ist bereits mit dem „Buchspazierer“ bekannt geworden.
Die Geschichte ist flüssig erzählt, das Lesen macht Freude. Stella, die Filmdiva, ist in ihrer Arroganz und Verletzlichkeit sehr überzeugend. Das wird noch dadurch getoppt, dass wir immer wieder auf ihre Fans treffen. Für Jonas ist dies der erste Auftrag. Er wird nicht zum Fan, sondern kommt ihr persönlich nahe, gerade weil er auch andere Seiten ihrer Lebensgeschichte erfährt. Doch Stella hat ihn und ihre Erinnerungen jederzeit fest im Griff, solange bis sie die Zusammenarbeit beendet und Jonas entlässt. Ob es zum Schluss zu einem Buch kommt, sei hier nicht verraten.
Ein Anstoß, auch über eigene Erinnerungen einmal neu nachzudenken.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Witzig

Frau Morgenstern und die Offenbarung
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Violetta Morgenstern und Miguel Schlunegger sind Auftragskiller im Namen des Schweizer Staates. In ihrem siebenten Abenteuer bekommen sie es mit einer altägyptischen Mumie zu tun, die ein gefährliches ...

Violetta Morgenstern und Miguel Schlunegger sind Auftragskiller im Namen des Schweizer Staates. In ihrem siebenten Abenteuer bekommen sie es mit einer altägyptischen Mumie zu tun, die ein gefährliches Geheimnis aufdeckt. Der neue Auftrag: Elf Personen töten.
Dies ist eine absolut schräge und wunderbar verrückte Geschichte. Die Charaktere passen prima in das Setting, sie sind sowohl glaubwürdig als auch irre. Ein plötzlich ererbtes Paar fünfjähriger Zwillinge macht das Chaos noch spaßiger. Die Sprache ist ein besonderes Vergnügen, voll orgineller Formulierungen und neuer Wörter. Ein echter Lesespaß, auch ohne die Kenntnisse aus den voran gegangenen Büchern.

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