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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2025

Düster und anders, als erwartet

All the Other Mothers Hate Me
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Das Ex-Partygirl Florence lebt pleite und alleinerziehend mit Sohn Dylon in London. Dylon ist ihr ein und alles. Als der gleichalte Alfie, Erbe eines Tiefkühlimperiums, spurlos verschwindet, gerät Dylon ...

Das Ex-Partygirl Florence lebt pleite und alleinerziehend mit Sohn Dylon in London. Dylon ist ihr ein und alles. Als der gleichalte Alfie, Erbe eines Tiefkühlimperiums, spurlos verschwindet, gerät Dylon unter Verdacht. Florence muß seinen Namen reinmwaschen, um ihn nicht zu verlieren. Jedoch glaubt sie selbst nicht ganz an seine Unschuld.

Sarah Harman hat mit "All the other mothers hate me" einen schwarzhumorigen Krimi geschrieben. Mit Florence hatte ich zunächst ein paar Probleme, sie handelte oft sehr oberflächlich und nicht so, wie man sich eine Mutter vorstellt. Chaos ist bei ihr vorprogrammiert. Dabei gibt sie für ihren Sohn alles und kämpft um ihn. Die Autorin schreibt mit einer gehörigen Prise schwarzem Humor, der Spaß bereitet. Spannend wird das Buch jedoch leider erst zum Ende hin, bis ca. zur Hälfte hin muß man einfach durchhalten. Es lohnt auf jeden Fall. Für mich befindet sich dieses Buch irgendwie genau zwischen Jugendkrimi und Erwachsenenkrimi. Man kann es schwer einordnen. Deshalb empfehle ich es für jede Altersgruppe!

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Das gewisse Etwas fehlte

Das Baumhaus
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Henrik und Nora fahren mit ihrem 5jährigen Sohn Fynn nach Västernorrland. Die verlassene Ferienhütte von Henriks Vater umgibt jedoch eine düstere und bedrohliche Atmosphäre. Sie finden Fußabdrücke im Haus, ...

Henrik und Nora fahren mit ihrem 5jährigen Sohn Fynn nach Västernorrland. Die verlassene Ferienhütte von Henriks Vater umgibt jedoch eine düstere und bedrohliche Atmosphäre. Sie finden Fußabdrücke im Haus, ein Mann taucht am angrenzenden Waldrand auf. Henrik versucht daraus Inspirationen für sein neues Kinderbuch zu ziehen, während Nora alles daran setzt, die Idylle zu retten - und für Wiedergutmachung zu erlangen, was niemand erfahren darf. Zeitgleich findet Rosa Lundqvist bei nächtlichen Grabungen ein Kinderskelett. Als Fynn in der Nähe des Fundortes spurlos verschwindet, wird sie zur Beraterin der Polizei. Dabei kommt sie einem dunklen Geheimnis auf die Spur.

"Das Baumhaus" ist das zweite Buch von Vera Buck. Leider fehlte hier das gewisse Etwas, so daß es etwas hinter dem Nachfolgebuch "Der dunkle Sommer" zurückbleibt. Trotzdem habe ich auch dieses Buch mit Spannung gelesen. Vera Buck erzählt diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Dadurch bekommt man viele Einblicke in das Geschehen, welches zum Teil Gänsehaut bereitet. Geschickt verwickelt die Autorin ihre Geschichte so, daß man viele Verdächtige bekommt und nicht weiß, wem man nun letzlich trauen kann. Ihre Charaktere hat sie so ausgearbeitet, daß jeder sein Päckchen zu tragen hat und versucht, ein Geheimnis zu bewahren. Ihre Handlungsweisen konnte ich jedoch oft nicht nachvollziehen, so daß ich keinen Bezug zu ihnen finden konnte. Vera Buck glänzt auch hier wieder mit ihrem sehr flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil, der es dem Leser wiederum leicht macht, der Handlung zu folgen. Trotz der kleinen Kritikpunkte kann ich dieses Buch sehr empfehlen!

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Urlaubskrimi

Harpunentod: Frau Scholles Gespür für Mord
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Gabriele Scholle reist mit ihrer Hündin Dolores nach Amrum. Dort trifft sie auf das erste Urlaubshindernis: Ihr Vermieter dachte, Dolores wäre ein Mensch. Hunde sind in seiner Ferienwohnung nicht erlaubt. ...

Gabriele Scholle reist mit ihrer Hündin Dolores nach Amrum. Dort trifft sie auf das erste Urlaubshindernis: Ihr Vermieter dachte, Dolores wäre ein Mensch. Hunde sind in seiner Ferienwohnung nicht erlaubt. Doch für Dolores macht er nach einigem zögern eine Ausnahme. Beim abendlichen Spaziergang wird ihr Urlaub dann erneut gestört. Sie findet eine Leiche! Ein Mann sitzt in einem Ruderboot, durchbohrt von einer Harpune. Als Sekretärin bei der Kriminalpolizei kennt sie sich aus und beginnt eigene Ermittlungen. Schließlich hält man sie ja auf der Insel sowieso für eine Kommissarin!

"Harpunentod" ist der erste Fall auf Amrum für Gaby Scholle und Dolores. Sophie Tammen hat mit diesem Krimi eine tolle Strandkorblektüre geschaffen. Sie beschreibt Amrum und die Nordsee so liebevoll, daß man hier wirklich Urlaubsfeeling bekommt. Ihre Charaktere sind ebenso liebevoll beschrieben. Gaby hatte sofort mein Herz erobert, auch wenn ich es nicht so gut fand, daß sie das Missverständnis über ihren Beruf nicht sofort aufgeklärt hat und dies ausnutzt. Auch ihr ständiges "Schatz", wenn sie mit ihrem Hund sprach, war ein wenig nervig. Mein wahrer Lieblingscharakter war jedoch Frerk Behrendsen, von Gaby Käptn Ahab genannt. Ich mochte seine norddeutsche, zunächst distanzierte Art und sein auftauen im Laufe der Handlung. Sophie Tammen hat hier einen Krimi geschrieben, der eher ruhig daherkommt und nicht gerade vor Spannung übersprudelt. Man liest hier sehr entspannt, rätselt zwar mit, aber ist nicht richtig gefesselt. Trotzdem macht dieser Krimi aufgrund seines leicht lesbaren Textes, der sympathischen Charaktere und des wunderschönen Handlungsschauplatzes sehr viel Spaß!

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Eine eindrucksvolle Reise durch Norwegen

Das Polarlichtcafé
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Als Jule mit ihrem Vater Andreas das Haus ihrer verstorbenen Großmutter ausräumt, findet sie in einem Versteck alte Aufzeichnungen ihres schon lange verstorbenen Großvaters über eine Norwegenreise, die ...

Als Jule mit ihrem Vater Andreas das Haus ihrer verstorbenen Großmutter ausräumt, findet sie in einem Versteck alte Aufzeichnungen ihres schon lange verstorbenen Großvaters über eine Norwegenreise, die er als junger Mann gemacht hat. Es geht daraus hervor, daß ihr Opa Rainer 1961 für einen DDR- Verlag als Reisejournalist tätig war und mit einer Sondererlaubnis ins Ausland reisen durfte. Er hat damals mit einem Postschiff die Küste Norwegens bereist. Um zu verstehen, warum ihr Großvater die Reise geheim gehalten hat, begibt sich Jule auf Spurensuche. Sie macht genau die gleiche Reise. Kurz bevor sie entmutigt nach Hause fahren will, wird sie im hohen Norden am Polarkreis auf ein kleines Café aufmerksam. Das wird von Inga und ihrer Tochter Kirsti geführt. Was sie Jule von einem jungen Deutschen erzählen, der vor langer Zeit dort war, wirft ein ganz neues Licht auf das Leben ihres Großvaters.

Christine Kabus ist eine ausgewiesene Spezialistin für Norwegenromane. Ihr neuer Roman "Das Polarlichtcafé" fügt sich daran an. Sie beschreibt darin die Landschaft Norwegens und die imposanten Gebäude der Hauptstadt mit großer Begeisterung. Da entsteht natürlich immer die Gefahr, daß diese Beschreibungen etwas zu langatmig ausufern. Diesen Eindruck hatte ich bei der Geschichte leider auch. Doch diesmal beschäftigt Christine Kabus sich auch mit dem DDR- Regime und mit den Menschen, die darunter zu leiden hatten. Ich finde es wichtig, daß die Erinnerung daran wach gehalten wird. Mit welchen Mitteln die Regierung die Menschen unter Druck gesetzt hat, wird im Roman drastisch beschrieben. Man spürt, wie hilflos sie waren und kommt nicht umhin, sich zu fragen, ob man wirklich mutiger gehandelt hätte. Dieser Roman erzählt eine Geschichte aus der jüngsten Vergangenheit - ist deshalb aber nicht weniger interessant.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Sehr gute Fortsetzung

Toskanische Intrigen
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In der Nähe von Volterra soll ein junges Ensemble "Romeo und Julia" aufführen. Dann der große Schock: Der Hauptdarsteller Daria bricht vor der Premiere tot zusammen. Kommissar Scotti steht vor einem Rätsel, ...

In der Nähe von Volterra soll ein junges Ensemble "Romeo und Julia" aufführen. Dann der große Schock: Der Hauptdarsteller Daria bricht vor der Premiere tot zusammen. Kommissar Scotti steht vor einem Rätsel, denn in dem Flakon, aus dem Daria zuvor getrunken hat, befinden sich Reste von Zyankali und auch in Darias Körper wird das Gift nachgewiesen. Es soll nicht bei diesem einen Mord bleiben - selbst Scotti schwebt in großer Gefahr!

Toskanische Intrigen" ist der zweite Fall für Kommissar Scotti. Beide Bände der Serie können jedoch problemlos unabhängig voneinander gelesen werden. Antonello Rossi schafft es so zu schreiben, daß man nie das Gefühl hat, etwas Wichtiges nicht zu wissen. Geschickt läßt er vergangenes einfließen, ohne jedoch den ersten Band zu wiederholen. Dies läßt bei Kennern der Serie wiederum keine Langeweile aufkommen. Kommissar Scotti hat hier nichts von seiner liebenswürdigen Art eingebüßt. Er zeigt auch hier wieder, daß man auch ohne Hektik ans Ziel kommt und ist gutem Essen und Wein nicht abgeneigt. Trotzdem macht er seinen Job erfolgreich und verbeißt sich förmlich in den Ermittlungen. Der Autor beschreibt Region und Bewohner sehr bildlich und man hat das Gefühl, Teil des ganzen Gefüges zu werden. Mir gefallen Krimiserien mit regionalem Bezug immer sehr, so auch diese Serie von Antonello Rossi!

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