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Veröffentlicht am 27.10.2025

Britischer Cosy Crime - Inspiriert von eigener Lebensgeschichte des Autors

Der Tag, an dem Barbara starb
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Die Szenerie spielt im dörflichen Ambiente bei Machester mit seit Jahrzehnten dort wohnenden Seniorinnen wie die Hauptfigur Margaret Winterbottom, 89, unter Alzheimer leidend neben altersgemäßen Gebrechen. ...

Die Szenerie spielt im dörflichen Ambiente bei Machester mit seit Jahrzehnten dort wohnenden Seniorinnen wie die Hauptfigur Margaret Winterbottom, 89, unter Alzheimer leidend neben altersgemäßen Gebrechen. Ihre liebevollen Erinnerungen und Gedanken schwirren um ihren verstorbenen Gatten Albert, beide im 2. Weltkrieg unter geheimer Mission als Dechiffrierer neben der Chiffriermaschine ENIGMA am Bletchley Park tätig. Ihre hilfsbereite Familie, Nachbarinnen und lebenslangen Freundschaften bilden den gefühlvollen Rahmen rund um Margrets liebevolle Zwiesprache mit Albert. Ihr 15-jähriger Enkel James versucht zusammen mit ihr, nicht nur den geheimnisvollen Mord an ihrer langjährigen, vertrauensvollen Freundin und Nachbarin Barbara aufzuklären und deren wichtigen Auftrag an Margaret um ein lange gehütetes Geheimnis auszuführen. Auch Margrets Geheimnis aus beruflich bedrohlicher Vergangenheit offenbart diese Hauptfigur ihrem jungen Vertrauten in weiser Kenntnis ihrer zunehmenden Vergesslichkeit. Typische Symptome der Alzheimer Erkrankung sind authentisch in diese Arbeit des ungewöhnlichen Ermittlerduos eingeflochten. Während Margaret im Stil von Miss Marple ermittelt, verlässt sich James mehr auf die Fähigkeiten seines Handys im Hinblick auf Fotografieren und Tonaufnahmen als Beweismittel. Im gemächlichen Erzähltempo von Margaret wirbt dieser Roman auch für einen humanen Umgang mit Senioren, abseits von stupiden Altersheimen, hin zu behütendem Ambiente in gewohnter Umgebung, was in der Realität leider nicht immer machbar ist.
Leise aufbauende Spannung und Dynamik mit Twists und Turns.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Ein warmherziger Roman mit viel Tango, Wanderkino und neuer Heimat in sieben Wellen

Mr. Saitos reisendes Kino
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Das Cover lässt mit dem fliegenden Papageientaucher, der Filmrolle und dem Leuchtturm wichtige Themenbereiche treffend anklingen. Spielt die Szenerie größenteils auf einer Insel in der Nähe von Halifax, ...

Das Cover lässt mit dem fliegenden Papageientaucher, der Filmrolle und dem Leuchtturm wichtige Themenbereiche treffend anklingen. Spielt die Szenerie größenteils auf einer Insel in der Nähe von Halifax, Neufundland und Nova Scotia in Kanada, beginnt der Roman jedoch zunächst 1927 in Buenos Aires, Argentinien, mit der 17-jährigen Fabiola Cordero de Dios, 1910 vor dem Tor eines Klosters ausgesetzt, vernarrt in Tango und auffälliges, gutes Schuhwerk. Dort wächst auch ihre Tochter Carmelita, kurz Lita, bis zum Alter von 8 Jahren auf, die in einem Sammelalbum schöne Erinnerungen sammelt, ihren ihr unbekannten Vater Bugatti eingeschlossen. 1937 durch politische Unruhe zur Flucht gezwungen, landen sie auf UPPER PUFFIN ISLAND, benannt nach den atlantischen Papageientauchern. Im BETHLEHEM Pension & Seemannsheim finden beide eine neue Heimat, Familienersatz, innige Freundschaften mit Inselbewohnern und die erste große Liebe für Lita. Erst in der 2. Hälfte taucht der Japaner Mr. Saito ab 1938 mit seinem Wanderkino voller Stummfilme auf. Oona McGregor, Litas gehörlose Freundin, verehrt ihn, der in den Folgejahren Filme mit Ton und Farbe auch in weiteren abgelegenen Standorten präsentiert. Politische Ereignisse wie Hitlers Kriegsgebaren, Kanadas solidarischer Kriegseintritt mit Großbritannien mit Auswirkungen für die Inselbewohner, der Flugangriff der Japaner auf Pearl Harbour sind geschickt eingeflochten, ebenso die Rettung von Mr. Santo vor Internierung in British Columbia durch die USA-Behörden im Jahr 1942. Ausgestattet mit geschenktem Tonbandgerät und Mikrofon sammelt Ooona in Mr. Saitos Auftrag als Geräuschemacherin Klänge von Upper Puffin, während Lita als geschickte Cutterin ebenso die Liebe zum Film entwickelt aus anfänglichen Papier- und alten Filmsequenzen. Beide treten als junge Frauen nach Mr. Saitos Tod sein testamentarisch festgehaltenes, interessantes Erbe an. Mit dessen blauem Filmkoffer bewältigen sie sogar seine 13 entlegenen Stationen seines Wanderkinos. Auch das Bergbaustädtchen Wabana auf Bell Island mit seiner riesigen Eisenerzförderung wird erwähnt, stand es doch im Krieg unter U-Boot-Beschuss der Deutschen. Unter Mr. Saitos Schätzen finden sich Naturspektakel verschiedenster Art, mit X auf handgemalten Karten markiert. Als Hausbesitzerinnen mit Atelier in Montreal finden beide dort ihr berufliches wie privates Glück. In sieben Wellen rollt das Leben dieser Filminteressierten stimmungsvoll beschrieben vor unseren lesenden Augen aus.
Ein romantischer Roman mit eigenwilligen Charakteren, tiefen Freundschaften, mit späterer Berufswahl aus Hobbys, größenteils mit jahreszeitlichem Inselleben – auch mit Tango und reichlichem Schuhwerk, mit Kino und Papageientauchern.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Nutzen und Gefahren von Kontrollsystemen – spannende Dystopie

Das Dream Hotel
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Dieser dystopische Roman erinnert entfernt an George Orwells Roman „1984“, der auch eine Welt voller Angst, Schrecken, Überwachung und Unterdrückung beschreibt. In diesem Amerika, in dem selbst Träume ...

Dieser dystopische Roman erinnert entfernt an George Orwells Roman „1984“, der auch eine Welt voller Angst, Schrecken, Überwachung und Unterdrückung beschreibt. In diesem Amerika, in dem selbst Träume Überwachungstechnologien unterliegen, entwickelt sich hier ein Spannungsroman rund um Überwachung bis zum Widerstand gegen Ungerechtigkeiten, mit dem Drang nach Freiheit. Im Schatten eines Generalverdachts zu leben, erfährt die interessante Hauptfigur Sara Tilila Hussein, die in einer zukünftigen Welt voller Kontrollsysteme lebt mit einem Implantat "Dreamsaver", das positiv auf Schlaf und Traumphasen der Nutzer einwirken und auch deren Leistungsfähigkeit optimieren soll. Bei ihrem Rückflug scheitert ihre Passkontrolle durch KI, angereichert mit Daten aus DNA-Banken, sozialen Netzwerken und Unternehmen wie Dreamsaver Inc. Bei Befragung durch einen Offizier tauchen Warnhinweise in Ihrer Akte auf aus dem Inhalt ihrer Träume, die eine Einbehaltung für 21 Tage ins Madison, dem "Dream Hotel", erforderlich machen. In diesem 1939 errichteten Schulgebäude arbeiten mehrere Firmen wie z.B. das Sicherheitsunternehmen Safe-X oder ein Provider für E-Mail und Telefonie profitabel zusammen. Über Aufträge externer Firmen streicht der Betreiber der Anstalt Gewinn ein durch Ausbeutung der dort Einbehaltenen. Unter strikter digitaler Kontrolle und Zeitdruck droht den Frauen bei Arbeitsverweigerung Haftverlängerung. In diesem unfreiwilligen Klima mit Saras Mitgefangenen entspannt sich zwischen Sitzungsprotokollen des Aufsichtspersonals und einem Auszug aus den "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" von Dreamsaver Inc. der bedrückende Arbeitsalltag wie im Gefängnis. Sie alle sind Opfer eines Editorials zur Traumdeutung, das das "wissenschaftsbasierte System zur Verbrechensverhütung" dieser Firma preist, die das Verfügungsrecht über die gewonnenen Daten beansprucht. Saras Bemühungen um Kontakte zu Ehemann oder Anwalt werden torpediert, sogar ihr Traumtagebuch wird entwendet. Ihre dazwischen eingeblendeten Träume sind im Text erst im Nachhinein als solche erkenntlich. Nach einigen dramatischen Wendungen kommt sie recht zügig frei unter etwas unglaubwürdigen Umständen.

Die klare, finale Botschaft gefällt.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein Cosy-Crime voller schräger Originale

Entführung im Himmelreich
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Das Buchcover stellt die Hündin Pinguin und einen Wagen mit Backwaren als wichtige Details des humorvollen Krimis vor. In drei Kapiteln mit wichtigen Szenen rund um den Campingplatz Himmelreich geht es ...

Das Buchcover stellt die Hündin Pinguin und einen Wagen mit Backwaren als wichtige Details des humorvollen Krimis vor. In drei Kapiteln mit wichtigen Szenen rund um den Campingplatz Himmelreich geht es herbstlich zu, ohne Touristen, aber mit Dauercampern wie Björn Kupernikus. Mit seinen 60 Jahren agiert er wie ein ältlicher Gentleman zusammen mit der Künstlerin Annabell. Getrieben von seiner Neugierde stößt er auch dieses Mal auf interessante Leute wie z.B. Solveig Bach und ihr Lichtyoga oder auf den Club der Eisenbahnerwitwen mit ihren Glückskeksen. Die Dynamik zwischen dem Kriminalbeamten Edgar Fass und Kupernikus und die menschlichen Eigenheiten beider Ermittler in diesem scheinbar mysteriösen Selbstmord erheitern. Mit Reimerei, Rezepten und drei Fragen zum aktuellen Ermittlungsstand wird der Kriminalfall unterhaltsam aufgepeppt. Auch durch Einflechtung des Berliner Dialektes und der jugendlichen Ausdrucksweise z.B. des Campingplatzmitarbeiters Thiago wirken Dialoge authentisch und lebendig.

Ein komplizierter, aber unterhaltsamer Campingkrimi

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Eine humorvolle, aber auch brisante Geschichte

Hustle
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Im Zentrum steht die Biologin, Pflanzengenetikerin Leonie, eine junge, verloren wirkende Frau aus Bocholt, Anfang 30. Neben ihrer teils illegalen Racheaktion im Ruhrgebiet folgen wir ihren ernüchternden ...

Im Zentrum steht die Biologin, Pflanzengenetikerin Leonie, eine junge, verloren wirkende Frau aus Bocholt, Anfang 30. Neben ihrer teils illegalen Racheaktion im Ruhrgebiet folgen wir ihren ernüchternden beruflichen wie rechtlich grenzwertigen Nebenjob-Aktivitäten in München. Die dortige angespannte Immobiliensituation mit bezahlbarem, properem Wohnraum schädigt das Image der Stadt des Oktoberfestes mit Attraktionen wie z.B. dem Teufelsrad und landschaftlich reizvoller Umgebung. Sehr informativ ist ihre mittelmäßig bezahlte, wenn auch langweilige Arbeit des Kategorisierens und Katalogisierens in der Zoologischen Staatssammlung über verstaubten Schaukästen mit Käfern, Libellen, Heuschrecken und Schmetterlingen. Auch ihre privaten Experimente mit Schleimpilzen gefallen. Aus Geldmangel und Einsamkeit erwachsen schließlich ihre illegalen Machenschaften wie Sachbeschädigung. Hausfriedensbruch oder üble Nachrede, ein Service für Menschen, auf der Suche nach ausgleichender Gerechtigkeit. Kreativ und raffiniert sind ihre gut bezahlten Racheaktionen für Interessenten aus Liebeskummer- und Mobbingforen im Internet. Eingeflochten sind hier auch sozialkritische Überlegungen unter ethischen und moralischen Gesichtspunkten. Leonie stellt sich dabei schließlich die Frage, wieviel Risikobereitschaft sie eingehen will mit wieviel notwendigem Geld für ein zivilisiertes Leben. Neben sympathischen männlichen Randfiguren wie Steffen, Nam oder Alfred Mayer treten drei junge Frauen mit vergleichbaren Talenten und unkonventionellen bis illegalen Machenschaften recht früh in Leonies bescheidenen, tristen Alltag. Die Darstellung ihrer echten Freundschaft überzeugt, wirkt authentisch. Besonderen Thrill rund um diesen Mädels-Club wird besonders durch eine Verhaftung und die Aufdeckung eines bis zum Schluss geheimnisvollen, nicht alltäglichen Nebenjobs erzeugt. Der Schreibstil fasziniert durch Esprit, Kreativität und Bodenhaftigkeit.
Insgesamt interessante, wenn auch ungewöhnliche Protagonisten, platziert in nicht alltägliches, teils liebevolles Ambiente mit offenem Ende.

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