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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2023

Kannst du es riechen?!

Blutige Tarnung
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Der Thriller 'Blutige Tarnung' von Jessica Potthast lässt sich sehr gut lesen und die Taten des wahnsinnig fiesen Mörders bescheren kurze Gruselmomente. Die Story an sich ist gut, die Hintergründe etwas ...

Der Thriller 'Blutige Tarnung' von Jessica Potthast lässt sich sehr gut lesen und die Taten des wahnsinnig fiesen Mörders bescheren kurze Gruselmomente. Die Story an sich ist gut, die Hintergründe etwas zu einfach und den Täter hatte ich recht schnell auf dem Schirm. Wobei ich immer mal kurz ins schleudern geriet.
Patricia hat ihr erstes eigenes Parfüm kreiert und seit kurzen einen tollen Freund. Alles könnte so schön sein...wäre da nicht dieser psychopatische Killer, der Tiger, der Frauenmörder und dieser hat es ganz offensichtlich auf Patricia abgesehen.
Patricia selbst mochte ich als Person nur bedingt. Am Anfang fand ich sie ganz nett und dann viel zu naiv und etwas einfältig und vorschnell.
Aber alles in allem ist es ein Buch welches man gut lesen kann und das einem auch immer mal wieder eine ordentliche Gänsehaut beschert.
Von mir 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Gestrandete Frauen

Medusa in Paradise
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Eine einsame Insel. 20 gestrandete Frauen. Und sofort war ich neugierig auf 'Medusa in Paradise' von Laura Melina Berling.

Schon das Cover fällt mit seiner knalligen Blau-Orange-Kombi extrem ins Auge ...

Eine einsame Insel. 20 gestrandete Frauen. Und sofort war ich neugierig auf 'Medusa in Paradise' von Laura Melina Berling.

Schon das Cover fällt mit seiner knalligen Blau-Orange-Kombi extrem ins Auge - ungewöhnlich, laut und irgendwie passend zur Geschichte.

Die Handlung selbst ist schnell erzählt: Nach einem Flugzeugabsturz stranden 20 Frauen ohne Männer auf einer einsamen Insel und müssen gemeinsam ums Überleben kämpfen. Wirklich spannend sind dabei aber weniger die äußeren Umstände als die unterschiedlichen Charaktere und Botschaften.

Hier treffen Feministinnen auf hingebungsvolle Ehefrauen, Esoterikerinnen auf freiheitsliebende Partygirls, Wütenden auf Leise, Diskriminierte auf Privilegierte. Es wird gegendert, gelästert, diskutiert und meditiert - Und genau dadurch entsteht eine ziemliche wilde Thematik.

Manchmal wusste ich ehrlich gesagt nicht, ob das Buch unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhalten oder sie bewusst überspitzt karikieren möchte. Für meinen Geschmack war es stellenweise einfach zu viel von allem, weshalb mich die Geschichte leider recht schnell verloren hat.

Unterhaltsam war es definitiv - gleichzeitig aber auch anstrengend.

Am Ende gilt wie immer: Macht euch gerne selbst ein Bild. Geschmäcker sind schließlich - Gott sei Dank - unterschiedlich. ✨️

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Rückblicke

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
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Nach meinem ersten Lese-Highlight folgte nun leider mein erstes Lowlight.

'Man müsste versuchen glücklich zu sein' von Julia Holbe klang zunächst nach einer vielschichtigen und emotionalen Familiengeschichte. ...

Nach meinem ersten Lese-Highlight folgte nun leider mein erstes Lowlight.

'Man müsste versuchen glücklich zu sein' von Julia Holbe klang zunächst nach einer vielschichtigen und emotionalen Familiengeschichte. Die Schwestern Flora und Millie treffen nach langer Zeit - und nach dem Tod ihrer Eltern - im gemeinsamen Elternhaus wieder aufeinander. Sie versuchen, sich einander anzunähern, Vergangenes aufzuarbeiten und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln.

Keine leichte Aufgabe, wenn man mit einer exzentrischen Mutter und einem Vater aufgewachsen ist, der unter anderem durch Affären 'glänzte'. Unterstützung erhalten die Schwestern durch Floras Tochter, die Freundin der Mutter und weitere Wegbegleiter, sodass eine Zeitreise in die Vergangenheit beginnt, die eigentlich Potenzial für Tiefe und Emotionen bietet.

Leider wurde diese Rückschau sehr langatmig erzählt. Viele Wiederholungen und eine für erwachsene Frauen erstaunlich kindliche Sprache haben mich zunehmend genervt.
Eine der Schwester ist wütend, weil sie am Ende alles alleine regeln musste, doch warum Millie so lange abwesend war, bleibt weitgehend ungeklärt. Auch ihre Gedankenwelt bleibt fremd, da ihr ständig Erinnerungen fehlen - ein Umstand, der eher Distanz als Verständnis erzeugt.

Ich begann recht schnell, querzulesen, und habe bis jetzt nicht wirklich verstanden, was mir dieser Roman vermitteln sollte.

Schade, denn die Geschichte hatte durchaus Potenzial. Wer vom Klappentext angesprochen wird, kann gerne selbst hineinlesen - der Lesegeschmack ist ja schließlich sehr subjektiv. Eine Empfehlung kann ich jedoch leider nicht aussprechen.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Music was my first love

Deep Cuts
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Ein Coming-of-Age-Roman aus den 2000ern, mit Liebesgeschichte und Musik als zentralem Thema?
Da bin ich als Baujahr 1982 sofort dabei. 🙌🏻
Aber konnte mich 'Deep Cuts' von Holly Brickley am Ende auch wirklich ...

Ein Coming-of-Age-Roman aus den 2000ern, mit Liebesgeschichte und Musik als zentralem Thema?
Da bin ich als Baujahr 1982 sofort dabei. 🙌🏻
Aber konnte mich 'Deep Cuts' von Holly Brickley am Ende auch wirklich überzeugen?
Schauen wir mal ...
Zur Story:
Percy liebt Musik - sie hört sie nicht nur, sie fühlt und seziert sie regelrecht. Als sie auf Joe trifft, einen charismatischen Musiker, spürt sie schnell eine starke Anziehung.
Gemeinsam basteln die zwei an Songs, oft in Begleitung von Joes Freundin Zoe. Die drei verbringen einen intensiven Sommer zusammen - ein echtes Kleeblatt. Doch wie das oft so ist: Beziehungsstatus - es ist kompliziert.
Mein persönliches Highlight war die Figur Zoe und vor allem die entstehende Freundschaft zwischen ihr und Percy. Diese Dynamik zwischen den zwei hat mir beim Lesen sehr gut gefallen.
Irgendwann hat mich die Geschichte jedoch verloren. Ich glaube, mir fehlt einfach die tiefe Leidenschaft für Musik, die dieses Buch so sehr durchzieht. Songtexte, Interpreten, musikalische Referenzen - all das steht stark im Vordergrund, und da konnte ich nicht mehr ganz andocken.
Auch die Entwicklung zwischen Percy und Joe hat mich mit der Zeit weniger angesprochen - da war meinerseits einfach eine Distanz zu diesen beiden Figuren.
Mein Fazit:
Tolles Setting, teils interessante Figuren, einige starke Botschaften - aber das Buch richtet sich ganz klar an Leser*innen mit einem großen Faible für Musik.
Mich persönlich konnte der Roman leider nicht ganz abholen.
Aber wie wir wissen: Geschmäcker sind - zum Glück - verschieden.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Kranke Liebe

Zitronen
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Ein interessantes Buch mit heftigen Themen.
In dem Roman 'Zitronen' von Valerie Fritsch begleiten wir den jungen August Drach als erstes durch eine harte und gewaltgeprägte Kindheit, dann durch eine 'krankheitsgeprägte' ...

Ein interessantes Buch mit heftigen Themen.
In dem Roman 'Zitronen' von Valerie Fritsch begleiten wir den jungen August Drach als erstes durch eine harte und gewaltgeprägte Kindheit, dann durch eine 'krankheitsgeprägte' Jugend und danach erleben wir seinen Einstieg ins Erwachsenenenalter.
Durch seine schreckliche Kindheit geschädigt, verläuft auch Augusts restliches Leben nicht gerade rund.
Es werden in diesem Buch äußerst zerrüttete Familienverhältnisse aufgezeigt, mit einer Mutter die am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet und ihrem Kind nur dann beistehen und Liebe zeigen kann wenn es krank ist.
Dies führt zu verstörenden Taten ihrerseits.
Ich muss zugeben, dass ich mit dem Buch etwas zu kämpfen hatte. Sprachlich war es recht poetisch geschrieben und wirkte wie aus einem Guss so in einem durch erzählt. Das machte es mir nicht gerade einfach beim lesen und mir fehlten die 'Atempausen' um alles mal sacken zu lassen.
August Drach, der Protagonist, tat mir natürlich leid aber ich fand keinen Bezug zu ihm.
Durchaus kein schlechtes Buch, aber mich konnte es leider nicht erreichen.

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