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Veröffentlicht am 19.10.2025

Vor allem für Fußballprofis und deren Trainer eine Bibel fürs Elfmeterschießen

Unter Druck
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Menschen, die sich nicht für Fußball interessieren, werden das Buch nicht zu Ende lesen, denn wenn es wirklich allgemeine Schlussfolgerungen für alle geben sollte, die man aus dem gelegentlichen Affentheater ...

Menschen, die sich nicht für Fußball interessieren, werden das Buch nicht zu Ende lesen, denn wenn es wirklich allgemeine Schlussfolgerungen für alle geben sollte, die man aus dem gelegentlichen Affentheater am Elfmeterpunkt ziehen kann, dann findet man sie erst auf den letzten Seiten dieses Buches. Davor geht es in aller Ausführlichkeit um alle Aspekte dieses Nervenspiels.

Für Trainer und Spieler dagegen öffnen sich vermutlich Welten mit diesem Text. Ihnen muss man dieses Buch ans Herz legen, denn es wird mit Sicherheit zu erheblichen Verbesserungen von Spielern führen, die für das ausführen von Strafstößen vorgesehen sind.

Manche (auch sehr bekannte) Fußball-Lehrer behaupten, man könne Elfmeterschießen nicht trainieren, weil sich der tatsächliche Stress in einer solchen Situation nicht simulieren lässt. Dem widerspricht der Autor deutlich und einleuchtend. Er schlägt zum Beispiel vor, dass Spieler vor der versammelten Mannschaft vom gegenüberliegenden Tor zum Elfmeterpunkt gehen müssen, bevor sie den Strafstoß ausführen. Natürlich entspricht das nicht der Spannung, die in einem Endspiel entsteht, das auf eine solche Weise entschieden wird. Aber etwas Stress entsteht so doch. Und das reicht. Man kann beispielsweise auch eine Wertung oder einen Wettbewerb innerhalb der Mannschaft organisieren.

Den tatsächlichen Stress am Elfmeterpunkt analysiert der Autor dann in allen Einzelheiten und mit überzeugenden Statistiken. Wenn man sich für Fußball interessiert, wird man dieses Buch vermutlich höchst aufschlussreich finden, zumal es auch zahlreiche historische Beispiele enthält. Ich möchte nicht wissen, wie viele Videos sich der Autor von allen großen internationalen Meisterschaften angesehen und analysiert hat. Herausgekommen ist bei seiner Analyse jedenfalls ein für Fußballer unschätzbarer Text, der ihre Leistungen beim Elfmeterschießen vermutlich drastisch verbessern wird.

Das Ganze beginnt bereits mit der Frage, wie lange man nach dem Pfiff des Schiedsrichters warten sollte, um mit der Ausführung zu beginnen. Dann erfährt man in mehreren Kapiteln eigentlich alles über das Psychospiel zwischen Schützen und Torwart. Tatsächlich sieht man davon im Fernsehen nur einen Bruchteil, weil man zum Beispiel nicht hören kann, was so mancher Keeper da von sich gibt.

Übrigens liegt die Erfolgsquote beim Elfmeterschießen bei Profis etwa um die 80 Prozent, meist etwas tiefer. Aber es gibt auch Profis mit einer um zehn Punkte höheren Erfolgsquote. Was sie von anderen unterscheidet, findet man im Text.

Ich kann nur jedem aktiven Fußballer und jedem Trainer dieses Buch empfehlen. Wer unvorbereitet in ein Elfmeterschießen geht, sollte sich nicht wundern, wenn er dabei alt aussieht. Insbesondere trifft das auf Mannschaften zu die im Profibereich aktiv sind.

Leider muss man sich beim Lesen ständig mit dem Gender-Stern herumschlagen, was den Lesefluss erheblich stört und ein noch vorhandenes Sprachgefühl verletzt und beleidigt.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Rache und Vergeltung

Teufels Tanz
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Beides sind starke Mordmotive. Während sich manche Autoren seltsame und gelegentlich auch völlig absurde Motive für Serienmörder ausdenken, bleibt Ursula Poznanski nahe an der Realität. Und das macht diese ...

Beides sind starke Mordmotive. Während sich manche Autoren seltsame und gelegentlich auch völlig absurde Motive für Serienmörder ausdenken, bleibt Ursula Poznanski nahe an der Realität. Und das macht diese Reihe über eine Wiener Ermittlergruppe dann doch zu etwas Besonderem.

Ermordet werden ältere Herren, oft über 80. Dabei versucht der Mörder erst gar nicht seine Taten zu tarnen, etwa als Raubmord. Die Mordgruppe der Wiener Polizei tappt erst einmal völlig im Dunklen. Bald aber wird klar, dass die Herren sich irgendwie kannten. Nur wie und woher?

Damit der Leser nicht ebenso verwirrt ist wie die Ermittler, lässt die Autorin den Mörder immer wieder zu Wort kommen. Bei seinem Rachefeldzug müssen Kindheitserlebnisse eine herausragende Rolle spielen. Denn seine Opfer haben bei ihm auch noch Spitznamen: der Dunkle Harlekin, der Zwerg im Nebel, der Teetrinker, der Apfelmann, der Hohepriester und der Hühnergeneral. Vielleicht kannte er die Namen dieser Herrschaften als Kind nicht. Später scheint er sie dann doch ermittelt zu haben.

Poznanski legt geschickt zahlreiche falsche Fährten, was den Leser nicht schnell auf die richtige Spur kommen lässt. Man muss schon Polnisch können, um aus dem Namen des Kindes eine Vermutung zu erlangen. Denn klar ist schließlich, dass es sich beim Mörder um eine Person handeln muss, die von der Autorin bereits eingeführt wurde. Das gehört zu den goldenen Regeln von Kriminalromanen. Und mehr kann hier nicht verraten werden.

Das Finale überrascht. Und das Ende noch mehr, zumal Poznanski den Mörder entkommen lässt. Ist das nun ein Cliffhanger? Oder doch nicht? Die Autorin wird doch nicht etwa eine Anhängerin von Selbstjustiz sein? Immerhin könnte man das im konkreten Fall vielleicht sogar als gerecht empfinden.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Zauberhaft

Charming England
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Ganz offensichtlich ist die Fotografin für diesen herrlichen Bildband in England verliebt. Vielleicht nicht in das ganze Land, aber auf jeden Fall in die Orte, die sie dem Betrachter zeigt. Und dafür hat ...

Ganz offensichtlich ist die Fotografin für diesen herrlichen Bildband in England verliebt. Vielleicht nicht in das ganze Land, aber auf jeden Fall in die Orte, die sie dem Betrachter zeigt. Und dafür hat sie wohl auch allen Grund. Bisher kannte ich nur Bildbände eines anderen Verlages, der die vielen großen Gärten mit den zugehörigen Herrenhäusern zeigen. Hier nun sieht man viel Landleben, also kleine Städte und uralte Dörfer, weniger aber die prachtvollen Schlösser und Herrenhäuser. Und man bestaunt Orte in London, die man vielleicht als gehetzter Tourist übersehen würde.

Wenn man also jemanden nach England locken wollte, der sich für die typische städtische und dörfliche Architektur der Vergangenheit interessiert, dann wäre dieser Bildband ein unübertreffbares Mittel dafür. Beim Anblick des Fotos des angeblich schönsten Dorfes Englands musste ich irgendwie an den "kleinen Lord" denken, wie er mit seinem Großvater durch dessen verfallende Pächtersiedlung ritt. Nicht dass hier etwas verfallen wirken würde, aber nachdenken darf man bei manchen Bildern nicht, denn bei allem Malerischen, das man hier scheinbar sieht, möchte ich nicht wissen, wie diese alten Gebäude innen aussehen. Aber das ist nicht Thema dieses Bandes. Hier geht es um äußere Schönheit – wie immer man das definiert.

Als touristischer Ideengeber für Menschen, die schöne Winkel in England kennenlernen möchte und die entsprechende Zeit und Muße besitzen, ist dieser Bildband geradezu ideal. Man muss ähnlich ticken wie die hervorragende Fotografin, die ein Auge für solche Lichtblicke an den einzelnen Orten hat.

Was ich übrigens immer wieder in England bewundere, ist der Umgang der Inselbewohner mit Pflanzen. Viele der Häuser sind auf eine Weise begrünt, die man bei uns nicht kennt. Nicht umsonst ist die englische Gartenkunst weltberühmt.

Natürlich findet man auch einige Texte zu den Bildern, die jedoch nicht von der Fotografin stammen, die aber das Ganze noch einmal sparsam umschreiben.

Im Übrigen wünsche ich dem Verlag bei seinem Neustart viel Erfolg, denn er scheint mir in die alten Tugenden seiner Gründer zurückgefunden zu haben. Dieser zauberhafte Bildband spricht jedenfalls dafür.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Das Finale?

Der zweite Verdächtige
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Angeblich soll dieser Band das Finale der Reihe sein. Nachdem die ersten Krimis mit RA Eberhardt und Dr. Jarmer noch nicht so erfolgreich waren, scheinen sie nun Bestseller zu sein. Das ist erstaunlich. ...

Angeblich soll dieser Band das Finale der Reihe sein. Nachdem die ersten Krimis mit RA Eberhardt und Dr. Jarmer noch nicht so erfolgreich waren, scheinen sie nun Bestseller zu sein. Das ist erstaunlich. Und vielleicht sagen sich die beiden Autoren, dass Schluss sein sollte, wenn es am schönsten ist. Nun ja, der Cliffhanger am Ende kann alles Mögliche bedeuten.

Es soll in diesem fünften Band um "Machtmissbrauch, Homophobie und Blind Spots im Justizsystem" gehen. So steht es jedenfalls auf der Rückseite des Buches. Tatsächlich spielt die Handlung im Schwulenmilieu Berlins. Immerhin sind die Opfer in diesem Buch nicht die Folge einer Homophobie, wobei dieser seltsame Begriff nicht beschreibt, was er eigentlich beschreiben soll, denn es geht hier keineswegs um eine Angst vor Schwulen, sondern um ganz andere Gefühle. Und eine Phobie ist eine Krankheit, die man intoleranten Menschen nicht sofort anheften kann.

Der im Fall eines mit einer Überdosis an KO-Tropfen umgebrachten Homosexuellen ermittelnde Beamte geht rabiat gegen einen Verdächtigen vor, obwohl für dessen Schuld erst einmal nur Vermutungen sprechen. Den Grund dafür erfährt man erst am Ende der Handlung. Da dieser Ermittler sich jedoch so verdächtig verhält, kann man auch an seine Täterschaft glauben. Das könnte man aus seiner tiefen Abneigung gegen Schwule schließen. Aber wäre diese Linie nicht zu offensichtlich? Immerhin würde sie zum Klappentext passen.

Wie in allen Vorgängerbüchern dieser Reihe nutzen die Autoren ihre speziellen Kenntnisse, um dem Publikum nebenbei auch etwas Wissen zu vermitteln. Das wirkt gelegentlich etwas belehrend und entspricht wohl eher dem Stil von Prof. Tsokos. Dem Unterhaltungswert des Buches schadet es jedoch nicht. Die Gerichtsszenen sind es am Ende aber wohl, die den Reiz dieser Bücher ausmachen. Und davon findet man auch in diesem Band genug.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Wenn die Vergangenheit einem ins Gesicht springt

Merciful Death - Erbarme dich ihrer
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In einem kleinen Nest in Oregon werden mehrere Prepper erschossen. Offenbar lebt die halbe Gemeinde im Prepperwahn, denn diese Leute bilden Gemeinschaften, von denen sich zwei feindlich gegenüber stehen. ...

In einem kleinen Nest in Oregon werden mehrere Prepper erschossen. Offenbar lebt die halbe Gemeinde im Prepperwahn, denn diese Leute bilden Gemeinschaften, von denen sich zwei feindlich gegenüber stehen. Eine für deutsche Verhältnisse sehr seltsame Konstellation. Einige dieser Herrschaften stellen auch den Staat infrage oder erkennen ihn nicht an. Immerhin kennt man das auch bei uns. Neben Lebensmitteln für mehrere Monate lagern Prepper dieses Ortes auch jede Menge schussbereiter Waffen in ihren Verstecken, was wiederum kein Wunder und auch noch legal ist.

Die Mordopfer sind alles alte Männer, deren Waffen mit dem Mörder verschwanden. Das ruft das FBI auf den Plan. Eine der Agenten stammt auch noch aus diesem Ort, den sie vor langer Zeit fluchtartig verlassen hat. Auch ihre Familie zählt zu den Preppern.

Special Agent Mercy Kilpatrick hatte eigentlich keine Lust ihren Geburtsort wiederzusehen, allerdings sind ihre Vergangenheit und die damit verbundenen Kenntnisse mehr als nur hilfreich für die Ermittlungen. Außer ihr und einigen ihrer Geschwister weiß jedoch niemand um ihr dunkles Geheimnis, das nun plötzlich langsam wieder ins Licht zu drängen scheint.

Das ist die Grundkonstruktion dieses Thrillers, der im Gegensatz zu manchem herkömmlichen Krimi eine persönliche Geschichte erzählt, die man glauben kann. Und weil das so ist, liest sie sich auch gut. Inzwischen werden in jedem Krimi die persönlichen Probleme von Ermittlern breitgetreten. Was dabei oft gekünstelt erscheint, um diesen Leuten eine gewisse Persönlichkeit einzuhauchen, ist hier ganz anders, denn die Kilpatrick-Tochter kann ihre Vergangenheit nicht leugnen. Und sie ist in die ganze Geschichte untrennbar involviert, was ihr bereits nach wenigen Tagen dämmert.

Obwohl die Spannung nur mittelmäßig groß ist, macht die übrige Geschichte diesen Thriller zu einem Ereignis.

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