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Veröffentlicht am 10.01.2026

Etwas überfrachtet und zäh

Wem du traust
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Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne, springt immer wieder als Babysitter für den kleinen Linus ein. Eines Nachts bringt Daniel sie nach Hause, doch am nächsten Tag ruft Susanne aufgelöst ...

Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne, springt immer wieder als Babysitter für den kleinen Linus ein. Eines Nachts bringt Daniel sie nach Hause, doch am nächsten Tag ruft Susanne aufgelöst an und fragt, wo Sofia ist. Trotz intensiver Suche bleibt Sofia verschwunden. Nach und nach gerät Eva ins Zweifeln. Was hat Daniel mit Sofias Verschwinden zu tun?

Die Kurzfassung des Inhalts erinnerte mich sofort stark an Happy New Year von Malin Stehn. Dennoch wollte ich mich überzeugen lassen, dass der Plot hier besser umgesetzt wurde. Da mir sämtliche Figuren nicht sonderlich sympathisch waren, blieb mein Abstand emotional leider sehr groß. Selbst Eva, die in einer Perspektive als Erzählerin auftritt und die Geschehnisse im Präsens erzählt, wodurch man als Hörer oder Leser eigentlich besonders stark mit einbezogen werden soll, gewinnt mich nicht komplett für sich. Das ist krass, denn so kann ich nur bedingt mit ihr fühlen. Ob das an der Sprecherin Sarah Dorsel liegt, kann ich nicht beurteilen. Deren Stimme mag ich eigentlich echt gern und ich habe auch nichts an der Art, wie sie die Story einliest, auszusetzen. Am meisten verbunden fühlte ich mich tatsächlich mit der Ermittlerin!

Die verschiedenen Perspektiven beleuchten das Verschwinden von Sofia von unterschiedlichen Seiten. Das versorgt Leser und Hörer mit einem Gesamtpaket von Informationen. Solange aber bei mir keine Emotionen geweckt werden, fühle ich mich nicht so sehr gut unterhalten. Die Entwicklung der Story tritt stellenweise arg auf dem Fleck, geht teilweise nur zäh voran. Über Sofia und ihr Sozialleben erfährt man nach und nach mehr und dieses Wissen macht ihre Mitmenschen arg unsympathisch. Man sieht also, viele mögliche Sympathien kann man auch hier nicht verteilen. Da hat man ganz oft das Gefühl, dass alle nur aneinander vorbei leben, nur an sich selbst denken und auf eigene Vorteile bedacht sind. Egal, was das andere kostet. Lügen, Intrigen, Geheimnisse, davon gibt es viele. So viele, dass es inflationär ist und ins Negative kippt. Diesen Effekt haben auch die erstaunlich vielen Themen, die angeschnitten werden.

Im letzten Viertel gibt es passend dazu enorm viele Wendungen, die für meinen Geschmack zu reißerisch und krass sind. Das macht die Story zu allem auch noch unglaubwürdig und realitätsfern. Ich erwarte von einem Thriller nicht, dass alles absolut realitätsnah ist, aber etwas als hier mehr darf es schon sein. Das Ende ist wirklich mal etwas anderes und für mich fast schon komisch im Sinne von humorvoll. Für zwischendurch oder nebenher ganz nett, aber nichts, das lang im Gedächtnis bleibt und beeindruckt. Daher von mir nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Sammelfieber vorgeplant

Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen
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Graphic Novels erobern immer mehr Genre und so wundert es nicht, dass viele Bücher nun als solche umgesetzt werden, besonders, wenn sie sowieso schon Renner sind. Hier nun kommen die Warrior Cats gezeichnet ...

Graphic Novels erobern immer mehr Genre und so wundert es nicht, dass viele Bücher nun als solche umgesetzt werden, besonders, wenn sie sowieso schon Renner sind. Hier nun kommen die Warrior Cats gezeichnet ins Graphic Novel Universum. Und da gibt es reichlich Bücher!

Mir gefallen die Zeichnungen sehr gut, jedoch empfinde ich die Story als zu stark gekürzt und gerafft. Dass dies notwendig ist bei einer Graphic Novel ist mir durchaus bewusst. Ich finde aber, besonders bei Band 2, dass wichtige Momente fehlen und die Geschichte so dann nur unvollständig erzählt und verstanden werden kann. Daher ist meine ganz eigene, persönliche Meinung, dass man die Graphic Novels nur als Ergänzung zu den Büchern, nicht anstelle der Bücher, lesen sollte.

Das Leben der Katzenclans ist schön dargestellt, die Motivationen für die Kämpfe jedoch eher verschwommen. Man darf auch nicht zu viel Realitätsnähe erwarten. Dass viel Streit, Kampf, Gewalt und schlechte Laune vorkommen und eher weniger Deeskalation, gepflegte Streitkultur, Lösungsmöglichkeiten ohne Kampf, finde ich etwas schwierig. Das ist ja aber auch bei den Büchern nicht anders. Es ist nun mal auch eine Buchserie für junge Leser. Für diese ist die Charakterkarte wohl auch besonders wichtig. Da wird die Sammelleidenschaft gleich noch mehr gefördert.

Also, Eltern, macht Euch darauf gefasst, die weiteren Bände früh genug zu besorgen, um alle Charakterkarten zu bekommen und Eure Kids glücklich zu machen! Für mich ist es nicht der Hit. Aber ich gehöre hier wohl, trotz meiner Katzenbuch-Sammel-Leidenschaft, nicht wirklich zur Zielgruppe. Von mir daher leider nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Für mich zu aufwendig und wenig alltagstauglich

Baking next level mit Roggen
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Um es sofort zu erwähnen, dieses Buch ist nichts für Anfänger! Hier landet man, wenn man schon länger Brot backt und sich auch mit dem Sauerteig angefreundet hat. Ich selbst lerne den richtigen Umgang ...

Um es sofort zu erwähnen, dieses Buch ist nichts für Anfänger! Hier landet man, wenn man schon länger Brot backt und sich auch mit dem Sauerteig angefreundet hat. Ich selbst lerne den richtigen Umgang damit wohl nie. Bei mir verhungert der Ansatz regelmäßig oder er kippt, wird schlecht, schimmelt. Dennoch gebe ich nicht auf, was zum Philosophie von Dietmar Kappl passt. Daher ist dieses Buch für mich Ansporn und Lehrmittel!

Ein nicht geringer Teil des Buches befasst sich mit Theorie zu Sauerteig, Ansätzen, Fachbegriffen, Techniken, Aromageber, Altbrot usw. Das ist anstrengend und macht nur bedingt Spaß, ist aber hilf- und lehrreich. Erst ab Seite 107 geht es mit den eigentlichen Rezepten los. Und wen wundert es? Natürlich sind alles Rezepte auf Roggenbasis und mit Roggensauerteig.

Hier ist dann sofort zu sehen, dass die Rezepte sehr gut beschrieben werden und auch die Bilderstraßen super gut sind, es aber Mengen sind, die für normale Familien einfach zu groß sind. Ja, Sauerteigbrot hält sich länger. Wir essen dennoch lieber frisches Brot. Natürlich könnte man das runterrechnen, aber das finde ich dann doch etwas unkomfortabel.

Die Gestaltung der Rezepte ist wirklich großartig gelungen und übersichtlich, doch selbst für erfahrene Bäcker nicht ohne weiteres zu Hause umsetzbar. Schwaden können nur wenige Backöfen und selten so, wie bei den Rezepten gewünscht. Die Fotos des fertigen Backwerks und der Krume sind ansprechend. Ich hätte es schön gefunden, gäbe es noch ein Foto vom aufgeschnittenen Brot. Das ist für mich noch mal anders, als rein die Krume zu sehen. Mir fehlt auch ganz dolle ein Zeitplan, denn bei all den einzelnen Komponenten verliere ich da schnell den Überblick. Und das, obwohl ein Rezept jeweils über vier Seiten geht mit den Bildern und Beschreibungen.

Für Profis bestimmt ein tolles Buch, wobei dann der Theorieteil obsolet wäre. Für mich nicht ideal, von den Mengen und dem Aufwand her, obwohl ich bereits seit Jahren unser Brot selbst backe. Aber ein Ansporn, noch mehr dazuzulernen. Daher von mir drei Sterne.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Kochen wie in Maine

Herbstgenuss & Winterglück
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Dieses Kochbuch beschäftigt sich mit Rezepten rund um Herbst und Winter in Maine. Natürlich gibt es die Zutaten auch hier zu kaufen. Man merkt jedoch tatsächlich, dass andere Länder auch andere Essgewohnheiten ...

Dieses Kochbuch beschäftigt sich mit Rezepten rund um Herbst und Winter in Maine. Natürlich gibt es die Zutaten auch hier zu kaufen. Man merkt jedoch tatsächlich, dass andere Länder auch andere Essgewohnheiten haben. Das ist interessant und mach Spaß zu entdecken.

Nicht alle Zutaten könnte ich jetzt aus meiner Warte aus als Standardausstattung betrachten. Ich finde einige sogar etwas exotisch. Zu den meisten Rezepten bekommt man ein passendes Foto. Der Aufbau mit Titel, kleinem Text, Zutatenliste und Arbeitsschritte entspricht dem Zeitgeist. Die Rezepte sind in die zehn Kapitel Frühstück; Vorspeisen, Kleinigkeiten und Salate; Suppen und Ragouts; Sandwiches; Hauptgerichte; Beilagen; Würziges; Getränke; Desserts; Menüs eingeteilt. Für mich sind die Menü-Vorschläge ein wenig schräg. Ganz ehrlich, zusammenstellen kann ich mir die Rezepte auch selbst und ganz sicher alle anderen Kochfans ebenso.

Auch wenn die Anweisungen gut verständlich geschrieben sind, ist nicht jedes Gericht alltagstauglich. Es finden sich recht viele aufwendigere Rezepte. Ganz ohne Zweifel ist der knursprige Kartoffelkuchen ein Genuss, aber ich bin davon überzeugt, dass man den nicht alle Tage zum Frühstück kredenzen kann. Davon abgesehen gibt es wie immer bei Rezepten einige die man sofort liebt ebenso wie einige, die man nie nachkochen möchte.

Für Anfänger weniger geeignet, für Fortgeschrittene eher. Nett finde ich die Anleitung für den Sauerteigansatz. Dennoch eindeutig amerikanische Ostküsten-Mentalität, total sachlich, und vielleicht deshalb nicht so ganz mein Fall. Drei Sterne.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Jahreszeiten-Kapitel

Was kocht Hanna
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Vor diesem Buch war Hanna Reder mir völlig unbekannt. Ihre Kochphilosophie entspricht aber auf erstaunlich weiter Linie meiner, sodass ich neugierig wurde. Die Playlist hätte ich persönlich jetzt nicht ...

Vor diesem Buch war Hanna Reder mir völlig unbekannt. Ihre Kochphilosophie entspricht aber auf erstaunlich weiter Linie meiner, sodass ich neugierig wurde. Die Playlist hätte ich persönlich jetzt nicht gebraucht, aber die gehört heute fast schon zu jedem Buch dazu.

Die Kapitel sind in die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterteilt. Zuvor gibt es noch Rezepte, die man immer braucht. Hier finden sich Pickles, Chutneys, Dips, Sirup und sonstige kleine Rezepte, zu denen es leider keine einzelnen Fotos gibt.

Innerhalb der Jahreszeiten-Kapitel sammeln sich dann saisonale Rezepte. Das ist insgesamt ein bisschen wild gemixt, aber über das Register am Ende des Buches findet man auch über Stichworte das Rezept, das man sucht. Die Zutaten sind nicht sonderlich exotisch und gut zu bekommen. Vegane und vegetarische Rezepte sind mit einem kleinen Icon gekennzeichnet, allerdings nicht im Register. Nach meinem Verständnis fehlen auch öfter mal die Blättchen-Icons bei vegetarischen Rezepten, wie beispielsweise der Tomatengalette. Das finde ich etwas schade. Es sind insgesamt auch sehr wenige Rezepte mit Fleisch oder Fisch. Da hätte man der Einfachheit halber auch ein Icon vergeben können.

Nach dem Titel des Rezepts folgen immer ein paar Worte dazu, dann findet man die Zeiten und benötigte Utensilien, bevor es an die Zutatenliste geht. Die Zubereitungsschritte sind knapp, aber gut verständlich gehalten. Am Ende folgen Hinweise für das Servieren. Ab und an schließt sich noch ein Tipp an.

Die Rezepte sind bunt gemischt und können zumeist ohne großen Aufwand nachgekocht werden. Aber es gibt auch Rezepte, die in meinen Augen umständlicher als nötig gestaltet sind. Auch suche ich das Alleinstellungsmerkmal, das mich anregt, das Buch zu kaufen und zu verschenken. Auch bin ich mir unsicher, wer genau die Zielgruppe ist. Es ist nice to have, aber kein must have. Deshalb ist es für mich ein schönes Buch, das nicht heraussticht aus der Masse und bekommt von mir drei Sterne.

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