Eine naive und verängstigte Protagonistin. Ein verrücktes Spiel, in welchem man niemanden vertrauen darf und nichts so ist, wie es scheint.
Scarlett und ihre Schwester Tella werden von ihrem gewalttätigen und grausamen Vater misshandelt. Dieser ist Gouverneur der Insel „Trisda“, auf der sie leben. Beide Schwestern wünschen sich nichts sehnlicher, als diesem Albtraum zu entkommen. Als beide eine Einladung zu dem Spiel „Caraval“ erhalten, werden sie von dem Seemann Julian dorthin gebracht. Tella wird jedoch dabei entführt und Scarlett findet sich mitten im Spiel vor. Sie muss mitspielen und lernt somit alle Gefahren und den Reiz von Caraval kennen.
𝙼𝚎𝚒𝚗𝚎 𝙼𝚎𝚒𝚗𝚞𝚗𝚐
Ehrlich gesagt hat mich das Cover nie angesprochen. Es war nett anzusehen, aber das wars dann auch schon. Das Buch habe ich gelesen, da eine Freundin meine Meinung zum Buch wissen wollte. Sie fand die Protagonistin furchtbar, ich ganz okay.
Der Schreibstil ist farbenfroh und bunt. Tatsächlich liest es sich relativ schnell und ohne Probleme. Es war nicht großartig kompliziert oder komplex, sodass ich der Handlung gut folgen konnte.
Scarlett ist sehr naiv und hat manchmal meinen Lesefluss gestört. Ihr wurde von klein auf eingebläut, dass sie ihrem Vater gehorchen muss, damit sie ihre Schwester und sich selbst beschützen kann. Durch diese Erziehung fällt es Scarlett sehr schwer, über sich selbst hinauszuwachsen und aus ihrer Komfortzone zu gelangen. Ihre Gedankengänge sind manchmal echt nervenaufreibend, jedoch nachvollziehbar durch ihre Vorgeschichte. Natürlich ist es zwischendurch sehr nervenaufreibend, dass sie jedes mal die gleichen Fehler macht und scheinbar erstmals nichts draus lernt, jedoch finde ich es verständlich und authentisch, da sie so eine Vergangenheit hat und ihre Schwester stets vor Dummheiten beschützen musste. Scarlett musste die Erwachsene von beiden sein und war somit mehr von den Launen des Vaters betroffen als Tella.
Während des Buches macht Scarlett eine, für mich, gute und nachvollziehbare Charakterentwicklung durch.
Die Nebencharaktere spielen bei Caraval eine wichtige Rolle und treiben die Handlung sowie Story gut voran.
Während des Lesens konnte ich mir die farbenfrohe und facettenreiche Welt rund um Caraval sehr gut vorstellen und teilweise gut abtauchen. Besonders gut fand ich die verschiedenen Rätselaufgaben und den Aufbau des Spieles, weshalb ich über Scarletts Naivität hinwegsehe. Ich bin an das Buch ohne große Erwartung heran und konnte mich somit komplett auf die Geschichte einlassen.
𝙵𝚊𝚣𝚒𝚝
Scarletts Charaktereigenschaften sind leider nicht für jeden etwas und können einem leicht auf die Nerven gehen. Jedoch ist das Buch im Großen und Ganzen super geschrieben und die Idee dahinter gefällt mir sehr gut.
Ich habe mich von der Geschichte einfach treiben lassen, keine großen Vermutungen angestellt und bin dadurch zum Schluss nochmal überrascht worden.
Da ich die Erzählung sehr schön fand, jedoch durch Scarletts Verhalten manchmal etwas aus dem Lesefluss geraten bin, gibt es eine 3,5/5
Es besteht noch Luft nach oben, besonders was die Charaktere angeht.
Ich werde direkt in Band 2 weiterlesen. 😊