ungewöhnlich, musikalisch
Durch das Raue zu den Sternen📖 Arkadia Fink, genannt Moll, kann eines so richtig gut: Singen. Und deshalb lässt sie sich von nichts und niemandem abhalten, ihren Traum zu verwirklichen und im Knabenchor zu singen. Sie erhofft sich ...
📖 Arkadia Fink, genannt Moll, kann eines so richtig gut: Singen. Und deshalb lässt sie sich von nichts und niemandem abhalten, ihren Traum zu verwirklichen und im Knabenchor zu singen. Sie erhofft sich dadurch aber auch, dass ihre Mutter wiederkommt, die „kurz weggegangen“ ist und auf die Arkadia sehnsüchtig wartet. Musik ist das Element, das Mutter und Tochter schon immer verbindet. Während Moll im Alltag struggelt und nirgendwo so richtig dazugehört, gibt ihr die Musik Mut, ihren Weg zu gehen.
⭐ Ich mochte die Sprache des Romans, die eine große Spannbreite an Emotionen widerspiegelt: mal witzig, mal skurril, mal gewaltsam und unbeherrscht, mal fast zu erwachsen für eine Dreizehnjährige, aber immer irgendwie nachvollziehbar und echt. ⭐Die Geschichte überrascht mit vielen Elementen, die an sich sehr skurril und eigenwillig daherkommen: Die Beziehung zum Neo-Bechstein, das gedankensingende Schwein, das geheime, gefährliche Lied, der weibliche Beethoven. Ich bin angesichts der Fülle fast verwundert, dass sich alles trotzdem zu einer stimmigen, sehr gut erzählten Geschichte zusammenfügt. Ist aber zu 100% so.
⭐ So richtig warm bin ich mit Arkadia leider nicht geworden. Auf der einen Seite bewundere ich sie für ihr Selbstbewusstsein und ihre Angstfreiheit (wenn das denn so stimmt), auf der anderen Seite finde ich sie auch echt unsympathisch im Umgang mit Menschen, die es gut mit ihr meinen.
⭐Das Ende hat mich überrascht bzw. eingeholt und ist absolut gut gelungen; genauso, wie der Parallelismus, der dahin führt (Ich finde sie nicht, …). Weltklasse!
Ein zutiefst feinsinniges, radikal ungewöhnliches Buch, das eine Kaskade von Gedanken auslöst, die mich noch lange begleiten werden.
💬 „Mir macht alles nichts aus.“