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Veröffentlicht am 29.11.2025

Realistisch, modern, aber zäh

Okaye Tage
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Aufgrund von sehr vielen positiven Stimmen habe ich mich dazu entschieden, dieses Buch zu lesen. Der Klappentext klang interessant und ich dachte wirklich, dass ich mich für dieses Buch würde begeistern ...

Aufgrund von sehr vielen positiven Stimmen habe ich mich dazu entschieden, dieses Buch zu lesen. Der Klappentext klang interessant und ich dachte wirklich, dass ich mich für dieses Buch würde begeistern können. Leider war dies nur in Ansätzen der Fall und ich musste das Lesen mehrmals unterbrechen und habe inzwischen andere Bücher gelesen.
Dabei hat das Buch eigentlich viel interessantes zu bieten. Die beiden Protagonisten Sam und Luc haben mir zu Beginn gut gefallen. Ihre erste Verliebtheitsphase war romantisch und ich habe sie gerne auf diesem Teil der Geschichte begleitet. Auch die Beschreibungen von London haben mir sehr gut gefallen. Meiner Meinung nach hat die Autorin Jenny Mustard die Zerrissenheit der beiden Protagonisten sehr gut rüberbringen können. Einerseits sind die beiden bis über beide Ohren ineinander verliebt und möchten alles miteinander teilen, andererseits kommen immer wieder Zweifel auf, was der andere von einem denkt. Dies macht dieses Buch und vor allem diese Liebesgeschichte für mich besonders realistisch, aber auch etwas anstrengend. Denn das Drama ist hier quasi schon vorprogrammiert. Vor allem deswegen, weil die Charaktere wie Feuer und Wasser sind. Luc ist eher ein wenig zurückhaltend, nachdenklich und liebt die Ruhe und Abgeschiedenheit. Sam ist das genau Gegenteil, sie ist laut, offen und trägt ihr Herz auf der Zunge.
Nachdem verblassen der ersten Verliebtheitsphase ist leider auch meine Leselust verblasst. Denn ab diesem Zeitpunkt wurde es für mich einfach nur noch anstrengend. Die Handlung der Geschichte kam nicht wirklich in Fahrt und die Gespräche der beiden drehten sich gefühlt immer um die gleichen Themen und waren langatmig und zäh. An dieser Stelle habe ich das Buch mehrmals zur Seite legen müssen und ich habe mit dem Gedanken gespielt das Buch abzubrechen.
Jenny Mustard hat es geschafft einen sehr jugendlichen, modernen und realistischen Roman zu schreiben. Auch wenn sich die Haupthandlung um eine Liebesbeziehung dreht, würde ich dieses Buch nicht unbedingt als Liebesroman bezeichnen. Die Autorin hat sich dazu entschieden, die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Sam und Luc zu erzählen und obwohl der Roman eigentlich chronologisch aufgebaut ist, gibt es den einen oder anderen Zeitsprung.
Obwohl die Autorin aufgrund der wechselnden Erzählperspektive einen Einblick in das Seelenleben von Sam und Luc ermöglicht, konnte ich doch zu keinem der beide eine tiefere Beziehung aufbauen. Die Nebencharaktere waren zwar durchaus interessant, leider hat sich die Autorin aber nicht die Mühe gemacht innen viel Tiefe zu verleihen. Daher bleiben sie eher eine blasse Randerscheinung. Schade, denn auch hier hätte ich noch einiges an Potential gesehen.
Ich möchte auf keinen Fall behaupten, dass Jenny Mustard hier einen schlechten Roman geschrieben hat. Ich denke eher, dass dieses Buch und ich einfach keine gute Kombination sind und eine jüngere Zielgruppe eher etwas mit den behandelten Themen anfangen kann. Daher kann ich nur eine bedingte Empfehlung für dieses Buch aussprechen.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Wenn der Krimi zur Nebensache wird

Über die Toten nur Gutes
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Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Dies liegt vor allem natürlich an dem sehr strahlendem Gelb, für das sich der Verlag entschieden hat. Dies in Kombination mit dem Titel des ...

Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Dies liegt vor allem natürlich an dem sehr strahlendem Gelb, für das sich der Verlag entschieden hat. Dies in Kombination mit dem Titel des Buches und dem Hund der sein Bein neben dem Sarg hebt, hat auf jeden Fall meine Neugier geschürt. Innerhalb weniger Sekunden hat sich in meinem Kopf eine Erwartungshaltung an das Buch aufgebaut: ein leicht skurriler Regionalkrimi, mit kauzigen Charakteren, erquickender Handlung und viel schwarzem Humor. Wie weit meine Erwartung und die Realität übereingestimmt haben, möchte ich in den nächsten Zeilen erörtern.
Der Anfang des Buches hat auf jeden Fall mal voll ins Schwarze getroffen und ich habe mir selbst für die gute Wahl des Hörbuchs gratuliert. Die skurrile und humorvolle Art und Weise wie der Autor Andreas Izquierdo in seinen Roman startet hat mir gut gefallen und gleich Lust auf mehr gemacht. Es dauert ein wenig bis wir uns dem eigentlichen Kriminalfall widmen, aber das Vorgeplänkel hat die Wartezeit auf jeden Fall verkürzt und versüßt.
Da es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer neuen Reihe rund um Trauerredner Mads Madsen handelt, werden zwar viele Charaktere eingeführt, aber nicht alle bis ins kleinste Detail beschrieben. An mancher Stelle hätte ich mir mehr Informationen gewünscht oder einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten erhofft, denke aber das dies dann in den weiteren Bänden der Fall sein wird. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Mads und seinem Vater Fridtjof hat mir öfters einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
In Bezug auf die Handlung des Buches bin ich ein wenig zwiegespalten. Mads Arbeit als Trauerredner fand ich sehr interessant, weil dies ein Berufsfeld ist, mit dem ich mich bis dato noch nicht beschäftigt habe, auch die Bestatter Themen fand ich ansprechend. Mein Highlight war aber sicher die zwischenmenschliche Interaktion zwischen Mads und seiner Familie und Freunden. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass es sich hierbei ja eigentlich um einen Krimi handelt.
Die Idee des ermittelnden Trauerredners finde ich noch immer sehr ansprechend und auch die Art und Weise wie Mads ermittelt gefällt mir. Allerdings fand ich den Kriminalfall selbst an vielen Stellen unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen. Vor allem, was die Antagonisten betrifft war mir hier viel zu viel Schwarz-weiß Denken im Spiel.
Eine Bewertung für dieses Buch abzugeben, fällt mir unglaublich schwer. Ein Krimi mit nicht überzeugendem Kriminalfall ist eigentlich eine Themenverfehlung. Dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und fand gerade die Mischung aus humorvoller Erzählung, auch wenn der Humor manchmal ein wenig ins übertriebene Lächerliche gekippt ist, ernsten Themen und leisen Tönen sehr ansprechend. Keinen der Punkte kann ich bei meiner Bewertung komplett ausklammern, daher bleibt mir nichts anders übrig als das Buch mit einer durchschnittlichen Sternebewertung zu versehen.
Der Dumont Verlag hat mit der Auswahl von Uve Teschner als Sprecher dieses Hörbuchs eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Seine Art zu Lesen hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Uves Stimme und seine Art zu Lesen passt perfekt zu der Mischung aus Krimi und humorvoller Erzählung. Ich hoffe, dass er auch die weiteren Bände der Reihe lesen wird, denn auch wenn mich der Inhalt nicht komplett überzeugen konnte, seine Stimme hat es auf jeden Fall getan.
Meiner Meinung nach ist dies kein Buch für eingefleischte Krimifans. Dafür ist der Spannungsbogen einfach nicht ausgeprägt genug und der Kriminalfall zu unglaubwürdig. Wer allerdings seine Freude an kauzigen Charakteren und humorvollen Dialogen hat und neben noch ein wenig Spannung haben möchte, sollte diesem Buch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Von Unterarmen und Erwartungen – eine enttäuschte Romanze

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Über den Namen Kyra Groh bin ich im letzten Jahr öfter gestolpert und ihre Bücher klangen eigentlich immer sehr vielversprechend. Dennoch hat es ein wenig gedauert, bis eines davon auf meiner Leseliste ...

Über den Namen Kyra Groh bin ich im letzten Jahr öfter gestolpert und ihre Bücher klangen eigentlich immer sehr vielversprechend. Dennoch hat es ein wenig gedauert, bis eines davon auf meiner Leseliste gelandet ist und im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob das nicht ein Fehler war.
Dabei klang der Klappentext so vielversprechend und ich war eingestellt auf Herbststimmung und romantische Gefühle. Der Anfang des Buches war auch wirklich vielversprechend und ich habe mich schnell in der Geschichte zurechtgefunden. Doch dann ging es mit meiner Lesemotivation bergab und ich habe gefühlt ewig gebraucht, um das Buch zu beenden. Mehrmals habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Glücklicherweise habe ich es nicht getan, denn das Ende hat mich wieder ein wenig mit der Geschichte versöhnt. Wobei ich mir unsicher bin, ob ich die weiteren Bücher, dieses ist nämlich der Auftakt der "Lower Whilby" Reihe.
Mein größtes Problem mit dem Buch war die Liebesgeschichte zwischen Jude und James. Dies ist natürlich besonders fatal, da es sich hierbei um das zentrale Thema des Buches handelt. Leider hat es Autorin Kyra Groh nicht geschafft mir die Chemie zwischen den beiden glaubhaft zu vermitteln. Das die beiden sich körperlich anziehend finden war nicht zu übersehen bzw. überlesen, immerhin wird die Autorin nicht müde zu betonen, wie unglaublich scharf Jude James Unterarme findet oder James ihren Hintern. Dieses ständige Gedankenkreisen um die körperliche Anziehung war für mich einfach ein wenig zu viel des Guten. Eine kleine positive Überraschung gab es aber auch, denn die Autorin hat es sich zumindest verkniffen James mit einem überproportionalen "besten Stück" auszustatten.
Die versprochene Herbststimmung und die Gilmore Girl Vibes waren leider auch nicht in dem Maße spürbar, wie ich es mir nach der Ankündigung des Verlages erwartet hatte. Eventuell waren hierbei aber auch nur meine Erwartungen ein wenig zu hoch.
Sowohl Jude als auch James waren mir nur bedingt sympathisch. Jude beklagt sich immer, dass alle Menschen in ihrer Umgebung Probleme mit ihrem Charakter haben und niemand sie so akzeptiert wie sie ist und sie angepasster sein, und der Norm entsprechen soll. Umgekehrt kann sie aber James Wünsche auch nicht akzeptieren, versucht immer mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und ist dabei auch noch furchtbar aufdringlich.
Mit den Nebencharakteren konnte ich mich weitaus besser identifizieren und da waren einige dabei, die mir sympathischer waren als die beiden Hauptcharaktere. Schade fand ich es, dass ich nicht mehr erfahren durfte, wie Olives Geschichte ausgeht. Mittlerweile weiß ich aber, dass im zweiten Teil der Reihe Nore und im dritten Teil dann Olive die Hauptperson der Geschichte sein wird. Daher verstehe ich, dass Kyra Groh zu den Geschichten der beiden Damen in diesem Teil nur vage Andeutungen macht.
Das Buch ist für mich kein kompletter Reinfall, aber auch keine Offenbarung. Den Hype um das Buch kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen. Für mich hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass gehypte Bücher nicht gleichzeitig auch gute Bücher sein müssen. Was das betrifft, werde ich in Zukunft noch vorsichtiger sein.
Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen und auch Whilby als Schauplatz finde ich ansprechend. Meiner Meinung nach ist dies aber kein Buch, das in dem Genre besonders hervorsticht. Als zwischendurch Zeitvertreib ganz okay, man verpasst, aber auch nicht viel, wenn man die Finger davonlässt.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Ein Buch über Streit und Versöhnung - theoretisch jedenfalls

Die Streitsaurier
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Auf dieses Buch haben sich der kleine Leser und ich sehr gefreut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der kleine Leser war total begeistert, dass es in diesem Buch um Dinosaurier geht bzw. dass die ...

Auf dieses Buch haben sich der kleine Leser und ich sehr gefreut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der kleine Leser war total begeistert, dass es in diesem Buch um Dinosaurier geht bzw. dass die Hauptcharaktere des Buches Dinosaurier sind. Mich hat besonders das Thema des Buches angesprochen: eine humorvolle Geschichte über das Streiten und Versöhnen. Leider konnte uns das Buch nicht beide zufrieden stellen.
Ich möchte aber mit den positiven Aspekten des Buches beginnen, bevor ich meine Kritik äußere. Wie vom Baumhaus Verlag nicht anders erwartet, ist das Buch wieder äußerst hochwertig verarbeitet. Die Illustrationen von Gloria Jasionowski sind bunt, humorvoll und manchmal ein klein wenig kurios. Das Miracelrex, ja er wird im Buch wirklich mit das und nicht der bezeichnet, und der Superosaurus schauen lustig aus und haben dem kleinen Leser sehr gut gefallen. Manche der Illustrationen haben ihn aber auch ein wenig ratlos zurückgelassen, da immer irgendwas aus dem Wasser heraussteht und für ihn nicht ganz klar war, was das darstellen soll.
Der Text ist kindgerecht verfasst und stellenweise auch sehr unterhaltsam. Manche Absätze sind in Urviehchisch verfasst, einer urzeitlichen Dinosauriersprache. An sich eine witzige Idee, allerdings hatte ich Schwierigkeiten mit dem Vorlesen, denn das urviechisch wollte mir nicht so einfach von der Zunge rollen. Auch beim kleinen Leser kam dies nicht so besonders gut an, ich denke, dies ist eher für ältere Kinder interessant.
Wie bereits anfangs angekündigt, muss ich leider ein wenig Kritik üben und diese betrifft den Inhalt des Buches. Mir ist bewusst, dass ich einen relativ hohen Maßstab für Kinderbücher ansetze, aber mir persönlich ist eben wichtig, dass die Bücher einen gewissen Lehrauftrag erfüllen. Insbesondere dann, wenn dies vom Verlag so angekündigt wird und es für mich der Hauptgrund war, mich für dieses Buch zu entscheiden. Leider kommen die Themen Streiten und Versöhnen in diesem Buch ein wenig zu kurz. Der Streit von Miracelrex und Superosaurus war für uns als solcher anfangs nicht zu erkennen. Ja, die beiden messen sich aneinander, dies war für uns aber eher ein gegenseitiges Necken und kein Streiten. Auch die Versöhnung am Ende kam so überraschend, dass sie nicht wirklich als solche erkennbar war.
Dazu kommen dann noch der eine oder andere logische Fehler, der mich in Erklärungsnot gebracht hat. Da ich manche Dinge selbst nicht verstehen konnte, konnte ich diese dann eben auch nicht logisch erklären oder begründen, warum das jetzt so passt.
Empfehlen kann ich dieses Buch für kleinere oder größere Dinofans, die auf der Suche nach einer humorvollen Geschichte sind. Wer auf der Suche nach einer guten und spaßigen Möglichkeit ist, den Kindern Streiten und Versöhnen näher zu bringen, sollte meiner Meinung nach zu einem anderen Buch greifen, wie zum Beispiel Ruppi Rüpelfisch, ebenfalls aus dem Baumhaus Verlag.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Itadakimasu

Oishii!
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Schon lange habe ich mir bei einer Rezension so schwergetan wie bei diesem Buch. Dies liegt aber nicht daran, dass das Buch so unglaublich schlecht ist, sondern, dass ich mir unsicher bin, wie ich das ...

Schon lange habe ich mir bei einer Rezension so schwergetan wie bei diesem Buch. Dies liegt aber nicht daran, dass das Buch so unglaublich schlecht ist, sondern, dass ich mir unsicher bin, wie ich das Buch einordnen soll. Wobei ich mit diesem Problem scheinbar nicht die einzige bin, denn ich bereits auf die folgenden Genreeinordnungen im Zusammenhang mit diesem Buch gestoßen: "Geschenkbücher", "Kochbuch", und "Reisen".
Aber meine Zerrissenheit bezüglich der Bewertung des Buches kommt nicht nur durch die Vielfalt der Genre in die man das Buch einordnen kann, sondern auch daher, dass ich eine spezifische Erwartung hatte, als das Buch bei mir einziehen durfte.
Als großer Liebhaber der japanischen Esskultur wollte ich tiefer in die Welt der Izakayas eintauchen und die Möglichkeit haben, diese vielfältigen Gerichte zuhause nachzukochen. Leider wurden meine Erwartungen von Autor Stefan Braun nur bedingt erfüllt. Der Rezeptanteil dieses Buches ist nämlich eher gering einzuschätzen, vor allem wenn man sich ein Kochbuch erwartet. Zusätzlich sind sehr viele Rezepte enthalten, die mir bereits bekannt und in anderen Büchern enthalten sind. Letzteres kann ich dem Autor aber nicht vorwerfen, immerhin kann er nichts für mich gut gefülltes Kochbuchregal.
Die Rezepte sind übersichtlich und klar strukturiert dargestellt und mir persönlich gefällt auch sehr gut, dass der Autor die Namen der Gerichte in Japanisch aufführt. Nährstoffangaben sucht man in diesem Buch allerdings vergeblich. Andere Rezensionen des Buches bekritteln, dass viele der benötigten Zutaten nur schwer in Deutschland oder Österreich zu bekommen sind. Diese Kritik kann ich nur bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Natürlich werden in japanischen Rezepten typisch japanische Zutaten verwendet, die man eventuell außerhalb Japans nur schwer bekommt. Möglicherweise könnte man die eine oder andere Zutat durch ein europäisches Ersatzprodukt ersetzen, dadurch würde aber sowohl der Geschmack als auch die Authentizität leiden.
Der Hauptbestandteil des Buches sind Fotografien. Auch dies ist eigentlich wenig verwunderlich, wenn man sich die Biografie des Autors anschaut, was ich vor der Anschaffung des Buches nicht getan habe. Stefan Braun ist nämlich ein renommierter Fotograf, der sich auf kulinarische Fotographie spezialisiert hat. Seine Bilder sprechen eine eindeutige Sprache und geben meiner Meinung nach einen guten Eindruck in die vielfältige Welt der japanischen Kultur und insbesondere in die Izakayas. Ergänzt werden die Bilder mit kleinen Texten, in denen der Autor u.a. verschiedene Zutaten erklärt oder genauere Infos gibt.
Alles in allem ist dieses Buch wirklich eine bunte und authentische Mischung. Allerdings bin ich mir bezüglich der Zielgruppe des Buches nicht sicher. Kochbuchliebhaber werden aufgrund des geringen Rezeptanteils enttäuscht werden. Für Freunde von Bildbänden sind wiederum die Rezepte störend und eingefleischte Japanfans werden wohl eher wenig Neues lernen. Müsste ich diesem Buch einen Stempel aufdrücken würde ich es klassisch neudeutsch als "Coffee table book mit Rezeptfeature" nennen.
Trotz meiner sehr zwiegespaltenen Meinung möchte ich dieses Buch aber dennoch weiterempfehlen. Man sollte sich vor dem Kauf allerdings genau überlegen, was man sucht und ob dieses Buch wirklich das richtige für einen ist.

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