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Veröffentlicht am 25.10.2025

Ein Leben zwischen zwei Welten

Das Licht in den Wellen
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Bei Janne Mommsens neuestem Roman hat mich die Covergestaltung mit dem Meer und der Farbgestaltung und dem Bild einer Frau, die vermuten lassen, dass es sich um einen historischen Roman handelt, direkt ...

Bei Janne Mommsens neuestem Roman hat mich die Covergestaltung mit dem Meer und der Farbgestaltung und dem Bild einer Frau, die vermuten lassen, dass es sich um einen historischen Roman handelt, direkt angesprochen. Auch der robuste Einband mit der rauen Haptik gefällt mir. Nur ein Bändchen als Lesezeichen wäre bei dieser hochwertigen Aufmachung und der etwas höheren Seitenzahl noch schön und hilfreich gewesen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die fast hundertjährige Inge Martensen, die auf Föhr geboren wurde und aufgewachsen, dann aber kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach New York ausgewandert ist, wo sie zunächst im Deli eines anderen ehemaligen Föhrers arbeitete und Anschluss in der doch recht großen Community von ausgewanderten Föhrern und Amrumern in New York fand. Irgendwann kehrte sie dann aber auf ihre Heimatinsel zurück und reist nun, kurz vor ihrem 100. Geburtstag mit ihrer Urenkelin Swantje auf einem Kreuzfahrtschiff in die amerikanische Metropole, um noch einmal die Orte zu sehen, mit denen sie so viele Erinnerungen verbindet, und ihrer Urenkelin zugleich neue Horizonte zu eröffnen.

So wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt, der Schiffspassage in der Gegenwart und Inges Erinnerungen an ihre bewegte Vergangenheit. Ich fand es sehr interessant, mehr darüber zu erfahren, wie das Leben der ausgewanderten Insulaner in den USA so aussah und war doch überrascht, wie viele es, bezogen auf die doch eher geringe Einwohnerzahl der beiden Nordfriesischen Inseln, doch waren und wie sie auch dort weiter ihre Gemeinschaft pflegten. Besonders beeindruckend ist dabei natürlich der Weg, den Inge gegangen ist, zumal dieser nicht frei von Schicksalsschlägen war. Auch Swantje ist mir sehr sympathisch, wie sie sich auf der Suche nach ihrem eigenen Weg nicht unter Druck setzen lässt und auch ihre Uroma bei dem unterstützt, was sie vorhat, ohne auf deren hohes Alter als Hinderungsgrund zu verweisen. Auch über das Leben noch fast ohne Tourismus auf der Insel Föhr, die ich nur aus der heutigen Zeit kenne, erfährt man recht viel. Der Schreibstil des Autors ist gewohnt gut lesbar und die Geschichte fesselnd, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Frauenrechte gab es nicht geschenkt

Im Wind der Freiheit
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Der historische Roman hat mein Interesse geweckt, weil mir Louise Otto als Vorkämpferin für Frauenrechte bereits aus anderen historischen Romanen ein Begriff war, sie dort aber immer nur eine Randfigur ...

Der historische Roman hat mein Interesse geweckt, weil mir Louise Otto als Vorkämpferin für Frauenrechte bereits aus anderen historischen Romanen ein Begriff war, sie dort aber immer nur eine Randfigur war. Der Titel des Buchs passt meiner Meinung nach sehr gut zur Thematik und auch die Covergestaltung ist stimmig.

Die Handlung ist um das historisch bedeutsame Jahr 1848 angesiedelt. Neben Louise Otto steht Susanne im Mittelpunkt. Sie stammt aus ärmlichen Verhältnissen und versucht, sich und ihre Mutter irgendwie über Wasser zu halten. Zugleich hat sie ein ausgeprägtes Gespür für Gerechtigkeit und so beginnen sich die Wege der beiden Frauen in dieser aufregenden Zeit, in der sich die einfachen Menschen gegen die Obrigkeit aufzulehnen beginnen, regelmäßig zu kreuzen.

Mir hat der historische Roman gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin war anschaulich und gut nachvollziehbar. Die beiden Protagonistinnen waren mir trotz aller Unterschiede jede auf ihre Art sympathisch und ich fand es sehr interessant, so nun mehr über Louise Otto Peters und ihren Einsatz, von dem wir auch heute noch profitieren, zu erfahren.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Bloß keine Eile

Die Sekundenochs
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Das Kinderbuch "Die Sekundenochs" weckt mit seinem lautmalerischen Titel und den bunten Illustrationen auf dem Cover direkt das Interesse.

Bei den Sekundenochs handelt es sich um ein Volk, das unter der ...

Das Kinderbuch "Die Sekundenochs" weckt mit seinem lautmalerischen Titel und den bunten Illustrationen auf dem Cover direkt das Interesse.

Bei den Sekundenochs handelt es sich um ein Volk, das unter der Erde lebt und trödeln muss, anstatt zu essen oder zu trinken, um am Leben zu bleiben. Die Sekundenochs sind viel kleiner als wir Menschen und einer von ihnen landet eines Abends unter Smillas Bett. Smilla würde gerne alles etwas entspannter angehen und nicht immer zu bestimmten Zeiten irgendwo sein müssen, obwohl sie eigentlich gerade viel lieber etwas Anderes machen würde. Da kommt ihr der Überraschungsbesuch gerade recht.

Ich finde das Bilderbuch sehr gelungen. Sowohl die altersangemessenen Texte als auch die bunten und humorvollen Illustrationen sorgen für viel Unterhaltung beim Vorlesen. Es gibt auf den Seiten auch immer wieder viele Details zu entdecken, was es für Kinder spannend macht. Auch die Botschaft hinter dem Buch, nicht immer zu hetzen, sondern sich auch mal Zeit für weniger vernünftige Dinge zu nehmen, finde ich gut.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Alte weiße Männer

Aufsteiger
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Der Protagonist dieses Gegenwartsromans, Felix Licht, meint sich am Ziel der Karriereleiter, dem Chefredakteursposten des wichtigsten deutschen Magazins, angekommen. Jahrelang hat er darauf hin gearbeitet, ...

Der Protagonist dieses Gegenwartsromans, Felix Licht, meint sich am Ziel der Karriereleiter, dem Chefredakteursposten des wichtigsten deutschen Magazins, angekommen. Jahrelang hat er darauf hin gearbeitet, dem Verleger nach dem Mund geredet und seinen alten Förderer und bisherigen Chefredakteur zugunsten seiner eigenen Ambitionen geopfert. Doch dann bekommt überraschend nicht er den Posten, sondern Zoe Rauch, seine ehemalige Volontärin, die er seit einem Vorfall vor zwölf Jahren nicht mehr gesehen hat. Sie ist nicht nur wesentlich jünger als er, sondern gilt auch als "woke" und passt somit eigentlich gar nicht zur bisherigen Ausrichtung des Magazins. Das alles wirft Felix Lichts Lebensplanung komplett über den Haufen.

Ich empfand die Geschichte als sehr unterhaltsam und (leider) auch realitätsnah, immer wieder gab es Bezüge zu echten Ereignissen aus der jüngeren Vergangenheit und auch die Charaktere sind authentisch gestaltet. Dennoch oder auch deshalb gab es immer wieder humorvolle, vielleicht zum Teil auch sarkastische Szenen. Die Handlung wies zudem immer wieder überraschende Wendungen auf, sodass der Ausgang lange nicht vorhersehbar war. Der Schreibstil des Autors ist sehr wortgewandt und er bedient sich dabei bewusst immer wieder des typischen Vokabulars seiner Hauptpersonen, was deren Verhalten teils auch zusätzlich etwas ins Lächerliche zieht. Ich habe das Hörbuch angehört und empfand den Sprecher als passend gewählt. Man konnte ihm sehr gut folgen.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Wenn Glauben nicht zur Freiheit führt

Monstergott
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Bei diesem Buch hat mich der plakative Titel direkt neugierig gemacht. Ich nehme an, das Cover mit dem angebissenen Apfel ist ein Verweis auf den Sündenfall im Paradies, als Eva vom verbotenen Apfel kostete. ...

Bei diesem Buch hat mich der plakative Titel direkt neugierig gemacht. Ich nehme an, das Cover mit dem angebissenen Apfel ist ein Verweis auf den Sündenfall im Paradies, als Eva vom verbotenen Apfel kostete. Das Thema des Romans interessierte mich sehr, da ich den Eindruck habe, dass Freikirchen aktuell relativ viel Zulauf haben, ich aber sehr skeptisch bin, was viele derer Regeln und Rituale angeht.

Die Geschwister Ben und Esther sind quasi in einer Freikirche aufgewachsen, ihre Eltern sind durch ehemalige Nachbarn zu der Gemeinde gestoßen. Lange Zeit, bis ins junge Erwachsenenalter, sind sie glücklich mit den Angeboten der Gemeinde und den Freundschaften, die dort entstanden sind. Allerdings zeigen sich bei genauerer Betrachtung immer mehr Schattenseiten, zum Beispiel die Gleichberechtigung von Mann und Frau betreffend oder den Umgang mit Krankheiten, mit denen vor allem Esther hadert. Und Ben hat ebenfalls Probleme, den Moralvorstellungen der Gemeinde zu entsprechen, versucht aber lange, das alles mit sich allein auszumachen.

Ich fand es sehr interessant, durch dieses Buch Einblicke in eine solche Gemeinschaft zu erhalten. Auf mich wirkte vieles sehr authentisch, die spezielle Auslegung der Bibel, die Instagram tauglichen Feiern und auch die Doppelmoral der Funktionsträger. Die beiden Hauptpersonen Ben und Esther waren mir sehr sympathisch und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, wie sie damit hadern, Gott nicht zu genügen, bzw. dass ihre gewohnte und lieb gewonnene Gemeinschaft vielleicht doch nicht das ist, was ihnen gut tut. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und sehr anschaulich, sodass man sich die beschriebenen Szenen gut vorstellen konnte.

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