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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2025

Sehr liebevoll gestaltet und auf das Wesentliche reduziert

Mister O'Lui feiert Weihnachten
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Mister O’Lui ist ein süßer Biberbär, der in einem kleinen Häuschen in New York im Central Park wohnt. Mit ihm zusammen lebt Rupert, das kleine Streifenschwein. Und in diesem Buch feiern wir Weihnachten ...

Mister O’Lui ist ein süßer Biberbär, der in einem kleinen Häuschen in New York im Central Park wohnt. Mit ihm zusammen lebt Rupert, das kleine Streifenschwein. Und in diesem Buch feiern wir Weihnachten mit den beiden.
Ganz besonders ist dieses Weihnachtsfest, weil es das allererste für Rupert ist. Dementsprechend hat er natürlich viele Fragen und Mister O’Lui hat alle Hände voll zu tun, ihm alles zu erklären. Insbesondere das Thema Geschenke ist für Rupert eine große Sache. Er schreibt einen Wunschzettel und die Liste wird immer länger. Schließlich hat er sogar alle Dinge, die seine Freunde gerne haben wollen, ebenfalls. Doch kein Kinderbuch ohne Botschaft: Rupert teilt natürlich mit seinen Freunden, die bisher ohne Geschenke dastanden und so erfreuen sie sich am Beisammensein und an dem schönen Weihnachtsfest. Wenn das mal keine Botschaft für Kinder ist, die die Wunschzettel an das Christkind ebenfalls überstrapazieren.
Wie die gesamte Mister O’Lui-Reihe punktet auch dieses Buch durch die schöne, dezente Farbgebung und die wunderbaren Bilder. Sie finden genau die richtige Mischung zwischen Details und auf das wesentliche reduziert. Ganz besonders gefällt mir auch der ungleiche Freundeskreis und wie die verschiedenen Tiere dargestellt sind. Das ist mit ganz viel Liebe gemacht und dabei mit einem unverkennbaren Stil. Daher spricht dieses Buch nicht nur die Kleinsten an, sondern kann auch bei allen Erwachsenen punkten, die Bilderbüchern etwas abgewinnen können.
Von mir gibt es für dieses tolle Weihnachtsbuch definitiv eine Leseempfehlung!

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Humor
Veröffentlicht am 16.11.2025

Gut geschrieben, regt durch seine Nahbarkeit zum Nachdenken an

LEBEN. Meine Geschichte in der Geschichte
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Diese Biografie fand ich total inspirierend! Sie bringt uns den Vorgänger-Papst, Papst Franziskus, menschlich näher und wir tauchen in die prägendsten Erlebnisse ein.
Wer jetzt von einer ganz normalen ...

Diese Biografie fand ich total inspirierend! Sie bringt uns den Vorgänger-Papst, Papst Franziskus, menschlich näher und wir tauchen in die prägendsten Erlebnisse ein.
Wer jetzt von einer ganz normalen Biografie ausgeht, die das ganze Leben nacherzählt, liegt hier falsch. Denn die Biografie greift gezielt geschichtliche Ereignisse aus der Lebenszeit von Papst Franziskus auf. Zu diesen gibt es eine Art Kurzgeschichte, wo der Autor etwas zu einer Situation aus dem Leben Jorge Bergolios erzählt und dann auf das geschichtliche Ereignis zu sprechen kommt. Dann schließen sich vom Papst geschriebene Zeilen an, wo er aus heutiger Perspektive auf diese Zeit blickt. Das schafft einerseits eine echte Nähe, weil die Kurzgeschichte dafür sorgt, dass man sich in hineinversetzen kann. Andererseits zeigt er in seinen Zeilen auf, wie ihn das jeweilige Ereignis geprägt hat und gibt mehr Kontext weiter, als es in der Kurzgeschichte möglich gewesen wäre.
Ganz berührend fand ich die letzten beiden Kapitel zur Papst-Wahl und auch zur Corona-Pandemie. Es hat mich vor allem in die Zeit des Letzteren richtig zurückversetzt und mich zum Reflektieren angeregt. Ich habe mal gelesen, dass man in jeder Biografie auch etwa für das eigene Leben lernt. In dieser habe ich definitiv gelernt, mir die Frage zu beantworten, wie mich die Erfahrungen der Pandemie verändert haben.
Vermutlich finde ich zu der Biografie von Jorge Bergolio deshalb so einen guten Zugang, weil er das so nahbar geschrieben hat und so ungeschönt Erlebnisse aus seinem Leben teilt. Es zeigt den Menschen hinter dem Papst und gibt keine religiösen Weisheiten weiter, sondern einen weisen Blick auf die Welt mit der Perspektive der Armen. Selbst wer nicht gläubig ist, kann hier bestimmt gut anknüpfen. Mich hat es sehr berührt!

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Der Rückblick auf ein Leben und seine Erinnerungen

Sonnenaufgang Nr. 5
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Wie blickt man auf das eigene Leben und wie sehen es dagegen andere? Und was bleibt am Ende übrig, wenn man sich erinnert? Das sind die zentralen Fragen im Roman Sonnenaufgang Nr. 5. Denn alles beginnt, ...

Wie blickt man auf das eigene Leben und wie sehen es dagegen andere? Und was bleibt am Ende übrig, wenn man sich erinnert? Das sind die zentralen Fragen im Roman Sonnenaufgang Nr. 5. Denn alles beginnt, als der junge Autor Jonas in einen kleinen Ort am Meer reist, um die Biografie der altgewordenen Filmdiva Stelle Dor zu schreiben.
Jonas will es seinem Vater nach seinem Literaturstudium beweisen, um nicht in dessen Restaurant arbeiten zu müssen und um sich nicht einzugestehen, dass er es nicht geschafft hat. Da kommt also der Auftrag als Ghostwriter für Stella Dors Biografie gerade recht. Nur leider macht es ihm Stella nicht gerade leicht. Denn sie ist alles andere als nahbar oder zugänglich. Stattdessen teilt sie mit Jonas hunderte von Erinnerungen, die in keiner Reihenfolge stehen und die sie jahrelang auf hunderten von Zetteln überall im Haus an den unmöglichsten Stellen aufgehoben hat, um die wichtigsten Erlebnisse nicht zu vergessen. Dennoch kommt er mit dem Schreiben voran und lernt in seinen freien Stunden so manchen kauzigen Dorfbewohner kennen, die mit ihm ebenfalls interessante Erinnerungen aus ihrem Leben teilen. Und zwischen alledem beginnt Jonas eine ganz andere Sicht auf Stellas Erzählungen aber auch auf sein eigenes Leben zu bekommen.
Erste einmal muss ich sagen, dass Carsten Henn schon fast poetisch schreibt. Es ist eine Freude es zu lesen oder, in meinem Fall, zuzuhören. An mancher Stelle fand ich die Ausdrücke so schön, dass ich sie mir am liebsten aufgeschrieben hätte. So hat mich schon der Schreibstil berührt.
Noch mehr gepackt haben mich aber die Begegnungen, die Jonas macht. Zum Beispiel trifft er auf eine alte Frau, die jeden Tag an einer Bushaltestelle der Ansage lauscht, weil sie ihr verstorbenen Mann vor Jahren eingesprochen hat. Oder die mit den weiteren Dorfbewohnern. Sie lehren den Wert von Erinnerungen und wie unterschiedlich doch der Rückblick auf ein Leben sein kann. Natürlich stellt sich anhand von Stellas Leben auch die Frage, wie sehr man die Vergangenheit im Rückblick beschönigen kann und wie unterschiedlich zwei Personen die gleichen Situationen in Erinnerung behalten haben.
In all das ist die persönliche Geschichte von Jonas, seinem Vater, seiner verstorbenen Mutter und eine Liebesgeschichte mit Nessa eingewoben. Ich konnte gar nicht mehr aufhören, weiterzuhören, weil ich so sehr in der Geschichte war und mich gleichzeitig die Botschaft über den Wert von Erinnerungen so sehr berührt haben. Für mich definitiv ein Highlight aus 2025!

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Was würdest Du Dir als Kind zu Deinem heutigen Leben sagen

Drei Tage im Schnee
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Wenn ich mir vorstelle, was ich als Kind vermutlich jetzt zu mir sagen würde, dann bin ich mir sicher, dass darin viele Fragen vorkommen würden. Warum ich das denke? Naja als Kind hatte ich nicht damit ...

Wenn ich mir vorstelle, was ich als Kind vermutlich jetzt zu mir sagen würde, dann bin ich mir sicher, dass darin viele Fragen vorkommen würden. Warum ich das denke? Naja als Kind hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich in meiner Freizeit das Staubsaugen dem Sport vorziehen würde, weil ja freitags der Putztag ist. Ich hatte auch nicht erwartet, dass ich mich selbst davon abhalte, noch ein Stück Lebkuchen zu essen, obwohl ich merke, dass es mir gerade gut tun würde, ich aber die Angst vorm Zunehmen stärker gewichte. Ich würde mich also wahrscheinlich öfter fragen, warum ich das tue. Geht uns das nicht irgendwie allen so? Wir Erwachsenen wissen einfach nicht mehr, wie man mit Kinderaugen auf die Welt geblickt hat.

Dieses Buch lehrt uns Erwachsene aber, wie wir das wieder öfter tun können und das darin auch das kleine Glück des Alltags liegen kann. Wir alle kennen diese Persönlichkeitsentwicklungsbücher, wie man zu mehr Selbstliebe, Resilienz, Leichtigkeit im Alltag und so weiter kommt. Doch wer liest schon gerne schlaue Ratschläge im Stil von du musst, du solltest, wie kannst Du nur. Stattdessen schickt dieses Buch ein kleines Mädchen namens Sophie vor. Denn wir lernen in Geschichtenform gemeinsam mit unserer Hauptfigur Hannah.

Hannah ist gestresst von ihrem Alltag und nimmt sich eine Auszeit in einer abgelegenen Hütte im Schnee. Dort will sie, wie sie sagt, ihre Batterien wieder aufladen. In der Abgeschiedenheit begegnet ihr die kleine Sophie, die Hannah zunächst für ein Nachbarskind hält. Sie malen und spielen zusammen und so ganz nebenbei erklärt Sophie Hannah, wie sie die Welt sieht. Für Hannah sind das Erlebnisse, die sie ganz im Moment leben lassen, sie aber im Nachgang auch zum Nachdenken anregen. Sie übersetzt daraus Denkanstöße für ihr eigenes Leben, die man sich ganz wunderbar auch als Leser zu Herzen nehmen kann. So ist dieses Buch für jeden etwas anderes: Der eine mag darin eine nette Geschichte sehen, der andere sieht darin einen Ratgeber, die Welt wieder mehr wie ein Kind zu betrachten.

Mich hat ganz viel zum Nachdenken angeregt, auf eine ganz unaufgeregte, nicht belehrende Art. Für mich ein Lesehighlight in 2025.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

In manchen Situationen bräuchte ich eine kleine Karin Kuschik auf der Schulter

50 Fragen, die das Leben leichter machen
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Ich bin ein Gesprächs-Wiederkäuer. Was das ist? Jemand der wichtige Gespräche im Nachgang immer und immer wieder im Kopf durchgeht und überlegt, was er besser anders oder nicht gesagt hätte. Und weil ich ...

Ich bin ein Gesprächs-Wiederkäuer. Was das ist? Jemand der wichtige Gespräche im Nachgang immer und immer wieder im Kopf durchgeht und überlegt, was er besser anders oder nicht gesagt hätte. Und weil ich das für mich erkannt habe, liebe ich solche Kommunikations-Sachbücher. Sie geben mir so viel Handwerkzeug mit, dass ich mit dem Ausprobieren gar nicht hinterherkomme. Doch selten sind sie so unterhaltsam und kurzweilig geschrieben wie die von Karin Kuschik.

Mit 50 Fragen, die das Leben leichter machen, greift Karin Kuschik die alte Weisheit auf Wer fragt, der führt. Letzterem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass jede Frage auch zum Ziel führt. Sie wollen klug formuliert werden und das ist gar nicht so leicht. Dabei hilft Karin Kuschiks neustes Werk, das ich nicht nur gelesen, sondern auch als Hörbuch gehört habe. Sie hat es selbst eingesprochen und es ist wirklich ein Highlight, weil es sich anfühlt, als bekäme man gerade ein exklusives Coaching mit Beispielen aus ihrem bisherigen Alltag. Eine kurzweilige Erzähltechnik, eine lebendige Betonung und schon wird aus dem Sachbuch echte Unterhaltung. Doch auch gelesen kann man durch die gute Struktur leicht folgen. Jedes Kapitel hat eine Frage, seine eigenen Beispiele und am Ende einen Hinweis, wofür man diese Frage im Alltag benutzen kann.

Wer nun die Klassiker im Sinne von offene Fragen-stellen erwartet, könnte nicht falscher liegen. Meine Lieblinge waren Was könnten Sie tun, um das Problem noch schlimmer zu machen und Was würden Sie tun, wenn ich Madonna wäre. Natürlich stecken dahinter gezielte Ideen und Fragetechniken, die sich prima an die jeweilige Situation anpassen lassen. Dadurch das Karin Kuschik sie aber in Geschichten verpackt, kann man sie sich viel besser merken und bekommt eine praxisnahe Idee der Anwendung. Ich bin ganz begeistert und liebe es sehr, die Fragetechniken direkt in meinem Alltag auszuprobieren - natürlich um nicht immer festzustellen, dass es funktioniert. Manchmal muss ich danach auch nochmal zum Gespräche-Wiederkäuen zurückkehren und mir überlegen, welche andere Fragetechniken wohl besser gewesen wäre. Man muss einfach offen für neue Fragetechniken bleiben und sich trauen, etwas zu testen. Es ist so viel Auswahl dabei, dass ich das Buch immer mal wieder gerne für Denkanstöße in die Hand nehmen werde. Ich denke, mit Karin Kuschiks Buch sollte man es halten wie mit einem Supermarkt-Regal: das was man gebrauchen kann, nimmt man sich heraus, und das, was man für sich nicht anwenden kann, lässt man einfach stehen und vergisst es wieder.

Um in diesem Bild zu bleiben, würde ich sagen: Nach Karin Kuschiks 50 Fragen gehe ich mit einem randvollen Einkaufswagen aus dem Supermarkt und erfreue mich jeden Tag daran, wenn die Fragen mal wieder funktioniert haben. Und wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre es eine kleine Karin auf meiner Schulter, die ich mir bei schwierigen Gesprächen herbeizaubern könnte, damit sie mir gute Tipps in der Situation gibt.

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