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Veröffentlicht am 13.02.2018

Ein fesselnder Roman: hier wachsen Menschen Flügel!

Meine Schwester, die Hummelkönigin
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Bei diesem Buch wird man langsam aber sicher auf Bear Isle gefangen. Das liegt am einnehmenden Schreibstil von Patrizia Zannini, aber auch an der Handlung und der darin wunderschöne beschriebenen Natur. ...

Bei diesem Buch wird man langsam aber sicher auf Bear Isle gefangen. Das liegt am einnehmenden Schreibstil von Patrizia Zannini, aber auch an der Handlung und der darin wunderschöne beschriebenen Natur. Man erlebt den Hummerfang mit, sieht die endlosen Blaubeerbüsche und den farbenprächtigen Indian Summer, der auch die Touristen magisch anzieht.

Die Geschichte dreht sich um Ally, die sich fern von Bear Isle in LA ein eigenes Leben aufgebaut hat und um ihre Schwester Emma, die sehr speziell und anders ist und mit Veränderungen schlecht klar kommt. Ihr Leben braucht immer gleichbleibende Rituale und feste Strukturen. Sie kann nicht allein leben, das wird Ally nun nach dem Tod der Mutter selbst bewusst. Wie oft hat sie selbst als Kind hinter Emmas Bedürfnissen zurückstecken müssen und als jüngere Schwester mehr Verständnis zeigen müssen als ihr lieb war. Jetzt wird ihr klar, dass sie erneut Verantwortung übernehmen muss, dabei will sie ihr eigenständiges Leben fernab von Bear Isle eigentlich nicht aufgeben. Dort sieht sie ihre Zukunft mit Stan, ihrem Freund. Doch es kommt alles anders. Allmählich fühlt sich Ally wieder heimisch, trifft alte Bekannte wieder und findet neue Freunde. Langsam aber sich bewältigt sie ihre eigene Vergangenheit und setzt sich neue Ziele.

Die Charaktere haben mir besonders gut gefallen. Hier gibt es besondere Typen, liebenswürdige Menschen und natürlich Emma, die so ist wie sie ist. Man gewinnt sie alle gern und möchte gar nicht mehr abreisen aus dieser landschaftlich schönen Gegend in Maine.

Besonders der einnehmende und bildhafte Erzählstil hat mich begeistert. Er lässt mich an den Gefühlen und Erlebnissen der Schwestern hautnah teilnehmen. Ich komme mir wie ein stiller Beobachter vor, und sehe, wie Ally vom unangepassten Verhalten Emmas genervt ist, lache aber auch über Emmas trockene Bemerkungen und frage mich, was wohl das Beste für sie wäre.

Langsam nähern sich die Schwestern einander an und es entwickelt sich eine enge Bindung, die Ally dazu bringt, Emma mehr zuzutrauen. Sie entdeckt bei ihr das Talent für das Kochen und findet damit genau die Nische, in die Emma sich einbringen kann. Sie gibt ihr Flügel, um ihre Wünsche ausleben zu können und bekommt zum Dank eigene Zukunftsträume erfüllt.


Dieses Buch zeigt, wie Menschen Flügel bekommen können, die sie weit über sich hinaus wachsen lassen. Ein Wohlfühlroman vor der einzigartig schönen Kulisse Maines.

Veröffentlicht am 13.02.2018

Eine berührende, quirlige Coming of age Geschichte!

Brüder für immer
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Das Buch "Brüder für immer" spielt in den Jahren 1925 bis 1937 und handelt von der weltoffenen und exzentrischen Künstlerfamilie Bell.

Dieses Buch liest sich wunderbar, es ist aus der Sicht von Quentin ...

Das Buch "Brüder für immer" spielt in den Jahren 1925 bis 1937 und handelt von der weltoffenen und exzentrischen Künstlerfamilie Bell.

Dieses Buch liest sich wunderbar, es ist aus der Sicht von Quentin geschrieben. Seine Eltern leben getrennt, haben neue Partner und sind Künstler. Das Leben ist daher immer bunt und quirlig.

Quentins bester Freund ist sein Bruder Julian. Mit ihrer Schwester Angelica lebten sie in einem speziellen Künstlerhaushalt im Charleston Haus und verbrachten dort eine schöne Kindheit. Ihre Familie war anders, denn ihre Mutter Vanessa, eine Malerin, lebte mit ihrem Maler-Freund Duncan Grant zusammen. Ihr Vater kam regelmäßig mit wechselnden Freundinnen in Sussex zu Besuch. Es zeigt die legendäre Bloomsbury Group, zu der die Bells zählten.

Quentin ist der Ich-Erzähler der Coming of Age-Geschichte, die fiktiv ist, sich aber auf wahre Begebenheiten stützt. Er beschreibt seine Kindheit und seine Beziehung zu seinem größeren Bruder und das Familienleben in dieser Wohngemeinschaft von Künstlern. Man erfährt, dass sich Quentins Eltern und auch Duncan der Bloomsbury Group anschlossen. In diesem Haushalt lebte der freie Geist von Künstlern, denen bürgerliche Gedanken fremd waren. Die Brüder sind recht unterschiedlich, während Quentin eher ein ängstliches Kind ist, hat Julian schon früh eine eigene Meinung. Die enge Freundschaft der Brüder endet als Julian für sich ein eigenes Zimmer fordert und sich für Politik interessiert. Später wird er ideologisch vom Kommunismus angezogen und zieht in den spanischen Bürgerkrieg.
Im Falle seines Todes soll Quentin ein Buch über Julian schreiben. Das vorliegende Buch zeigt die Entwicklung der Brüder und ist für Kinder ab 12 Jahren ausgelobt. Mit dieser Altersangabe habe ich mich erst schwer getan, denn dieses Buch ist nur mit dem politischen Hintergrund zu verstehen. Aber Quentins Schilderungen machen sicher jedem jungen Menschen bewusst, wie Krieg und Familienleben Menschen beeinflussen können. Und darum geht es hier.

"Alice ist schuld daran, dass ich beschlossen habe, Schriftsteller zu werden", ... Zitat Seite 220

Das Buch "Alice im Wunderland" meint Julian damit und beim Schreiben seiner Familienzeitungen zeigt er schon früh Interesse für die Schriftstellerei. Seine Tante Virginia Woolf fördert ihn mit guten Ratschlägen.

"Lies alles, was du in die Finger kriegst. Ein Schriftsteller muss lesen und andere Schriftsteller studieren. " Seite 129


Besonders die Kindheit wird hier wunderschön geschildert. Die Brüder dürfen ein eigenes Schwein halten, das jährlich durch ein neues Ferkel ersetzt wird. Sie haben ein Baumhaus, stromern durch die Gegend und leben in einer Kommune, die für andere Künstler die Türen offen hält. Den seltsamen Lebenstil und besonders die Beziehungen der Männer und Frauen des Künstlerhaushaltes sind für die Dorfbewohner nicht nachvollziehbar. Daher fehlt den Kindern der Bells der Kontakt mit Dorfkindern und sie erleben dafür Künstler und beschäftigen sich früh mit Malerei, Literatur und Musik und lernen die Kunstszene von klein auf kennen. Die familiäre Idylle platzt schliesslich als Julian ein Familiengeheimnis aufdeckt.

Politische Themen sind in dieser Familie kein Tabu, sie werden mit den Kindern besprochen, gerade das macht dieses Buch für Heranwachsende so lehrreich. So werden die Themen amerikanischer Börsencrash, Faschismus in Deutschland und Italien, Kommunismus und Anarchismus verständlich erklärt. Doch dann gibt es ein einschneidendes Erlebnis, als Julian für seine kommunistischen Ideale in den spanischen Bürgerkrieg zieht. Seine Familie steht dem ablehnend gegenüber, ihre pazifistische Grundhaltung hat sich nicht auf Julian ausgewirkt.

Dieses Buch ist durch die Kindersicht durchaus für Kinder geeignet, aber auch für Erwachsene interessant. Neben dem Erwachsen-werden von Quentin beherrscht das Leben der 30 er Jahre die Handlung, man erlebt die Bloomsbury Group und gleichzeitig werden politische Ideologien verständlich erklärt.

Veröffentlicht am 13.02.2018

Sprachgewaltige Sammlung von Kurzgeschichten

Nordische Nächte
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In Blixens Geschichten erlebt man andere Kulturen, sieht fremde Menschen und man taucht ein in eine längst vergangene Zeit. Das merkt man schon am Sprachstil sehr deutlich. So wie Blixen sich ausdrückt, ...

In Blixens Geschichten erlebt man andere Kulturen, sieht fremde Menschen und man taucht ein in eine längst vergangene Zeit. Das merkt man schon am Sprachstil sehr deutlich. So wie Blixen sich ausdrückt, redet oder schreibt heute niemand mehr. Es wird märchenhaft, aber auch abenteuerlich und die Wichtigkeit gesellschaftlicher Schichten wird deutlich aufgezeigt.

Blixen hat die Gabe, auf sprachlich hohem Niveau fantasievoll zu erzählen.
Sie erfindet wunderbare Geschichten und schmückt sie mit inhaltlichem Tiefgang aus, der den Leser in eine längst vergangene Zeit reisen lässt. Hier werden gesellschaftliche Normen und Stellungen aufgezeigt, die man unweigerlich mit Märchen und Geschichten aus der Vergangenheit verbindet. Es gelten andere Maßstäbe von Moral und die Lebensgewohnheiten wirken aus heutiger Sicht etwas altmodisch. Darauf muss man sich einlassen, um zu entdecken, welche Dinge auch heute noch zutreffen und uns genauso berühren wie die Menschen früher.



"Saison in Kopenhagen" zeigt das Leben im Kopenhagen von 1870 in bildhafter Darstellung. Es ist eine ganz besondere Liebesgeschichte, die auf einem Friedhof endet. Mich haben besonders die Sprachwahl in den Dialogen und die Stimmungen der damaligen Zeit durch die Geschichte getragen.

"Babettes Fest" zeigt das Leben einer Köchin, hier gibt es kulinarische Erlebnisse und die Figuren sind sehr lebendig gezeichnet. Mich hat diese Geschichte richtig bezaubert, dabei gibt es keine dramatischen Ereignisse. Es sind die einfachen Freuden des Lebens, wenn die Liebe durch den Magen geht und so in den Menschen Liebe entfacht. Diese Geschichte hat Charme und nimmt den Leser gefangen.


"Onkel Theodore" ist eine richtig schöne Geschichte, die von sozialem Aufstieg erzählt. Der Name oder auch der Adelstitel öffnet hier den Weg in die feine Gesellschaft. Sozialer Aufstieg um jeden Preis und damit Anerkennung und Wohlstand. Auch wenn das Ganze nur fingiert ist, bekommt man als Leser eine packende Story geboten, die Pariser Flair und Savoir Vivre spürbar werden lässt.


"Karneval" möchte ich mal als eine literarische Narrenposse bezeichnen. Hier werden bunte Figuren wie Harlekin und Pierrot lebendig und spielen ihr Spiel, dem Grenzen gesetzt sind.


"Die Königssöhne" hat mich in eine ferne Welt versetzt und wirkt wie Geschichten aus 1001 Nacht. Scheherazade ist in diesem Fall Tania Blixen, aber nicht in einer nordischen Nacht, sondern in Persien...
Mit Weitsichtigkeit und Mut gegen Gewalt und Macht zeigt sich diese Geschichte fast schon wie eine Fabel.


Es ist Blixens Geschichten ein ganz eigener Zauber inne, dem man beim Lesen verfällt. Dabei haben diese Geschichte auch uns modernen Menschen noch durchaus etwas zu sagen.

Veröffentlicht am 29.01.2018

Fesselnder Krimiauftakt

Das Mädchen im Eis
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"Das Mädchen im Eis" ist der erste Band einer Krimireihe um DCI Erika Foster von Robert Bryndza. Das Buch erschien im September 2017 im Penguin Verlag.



London: Es ist ein bitterkalter Wintertag und ...

"Das Mädchen im Eis" ist der erste Band einer Krimireihe um DCI Erika Foster von Robert Bryndza. Das Buch erschien im September 2017 im Penguin Verlag.



London: Es ist ein bitterkalter Wintertag und an einem zugefrorenen See findet ein junger Mann, angelockt durch das Klingeln eines Handys, unter dem Eis eine Tote. Sie wurde ermordet.

Es handelt sich um die reiche Tochter einer einflussreichen Familie. Den Fall übernimmt Detective Erika Foster, die vor 8 Monaten ihren letzten Einsatz hatte, der in einer Katastrophe endete. Auch ihr Mann starb dabei. Erika stürzt sich in den Fall, der ihr einiges abverlangt. Nicht nur die Vergangenheit macht ihr zu schaffen, nun kämpft sie auch noch gegen diesen gnadenlosen Killer an, der seinen Blick immer mehr auf Erika richtet. Sie wird ebenfalls zum Opfer.


Dieser Krimi ist in England und in den USA schon auf den Toplisten zu finden. Und ich kann mich nur anschliessen, denn das Buch ist wirklich packend geschrieben.


Detective Erika Foster ist eine Ermittlerin, die sich in ihre Fälle verbeißt, egal, wie es ihr privat geht. Auch nach ihrer Auszeit leidet Erikanoch immer sehr unter dem Verlust ihres Mannes Mark und sie hat immer noch das Gefühl, ihn nicht beschützt zu haben. Aber der neue Fall bringt sie wieder in gewohntes Fahrwasser und auch wenn ab und zu Erinnerungen zum Tod von Mark durchblitzen, so konzentriert sich Erika konzentriert auf den Fall.

Trotz der besonderen Erlebnisse ist Erika für mich relativ sympathielos, doch ihre Trauer und Ängste nehmen mich mit. Ich kann mich gut in sie hineinfühlen. Sie ist immer noch gelähmt vom Erlebten, das merkt man deutlich. Für ihre Person ist in den Folgebänden sicher noch Ausweitungspotential vorhanden. Gut an Erika finde ich ihre sture Haltung gegenüber den einflussreichen Personen, mit denen sie es in diesem Fall zu tun hat. Standesdünkel liegen ihr nicht und das mag ich an ihr.



Der beschreibende und dennoch sachlich gehaltene Erzählstil Rober Bryndzas gefällt mir für einen Krimi sehr gut. Die Geschichte wirkt sehr authentisch, die vielfältigen Figuren sind ausdrucksstark und ihrem Milieu entsprechend gezeichnet. Hier sind mir besonders Ivy und Lady Diana aufgefallen.


Die Krimihandlung ist von höchstem Spannungspotential durchzogen. Man kann gut mitraten, gerät immer wieder auf die vom Autor gelegte Spur und wird dann durch geschickte Wendungen eines besseren belehrt. Die Reihe der Tatverdächtigen wurde im Laufe des Buches abgearbeitet und auch wenn ich den Täter zwischenzeitlich auf dem Schirm hatte, so war ich am Ende dann doch überrascht. Der Krimi erreicht alle Gesellschaftsschichten und gerade die Gegenüberstellung von Reichen und Privilegierten zu den Armen und Ausgegrenzten macht das Buch so besonders interessant und vielseitig. Die Ermittler untereinander sind eine Truppe, die füreinander durch Dick und Dünn geht, aber auch von ihren Vorgesetzten ständig Verhaltensklauseln auferlegt bekommt. Diese Unterschiede und Arbeitsbedingungen bringen zusätzlich Tiefe, die interessant und spannend zu verfolgen ist.

Bei diesem Krimi hat man nicht das Gefühl, dass der Autor wild draufloskonstruiert. Inhaltlich passt alles zusammen und es läuft sehr stimmig und logisch ab. Mein einziger Wunsch wäre noch etwas mehr Dramatik und nicht ganz so viele gut aussehende Figuren. Hier heben sich einzig Linda und Ivy von den Schönen ab.


Mich hat dieser Krimiauftakt richtig gepackt und ich bin auf weitere Fälle mit Erika sehr gespannt. Diese Reihe möchte ich weiter verfolgen und kann das Buch uneingeschränkt empfehlen.

Veröffentlicht am 25.01.2018

Ein zauberhaftes Buch

Herzensräuber
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Der Roman "Herzensräuber" ist das Debüt der Autoin Beate Rygiert. Das Buch erschien 2017 im Blanvalet Verlag.


Tobias Griesbart macht Urlaub in Spanien Urlaub und wird auf das Schicksal eines eines Straßenhundes ...

Der Roman "Herzensräuber" ist das Debüt der Autoin Beate Rygiert. Das Buch erschien 2017 im Blanvalet Verlag.


Tobias Griesbart macht Urlaub in Spanien Urlaub und wird auf das Schicksal eines eines Straßenhundes aufmerksam, dessen Herrchen, der Postbote Pepe, vor kurzem verstorben ist. Er nimmt den Hund mit zu sich nach Heidelberg und tauft ihn Zola nach Emile Zola, denn Tobias ist Besitzer eines Buchantiquariats. Zola entwickelt schnell Vertrauen und Zuneigung für Tobias und wird ein wichtiger Teil seines Lebens.
Das Antiquariat wirft keinen Gewinn ab, Tobias ist zu gutmütig, um als Geschäftsmann den Laden zu führen. Zola wird der Star des Buchgeschäftes, denn er vermag es, durch Geruch und Hundeinstinkt das passende Buch für jeden Kunden zu erschnüffeln. Tobias erbt eine alte Villa von seiner Großmutter und zieht zu den dortigen Bewohnern, einer kratzbürstigen Alten namens Frau Kratzer und der alleinerziehenden Alice mit Tochter Emma. Statt Geld aus dem Erbe zu schlagen, lässt sich Tobias auf diese besondere WG ein und lässt sein Buchantiquariat dorthin umziehen.


Gleich vorab, ich bin keine Hundebesitzerin und mag es nicht so gern, wenn Bücher aus der Perspektive von Tieren geschrieben werden. Doch bei diesem Buch konnte ich gar nicht anders als mit Zola zu sympathisieren und die Vorgänge in seiner neuen Heimat gespannt mitzuverfolgen.


Wie schnell sich Zola seinem neuen Herrchen Tobias treu ergeben zeigt und ihm ohne Wenn und Aber folgt und für ihn nur das Beste will, hat mich schon beeindruckt. Natürlich ist das etwas dick aufgetragen und natürlich sind Hunde keine Superhelden, aber diese Geschichte ist ganz zauberhaft und man sieht bald darüber hinweg, dass Zola in diesem Buch zum echten Superhund wird.


"Herzensräuber" ist ein liebevoll geschriebener Roman zum Wohlfühlen und sich unterhalten lassen. Fast scheint es so, als ob Zola für Tobias mitdenken muss und ihm insofern überlegen ist, denn Tobias wird neben seiner Gutmütigkeit auch eher passiv und schwach gezeigt. Während Zola durch seine Instinkte und seinen hervorragenden Geruchssinn zwischen positiven und negativen Personen unterscheiden kann, Gefahr wittert und im Notfall nicht nur gefährlich aussehen, sondern auch mal zubeißen kann.

Hundeliebhaber werden ihn einfach lieben und alle anderen auch!

Bei diesem Buch gelingt die Verbindung zwischen einer interessanten Handlung, den besonderen Schicksalen der charmanten Charaktere und der bedingungslosen Liebe und Fürsorge eines Hundes für seine neuen "Rudelpersonen". Zolas Gedanken zeigen die menschliche Welt aus seiner Sicht. Diese Einblicke lassen mich lächeln und es ist amüsant zu beobachten, welche Bedeutung menschliches Handeln aus Hundeaugen haben kann.



Neben den literarischen Herzensräubern, also den bestimmten auf Personen zugeschnittenen Buchtiteln, werden auch echte Probleme wie häusliche Gewalt und Mobbing im Buch thematisiert.

Wie die Charaktere damit zurecht kommen und welche Veränderungen der Einfluß von Zola auf die Personen hat, ist etwas überspitzt, aber dennoch zauberhaft dargestellt. Die Charaktere muss ich auch noch lobend erwähnen, es gibt Gute und Böse und gerade der Mix macht die Geschichte so herzerwärmend und fesselt den Leser an das Buch.



Nicht nur für Hundeliebhaber ein zauberhafter Wohlfühlroman.