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Veröffentlicht am 12.01.2026

Schicksalhafte Begegnungen

Lebensbande
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Zum Inhalt:
Kühlungsborn 1991. Der Mauerfall beunruhigt eine Frau. Grundstücksspekulanten sind an ihrem Haus interessiert, die Rentenkasse verlangt Nachweise und ein Brief eines Verwandten aus dem Westen ...

Zum Inhalt:
Kühlungsborn 1991. Der Mauerfall beunruhigt eine Frau. Grundstücksspekulanten sind an ihrem Haus interessiert, die Rentenkasse verlangt Nachweise und ein Brief eines Verwandten aus dem Westen versetzt sie in Schrecken. Ihre Gedanken wandern zurück in die Vergangenheit. Nicht nur ihr wurde damals viel abverlangt, nein, auch ihre Freundin Liselotte und ihre Cousine Lene mussten leiden. Wird jetzt ihr Geheimnis gelüftet? Zu gerne möchte sie noch einmal in ihre alte Heimat zurück, doch kann sie es riskieren?

Meine Meinung:
Mechtild Borrmann schreibt fesselnd und berührend über das Schicksal dreier Frauen, welches auf wahren Erzählungen beruht und von ihr fiktiv verarbeitet wurde. Schon nach den ersten Zeilen tauchte ich in die Zeitgeschichte ein, die im Wechsel eine Zeitspanne von 1930 bis 1993 umfasst und im Wechsel erzählt wird.
Während noch von der großen Liebe und der Hoffnung, dass sie sich erfüllt, geträumt wird, zerschlagen die NS-Zeit und der Krieg die Träume der Frauen. Lene kämpft um das Leben ihres Sohnes, der in den Augen der Regierung eine Last ist. Nora hilft ihr und bringt sich dabei selbst in Gefahr. Nach der Kapitulation wird Nora zusammen mit ihrer Freundin Liselotte in den Gulag verschleppt, von dem es anscheinend keine Wiederkehr mehr gibt. Wie sich die einzelnen Begegnungen auf das weitere Leben der drei Frauen auswirken, wird hier wundervoll in einem fiktionalen Roman, der auf wahren Begebenheiten basiert, erzählt.
Mechtild Bormann bringt in dieser Geschichte wichtige geschichtliche Themen ins Spiel, die wir nie vergessen dürfen, u.a. den Umgang mit dem damals sogenannten „unwerten Leben“.
Ich fühlte mich, dank der leisen und doch so wuchtigen Erzählweise, den Frauen so nah, als würde ich direkt neben ihnen stehen. Ich spürte ihr Bangen und Hoffen, aber auch ihre Verzweiflung, und musste unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt und wie es ausgeht. Deshalb konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, das mich nicht nur berührt, sondern auch nachdenklich zurückgelassen hat.

Fazit:
Ein historischer Roman, der leise und doch wuchtig an unsere Vergangenheit erinnert.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Abgeschnitten von der Außenwelt

Knochenkälte
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Zum Inhalt:
Dr. Hunter ist auf dem Weg zu einem Fall nach Carlisle. Ein Stau zwingt ihn zu einer Umfahrung. Durch die Dunkelheit der Nacht und einem aufkommenden Sturm, hat er sich verfahren und landet ...

Zum Inhalt:
Dr. Hunter ist auf dem Weg zu einem Fall nach Carlisle. Ein Stau zwingt ihn zu einer Umfahrung. Durch die Dunkelheit der Nacht und einem aufkommenden Sturm, hat er sich verfahren und landet in dem kleinen Ort Edendale in den Cumbrian Mountains, der in einer Sackgasse endet. Als die einzige Straße, die aus dem Ort führt, weggeschwemmt wird und der Strom und Telefon ausfallen, scheint es kein Entkommen zu geben. Die Einwohner lassen Hunter spüren, dass er unerwünscht ist. Als Hunter bei seinem Streifzug auf der Suche nach einem Handyempfang auf eine skelettierte Leiche in den Wurzeln einer umgestürzten Fichte trifft, brechen alte Familienfehden wieder auf. Gefangen, ohne Kontakt zur Außenwelt, zwischen einer Familienfehde, einem Skelett und einem unberechenbaren Mörder versucht Hunter das Richtige zu tun.

Meine Meinung:
Endlich hielt ich die Fortsetzung der Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter in den Händen. Kurze, bildhafte Kapitel und ein toller Schreibstil spornen den Lesefluss an, auch wenn es an manchen Stellen etwas langatmig erscheint. Insgesamt wirkt das Setting ruhig, doch die kleinen Details zeigen Wirkung. Ich spürte förmlich die Feindseligkeit der Bewohner, fror in den Tiefen der verschneiten Fichtenwälder, überdies wirkten die Stille des Schnees und die dunkle Einsamkeit auf mich düster und bedrohlich. Simon Beckett legt hier den Fokus auf eine ungemütliche Natur und unsympathische Charaktere, denen man sich kaum entziehen kann, dazu zeichnet er eine beklemmende Atmosphäre, die weitere Leichen nicht ausschließt.
Mit diesem Szenario wurde ich wunderbar unterhalten und ich bedauere, dass das Buch so schnell gelesen ist.

Fazit:
Eine tolle Fortsetzung, die mich mit ihrem beklemmenden Szenario beeindruckt hat.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Eine unerwartete Lebensreise

Mr. Saitos reisendes Kino
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Zum Inhalt:
Tango und Schuhe bestimmen das Leben der temperamentvollen Argentinierin Fabiola, und so kam es, dass ihre Tochter Lita auf einer Tanzfläche 1927 gezeugt wurde. Fabiolas Verhalten führt dazu, ...

Zum Inhalt:
Tango und Schuhe bestimmen das Leben der temperamentvollen Argentinierin Fabiola, und so kam es, dass ihre Tochter Lita auf einer Tanzfläche 1927 gezeugt wurde. Fabiolas Verhalten führt dazu, dass beide ihre Heimat Buenos Aires fluchtartig verlassen müssen. Unterschlupf finden sie unfreiwillig auf Upper Puffin Island. Während Fabiola immer wieder aus dieser Inselgemeinschaft ausbrechen muss, hat Lita hier ihre Heimat gefunden. Mit dem Eintreffen von Mr. Saito und seinem Wanderkino eröffnen sich nach und nach für Lita und ihre beste Freundin Oona neue Welten und eine Zukunft.

Meine Meinung:
Titel, sowie Klapptext haben meine Neugier auf dieses Buch geweckt. Wurden meine Erwartungen erfüllt? Ja und Nein. Die Autorin bietet einen schönen Schreibstil, der flüssig zu lesen ist. Leider sind manchmal die Übergänge nicht immer gut gelungen und ich dachte, ich hätte etwas überlesen.
Während ich die Erzählung von der Zeugung Litas bis zu ihrem Leben auf Upper Puffin gelesen habe, konnte ich abtauchen in Litas und Oonas Welt. Manchmal passiert etwas Interessantes, manches Mal nicht. Nach einer gewissen Zeit plätschert es so vor sich hin. Selbst das Eintreffen von Mr. Saito bringt zunächst etwas Unruhe, geht aber dann in gewohnte Bahnen über. Hier hätte man ruhig etwas kürzen können. Doch nach gut zwei Dritteln des Buches eröffnete sich mir die Schönheit der Geschichte. Ich litt mit Lita und vergoss Tränen, ich entdeckte mit ihr und Oona die atemberaubende Schönheit, die Mr. Saito gesehen hat, ich machte mich zusammen mit den Beiden auf in die Großstadt und durfte sie auf dem Weg in ihre Zukunft begleiten. Stets ruhig im Hintergrund: Mr. Saito mit seinem Wanderkino und seinem behutsamen Erkennen und Fördern. Trotz mancher Länge fühlte ich mich gut unterhalten.

Fazit:
Eine ruhige Geschichte über den Zusammenhalt einer Gemeinschaft, die zur Familie wird.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Churchills Spionagefrauen

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Zum Inhalt:
Die BBC-Moderatorin berichtet in ihrer Sendung „Woman‘s Hour“ von vergessenen und unbekannten Frauen, die Konventionen durchbrochen und Grenzen gesprengt haben. Nun soll sie ein Buch schreiben ...

Zum Inhalt:
Die BBC-Moderatorin berichtet in ihrer Sendung „Woman‘s Hour“ von vergessenen und unbekannten Frauen, die Konventionen durchbrochen und Grenzen gesprengt haben. Nun soll sie ein Buch schreiben über Frauen, die im 2. Weltkrieg für die Special Operations Executive in Frankreich als Spioninnen tätig waren. Gleichzeitig erhält Pat Conway ein Schreiben, in dem sie um ihre Mithilfe gebeten wird, da man diese Frauen mit dem Buch würdigen will und ihre Schwester als herausragende Agentin galt. Aber nicht nur ihre Schwester Simone war dort im Einsatz, sondern sie selbst auch. Aufgewühlt muss sich Pat ihrer Vergangenheit stellen. Ob sie dadurch das Leben findet, auf das sie immer noch wartet?

Meine Meinung:
Elisabeth Sandmann erzählt eine fiktionale Geschichte über den tatsächlichen Einsatz englischer Frauen der Special Operations Executive während des 2. Weltkriegs in Frankreich und gibt somit diesen mutigen Frauen ein Gesicht. Bisher hatte ich von dem Einsatz der Frauen nichts gehört. Im Mittelpunkt steht Pat, die sich ihrer Vergangenheit stellen muss. Durch Rückblenden konnte ich von ihrem gefährlichen Einsatz und von der Eifersucht auf ihre Schwester erfahren und was es mit einer roten Weste auf sich hat. Schuldgefühle und Geheimhaltung schränken sie in ihrem Leben nach dem Krieg ein. Interessanterweise erfährt auch Gwen, dass ihre Großmutter zu der Zeit in Paris lebte und Kontakte pflegte. Gegenwart und Vergangenheit werden beide gleichermaßen detailliert präsentiert und gut zusammengefügt.
Zu den Protagonistinnen konnte ich durch die etwas nüchterne Erzählweise leider keine richtige Beziehung aufbauen, doch Pats Gefühle, vor allem ihre Verletzlichkeit, waren für mich gut nachvollziehbar. Teilweise empfand ich das Drumherum mit einigen Nebenprotagonisten als langatmig und das nahm dem Ganzen die Spannung. Letztendlich war die Story interessant und informativ, denn ich lese gerne über starke Frauen, die in Vergessenheit geraten sind.

Fazit:
Wer sich für Agentinnen im 2. Weltkrieg interessiert, wird hier ein neues Kapitel der Geschichte erfahren.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Dunkle Familiengeheimnisse

Das Haus der Goldmanns. Drei Generationen. Ein Haus. Ein großes Geheimnis.
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Zum Inhalt:
Britta ist gerade im Begriff, einen beruflichen Neuanfang in Hamburg zu beginnen, als sie von der Polizei aus München angerufen wird. Ihre Mutter irrte hilflos in Hamburg umher. Als einziges ...

Zum Inhalt:
Britta ist gerade im Begriff, einen beruflichen Neuanfang in Hamburg zu beginnen, als sie von der Polizei aus München angerufen wird. Ihre Mutter irrte hilflos in Hamburg umher. Als einziges Kind muss Britta nun die Verantwortung für ihre demenzkranke Mutter übernehmen. Die Rückkehr in die Villa ihrer Kindheit sieht sie mit gemischten Gefühlen entgegen, da sie zu ihrer Mutter Margit nie ein gutes Verhältnis hatte. Um für die Kosten einer Heimunterbringung aufzukommen, erwägt sie den Verkauf der großen Villa, doch Margit weigert sich mit den Worten, sie habe ihrer Mutter versprochen, dieses Haus nie herzugeben, denn es sei schon seit Jahrhunderten im Familienbesitz. Doch ihre Nachforschungen, die zurückführen in die Zeit des Nationalsozialismus und zu ihren Großeltern Karl und Elisabeth, ergeben ein anderes Bild. Welches erschütternde Geheimnis umgibt ihre Familie?

Meine Meinung:
Der Anfang des Buches erinnerte mich zunächst an ein anderes Buch, das so ähnlich beginnt, doch die Geschichten sind völlig anders. Authentisch stellt die Autorin dar, wie das junge Ehepaar Karl und Elisabeth voller Glück in die Großstadt zieht und sich den Lebensunterhalt als einfache Leute verdient. Der Beginn des Nationalsozialismus bringt für Karl den großen Aufstieg. Verführt durch die falsche Ideologie voller Hass, ermöglicht es sein unmenschliches Handeln. Für Elisabeth jedoch birgt es emotionale Qualen, die bis in die dritte Generation reichen. Mich hat vor allem Elisabeths Schicksal tief berührt, auch wenn ich zuerst nicht begriffen habe, warum sie, nachdem sie so einiges erfahren hatte, keinen besseren Kontakt zu ihrer Tochter aufbauen konnte. Später war es für mich nachvollziehbar und ich spürte förmlich, in welche zusätzliche Verzweiflung dies Elisabeth stürzte.
Aber auch Margit hat es nicht leicht. Die ersten Jahre, aufgewachsen und erzogen im nationalsozialistischen Sinn, zerbricht ihre Welt am Ende durch die Wahrheit, die auch das Verhältnis zu ihrer Tochter Britta überschattet. Erst durch die beginnende Demenz von Margit gelingt es Britta, das Schicksal ihrer Familie zu ergründen, und sie beginnt, ihr eigenes Leben zu überdenken und sich mit ihrer Mutter auszusöhnen.
Zwar ist dies ein fiktionaler Roman, doch genauso könnte es gewesen sein.
Das Er-Leben dieser Frauen wurde so realistisch dargestellt und hat mich emotional stark eingebunden, sodass mich die unterschiedlichsten Gefühle während des Lesens begleitet haben.
Eine Geschichte, die an die bisher dunkelste Zeit Deutschlands und ihre Folgen erinnert und die ich gerne weiterempfehle, um Bewusstsein zu schaffen, dass so etwas nie wieder passieren darf.

Fazit:
Ein Roman, der auffordert sich stets unserer Vergangenheit und Verantwortung bewusst zu sein und menschlich zu bleiben.

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