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Veröffentlicht am 10.02.2018

Lebensbejahender Roman über den Mut, sich selbst treu zu bleiben und seine eigenen Träume zu verwirklichen

Mein Herz in zwei Welten
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"Mein Herz in zwei Welten" ist der dritte Band der Reihe um Louisa Clark. Nachdem sie im ersten Teil so tragisch von ihrer Liebe Will Traynor, einem Tetraplegiker, der sich entschlossen hatte, in der Schweiz ...

"Mein Herz in zwei Welten" ist der dritte Band der Reihe um Louisa Clark. Nachdem sie im ersten Teil so tragisch von ihrer Liebe Will Traynor, einem Tetraplegiker, der sich entschlossen hatte, in der Schweiz seinem Leben ein Ende zu setzen, Abschied nehmen musste, und im zweiten Band erst nach einem unabsichtlichen Sturz vom Dach ihre depressive Phase durch eine neue Liebe zu dem Sanitäter Sam überwunden und ihr Leben wieder in die Hand genommen hat, geht ihre Geschichte in New York weiter.

An der Upper East Side erhält Lou eine Anstellung als persönliche Assistentin von Agnes Gopnik. Diese stammt aus Polen, hatte als Masseurin für den Millionär Leonard Gopnik gearbeitet, bis sich beide ineinander verliebten. Leonard hat daraufhin seine Ehefrau verlassen und Agnes geheiratet, die jedoch trotz ihrer Liebe zu ihm und dem Reichtum unglücklich ist, da sie gesellschaftlich gemieden wird. Insbesondere die Frauen der Upperclass sowie ihre 25-jährige Stieftochter Tabitha verhalten sich ihr gegenüber abfällig und verbergen ihre Geringschätzung auch nicht bei öffentlichen Terminen wie den Wohltätigkeitsveranstaltungen, an denen Agnes als neue Mrs. Gopnik teilnehmen muss.

Lous Aufgabe ist es, Agnes eine moralische Unterstützung zu sein und sie zu den Gesellschaften als ihre "Freundin" zu begleiten. Dabei werden ihr Geheimnisse bekannt, mit denen sie nur schwer umgehen kann und die sie lieber nicht gewusst hätte. Zudem muss sich Lou selbst mit den anderen Angestellten und Bewohnern des Hauses herumschlagen, die sie und ihre Aufgabe nicht ernst zu nehmen scheinen. Diskretion wird im Umfeld der Schönen und Reichen großgeschrieben, nur Lou tut sich schwer mit den Regeln "nichts hören, nichts sehen, alles vergessen".
Darüber hinaus ist sie noch junge Beziehung zu Sam noch nicht gefestigt und von Missverständnissen, gegenseitigen Verdächtigungen und Streitereien geprägt, die Lou belasten. Beide stellen sie fest, wie schwer es ist, eine Fernbeziehung zwischen England und den USA aufrechtzuerhalten und stellen die gemeinsame Zukunft in Frage.
Ihr Aufenthalt in New York nimmt dann überraschend eine ganz andere Entwicklung und plötzlich wird Lou von einer ganz anderen Person gebraucht, die ihre für die Hilfe auf ihre ganz eigene Art dankt.

Romane von Jojo Moyes lese ich so gerne, da ich ihren unverwechselbaren Schreibstil mag, der leichtgängig, gleichzeitig tragisch und witzig-frech sein kann und vor allem so lebendig ist, dass man in das Leben der Protagonisten, ihre Sorgen und Probleme, unmittelbar eintaucht.


Lou ist zudem so ein liebenswerter Charakter, der einerseits mit Hummelstrumpfhose und Vintage-Kleidung lebensbejahend bunt ist, aber auch eine sehr nachdenkliche Seite hat, insbesondere wenn sich ihre Gedanken um Will drehen. Aber auch der Rest der Familie Calrk sowie einzelne Personen, denen Lou in New York begegnet, sind einfach Unikate, die die Geschichte so abwechslungsreich machen.

Dennoch konnte mich "Mein Herz in zwei Welten" nicht so begeistern wie die beiden Vorgängerromane. Ich empfand die Geschichte um Lous Aufenthalt in New York etwas konstruiert und konnte mich mit ihrer Aufgabe bei Agnes nicht so richtig anfreunden. Erst die weitere Entwicklung in New York, ihre Verbindung zu Mrs de Witt und ihrem Hund Mops sowie ihre verwirrenden Gefühle für Josh, der ihrer großen Liebe Will so ähnlich sieht, machten den Roman besonders und zeigten wiederum die Einzigartigkeit und den hohen Wiedererkennungswert von Jojo Moyes Schreibstil.

Die Szenen zu Hause bei ihrer Familie in England, all die Charaktere - von ihren Eltern bis zu Wills Tochter Lily - denen man wieder begegnet, haben mir darüber hinaus sehr gut gefallen. Auch die Probleme der jungen Liebe zwischen Lou und Sam, die Unsicherheiten im Umgang miteinander, fand ich sehr berührend.

Wer die ersten beiden Teile geliebt hat, wird sich dem Sog nicht entziehen können und auch Teil 3 lesen wollen. "Mein Herz in zwei Welten" ist allerdings nicht so ergreifend tragisch wie "Ein ganzes halbes Jahr" und nicht so romantisch wie "Ein ganz neues Leben", sondern stellt Lous weitere persönliche Entwicklung in den Fokus. Mit Abstand von zu Hause, weg von ihrer einnehmenden Familie und den Traynors, aber auch mit großer Entfernung zu ihrer neuen Liebe, versucht Lou herauszufinden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Sie hängt emotional noch sehr an Will und hat immer wieder seine Worte im Kopf, die sie motivieren, in New York trotz aller Widrigkeiten durchzuhalten. Ihre emotionale Verbundenheit zu Will macht sie einerseits stark, ihr Leben in die Hand zu nehmen und nicht so sehr darüber nachzudenken, was andere von ihr halten könnten, andererseits stört diese die Entwicklung der Beziehung zu Sam.

Der Aufenthalt Louisas in New York ist turbulent, enthält lustige, aber auch traurige Ereignisse und hält einige überraschende Wendungen bereit. Zu Beginn ist Lou verunsichert, wirkt ein wenig verloren in der große Stadt, beweist dann jedoch, dass sie eine Kämpferin ist, die weder ihre Familie, noch Wills Ambitionen für sie enttäuschen möchte. Sie beißt sich durch, entwickelt sich persönlich weiter und merkt letztlich auch, wie viel Sam ihr bedeutet.

"Mein Herz in zwei Welten" beschreibt wortwörtlich Lous innere Zerrissenheit. Trotz der traurigen Elemente, die zeigen, dass das Leben endlich ist, ist der Roman ein sehr positives Buch. Es ist ein lebensbejahender Wohlfühlroman über den Mut, sich selbst treu zu bleiben, nicht unterkriegen zu lassen und seine eigenen Träume zu verwirklichen.

Für mich wäre die Geschichte von Lou schon mit Teil 2 abgeschlossen gewesen, da sie sich darin bereits aufgerafft hat, ihr Leben neu zu beginnen. Teil 3 ist nett, aber für mich kein krönender Abschluss der Reihe. Das Ende ist dann auch so gestaltet, dass es problemlos ein Wiedersehen mit Lou in einem vierten Band geben könnte.

Veröffentlicht am 09.02.2018

Gefühlvoller, lebendiger und spannender Roman mit einem für Dani Atkins typischen Überraschungseffekt

Sieben Tage voller Wunder
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Hannah hat ihre ältere Schwester in Kanada besucht, um Abstand von ihrem Freund William zu gewinnen, der sie mit einer deutlich jüngeren Praktikantin betrogen hat. Auf der Rückreise nach England fällt ...

Hannah hat ihre ältere Schwester in Kanada besucht, um Abstand von ihrem Freund William zu gewinnen, der sie mit einer deutlich jüngeren Praktikantin betrogen hat. Auf der Rückreise nach England fällt ihr schon am Flughafen ein mitreisender Geschäftsmann auf, der sich während des Flugs aus der Businessclass zu ihr setzt. Bevor sie sich näher kennenlernen können, stürzt das Flugzeug noch über Kanada ab. Hannah und Logan, die im Heck des Flugzeugs saßen, überleben wie durch ein Wunder.
Sieben Tage hoffen sie auf Rettung und sind auf der Suche nach Zivilisation Kälte, Hunger und wilden Tieren ausgesetzt.

Von Dani Atkins habe ich bisher alle Romane gelesen und auch bei diesem Roman konnte sie mich am Ende wieder mit einem Überraschungsmoment verblüffen.

"Sieben Tage voller Wunder" ist aus der Ich-Perspektive von Hannah geschrieben, weshalb man ihre Gefühle - einerseits die Todesangst, andererseits die aufkeimenden Liebesgefühle für Logan - miterlebt und sich selbst in die Situation, sich mit einem Fremden, den man schon aus reinem Überlebenswillen körperlich nahe kommt, in die Kälte Kanadas versetzt fühlt.
Sehr eindringlich wird geschildert, wie sich die beiden durch die Wildnis schlagen und dabei auf gegenseitige Unterstützung angewiesen sind. Nur als Team können sie sich Wärme spenden und den nötigen Erfindergeist entwickeln, um ihr Überleben während des Wartens auf Rettung zu sichern.

Auch die sehr bildhafte Sprache der Autorin macht den Roman so erlebbar, dass man als Leser selbst wie Hannah am Ende von einer Wendung des Schicksals überrascht ist, mit der man so nicht gerechnet hat. Und genau dieser raffinierte Clou ist es wieder, der die Romane von Dani Atkins so einmalig lesenswert macht, Nie kann man sich bei ihren Roman sicher sein, ob es für die vom Schicksal gebeutelten Frauen ein Happy End geben wird.

"Sieben Tage voller Wunder" ist in seiner Kürze gefühlvoll, lebendig und spannend geschrieben, weist allerdings nur 230 Seiten Lesevergnügen auf. Für die Schilderung der Katastrophe des Flugzeugabsturzes und des Hoffens auf Rettung ist der Umfang für eine runde Geschichte ausreichend. Die Protagonisten hätten jedoch durchaus Potential für eine längere Vorgeschichte und/ oder Weitererzählung gehabt. So blieb vor allem Logan ein wenig zu eindimensional als Held geschildert, was sich allerdings durch den Clou am Ende erklären lässt.

Veröffentlicht am 29.01.2018

"Der Widerspenstigen Zähmung" als freche und moderne Familienkomödie

Die störrische Braut
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Kate Battista ist 29 Jahre alt und arbeitet nach dem Abbruch ihres Studiums als Betreuerin in einem Kindergarten. Sie wohnt bei ihrem Vater, einem vergeistigten Wissenschaftler, der für sein Labor und ...

Kate Battista ist 29 Jahre alt und arbeitet nach dem Abbruch ihres Studiums als Betreuerin in einem Kindergarten. Sie wohnt bei ihrem Vater, einem vergeistigten Wissenschaftler, der für sein Labor und seine Forschung lebt, weshalb sich Kate um ihre jüngere, pubertierende Schwester Bunny kümmert.

Als die Aufenthaltserlaubnis für seinen weißrussischen Laborassistenten abläuft, kommt Professor Battista auf die für ihn logische Idee, seine ältere Tochter mit Pjotr zu verheiraten, schließlich habe Kate mit ihrer direkten Art ohnehin bislang kein Glück bei Männern gehabt.

Kate nimmt den Vorschlag ihres Vaters zunächst nicht erst und findet Pjotr nur wenig sympathisch. Ihr Vater bleibt allerdings hartnäckig und findet immer wieder einen Weg, die beiden zusammenzuführen und eifrig Beweisfotos für die Einwanderungsbehörde zu machen.

Zum 400. Todestag von William Shakespeare hat der Knaus-Verlag 2016 das "Hogarth Shakespeare-Projekt" initiiert, bei dem international bekannte und erfolgreiche Autoren jeweils ein Werk von Shakespeare neu interpretieren. Im Jubiläumsjahr hatte ich bereits den Roman "Der weite Raum der Zeit" gelesen, eine Nacherzählung des "Wintermärchen" von Jeanette Winterson.

"Die störrische Braut" ist angelehnt an das Stück "Der Widerspenstigen Zähmung". Der Roman ist der komödiantischen Vorlage gerecht werdend äußerst witzig geschrieben. Ich konnte mich köstlich über Kate und ihren trockenen Humor - sei es im Umgang mit den Kindern und ihrer Chefin im Kindergarten oder in den Dialogen mit ihrem Vater oder Schwester - amüsieren.
Die Charaktere sind überspitzt gezeichnet und eigenwillig bis skurril, aber auf ihre Art einnehmend und liebenswert.

Kate kann sich nicht wirklich gegen ihren exzentrischen Vater durchsetzen, ist aber gleichzeitig an ihr Zuhause gebunden, da sie sich ihren jüngeren Schwester verpflichtet fühlt. Diese ist ganz anders als Kate, hat ein gesundes Selbstbewusstsein und ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis. Sie nimmt sich ihre Freiheiten, ob es der vegetarische Ernährungsstil ist oder der Freund, den sie als Spanisch-Nachhilfelehrer deklariert.

Auch wenn Kate ein wenig phlegmatisch ist, nimmt sie zumindest verbal kein Blatt vor den Mund, steht sich damit aber oft selbst im Weg.

Anne Tyler hat Shakespeares Komödie modern umgesetzt und ins 21. Jahrhundert adaptiert. Dreh- und Angelpunkt ist die erhoffte Heirat von Kate und Pjotr, um die Green Card zu erhalten, wobei diese Handlung und die sich sehr zurückhaltend entwickelnde Liebesgeschichte nicht den Reiz des Romans ausmachen. Der Roman lebt durch die einmaligen Charaktere und die erfrischend witzigen Dialoge.
Die störrische Braut Kate willigt nach einem knapp dreimonatigen Kennenlernen in die Heirat ein, wird dadurch allerdings weniger gezähmt, sondern kann auf diese Weise dem Einfluss ihres Vaters entfliehen und mit Pjotr letztendlich freier leben, als es ihr in ihrem Elternhaus jemals möglich war.

Die freche Familienkomödie ist in ihrer Kürze nicht sonderlich tiefgründig oder überraschend, aber sehr leichtgängig und unterhaltsam zu lesen.

Veröffentlicht am 19.01.2018

Anrührende und zauberhafte Geschichte über Ella und ihr Streben nach Glück

Wir sehen uns beim Happy End
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Emilia, genannt Ella in Anlehnung von Cinderella, lebt in ihrer eigenen Traumwelt. Sie wohnt zusammen mit ihrem Verlobten, dem Rechtsanwalt Philip, für den sie gleichzeitig Haushälterin ist, in Hamburg. ...

Emilia, genannt Ella in Anlehnung von Cinderella, lebt in ihrer eigenen Traumwelt. Sie wohnt zusammen mit ihrem Verlobten, dem Rechtsanwalt Philip, für den sie gleichzeitig Haushälterin ist, in Hamburg. Ihr Hobby ist ihr Webblog "Happy Endings", auf welchem sie traurige Enden von Büchern und Filmen umschreibt und den Protagonisten so zu einem Happy End verhilft.

Als sie zufällig herausfindet, dass ihr Verlobter sie betrügt, steht sie vor dem Nichts: Als seine Lebensgefährtin und Angestellte ist sie komplett abhängig von ihm. Nach einem Streit verlässt sie ihn am späten Abend und fährt in strömendem Regen auf dem Fahrrad hinaus zu den Landungsbrücken. Durch einen Zusammenstoß mit einem vermeintlichen Selbstmörder und einer Verkettung unglücklicher Umstände, die Ella für den suizidgefährdeten Mann, der am Ende der Nacht unter Amnesie leidet, verantwortlich fühlen lassen, bietet sich Ella ihm als Haushälterin mit dem "Rundum-sorglos-Paket" an. Sie möchte dem gut situierten Oscar de Witt, der in einer Messie -Villa wohnte und offensichtlich von Ehefrau und Kind verlassen wurde, helfen, sein Leben wieder in die richtigen Bahnen zu lenken und seine Erinnerungen wieder zu erlangen. Bei ihren Bemühungen gerät ihre eigene zerbrochene Beziehung fast in Vergessenheit. Durch die Verstrickung in verschiedenste Notlügen, um Oscar vor tragischen Ereignissen der Vergangenheit zu schonen, fällt es Ella zunehmend schwerer, zur Wahrheit zurückzukehren und ist auf dem besten Weg Oscars Vertrauen ohne böse Absicht zu missbrauchen.

"Wir sehen uns beim Happy End" ist das zweite Buch nach "Dein perfektes Jahr", das Wiebke Lorenz unter dem Pseudonym Charlotte Lucas geschrieben hat. Der Schreibstil dieser liebenswürdigen Geschichten ist sehr ähnlich und man begegnet sogar den Protagonisten aus dem ersten Roman wieder, die in "Wir sehen uns beim Happy End" kleine Nebenrollen haben.

Ella lebt nach dem Motto "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende." Der Sinnspruch wurde ihr von ihrer geliebten Mutter vermittelt, die sie im Alter von zwölf Jahren verlassen hat. Seitdem möchte Ella nicht nur für alle traurigen Geschichten ein glückliches Ende erfinden, sondern auch im wirklichen Leben für "happy endings" sorgen.

Sie ist eine naive, verträumte junge Frau, die unbedarft und ein wenig weltfremd agiert, aber ihr Herz auf dem rechten Fleck hat.

Ella hat sich in den Kopf gesetzt, nicht nur Oscars Villa auf Vordermann zu bringen, sondern ihn auch tunlichst mit seiner Familie zu versöhnen. Die hat die Vorstellung, als Belohnung des Schicksals wieder mit Philip zusammenzukommen, wenn sie für Oscar ein glückliches Ende herbeiführen kann.

Die Handlung ist turbulent. Ella möchte Oscar vor einer bitteren Wahrheit schützen, weshalb sie sich in immer mehr Lügen verstrickt und am Ende die Annäherung gefährdet, die sie zu dem mürrischen und auf den ersten Eindruck arrogant wirkenden Millionär erreicht hat. Kann man zunächst nur den Kopf über Ellas naive Art und ihr "heile-Welt-Denken" schütteln, ziehen sich am Ende alle Fäden zusammen und man kann aufgrund ihrer Vorgeschichte verstehen, warum sie so bemüht ist, den unter Amnesie leidenden Oscar nur gemächlich an sein altes Leben zu erinnern.

"Wir sehen uns beim Happy End" ist ein modernes Märchen und eine gelungene Mischung aus Tragik, Humor und Spannung. Die Geschichte mutet war seicht an, hat aber einen überraschenden und kurzweiligen Verlauf und ist letztlich tiefgründiger als gedacht. Mir gefiel zudem die Grundidee von Ellas Blog und wie ihre Postings mühelos in den Roman eingearbeitet worden sind.

Die Aufmachung des Buches ist so liebenswürdig und hübsch wie diese anrührende, zauberhafte Geschichte und das Hardcover ein richtiges Schmuckstück im Bücherregal. Das Buch ist eine klare Kaufempfehlung für alle Leser(innen), die gern in tragikomische Geschichten mit einem Hauch Romantik und Happy End-Garantie eintauchen.

Veröffentlicht am 05.01.2018

Faszinierende Lebensgeschichte voller Emotionen und spannend bis zum Schluss

Das geheime Leben der CeeCee Wilkes
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Die 12-jährige CeeCee Wilkes verliert ihre Mutter, die im Alter von nur 29 Jahren an Brustkrebs stirbt. CeeCee wächst daraufhin in Pflegefamilien auf, vermisst jedoch ihre Mutter sehr, die ihr als Vermächtnis ...

Die 12-jährige CeeCee Wilkes verliert ihre Mutter, die im Alter von nur 29 Jahren an Brustkrebs stirbt. CeeCee wächst daraufhin in Pflegefamilien auf, vermisst jedoch ihre Mutter sehr, die ihr als Vermächtnis Briefe hinterlassen hat.

Mit 16 Jahren verdient sie ihren Lebensunterhalt selbst in einem Coffeeshop und lernt dort den Studenten Tim kennen, der so liebevoll zu ihr ist und in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Aus Angst ihn zu verlieren und wieder ganz allein zu sein, tut sie ihm einen Gefallen, der ihr ganzes Leben verändern und den sie noch Jahrzehnte später - unter ihrer neuen Identität als Eve Elliott - schwer bereuen wird.


"Das geheime Leben der CeeCee Wilkes" ist eine gelungene Mischung aus Thriller und Familientragödie, die sich über knapp 30 Jahre erstreckt.

Das Buch ist von Anbeginn spannend geschrieben und man fiebert mit der zunächst naiven, aber später sehr starken Protagonistin CeeCee bzw. Eve mit.

Fesselnd liest sich ihre Lebensgeschichte, die auf einer Lüge aufgebaut ist, eine Lüge, die mit einem schweren Verbrechen verbunden ist. Eve wird mit Mitte 40 von ihrer Vergangenheit eingeholt und sieht sich mit dem schwerwiegenden Fehler ihrer Jugend konfrontiert, den sie über all die Jahre versucht hat zu verdrängen und der nun droht ihr Leben und das ihrer Familie, die sie sich nach Jahren der Einsamkeit aufgebaut hat, zu zerstören.

Als Leser kann man sich gut in CeeCee bzw. Eve hineinversetzen, ihr Denken und Handeln nachvollziehen. Der Roman ist kurzweilig und zudem so authentisch geschrieben, dass man selbst im weiteren Handlungsverlauf, als CeeCee eine neue Identität annimmt und das Leben der treusorgenden Ehefrau und zweifacher Mutter führt, vergisst, was in der Vergangenheit geschehen ist.

Sehr eindringlich ist ihr seelisches Leiden, das sich auch in ihrer verschlimmernden Arthritis zeigt, beschrieben und wie sie damit ringt, ihre Tarnung aufzugeben, den Fehler der Vergangenheit einzugestehen und damit das Leben von Tim zu retten, der sie vor knapp 30 Jahren so egoistisch ausgenutzt hat.

Das Leben von CeeCee Wilkes ist eine faszinierende Geschichte voller Spannung und Emotionen, die den Leser bis zum Schluss mitnimmt.