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Veröffentlicht am 16.11.2025

Eine besondere und magische Geschichte

Der verschwundene Buchladen
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Das Buch „Der verschwundene Buchladen“ fällt einem direkt durch die besondere und liebevolle Gestaltung ins Auge und wirkt wie eine geöffnete Tür in eine andere Welt.

Der Roman erzählt eine Liebesgeschichte ...

Das Buch „Der verschwundene Buchladen“ fällt einem direkt durch die besondere und liebevolle Gestaltung ins Auge und wirkt wie eine geöffnete Tür in eine andere Welt.

Der Roman erzählt eine Liebesgeschichte mit fantastischen Elementen und wandert gleichzeitig in zwei Zeitebenen. Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven und zu Beginn wirkte das auf mich fast ein wenig verwirrend. Doch je tiefer ich eintauchte, desto mehr fügte sich alles zusammen, fast so wie ein literarisches Puzzle.

Wir begleiten Opaline, eine junge Frau im frühen zwanzigsten Jahrhundert, die sich aus dem engen Korsett gesellschaftlicher Erwartungen befreit. Sie flieht vor ihrem dominanten, grausamen Bruder und übernimmt einen alten Buchladen. Ihre Geschichte ist mutig und manchmal schmerzhaft.

In der Gegenwart lernen wir Martha kennen. Auch sie ist geflüchtet – vor einem Ehemann, der Gewalt statt Liebe kannte. Nun arbeitet sie als Haushälterin für die betagte, scharfzüngige, aber herrlich schrullige Madame Bowden. Ein Charakter, der auf wundervolle Weise exzentrisch ist und die ganze Geschichte bereichert. Außerdem gibt es Henry, ein Doktorand, der rare Bücher sammelt und auf einen Buchladen stößt, der genau so plötzlich verschwindet, wie er auftauchte. Seine Suche führt ihn zu Martha.

All das klingt nach einer besonderen Geschichte und das ist sie auch. Es geht um Literatur, um Magie, um ein geheimnisvolles unveröffentlichtes Manuskript und um seltsame Dinge, die sich im Haus von Madame Bowden ereignen. Gleichzeitig spricht der Roman wichtige Themen wie häusliche Gewalt, weibliche Selbstbestimmung und Emanzipation an. Nichts davon ist überzeichnet oder belehrend, es wirkt ehrlich und authentisch und die Liebesgeschichte entwickelt sich leise und ist nicht kitschig.

Natürlich hat das Buch auch Schwächen. Das Ende war für meinen Geschmack etwas zu abrupt. Ich hätte noch ein paar Seiten gebraucht, um mich wirklich zu verabschieden. Andererseits wirkte es stellenweise etwas langatmig auf mich.

„Der verschwundene Buchladen“ ist eine Hommage an das Lesen, an starke Frauen und an die leise Magie, die Bücher in unser Leben bringen. 4/5 Sternen

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Eine typische Ken Follett-Erzählung

Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit
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Ich bin ein großer Fan von Ken Follett, vor vielen Jahren mit seinen Spionagethrillern eingestiegen und habe die Kingsbridge-Reihe ebenso verschlungen wie seine Jahrhundert-Trilogie. „Never“ hat mich zuletzt ...

Ich bin ein großer Fan von Ken Follett, vor vielen Jahren mit seinen Spionagethrillern eingestiegen und habe die Kingsbridge-Reihe ebenso verschlungen wie seine Jahrhundert-Trilogie. „Never“ hat mich zuletzt sehr nachdenklich gemacht und entsprechend gespannt war ich auf sein neuestes Werk, das sich um Stonehenge dreht.

„Stonehenge“ steht in der Tradition dieser Reihen und ist in dieser Hinsicht ein klassischer historischer Ken Follett-Roman. Wie schon „Never“, der in der Zukunft spielt und damit naturgemäß aus diesem Rahmen fällt, ist aber auch „Stonehenge“ anders — in Ermangelung historischer Bezüge fehlt die Follett-typische Verwobenheit seiner Geschichte mit konkreten Ereignissen der Geschichte. Abgesehen vom Monument selbst natürlich. Wie Stonehenge tatsächlich erbaut wurde, kann nur gemutmaßt werden — und Follett hat um eine plausible Annahme herum einen Roman aufgebaut.

Der damaligen Zeit und Lebensrealität der Menschen entsprechend, ist auch das Setting der Geschichte weniger weitreichend und komplex. Alles spielt sich in einem geographischen Bereich ab, den man in wenigen Tagesmärschen erreichen kann. Die Lebenswege der verschiedenen Protagonisten kreuzen sich schnell und bleiben über die Geschichte konstant.

Wir begleiten den Steinhauer Seft, der seine gewalttätige Familie verlässt und sich dem Volk der Hirten anschließt, sowie seine Schwägerin Joia, die Priesterin wird und eine Vision für das bisher aus Holz gefertigte Monument entwickelt. Das Monument dient den Menschen als heiliger Ort für ihre Riten und gleichzeitig als Kalender und Rechenhilfe. Follett orientiert sich also an den üblichen Annahmen, wozu Stonehenge einst diente.

Mit der Bäuerin Pia und dem Waldmensch Bez sind auch die anderen Bevölkerungsgruppen im Umfeld der großen Ebene vertreten. Individueller Egoismus, Neid und Missgunst verhindern, dass diese Gruppen dauerhaft friedlich zusammenleben können; wie so oft sind die vernünftigen Menschen gegen die Dummen und Gewalttätigen machtlos.

Ich mochte an Folletts Romanen immer besonders die historische Akkuratesse, mit der ich viel über das Leben zur jeweiligen Zeit lernen konnte. Statt bisher maximal knapp tausend Jahre in die Vergangenheit sind es nun rund viereinhalb tausend — es war neu für mich, in die Jungsteinzeit einzutauchen. Ob das Leben der Menschen tatsächlich so war, wie Follett es beschreibt?

Laut Ken Follett muss ein guter Roman 50 dramatische Szenen enthalten. Ich hab wieder nicht mitgezählt, aber gefühlt waren es weniger beziehungsweise sie waren weniger dramatisch als üblich, vielleicht auch vorhersehbarer. Natürlich gelingt nicht jedes Vorhaben und nicht alle Protagonisten überleben, aber diesmal lässt Follett seine Hauptpersonen praktisch gar nicht leiden, es erwischt nur die Nebenfiguren.

Während mich der letzte Dan Brown (The Secret of Secrets) überrascht hat, war es nun beim aktuellen Ken Follett eher umgekehrt — es bleibt natürlich ein gutes Buch auf hohem Niveau, aber die Begeisterung von früher wollte sich nicht einstellen.

Ich vergebe 4/5 Punkten für eine gelungene, typische Ken Follett-Erzählung zu einem beeindruckenden Bauwerk. Der englische Originaltitel „Circle of Days“ gefällt mir übrigens besser als die deutsche Übersetzung, zumal „Kathedrale“ für mich nicht passend klingt und im Buch konsequent vom „Monument“ gesprochen wird.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Mut zur Liebe

HIM
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„Him - Liebe auf den zweiten Blick“ ist ein queerer Liebesroman und mein erster. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf die Geschichte von Lukas und Nico, die mir netterweise vom Autor selbst zur Verfügung ...

„Him - Liebe auf den zweiten Blick“ ist ein queerer Liebesroman und mein erster. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf die Geschichte von Lukas und Nico, die mir netterweise vom Autor selbst zur Verfügung gestellt wurde. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Inhaltlich geht es um große Gefühle und schwere Entscheidungen: Lukas führt auf den ersten Blick das perfekte Leben. Er hat einen erfolgreichen Job, wohnt im Penthouse und ist mit Thomas verheiratet. Doch innerlich ist fühlt er sich leer und gefangen. Dann trifft er Nico und mit einem Blick beginnt das emotionale Chaos. Zwischen beiden entsteht eine Verbindung, die sie nicht mehr loslässt und die große Frage, wie viel man für das eigene Glück riskieren darf.

Der Mut, mit dem hier zwei Männer ihren Weg zueinander suchen, hat mich sehr beeindruckt und ich konnte mich gut hineinfühlen. Liebe ist nicht immer einfach, aber sollte immer ehrlich sein.
Die Perspektive von Nicos Ehefrau hat mir etwas gefehlt. Sie bleibt eher blass. Ich hätte mir gewünscht, mehr über ihre Gedanken und Gefühle zu erfahren.

Manche Passagen wirkten auf mich etwas zu direkt, gerade die expliziten Szenen hätte ich nicht gebraucht. Fairerweise muss ich anmerken, dass das zu einer Romance-Geschichte wohl dazu gehört.

Es war spannend, diesen Einblick zu bekommen, und ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen.„Him“ hat bei mir definitiv Spuren hinterlassen und mir aufgezeigt wie kompliziert, mutig und schön Liebe sein kann. Weil es mich so berührt hat vergebe ich 4/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Vielversprechender Reihenauftakt

Heir of Storms
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Lauryn Hamilton Murray entführt uns in ihrem Debüt „Heir of Storms“ in die faszinierende Welt von Ostacre, einem Land, in dem die Kronen der vier Königreiche nicht vererbt, sondern in gefährlichen magischen ...

Lauryn Hamilton Murray entführt uns in ihrem Debüt „Heir of Storms“ in die faszinierende Welt von Ostacre, einem Land, in dem die Kronen der vier Königreiche nicht vererbt, sondern in gefährlichen magischen Wettkämpfen erkämpft werden müssen.

Die Protagonistin Blaze ist eine junge Frau, deren Geburt einen zerstörerischen Sturm heraufbeschwor und viele Opfer forderte. Dementsprechend kennt jeder im Reich ihren Namen. Besonders ist, dass sie ist die letzte Regensängerin ist und somit über eine längst verloren geglaubte Magie verfügt. Dumm ist nur, dass sie nicht weiß, wie sie ihre Fähigkeiten heraufbeschwören kann.

Blaze ist eine komplexe und gut ausgearbeitete Protagonistin, deren innere Konflikte mich sofort fesseln konnten. Sie wächst im Schatten ihrer Vergangenheit auf, teilweise gehasst und gefürchtet von der Gesellschaft. Ihre Unsicherheit und der ständige Kampf um ihre eigene Identität machen sie überraschend greifbar. Besonders gefallen hat mir, wie realistisch ihre Auseinandersetzungen mit ihrer verlorenen Magie und der Frage, ob sie jemals die Kontrolle darüber zurückgewinnen kann, geschildert werden.

Der Wettkampf um die Krone, in den Blaze verwickelt wird, ist gleichzeitig eine Prüfung ihrer Fähigkeiten und ihrer inneren Stärke. Doch es ist nicht nur der Wettkampf selbst, der für Spannung sorgt. Am Kaiserhof warten ganz neue Herausforderungen auf Blaze, zum Beispiel Intrigen und eine Erhöhung ihres Herzschlags bei gleich zwei jungen Männern.

Die Welt von „Heir of Storms“ hat mich fasziniert und ist eine Mischung aus politischem Spiel, magischen Kräften und einem tiefen Abgrund aus Misstrauen und Machtgier. Doch während das Setting viel verspricht, hätte ich mir mehr Details gewünscht, insbesondere zu den anderen Reichen, die nur vage erwähnt werden. Mehr Hintergrundinfos hätten hier geholfen, mich noch tiefer in die Welt eintauchen zu lassen.

Ein kleiner Wermutstropfen war auch die Länge des Mittelteils. Hier gab es einige Passagen, die sich etwas zogen und die Spannung ein wenig dämpften. Nichtsdestotrotz bleibt „Heir of Storms“ ein unterhaltsames und vielversprechendes Buch, das Lust auf die weiteren Bände der Storm-Weaver-Reihe macht!

Fazit: „Heir of Storms“ ist ein solider Auftakt zu einer Reihe mit großem Potenzial. Es verbindet magische Wettkämpfe, politische Intrigen und persönliche Konflikte zu einer spannenden Mischung. Blaze ist eine Protagonistin, mit der man mitfiebert und deren Reise man gerne weiterverfolgt. Auch wenn das Buch hier und da etwas langsamer wird, macht es definitiv Lust auf mehr und ich freue mich auf die Fortsetzung! 4/5 Sternen

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Fast abgebrochen und dann wurde es gut!

Der dunkle Sommer
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Fast wäre dies eine Abbruchrezi geworden. Ich hatte begeisterte Rezensionen zu „Der dunkle Sommer“ gelesen und mir das Buch daher selbst gekauft, als (haha) Sommerlektüre. Ich begann zu lesen, doch das ...

Fast wäre dies eine Abbruchrezi geworden. Ich hatte begeisterte Rezensionen zu „Der dunkle Sommer“ gelesen und mir das Buch daher selbst gekauft, als (haha) Sommerlektüre. Ich begann zu lesen, doch das Buch fesselte mich nicht. Ich konnte keinerlei Verbindung zu den Protagonisten oder der Geschichte dahinter aufbauen, die zahlreichen Andeutungen nervten mich zunehmend. Gleichzeitig verspürte ich überhaupt keine Neugier auf die Auflösung dieser. Ich nahm das Buch nur noch in die Hand, wenn ich kurze Wartezeiten überbrücken musste und es gerade keine Alternative gab. Die Entscheidung, eine Abbruchrezension zu verfassen, war eigentlich schon gefallen.

Ich hatte mich bis zur Mitte des Buches gearbeitet und plötzlich und unerwartet packte es mich dann doch noch. In einer Szene, die ich aufgrund des Fortschritts der Geschichte hier nicht Spoilern kann, wurde die Protagonistin Tilda für mich doch noch nahbar und interessant. Ab diesem Moment wollte ich wissen, wie es weitergeht und was die Hintergründe dieser mysteriösen Geschichte sind. So hatte mich das Buch im letzten Moment doch noch gefesselt. Wobei ich betonen möchte, dass vorher nichts schlecht war — objektiv gab es weder an Schreibstil noch Aufbau der Geschichte etwas auszusetzen.

Das Buch spielt auf Sardinien und passt damit perfekt in den Sommer. Dass diese wunderschöne Insel auch dunkle Geheimnisse aus einer Vergangenheit versteckt, die so gar nicht zur Urlaubsidylle passt, lässt mich auch rückblickend noch schaudern.

Die Geschichte wird — neben kurzen, eingeschobenen Rückblicken nicht näher benannter Personen in kursiver Schrift — aus den Perspektiven von drei Personen erzählt, was das Buch abwechslungs- und facettenreich macht: Tilda, eine Architektin aus Deutschland, die vor ihrer Vergangenheit auf die Insel geflohen ist und auf der Suche nach einem Neuanfang in Ruhe ist. Enzo, ein sardischer Journalist, der auf der Suche nach der Wahrheit über eine tragische Nacht ist, die Jahrzehnte zurückliegt und über die niemand spricht. Und Franca, deren Geschichte im Vorfeld jener Nacht spielt und die damals ein junges Mädchen war. Tilda und Enzo begegnen sich im Jetzt und schauen zunächst mit ganz unterschiedlichen Blickwinkeln auf den Ort und seine Historie.

Vera Buck taucht tief ein in die Geschichte Sardiniens. Inseltypisch haben sich dort Gesellschaft und Traditionen anders entwickelt als auf dem Festland. Sie nimmt uns mit in den Sommer, in dem Italien Weltmeister wurde und auch die Sarden mitfeierten — in eine Nacht, in der sich für Franca und das Dorf Botigalli, in dem sie lebt, eine Tragödie anbahnt. In diesem Dorf, das nach jener verhängnisvollen Nacht zu einem Geisterdorf wird, erwirbt Tilda Jahrzehnte später ein Haus für nur einen Euro, den Tipp dazu bekam sie aus dem Nachlass ihres kurz zuvor verstorbenen Vaters.

Es bleibt lange unklar, in welcher Beziehung die drei genannten Protagonistinnen (Enzo ist mit gemeint) und die Menschen in ihrem Umfeld zueinander stehen. Vielleicht war das ein Grund, weshalb mich die Geschichte erst spät gepackt hat. Ein Thriller, wie das Buch klassifiziert ist, wird es auch eher später. Am Anfang wirkte es auf mich eher wie ein Roman, eine ruhige Erzählung.

Das Buch gewinnt zunehmend an Fahrt und wird noch sehr, sehr spannend, mit durchaus unerwarteten Wendungen („Meisterin des Plot-Twists“, wie auf der Rückseite zu lesen ist, wirkt auf mich allerdings etwas hoch ins Regal gegriffen). Allerdings sah ich die Auflösung irgendwann kommen, das Verhältnis der Personen wurde mir klar.

Was mir wirklich gut gefallen ist, ist der handwerkliche Aufbau des Buches insgesamt. Vera Buck erläutert auch im Nachwort ihre Intention, welche Aspekte und Themen sie hier zu einem Thriller zusammenführen wollte. Sie greift dabei die Geschichte Sardiniens und Elemente des italienischen Rechts auf, die mir unbekannt waren und mich sehr überrascht und fassungslos gemacht haben. In dieser Hinsicht wirkt das Buch auch noch nach.

Insgesamt kann ich das Buch empfehlen, freue mich, dass ich es nicht abgebrochen habe und vergebe insgesamt 4/5 Sternen.

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