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Veröffentlicht am 31.10.2025

Interessanter Auftakt einer mythischen Trilogie

His Face Is The Sun – Der Thron von Khetara
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„His Face is the Sun“ ist der Auftakt einer Trilogie, die uns in das Alte Ägypten, hin zu Mythen, Prophezeiungen und Intrigen, mitten hinein in eine Rebellion und dunkle Geheimnisse führt.

Michelle Jabès ...

„His Face is the Sun“ ist der Auftakt einer Trilogie, die uns in das Alte Ägypten, hin zu Mythen, Prophezeiungen und Intrigen, mitten hinein in eine Rebellion und dunkle Geheimnisse führt.

Michelle Jabès Corpora erzählt ihre Geschichte aus vier unterschiedlichen Perspektiven – wir lernen eine Rebellin, eine Priesterin, den Grabräuber und eine Prinzessin kennen, begleiten sie auf ihrem scheinbar vom Schicksal vorgegebenen Weg, der sie in Konflikte und zueinander führt. Welches Ziel sie verfolgen (sollen) bleibt lange ungewiss. Und doch sind alle vier bereit.

Aufgrund des einfachen Stils war es trotz der wechselnden Sichtweisen nicht schwer, dem Verlauf zu folgen, sich in die komplexen Gegebenheiten einzufinden und zu verstehen. Corpora geleitet und in einem atmosphärischen Ton durch trockene Wüsten und gruselige Grabkammern, durch prächtige Räume und Armutsviertel, geizt nicht an unheilvoller Stimmung, aufrührerischen Momenten und interessanten Charakteren. Wenn auch nicht alle nahbar, manche undurchsichtig blieben, empfand ich sowohl die Entwicklung des Einzelnen als auch jene der Geschehnisse äußerst gelungen. Tempo und Spannung wachsen mit fortlaufender Handlung, sodass es kaum Längen, dafür aber malerische Beschreibungen, einige Wendungen, etliches an Gefühl und mitreißende Sequenzen gab. Zahlreiche Fragen – welch Übel dem Land droht, weswegen Khetara derart gespalten, von Unruhen geplagt ist, wo der Ursprung der Krankheit liegt, die den Herrscher dahin rafft (…) – türmen sich auf und verlangen, den verstreuten Antworten aufmerksam nachzugehen.

Da die ProtagonistInnen aus verschiedenen Schichten stammen, erhalten wir nicht nur Tiefe in ihre Wesen, sondern auch einen greifbaren Eindruck des hier gelebten – authentisch dargelegten – Systems. Der mythologischen und magischen Komponente, des Glaubens und Wirkens, konnte ich viel abgewinnen, waren diese doch origineller Natur und oft mit historischen Erklärungen, einem gewissen Realismus, der nicht minder schockierend ist, untermalt. Die Prophezeiung bleibt ein Mysterium, etwas Geheimnisvolles, nichtsdestotrotz wirkt der Beginn der Serie „Der Thron von Khetara“ wie der Anfang von etwas Großem. Diesem Gedanken zuträglich sind die subtile Aufregung und Euphorie. Und das überraschende Ende. Ich werde nun gespannt auf Teil zwei warten.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Komplex und düster

Ein Schwert aus Rabenblut
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Mit dem Auftakt ihrer Chroniken führt uns Sarah Skitschak erneut ins Kronland, in dem sich eine Rebellion manifestiert hat, deren Ausmaß ebenso gewaltig ist wie Flis Schicksal.

Nach einem missglückten ...

Mit dem Auftakt ihrer Chroniken führt uns Sarah Skitschak erneut ins Kronland, in dem sich eine Rebellion manifestiert hat, deren Ausmaß ebenso gewaltig ist wie Flis Schicksal.

Nach einem missglückten Diebstahl ist Flordelis Vanyeridis – eigentlich berüchtigt für ihre Präzision und ihr geschwindes Abtauchen – auf der Flucht vor den Häschern der als gnadenlos geltenden zirkonischen Fürstin Bele Mortrenna. In einem Wegehaus wird sie von einem der Söldner aufgegriffen und raubt ihm mehr aus Reflex als aus Absicht sein Lebensglück. Um ihre Schuld wettzumachen, begibt sie sich mit dem Pechvogel auf die Suche nach jener, die ihre Tat ungeschehen machen kann. Doch die vermeintliche Juwelendiebin und ihr Begleiter geraten erst in einen blutigen Konflikt mit den gnadenlosen Soldaten der Fürstin und dann in die Hände der Rebellen. Und allein wegen dem, was Flordelis ist, wird sie von diesen gehasst. Ob ihr dreihunderteinundsechzig jähriges Leben in einer kalten Krypta endet?

Lysander Marell hätte sich an das Protokoll halten, nicht vom Gelernten abweichen und seine Neugier, die fast schon Faszination ist, im Zaum halten sollen. Stattdessen wollte er die Gejagte ohne Gewalt zurück in das Reich der Zirkonen geleiten, wollte mehr über die Chrysoberyllfrau erfahren. Nun wurde er binnen weniger Stunden zweimal beinahe getötet, hat einen Stiefel verloren und verbringt mit aller Wahrscheinlichkeit die letzten Augenblicke auf Irden in einem nassen, schimmeligen, behelfsmäßigen Gefängnis mit jener wortkargen Ewigen, die sein Glück gestohlen hat.

Obgleich sich die Handlung nur auf knapp einen Tag erstreckt und es mehrere Hürden für das erzwungene Duo gibt, ist ein Großteil der Handlung mit Überlegungen und Gedanken gefüllt. Wie diese ergründen wir auch die Ereignisse durch ausschweifende, detailreiche Schachtelsätze, was stellenweise nicht nur zu Längen führt, sondern auch zu Verwirrung. Sarahs Stil ist kein leichter, eine Mischung aus schwülstigen, nahezu poetischen und derben Worten. Trotz der düsteren Stimmung, Unzufriedenheit und einer gewissen Melancholie, drohender Gefahr, verschiedener AngreiferInnen und Mystik empfand ich die Geschichte insgesamt als eher sacht und langsam erzählt, vor allem, da die Monologe der Kopfgeldjägerin viel Raum einnehmen und ablenken.
Besonders interessant waren die Informationen über den Bruch des Kronlands, die Schöpfermythen, die uns den vornehmlichen Glauben und die Entstehung der „Arten“ näherbringen, sowie Sagen über die Körperlosen und die Präsenz von Mo. Aber auch Flordelis, in der ein besonders fordernder, animalischer, sie zu Einsamkeit verdammender Seelendurst schlummert, auf der Schuld lastet und deren größter Wunsch Freiheit ist, einer, der seit ihrer Begegnung mit Marell in immer weitere Ferne zu rücken scheint, fesselt und fasziniert. Im fortschreitenden Verlauf kristallisiert sich langsam heraus, von welch gewaltigem Fluch Flis befallen ist, doch bis es so weit ist, dass sich das ganze Ausmaß ihres Loses offenbart, sind es die kleinen Gesten, leise aufblitzende Sehnsüchte, stumme Verletzlichkeit, die uns verraten, dass sich hinter der abweisenden, präzisen und kalten Fassade so viel mehr verbirgt.

Im Vergleich zur Chrysoberyll nahm Lysander zwar eine weniger präsent ausgearbeitete Position ein, nichtsdestotrotz ist der neugierige Söldner mit Humor und Offenheit bestückt, mit Loyalität und Kampfeswillen. Mit einem unerwarteten Geheimnis.
Kam es zu Gesprächen zwischen den beiden, waren diese häufig unterhaltsam und direkt, warfen durch ausweichende Antworten aber gleichzeitig noch mehr Fragen auf.
Denn warum verdingt sich Flordelis als Juwelendiebin und welcher Mission ging sie nach, bevor es zu dem verpatzten Diebstahl und der Begegnung mit dem Söldner kam? Was verbindet einen augenscheinlich rechtschaffenen jungen Mann mit jemandem wie Mo? Selbst die Bedeutung des Titels vom Auftakt der „Kronland-Chroniken“ bleibt – größtenteils – nur eine Ahnung. Dinge, die bis zu Band 2 beschäftigen werden.
Am Ende ihrer gemeinsamen Reise angekommen, umgeben von verbotener Magery, Zaubern, die nicht ohne Gegenleistung funktionieren, setzt Sarah nochmal auf Wendungen und Details, gewährt uns Einblicke in innerste Konflikte …

LeserInnen, die anspruchsvolle Fantasy mögen, in der harsche, komplexe Gegebenheiten, politische Unruhen sowie Kämpfe zugegen und persönliche Befindlichkeiten der Erzählenden über den gesamten Verlauf verstreut sind, Verständnis erst langsam eintreten kann, werden in „Ein Schwert aus Rabenblut“ Stück für Stück eine eindrucksvolle Welt inklusive facettenreicher Charaktere und geheimnisumwobener Mystik ergründen.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Lesenswerter Thriller

Der Nachbar
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Elf Jahre sind vergangen, seit Sarah Wolff nicht nur ihren Mann verloren, sondern auch ihren Job aufgegeben hat. Dass die ehemalige Anwältin die Lügen von Ralph nicht zu durchschauen vermochte, nagt ebenso ...

Elf Jahre sind vergangen, seit Sarah Wolff nicht nur ihren Mann verloren, sondern auch ihren Job aufgegeben hat. Dass die ehemalige Anwältin die Lügen von Ralph nicht zu durchschauen vermochte, nagt ebenso sehr an der heutigen Kioskbesitzerin wie die Schuld, die sie seit ihrer Kindheit umtreibt, die kräftezehrenden Albträume und ihre Monophobie, die sie in ihrem Privatleben hindert, Entscheidungen allein zu treffen, und sie immer wieder in die Arme vermeintlich starker Männer treibt. Sarahs einzige Konstanten sind ihre Tochter und ihre Kindergartenfreundin – die Psychologin Marion –, deren Nähe ihr den Neustart in Berlin, kurz vor der offiziellen Haftentlassung von Ralph, erleichtert. Doch plötzlich ereignen sich mysteriöse Vorkommnisse – ein gefüllter Kühlschrank, unauffindbarer Abfall, der Diebstahl ihrer geheimsten Gedanken sind noch das Harmloseste. Aber als Sarah verstörende Anrufe und besorgniserregende Berichte von vorherigen HauseigentümerInnen erreichen, Leichen verschwinden und nicht mal die zuständige Kommissarin ihr Gehör schenkt, beginnt die Strafrechtlerin, langsam an ihrem Verstand zu zweifeln. …
Niemand glaubt ihr, niemand scheint sie ernst zu nehmen.

Mit „Der Nachbar“ hat Sebastian Fitzek einen mitreißenden Psychothriller konzipiert, der zwar nach einer starken ersten Hälfte etwas nachlässt, jedoch kontinuierlich an das Geschehen fesselt und ein mulmiges Gefühl weckt. Hauptsächlich verfolgen wir die Story aus der Sicht von Sarah, sind Teil ihrer Erlebnisse und Gedanken. Wir erfahren Dinge aus ihrer Vergangenheit, die Mitleid wecken, sind dabei, wenn sie sich aus Verhaltensmustern löst, unglaublich mutig – gleichzeitig überstürzt, von Angst getrieben und dementsprechend nahbar – agiert. Weitere Perspektiven – seien es jene der Opfer, der TäterIn oder relevanter anderer Figuren – mischen die Handlung auf, und verführen zu eigenen Spekulationen. Denn der Autor präsentiert genügend Verdächtige.

Durch die anhaltende Ungewissheit, wer sich hinter dem „Schutzengel-Stalker“ verbirgt, und steigendes Misstrauen jedem und jeder gegenüber schwingt durchweg eine bedrohliche Note mit, eine angespannte Stimmung, etwas, das nach Vorsicht verlangt. Je weiter der rasante Verlauf voranschreitet, desto präsenter wird „Der Nachbar“ – und seine blutigen Taten. Die Fragen nach der Identität und dem Motiv bleiben bis zur Auflösung, die ich insgesamt, wie gewöhnlich für einen Fitzek, als stark konstruiert, aber durchdacht empfand, unklar. Sensible Themen – wie traumatische Erfahrungen und deren unterschiedliche (psychische) Auswirkungen oder die Frau, die prinzipiell als hysterisch – de facto nicht ernst zu nehmend – abgestempelt wird, die fehlenden finanziellen Mittel von Polizeistellen und die Kraft der Mutterliebe – sind deutlich eingebunden und geben der Geschichte etwas Handfestes. Stilistisch lässt sich sagen, dass der Autor Wert auf klare Worte und Einfachheit legt, es gleichzeitig jedoch schafft, eine spannende Story mit einer einnehmenden Atmosphäre sowie vorstellbarem Grauen zu inszenieren. Beklemmung auszulösen.
Etwas, das ich als sehr wichtig und leider wahr erachte, ist folgende Aussage:
„Das altbekannte Stalking-Problem. Meist musste erst jemand massiv zu Schaden kommen, bevor die Opfer ernst genommen wurden.“

Fazit: Nach „Der Nachbar“ werden wir wohl alle unser Umfeld genauer inspizieren wollen. Ein Psychothriller, der sich rasch lesen lässt, an die Ereignisse fesselt und mit Tempo und Überraschungen punktet.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Anders als erwartet, aber überraschend gut

The Academy
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„𝐓𝐡𝐞 𝐀𝐜𝐚𝐝𝐞𝐦𝐲“ ist ein gemeinschaftlicher Roman von Elin Hilderbrand & Shelby Cunningham, in dem wir durch eine Schar von LehrerInnen und SchülerInnen Internatsluft atmen, Teil von verschiedenen Geschichten ...

„𝐓𝐡𝐞 𝐀𝐜𝐚𝐝𝐞𝐦𝐲“ ist ein gemeinschaftlicher Roman von Elin Hilderbrand & Shelby Cunningham, in dem wir durch eine Schar von LehrerInnen und SchülerInnen Internatsluft atmen, Teil von verschiedenen Geschichten und mit stets aktuellen Themen konfrontiert werden.
Geld, Ansehen und der soziale Status spielen hier ebenso eine große Rolle wie Freundschaften, die erste Liebe, Fehlverhalten und emotionales Chaos.

In einem Land, in dem viele (elitäre) Einrichtungen von Spenden leben, sollte es sich Audre Robinson, die sowohl als erste Frau wie auch als erste POC den Posten an der Spitze der Tiffin-Academy innehat, nicht mit den SponsorInnen der nunmehr seit hundertvierzehn Jahren existierenden Schule verscherzen. Keine Eklats dürfen nach außen dringen, nichts, was den Ruf der tadellosen Universität gefährden könnte.
Das landesweite – undurchsichtige – Internats-Ranking einer renommierten Zeitschrift erhöht den Druck, der auf ihr lastet, zusätzlich – dabei liebt Robinson ihren Job und zeigt sich stets nahbar. Nichtsdestotrotz: Tragödien, Liebschaften im Personal, mangelhafte Führungszeugnisse oder die zwielichtige Immunität, die einigen zuteil wird, sind Dinge, die in den Mauern zu bleiben haben. Dabei wird sich strikt an altbackene – schon immer funktionierende – Traditionen, Vorschriften und Lehrpläne gehalten.
Als sich die Tiffin-Academy zu Beginn des neuen Schuljahres plötzlich unter den Top 3 der „Besten Internate“ wiederfindet, fallen alle – inklusive der misstrauischen und missgünstigen KonkurrentInnen – aus den Wolken.
Audre ist überrascht und begeistert – mit der neuen Besetzung von Zimmer 111 und zwei frischen Lehrkräften kann dieses Jahr nur ein glorreiches werden!
Oder?

🍁„𝘑𝘶𝘯𝘨𝘴 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘯𝘢𝘤𝘩 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘯 𝘛𝘢𝘵𝘦𝘯 𝘣𝘦𝘸𝘦𝘳𝘵𝘦𝘵, 𝘔𝘢𝘦𝘥𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘥𝘢𝘯𝘢𝘤𝘩, 𝘸𝘪𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘸𝘢𝘦𝘩𝘳𝘦𝘯𝘥 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘳 𝘛𝘢𝘵𝘦𝘯 𝘢𝘶𝘴𝘴𝘦𝘩𝘦𝘯.“

Hilderbrand & Cunningham erwecken zwar nicht den schulischen Alltag an sich zum Leben, dafür aber die unterschwelligen Brandherde, die verzwickten Situationen unter einzelnen Parteien und die Bedeutung vom sozialen Status. Die Autorinnen zeigen gezielt bestimmte Dynamiken auf und lassen die Stimmung auf den Fluren mehrfach hochkochen. Da aus vielen verschiedenen, rege wechselnden Perspektiven erzählt wird, werden die LeserInnen Teil von Cliquen, Abläufen, Gepflogenheiten und Festivitäten. Auch werden wir in Beziehungen und Streitereien, in sich aufbauende Intrigen und Vorverurteilungen involviert, sehen Erwartungen schrumpfen und Neues erblühen. Ungefilterte Gedanken lassen Personen und Verhaltensweisen noch greifbarer, nahezu real, erscheinen. Das macht es leicht, die Fragmente zusammenzusetzen, sich wiederzufinden, zu verstehen und ganzseitig mitzurätseln. Denn ja, einige Figuren, ihre Veränderungen und Wahrheiten sind von besonders großem Interesse …

▪︎Harrison Flanders, der mit seinem Job in der Küche nur einer Strafe entgehen will, doch nichts gelernt hat.
▪︎Zurück an der Tiffany versucht der gescheiterte Schriftsteller Rhode Rivera die archaischen Vorgaben des Lehrplans zu durchbrechen, ist gleichzeitig aber nicht bereit, eine Abfuhr zu ertragen.
▪︎Aus Trotz und Langeweile widmet sich East – DER heiße Bad Boy – einem verbotenen Projekt – aber was solls? Immerhin sitzt sein einflussreicher Daddy im Vorstand.
▪︎Von den unkonventionellen Neigungen ihrer Eltern geschockt, kämpft das berühmte Influencer-Sternchen Davi Banerjee (fast) unbemerkt mit (gegen) sich selbst und will einfach nur ihre beste Freundin zurück.
▪︎Simone Bergeron ist kaum älter als die Schülerschaft – und der Alkohol ist nicht ihre größte Versuchung.
▪︎Aufgrund ihrer Stellung ist Audre auf positive Presse und einen guten Eindruck angewiesen, daher drückt die Direktorin gerne mal ein Auge zu. Aber ihre stetig wachsende Besorgnis kann sie nicht ignorieren.
▪︎Dub – eigentlich zu arm für die Kreise der Tiffin – leidet besonders unter dem Verlust, der die komplette Schule erschüttert hat, verbindet ihn doch noch immer etwas mit einem Geist.
▪︎Mein persönlicher Liebling war Charlotte Hicks, die durch einen „glücklichen Zufall“ im 5. Jahr an das Internat stoßen durfte. Charley sticht mit dem stets unter ihrem Arm klemmenden Bücherstapel, eloquenten Antworten, einem aus der Zeit gefallenen Stil und der „Mir doch egal“-Einstellung deutlich aus der Masse der Angepassten hervor. Innerhalb von wenigen Monaten vollzieht die Neue zudem eine beeindruckende Verwandlung – von der freaking Außenseiterin zum beliebten Kid, ohne dabei ihre Prinzipien zu vergessen.
...

Gerade die sacht verstreuten Details wecken (ungute) Ahnungen über die Schar aus mit Eigenheiten und Fehlern bestückten Charakteren. Jede/r, der gezielt in den Fokus rückt, jede Dynamik, die auffallend ist, hält dazu an, mehr erfahren, tiefer in die individuellen Persönlichkeiten, Empfindungen und das, nicht immer lupenreine, Innere dringen zu wollen.
Hier und da blitzen Humor und charmante TeenagerInnen-Dramen auf, jedoch auch ernstzunehmende mentale Probleme. In Kombination mit der durchaus elitären Belegschaft, den deutlich hervorgehobenen Hierarchien, wachsender Unzufriedenheit und dem spürbaren Erwartungsdruck schufen Hilderbrand & Cunningham eine mitreißende Basis. Zwar erzählen die Autorinnen ihre Geschichte in einem ruhigen, authentischen Ton, sehr detailreich und ausschweifend, sodass die Spannung größtenteils eher subtil mitfließt, aber ungefähr im Mittelteil, nachdem sich die LeserInnen eingefunden haben und mit Auftauchen einer App, die Geheimnisse ausposaunt, schwerwiegende Vorwürfe erhebt und dafür sorgt, dass sich niemand mehr in Sicherheit wähnen kann, nimmt die Handlung zusehends Fahrt auf, schlägt Wendungen und entfacht einen Sog.

Es gibt hier so viele kleine – realistische – Geschichten, die vor Eifersucht und Neid pulsieren, vor verbotenen Obsessionen und Überforderung; Intrigen, die heimlich gesponnen werden, Schandflecke, die verborgen bleiben sollten, unterschätzte und viel zu hoch gelobte Menschen.
Wir lesen von (besorgniserregenden!) psychischen Erkrankungen, von Geltungsdrang und Vorurteilen, von verbotenen Küssen, alltäglichem Sexismus, nagender Eifer- und Spielsucht, von Trauer und dem häufig ungesunden Umgang mit dieser. Von diversen Beziehung(smodell)en, von Freundschaften, die zerbrechen, von Täuschungen und Lügen, Einsamkeit und der Gefahr, die Vergleiche bergen.
Obgleich die einzelnen Figuren unterschiedlich viel Raum bekommen, der Wechsel und die vergehende Zeit teilweise rasch erscheinen, wurde aus zahlreichen, ineinandergreifenden Informationen und Eindrücken ein großes Ganzes konzipiert – ein komplexes, facettenreiches, mit etlichen Nuancen besprenkeltes Bild. Elin & Shelby sprechen von den vielfältigen Problemen, die das Erwachsenwerden und -sein so mit sich bringen, während sie uns den schönen, glanzvollen Schein, der selten die Wahrheit ist, zeigen …

War es teilweise anstrengend, der kaleidoskopähnlichen Storyline aufmerksam zu folgen? Ja. Ist „The Academy“ dennoch lesenswert, unterhaltsam, aktuell und interessant? Auf jeden Fall!
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Veröffentlicht am 08.10.2025

Dystopische Romantasy

In Fire and Rain – Sturmkuss
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»𝘐𝘩𝘳 𝘮𝘰𝘦𝘨𝘵 𝘮𝘢𝘦𝘤𝘩𝘵𝘪𝘨𝘦 𝘋𝘳𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯𝘳𝘦𝘪𝘵𝘦𝘳 𝘴𝘦𝘪𝘯, 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘪𝘩𝘳 𝘸𝘪𝘴𝘴𝘵 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵, 𝘸𝘢𝘴 𝘒𝘳𝘪𝘦𝘨 𝘣𝘦𝘥𝘦𝘶𝘵𝘦𝘵, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘪𝘩𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘣𝘦𝘨𝘳𝘪𝘧𝘧𝘦𝘯 𝘩𝘢𝘣𝘵, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘦𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘙𝘶𝘦𝘤𝘬𝘦𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘚𝘤𝘩𝘸𝘢𝘦𝘤𝘩𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘢𝘶𝘴𝘨𝘦𝘵𝘳𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘳𝘥.«

In „Fire and Rain“ schuf ...

»𝘐𝘩𝘳 𝘮𝘰𝘦𝘨𝘵 𝘮𝘢𝘦𝘤𝘩𝘵𝘪𝘨𝘦 𝘋𝘳𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯𝘳𝘦𝘪𝘵𝘦𝘳 𝘴𝘦𝘪𝘯, 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘪𝘩𝘳 𝘸𝘪𝘴𝘴𝘵 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵, 𝘸𝘢𝘴 𝘒𝘳𝘪𝘦𝘨 𝘣𝘦𝘥𝘦𝘶𝘵𝘦𝘵, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘪𝘩𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘣𝘦𝘨𝘳𝘪𝘧𝘧𝘦𝘯 𝘩𝘢𝘣𝘵, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘦𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘙𝘶𝘦𝘤𝘬𝘦𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘚𝘤𝘩𝘸𝘢𝘦𝘤𝘩𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘢𝘶𝘴𝘨𝘦𝘵𝘳𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘳𝘥.«

In „Fire and Rain“ schuf Gesa Schwartz eine dystopische Fantasy-Story, die uns tief unter eine von Krieg zerstörte Welt führt. Tyrannisiert von König Acheron und seinen skrupellosen Rittern tummeln sich die Menschen in verborgenen Enklaven, führen ein nomadisches Leben, in dem Angst und Misstrauen, Dunkelheit und Dreck alltägliche Begleiter sind. Nur vereinzelt wagen sie sich an die Oberfläche. Sira, ausgestattet mit einer geheimen Fähigkeit, gehört zu den Mutigen. Doch nun hat sie alles im nicht endenden Kriegstreiben verloren.
Als Norik die junge Frau vor einer ausartenden Konfrontation mit Nhor’garoth, dem gefürchteten Schlächter der Sieben Städte, rettet, bietet er ihr Schutz, Gemeinschaft und eine Ausbildung in der Gilde, mit der sie den Weg gen Rache beschreiten kann. Denn der Drachenreiter sieht, was sich in Sira verbirgt. Doch dafür muss diese ihren Hass loslassen und sich auf die Rebellen und die Drachen einlassen.

„Sturmkuss“ wird hauptsächlich aus der Sicht von Sira erzählt, doch auch Norik und Nhor’garoth bereichern den Verlauf mit ihren Erfahrungen und Sichtweisen, wobei vor allem Letzterer düstere Gedanken und Vorahnungen beiträgt.
Für Sira – bekennende Einzelkämpferin – ist es unerlässlich, ihre Vorurteile und ihre traumatischen Erfahrungen zu überwinden, denn nur so kann sie in der Gruppe ihres Retters bestehen.
Hingegen lastet auf Norik große Verantwortung, ein höheres Ziel. Ablenkung kann sich der auf Distanz bedachte, loyale Krieger nicht leisten. Obgleich vieles zwischen den beiden steht und es nicht der richtige Zeitpunkt zu sein scheint, können sie sich nicht gegen ihre wachsenden Gefühle füreinander wehren. Dabei mussten Norik und Sira bereits lernen, dass Liebe angreifbar macht.

Insgesamt gefiel mir die Idee der hier geschaffenen Welt, die Eingliederung von Drachen und Rachsucht, die magische Komponente sowie die Romance wirklich gut. Ebenfalls gelungen sind die verhärteten Fronten und die Ausarbeitung der Gegebenheiten – Hintergründe über die Drachen(reiterInnen), den Krieg und den König sowie die rebellische Gilde waren an passender Stelle eingebunden und verleihen der üppigen Story eine greifbare Basis.
Der Auftakt der Dilogie ist von brodelnder Unruhe durchtränkt, von Ängsten und Vorsicht, dem Wunsch nach Vergeltung und Veränderung. Gleichzeitig ist eine Verletzlichkeit spürbar, lässt Gesa auch das herrschende Gemetzel und die Auswirkungen, die vor niemandem Halt machen, den Schmerz, das Leid durch die Seiten pulsieren. Mit unerwarteten Verlusten, überraschenden Offenbarungen und stimmigen Entwicklungen sorgt die Autorin für Abwechslung. Es wird actionreich und aufregend, doch bleibt auch Raum, um ankommen und verstehen zu können. Hier und da gab es Längen, der Stil war recht simpel gehalten, aber die Charaktere, ihr inneres Wanken und Ringen, bekamen ausreichend Tiefe, sodass es einerseits leicht war, die Erzählenden zu verstehen und mit ihnen zu fühlen, andererseits treffen wir reichlich Nebenfiguren und werden in bestehende, neu geknüpfte und sich entfaltende Dynamiken einbezogen.
Schwartz bindet die Hand in Hand gehenden Themen Krieg und Trauer präsent und tragisch echt ein; schafft es, mit der einen oder anderen Szene zu berühren. Zum Innehalten zu bewegen.

Ich bin gespannt, wie es nach DIESEM Ende im Frühjahr 2026 weiter- und ausgeht.

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