Hunter is back
KnochenkälteMit KNOCHENKÄLTE hat Simon Beckett endlich den 7. Band seiner Thriller-Reihe um Dr. David Hunter vorgelegt. Seit Erscheinen des letzten Teils sind mittlerweile sechs Jahre vergangen. Entsprechend realistisch ...
Mit KNOCHENKÄLTE hat Simon Beckett endlich den 7. Band seiner Thriller-Reihe um Dr. David Hunter vorgelegt. Seit Erscheinen des letzten Teils sind mittlerweile sechs Jahre vergangen. Entsprechend realistisch war für mich die Frage, ob ich überhaupt wieder in die Serie hineinfinde und noch etwas damit anfangen kann.
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Darum geht’s: Der forensische Anthropologe Dr. Hunter ist unterwegs zu einem neuen Fall, als er in einem Wintersturm vom Weg abkommt und in Edendale strandet. Am nächsten Tag ist der kleine Ort in den Cumbrian Mountains gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Bei seiner Suche nach einem Ausweg, stößt Hunter dann auf eine Leiche…
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Beckett hat mir den Wiedereinstieg in seine Reihe wirklich leicht gemacht. Das Anfangsszenario von KNOCHENKÄLTE ist dermaßen genial. Setting und Atmosphäre haben bei mir zu 100% gezündet und mich fast schon magisch in die Story hineingezogen. Das Hotel, in dem Hunter unterkommt, hat bei mir Psycho-Vibes à la Hitchcock ausgelöst. Ich kam mir ein bisschen vor, wie in Bates Motel. Die Bewohner in Edendale und ihre Dynamik untereinander haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass ich gespannt war wie ein Flitzebogen. Im ersten Drittel war der Thriller bei mir damit ganz klar auf 5 Sterne-Kurs. Was dann passiert ist, kann ich gar nicht genau sagen. Beckett lässt sich nämlich eigentlich nicht lumpen was Plottwists sowie actiongeladene und dramatische Szenen angeht. Und trotzdem ist mir das Highlight-Gefühl irgendwo beim ständigen Herumirren im Schnee verloren gegangen. Das mag mit daran liegen, dass ich erst vor kurzem ein Buch mit ähnlichem Setting gelesen habe, das mich wirklich komplett begeistert hat. Da war es vielleicht fast schon unmöglich, mich hier wieder durchweg zu catchen. Stattdessen hat sich immer mehr ein gewisser „Jetzt komm doch endlich mal zu Potte“-Gedanke eingestellt.
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Fazit: KNOCHENKÄLTE lässt sich gut lesen. Nach dem granatenstarken Anfang hat mir aber irgendwas gefehlt, um mich so richtig an die Seiten zu fesseln. Insofern ist Hunter Nummer 7 für mich solide aber kein Highlight.