Profilbild von Langeweile

Langeweile

Lesejury Star
offline

Langeweile ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Langeweile über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

Zu jung für eine Oma

Evil Grandma
0

Mona ist 65 Jahre,geschieden und arbeitet in Vollzeit,ihre beiden Söhne sind aus dem Haus. Als ihr ältester, Sohn und seine Freundin verkünden, dass sie Nachwuchs erwarten, ist Mona alles andere als erfreut. ...

Mona ist 65 Jahre,geschieden und arbeitet in Vollzeit,ihre beiden Söhne sind aus dem Haus. Als ihr ältester, Sohn und seine Freundin verkünden, dass sie Nachwuchs erwarten, ist Mona alles andere als erfreut. Sie fühlt sich zu jung für die Omapflichten, die zweifellos auf Sie zukommen werden,möchte selbst noch etwas erleben. Als dann noch die Wohnung der jungen Leute durch einen Wasserschaden auf Zeit unbewohnbar wird,bietet sie den Beiden eine Unterkunft in in ihrer kleinen Wohnung.Fortan wäscht,kocht , putzt sie und beseitigt das Chaos was Alma und Thomas hinterlassen,währenddessen die Beiden nur mit ihrem Handy beschäftigt sind. Mona geht die Situation mehr und mehr auf die Nerven und bei einem Wochenende zusammen mit ihrer Freundin und deren Tochter auf dem Land, entsteht an einem weinseligen Abend, die Idee für einen Instagram Account, den sie Evil Grandma 65 nennt.Zuerst hält sich die Anzahl ihrer Follower in Grenzen doch nach einer Baby Shower Party, platzt ihr der Kragen und die Sache eskaliert…..

Gekonnt,mit einigen Wahrheiten und viel ,teilweise etwas schrägem Humor ,blickt die Autorin auf zeitgemäße Themen.Der Generationenkonflikt,der mediale ,teils sehr skurrile Wahnsinn und einiges mehr wird ohne erhobenen Zeigefinger,aber deutlich in den Fokus gerückt. Die Protagonistin Mona war mir von Anfang an sehr sympathisch, auch wenn ihre Handlungen teilweise überzogen waren, hatte ich viel Verständnis für sie und konnte ihre Meinung nachvollziehen.
Die einzelnen Personen waren gut herausgearbeitet und wirkten realistisch,wenn auch etwas satirisch auf die Spitze getrieben.
Das Buch wurde von Silke Buchholz vorgelesen und hat mich gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2025

Ein wichtiges Thema

Da, wo ich dich sehen kann
2

Für die neunjährige Maja bricht von einem Tag auf den anderen, ihre Welt zusammen. Ihr Vater hat ihre Mutter Emma getötet, und Maja lebt nun bei Per und Brigitte den Großeltern mütterlicherseits.Auch ...

Für die neunjährige Maja bricht von einem Tag auf den anderen, ihre Welt zusammen. Ihr Vater hat ihre Mutter Emma getötet, und Maja lebt nun bei Per und Brigitte den Großeltern mütterlicherseits.Auch ihre geliebte Patentante Liv ,ist vorübergehend wieder dort eingezogen.Alle sind in ihrer Trauer gefangen ,jeder geht auf seine Weise damit um,Maja und Brigitte gehen zur Therapie.Alle versuchen für Maja dazusein und in ein halbwegs normales Leben zurückzufinden.Ihre Schuldgefühle und die Frage, ob sie die Tat hätten verhindern können, schwebt wie ein Damoklesschwert über Ihnen.

Während in den meisten Romanen der Fokus auf den Täter,die Täterin gerichtet ist, hat die Autorin hier bewusst einen anderen Weg gewählt und stellt die Hinterbliebenen in den Mittelpunkt des Romans. In kurzen Kapitel kommt jeweils eine Person zu Wort, wodurch man eine enge Beziehung zu den Beteiligten entwickelt. Unterbrochen wird das durch Gerichtsprotokolle, Zeitungsartikel und manchmal auch durch kindliche Zeichnungen.
Obwohl die Autorin, sehr sensibel, mit diesem schwierigen Thema umgegangen ist, bleibt die Tatsache, dass es sich bei diesem Roman um schwere Kost handelt.mit der manche Leser/ Leserinnen vielleicht überfordert sind.
Auch wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt,begegnet uns das Thema in der Realität sehr häufig,was durch entsprechende Statistiken belegt ist.
Mir hat das Buch gut gefallen, ich vergebe vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 02.11.2025

Rückkehr zum inneren Kind

Drei Tage im Schnee
0

Hannah ist ausgebrannt und am Ende ihrer Kräfte,sie braucht dringend eine Auszeit. Kurzentschlossen bucht sie eine kleine Holzhütte am See, die völlig abgelegen ist. Kurz nach ihrer Ankunft beobachtet ...

Hannah ist ausgebrannt und am Ende ihrer Kräfte,sie braucht dringend eine Auszeit. Kurzentschlossen bucht sie eine kleine Holzhütte am See, die völlig abgelegen ist. Kurz nach ihrer Ankunft beobachtet sie vom Fenster aus ein kleines Mädchen, was konzentriert einen Schneeengel gestaltet.Sie kommt mit ihr ins Gespräch und gemeinsam bauen sie ein Schneinhorn und einen Iglu. Zwischendurch wärmen Sie sich am Kaminfeuer in ihrer Hütte auf, trinken weiße Schokolade und führen viele Gespräche. Durch die kleine Sophie lernt Hannah, die Welt wieder aus Kinderaugen zu sehen und erinnert sich an viele Dinge aus ihrer eigenen Kindheit, die sie lange vergessen hatte. Ihr wird bewusst, dass sich in ihrem Leben etwas ändern muss, und sie beschließt, sofort nach ihrer Rückkehr damit zu beginnen. Mehr auf das innere Kind in sich hören und nicht immer so sein, wollen, wie die Gesellschaft es von einem erwartet.
Die Geschichte hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Als Erwachsener verlernt man oft den Fokus auf die kleinen Dinge zu legen, da können wir von Kindern viel lernen.
Die Autorin hat in dem kleinen Büchlein viele Lebensweisheiten,die eigentlich gar nicht neu sind ,auf liebevolle Weise verpackt und jeder kann für sich etwas passendes daraus auswählen.
Von mir vier Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2025

Teilweise etwas langatmig

Herbstgeschichte
0

Der Schauspieler Bruno und der Schriftsteller Michael kennen sich schon seit ihrer Schulzeit und sind befreundet. Auf einer Zugfahrt lernen Sie Marietta kennen, eine geheimnisvolle Kunststudentin, die ...

Der Schauspieler Bruno und der Schriftsteller Michael kennen sich schon seit ihrer Schulzeit und sind befreundet. Auf einer Zugfahrt lernen Sie Marietta kennen, eine geheimnisvolle Kunststudentin, die den Eindruck macht, vor irgendwas auf der Flucht zu sein. Die beiden Männer nehmen sich der jungen Frau an und begleiten Sie bis nach Venedig, wo sie von jetzt auf gleich verschwindet.
Viele Jahre später begegnet, Michael ihr bei einer Lesung wieder,doch von der jungen attraktiven Frau ist nichts mehr übrig. Sie ist schwer, krank und hochgradig traumatisiert, dass der Beginn einer lebenslangen Fürsorge und Freundschaft.

Auf eine sehr ausführliche Art erzählt der mir dahin unbekannte Schriftsteller, eine Geschichte von Freundschaft, Verlusten, aber auch dem ein oder anderen Geheimnis. Auch wenn mir das Thema sehr gefallen hat, war mir die Geschichte an etlichen Stellen zu ausufernd ,was sich auf den Lesefluss negativ auswirkte.Was mir hingegen gut gefiel war,dass das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wurde.
Der Sprecher Peter Kaempfe hat mir sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2025

Und ab und zu ein weißer Elefant

Sonnenaufgang Nr. 5
0

Der 19 jährige Jonas hat gerade sein Germanistikstudium geschmissen und möchte in Zukunft als Ghostwriter sein Geld verdienen.Seine erste Kundin ist die alternde Diva Stella, die in einem Pavillon an ...

Der 19 jährige Jonas hat gerade sein Germanistikstudium geschmissen und möchte in Zukunft als Ghostwriter sein Geld verdienen.Seine erste Kundin ist die alternde Diva Stella, die in einem Pavillon an der Nordsee lebt. Ihr Haus ist gefüllt mit Biografien und jedes Buch enthält Zettel, die ihre Gedanken bergen.Gemeinsam tauchen sie in Erinnerungen ein,denn auch Jonas hat eine problematische Vergangenheit.
Neben den beiden Hauptcharakteren sind es die unterschiedlichen Menschen in Stellas Umgebung, welche denm Roman das gewisse Etwas geben. Der Maler Geraldo, der in Stella verliebt ist und ihr zu Ehren immer wieder Sonnenaufgänge malt. Paul und sein Hund „Guter Junge“,Nessa ,die in Jonas verliebt ist,Bentje ,die jeden Tag an der Bushaltestelle auf ihren lange verstorbenen Mann wartet und einige mehr.
In vielen Gesprächen,die oft sehr temperamentvoll sind ,aufgrund des exzentrischem Wesens der Diva,lernen alle aus ihren Erinnerungen,um zu einem zufriedenen Leben zu finden
Der Autor ist ein Meister der leisen Töne,die tief ins Herz gehen.
Auch wenn der Roman nicht ganz die Qualität des „ Buchspazierers“ erreichen konnte,habe ich es mir mit Begeisterung vorlesen lassen und vergebe vier Sterne.Die

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere