Indigo muss die Herbstferien bei seiner Oma Iris verbringen, damit seine Mutter sich voll und ganz auf die kleinen Drillingsschwestern konzentrieren kann. So hat er nun aber endlich Ruhe, um seine verborgene ...
Indigo muss die Herbstferien bei seiner Oma Iris verbringen, damit seine Mutter sich voll und ganz auf die kleinen Drillingsschwestern konzentrieren kann. So hat er nun aber endlich Ruhe, um seine verborgene Zauberkraft zu erforschen, denn er muss seine Zauberprüfung bis Halloween abgelegt haben, sonst muss er die erste Klasse wiederholen. Doch bei Oma Iris passieren allerlei kuriose Dinge und Indigo deckt – gemeinsam mit seiner neu gewonnenen Freundin Violetta – so manches Geheimnis auf und lernt dabei jedes Mal mehr über seine Magie.
„Indigo und Violetta“ ist ein schönes Buch zum Vor- oder Selberlesen und macht sowohl Kindern als auch Erwachsenen Spaß. Die Geschichte entwickelt sich in kleineren Episoden in jedem Kapitel, sodass pro Vorleseeinheit ein Kapitel mit einer mehr oder weniger abgeschlossenen Sequenz endet. Den roten Faden verliert die Erzählung dabei aber nie.
Die Themen Identitätsfindung, Freundschaft, Familie, Mut haben und mutig sein sind sehr schön umgesetzt. Die Hauptfiguren sind sympathisch konzipiert und man kann schnell mit ihnen warm werden. Auch die Sprache ist leicht verständlich und trotzdem voller Witz und Wortspiele. Für meinen Geschmack fehlen ein paar Hintergrundinformationen zur Gesellschaftskonzeption von Zauberern und Nicht-Magiern, aber das ist wohl eher nichts, wonach Kinder fragen. Ich hoffe auf ein Wiederlesen mit Indigo, Violetta und Konrad, dem kahlköpfigen Kürbiskopf!
Schon der Titel verrät, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine nette Geschichte à la Lassie handelt, sondern um die Evolution des Hundes (schließlich ist es Darwins Vierbeiner!). Und so stellt sich ...
Schon der Titel verrät, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine nette Geschichte à la Lassie handelt, sondern um die Evolution des Hundes (schließlich ist es Darwins Vierbeiner!). Und so stellt sich dann auch der Autor als Humangenetiker vor, der – so gibt er offen zu – absolut kein Hundefanatiker ist, die Thematik an sich aber aus Wissenschaftlersicht spannend fand.
Und so nähert er sich Darwins Hund also in drei Abschnitten: Das erste Drittel des Buches befasst sich mit den Vorfahren der Hunde – den Wölfen. Rudelstrukturen, biologische Weiterentwicklung, die Domestizierung und auch die – bis heute andauernde – Dämonisierung der Wölfe nimmt er dabei in den Fokus. Im zweiten Drittel steht die Entstehung der Spezies Hund und die ersten Zuchtanfänge im 19. Jahrhundert im Mittelpunkt. Dieser Abschnitt ist sehr wissenschaftsbiologisch, da Sykes darstellt, wie die genetische Identifikation von Rassen und die Erkennung von Krankheiten durch DNA-Mutationen untersucht und entdeckt wurden. Im letzten Drittel fragt Sykes – bzw. seine Frau Ulla – nach der emotionalen Bindung zwischen Hund und Besitzer. Wie weit würden Sie für Ihren Hund gehen? Sind Hunde Familienmitglieder? Werden Arbeitshunde anders geliebt als „Schoßhunde“? Und – so schließt sich der Bogen zur Genetik erneut: Würden Sie Ihren Hund klonen?
Aus dem Forschungsfeld des Autors ergibt sich auch der wissenschaftliche Fokus dieses Buches, nämlich die genetische Entwicklung des Wolfes zu der heute vorhandenen Rassevielfalt der Hunde. Ja, es mag stellenweise zu wissenschaftlich sein und so manch einem Hundeliebhaber zu trocken oder auch lieblos sein, aber dafür ist es eben auch eine objektive Betrachtung essen, was wir Menschen durch Zucht und genetische Selektion geschaffen und auch angerichtet haben.
Das Buch ist interessant für alle Hundefans, die ihren Vierbeiner mal aus einer anderen, rein (evolutions-)biologischen Perspektive betrachten wollen – auch wenn der eigene Couchpotato von heute eher weniger bis keine Schnittstellen mehr mit dem Wolf der Jungsteinzeit hat...
Bei ihrer aufregenden Flucht durch mehrere Provinzen der utopischen Welt des Kaiserreichs Aramtesch begleiten wir in dieser Geschichte zwei Protagonisten: Rakel, die Tochter eines ehemaligen Soldaten, ...
Bei ihrer aufregenden Flucht durch mehrere Provinzen der utopischen Welt des Kaiserreichs Aramtesch begleiten wir in dieser Geschichte zwei Protagonisten: Rakel, die Tochter eines ehemaligen Soldaten, die mit einem außergewöhnlichen Geruchssinn gesegnet ist, und Ash, den Leibwächter des kaiserlichen Ersten Prinzen. Denn ebenjener Prinz und zukünftige Kaiser wurde bei seiner ersten Reise vergiftet, als sein Beschützer verletzt außer Dienst ist. Neben dem bewusstlosen Prinzen finden Rakel und Ash, die zeitgleich den Tatort erreichen, die Dufthüterin der Provinz, in deren Dienst Rakel steht. Mit ihren letzten Atemzügen teilt sie Rakel eine kryptische Nachricht mit, wie der Prinz zu retten sei, nachdem sie mit ihren Versuchen gescheitert ist und ihr Leben dabei geopfert hat. Da niemand anderes anwesend war, werden Rakel und Ash verdächtigt, den Anschlag auf den Thronfolger verübt zu haben. Gemeinsam entkommen sie aus der Provinzhauptstadt und begeben sich auf die Suche nach einem Heilmittel für den Prinzen. Ihnen bleibt jedoch nicht viel Zeit...
„Shadowscent“ ist eine Geschichte für alle Sinne. Der Autorin gelingt es, den Leser durch die Beschreibung von Geschmäckern, Bildern, Geräuschen, Gefühlen und besonders Gerüchen auf eine abenteuerliche Reise durch ihre erschaffene Welt mitzunehmen. Architektur, Natur, Gesellschaften und Hierarchien – alles ist umfangreich erdacht und aufgebaut. Sogar die Flüche dieser Welt sind olfaktorisch ausgerichtet, was dem Ganzen ein großes Maß an Authentizität verleiht.
Zudem können die Figuren – und hier besonders die Protagonisten – überzeugen. Sowohl Rakel als auch Ash sind in ihrer Innenweltdarstellung schlüssig und authentisch. Die Beschreibung der Entwicklung ihrer Beziehung zueinander erfolgt in ruhigen Tönen und passenden Szenen, wirkt nie übertrieben, erzwungen oder vorhersehbar.
Ein weiteres Highlight ist das Buchcover: In Schwarz-, Kupfer- und Lilatönen gehalten ist es farblich eher gedeckt, was hervorragend zum Erzählton dieser Geschichte passt. Im Zentrum steht eine Blüte, die vermutlich eine Dahkai-Blüte darstellen soll, eine Pflanze, die hier eine wichtige Rolle spielt. Umrahmt wird die Blume von Ranken und einem Banner mit dem Buchtitel, sodass alles in allem wie ein Wappen aussieht.
Würdest du deinem Mitschüler glauben, wenn er dir sagt, dass du heute einen Unfall haben wirst und dich dabei verletzt? Nein? Willkommen im Leben von Felix Green. Sein toter Großvater zeigt ihm Zukunftsvisionen ...
Würdest du deinem Mitschüler glauben, wenn er dir sagt, dass du heute einen Unfall haben wirst und dich dabei verletzt? Nein? Willkommen im Leben von Felix Green. Sein toter Großvater zeigt ihm Zukunftsvisionen von Überfällen, Unfällen und gefährlichen Situationen, die Felix zu verhindern versucht, indem er die betroffenen Menschen davor warnt. Doch niemand glaubt ihm – im Gegenteil: Man wirft ihm vor, die Ereignisse selbst herbeigeführt zu haben! Als er wieder einmal zum Schulleiter zitiert wird, steht er dort jedoch nicht seinem Direktor gegenüber, sondern einem Mädchen namens Lydia, die ihm erzählt, dass er eine besondere Gabe hat und ab sofort in London auf eine geheime Schule für Traumweber und Geisterseher gehen kann. Doch selbst mit Anleitung werden Felix‘ Visionen nur noch düsterer und er sieht in einem Albtraum, dass ein Dämon die Magische Meile und die Geisterseher bedroht. Werden seine Warnungen diesmal ernst genommen?
Diese Geschichte hat so viel Potenzial! Sie hat ein bisschen was von Harry Potter (Setting), ein wenig von Peter Grant und den Flüssen von London (Geister) und einen Hauch vom Goldenen Kompass (Seelentiere) – Magie, Geister und Geheimnisse und das alles vor Londoner Kulisse unter dem Deckmantel einer Geheimorganisation. So weit, so gut und so außergewöhnlich und nicht 0-8-15. Aber leider, leider wird das Potenzial nicht vollends ausgeschöpft. Die Story wirkt etwas gehetzt, denn nach einer Einführung folgen plötzlich Zeitsprünge, die so stark raffen, dass ich das Gefühl hatte, sehr viel Essenzielles verpasst zu haben, besonders in Bezug auf die Figurenentwicklung und das Worldbuilding, was meiner Meinung nach so wichtig gewesen wäre. Die Welt rund um den Geheimdienst der Geisterseher ist sehr komplex und man benötigt etwas Zeit um sich reinzufinden. Doch kaum ist das Gröbste erklärt und Felix hat eine vage Vorstellung von dem, was auf ihn zukommen wird, wird eine Raffung vorgenommen und wir können an den ersten drei Monaten seines Einstiegs in den Geheimdienst nicht teilhaben. Mich persönlich hat das sehr gestört und ich konnte dadurch keinen tiefgreifenden Zugang zum Protagonisten aufbauen, denn diese entstandene Leerstelle war für mein Leseerlebnis zu groß, leider.
Die Komplexität der Geheimdienstwelt und der „Magischen Meile“ in Kombination mit teils doch sehr heftigen und anschaulich beschriebenen Monstern und Ereignissen (Achtung, Spoiler: Tod!) lässt mich zu dem Schluss kommen, dass eine Leseempfehlung ab 10 Jahren nicht altersgemäß ist. Ich denke, dass 12 Jahre eine bessere Altersgrenze darstellt.
Positiv aufgefallen sind mir die Themenaspekte ADHS und damit einhergehend Probleme wie Dyskalkulie und Dyslexie, Impulskontrollstörung und die Wut darüber, nicht verstanden zu werden. Viele Leser*innen, egal ob jung oder alt, können sich sicherlich in Felix wiederfinden. Diesen Rezipienten kann diese Geschichte auch Mut machen, denn sie haben keine Krankheit oder Störung, die nicht in das enge Korsett unserer Gesellschaft passt, sondern ihre Stärken liegen einfach an anderer Stelle. Dadurch sind diese Personen aber nicht weniger wert – im Gegenteil! Die starke Botschaft dieses Buches ist: Sei, wer du bist, mit all deinen Schwächen und den daraus resultierenden Stärken – auch wenn du letztere manchmal erst suchen und finden musst!
Ich werde die Reihe rund um Felix Green und den Geheimdienst der Geisterseher auf jeden Fall weiterverfolgen und hoffe einfach auf mehr Tiefgang in den Folgebänden.
Band 9,5 ist der zweite Sonderband dieser Reihe. „Enthüllt“ ist aus der Perspektive von Keefe Sencen geschrieben und kann zeitlich zwischen die Bände 8 und 9 verortet werden. Keefe entscheidet sich für ...
Band 9,5 ist der zweite Sonderband dieser Reihe. „Enthüllt“ ist aus der Perspektive von Keefe Sencen geschrieben und kann zeitlich zwischen die Bände 8 und 9 verortet werden. Keefe entscheidet sich für eine Flucht aus den Verlorenen Städten, um seine Mitelfen nicht zu gefährden, denn seine neuen, von seiner Mutter unter Zwang ausgelösten Fähigkeiten übersteigen seine Kontrolle. Seine Erlebnisse und Erfahrungen in der Menschenwelt finden sich nun also in diesem Band wieder.
Wer meine Rezensionen zu dieser Reihe schon länger verfolgt, der weiß, dass ich die inoffizielle Vorsitzende von #teamkeefe bin. Seine charmant-ehrliche Art, gespickt mit jeder Menge Sarkasmus, konnte mich einfach unwiederbringlich auf seine Seite ziehen. Seine Präsens in der Geschichte steigert sich von Band zu Band und es war auf der einen Seite faszinierend, und auf der anderen Seite herzerweichend mit anzusehen, wie unwissend unsere Protagonistin Sophie seinen und auch ihren Gefühle gegenüber war. Ich hegte daher ein gewisses Maß an Skepsis, als ich las, dass Band 9,5 aus der Perspektive von Keefe geschrieben sein wird. Ich befürchtete, dass diese Figur vielleicht ihre Zauber verlieren würde, wenn ich plötzlich Einsicht in seine Gedankenwelt hätte… Und was soll ich sagen? Ich lag mit meiner Skepsis nicht so verkehrt, leider! Eins vorweg: Ich bin weiterhin allergrößter Fan von Lord Hammerhaar, ganz klar! Allerdings hätte es meiner Meinung nach diesen Band nicht geben müssen. Ja, ich habe die Erklärung der Autorin für diesen Extraband gelesen, ja, ich verstehe es, aber die Umsetzung lässt Keefe in weiten Teilen wie ein lethargisches, jammerndes Bürschchen wirken. Und das ist er nun wirklich nicht! Ich hatte gehofft, dass er sich mehr der Erforschung seiner Fähigkeiten widmet, stattdessen drehen sich die Gedanken um das Erbe seiner Mutter etc. immer wieder im Kreis. Und ja, es gibt zwei spannende und interessante Geheimisse, die in diesem Band aufgedeckt werden, aber ob es dafür tatsächlich 400 Seiten benötigt hätte?
Für dieses kleine „Experiment“ der Autorin gibt es von mir leider nur dreieinhalb Sterne. Ich fiebere nun sehnsüchtig auf die Veröffentlichung von Band 10 hin und bin gespannt, ob die hier aufgedeckten Geheimisse dort wohl wieder eine Rolle spielen werden.