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Veröffentlicht am 03.02.2020

Ein buntes Feuerwerk des Farbenzaubers

Indigo und Violetta
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Indigo muss die Herbstferien bei seiner Oma Iris verbringen, damit seine Mutter sich voll und ganz auf die kleinen Drillingsschwestern konzentrieren kann. So hat er nun aber endlich Ruhe, um seine verborgene ...

Indigo muss die Herbstferien bei seiner Oma Iris verbringen, damit seine Mutter sich voll und ganz auf die kleinen Drillingsschwestern konzentrieren kann. So hat er nun aber endlich Ruhe, um seine verborgene Zauberkraft zu erforschen, denn er muss seine Zauberprüfung bis Halloween abgelegt haben, sonst muss er die erste Klasse wiederholen. Doch bei Oma Iris passieren allerlei kuriose Dinge und Indigo deckt – gemeinsam mit seiner neu gewonnenen Freundin Violetta – so manches Geheimnis auf und lernt dabei jedes Mal mehr über seine Magie.

„Indigo und Violetta“ ist ein schönes Buch zum Vor- oder Selberlesen und macht sowohl Kindern als auch Erwachsenen Spaß. Die Geschichte entwickelt sich in kleineren Episoden in jedem Kapitel, sodass pro Vorleseeinheit ein Kapitel mit einer mehr oder weniger abgeschlossenen Sequenz endet. Den roten Faden verliert die Erzählung dabei aber nie.

Die Themen Identitätsfindung, Freundschaft, Familie, Mut haben und mutig sein sind sehr schön umgesetzt. Die Hauptfiguren sind sympathisch konzipiert und man kann schnell mit ihnen warm werden. Auch die Sprache ist leicht verständlich und trotzdem voller Witz und Wortspiele. Für meinen Geschmack fehlen ein paar Hintergrundinformationen zur Gesellschaftskonzeption von Zauberern und Nicht-Magiern, aber das ist wohl eher nichts, wonach Kinder fragen. Ich hoffe auf ein Wiederlesen mit Indigo, Violetta und Konrad, dem kahlköpfigen Kürbiskopf!

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Veröffentlicht am 22.01.2020

Der moderne Hund – Vom Wolf zum Kinderersatz

Darwins Hund
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Schon der Titel verrät, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine nette Geschichte à la Lassie handelt, sondern um die Evolution des Hundes (schließlich ist es Darwins Vierbeiner!). Und so stellt sich ...

Schon der Titel verrät, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine nette Geschichte à la Lassie handelt, sondern um die Evolution des Hundes (schließlich ist es Darwins Vierbeiner!). Und so stellt sich dann auch der Autor als Humangenetiker vor, der – so gibt er offen zu – absolut kein Hundefanatiker ist, die Thematik an sich aber aus Wissenschaftlersicht spannend fand.

Und so nähert er sich Darwins Hund also in drei Abschnitten: Das erste Drittel des Buches befasst sich mit den Vorfahren der Hunde – den Wölfen. Rudelstrukturen, biologische Weiterentwicklung, die Domestizierung und auch die – bis heute andauernde – Dämonisierung der Wölfe nimmt er dabei in den Fokus. Im zweiten Drittel steht die Entstehung der Spezies Hund und die ersten Zuchtanfänge im 19. Jahrhundert im Mittelpunkt. Dieser Abschnitt ist sehr wissenschaftsbiologisch, da Sykes darstellt, wie die genetische Identifikation von Rassen und die Erkennung von Krankheiten durch DNA-Mutationen untersucht und entdeckt wurden. Im letzten Drittel fragt Sykes – bzw. seine Frau Ulla – nach der emotionalen Bindung zwischen Hund und Besitzer. Wie weit würden Sie für Ihren Hund gehen? Sind Hunde Familienmitglieder? Werden Arbeitshunde anders geliebt als „Schoßhunde“? Und – so schließt sich der Bogen zur Genetik erneut: Würden Sie Ihren Hund klonen?

Aus dem Forschungsfeld des Autors ergibt sich auch der wissenschaftliche Fokus dieses Buches, nämlich die genetische Entwicklung des Wolfes zu der heute vorhandenen Rassevielfalt der Hunde. Ja, es mag stellenweise zu wissenschaftlich sein und so manch einem Hundeliebhaber zu trocken oder auch lieblos sein, aber dafür ist es eben auch eine objektive Betrachtung essen, was wir Menschen durch Zucht und genetische Selektion geschaffen und auch angerichtet haben.

Das Buch ist interessant für alle Hundefans, die ihren Vierbeiner mal aus einer anderen, rein (evolutions-)biologischen Perspektive betrachten wollen – auch wenn der eigene Couchpotato von heute eher weniger bis keine Schnittstellen mehr mit dem Wolf der Jungsteinzeit hat...

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Veröffentlicht am 31.12.2019

Taucht ein in die (Geruchs-)Welt von Aramtesch

Shadowscent - Die Blume der Finsternis
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Bei ihrer aufregenden Flucht durch mehrere Provinzen der utopischen Welt des Kaiserreichs Aramtesch begleiten wir in dieser Geschichte zwei Protagonisten: Rakel, die Tochter eines ehemaligen Soldaten, ...

Bei ihrer aufregenden Flucht durch mehrere Provinzen der utopischen Welt des Kaiserreichs Aramtesch begleiten wir in dieser Geschichte zwei Protagonisten: Rakel, die Tochter eines ehemaligen Soldaten, die mit einem außergewöhnlichen Geruchssinn gesegnet ist, und Ash, den Leibwächter des kaiserlichen Ersten Prinzen. Denn ebenjener Prinz und zukünftige Kaiser wurde bei seiner ersten Reise vergiftet, als sein Beschützer verletzt außer Dienst ist. Neben dem bewusstlosen Prinzen finden Rakel und Ash, die zeitgleich den Tatort erreichen, die Dufthüterin der Provinz, in deren Dienst Rakel steht. Mit ihren letzten Atemzügen teilt sie Rakel eine kryptische Nachricht mit, wie der Prinz zu retten sei, nachdem sie mit ihren Versuchen gescheitert ist und ihr Leben dabei geopfert hat. Da niemand anderes anwesend war, werden Rakel und Ash verdächtigt, den Anschlag auf den Thronfolger verübt zu haben. Gemeinsam entkommen sie aus der Provinzhauptstadt und begeben sich auf die Suche nach einem Heilmittel für den Prinzen. Ihnen bleibt jedoch nicht viel Zeit...

„Shadowscent“ ist eine Geschichte für alle Sinne. Der Autorin gelingt es, den Leser durch die Beschreibung von Geschmäckern, Bildern, Geräuschen, Gefühlen und besonders Gerüchen auf eine abenteuerliche Reise durch ihre erschaffene Welt mitzunehmen. Architektur, Natur, Gesellschaften und Hierarchien – alles ist umfangreich erdacht und aufgebaut. Sogar die Flüche dieser Welt sind olfaktorisch ausgerichtet, was dem Ganzen ein großes Maß an Authentizität verleiht.

Zudem können die Figuren – und hier besonders die Protagonisten – überzeugen. Sowohl Rakel als auch Ash sind in ihrer Innenweltdarstellung schlüssig und authentisch. Die Beschreibung der Entwicklung ihrer Beziehung zueinander erfolgt in ruhigen Tönen und passenden Szenen, wirkt nie übertrieben, erzwungen oder vorhersehbar.

Ein weiteres Highlight ist das Buchcover: In Schwarz-, Kupfer- und Lilatönen gehalten ist es farblich eher gedeckt, was hervorragend zum Erzählton dieser Geschichte passt. Im Zentrum steht eine Blüte, die vermutlich eine Dahkai-Blüte darstellen soll, eine Pflanze, die hier eine wichtige Rolle spielt. Umrahmt wird die Blume von Ranken und einem Banner mit dem Buchtitel, sodass alles in allem wie ein Wappen aussieht.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Gezeitenmagie vs. Sumpfspinnerzauber

Magic of Moon and Sea. Die Königin der Glasinsel
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Nachdem Ista Flit und ihre Freunde die bösen Machenschaften der angehenden Gouverneurin von Shelwich aufgeklärt haben, ist es nun an der Zeit, dem mysteriösen Schlüssel zu folgen, denn Istas Vater ihr ...

Nachdem Ista Flit und ihre Freunde die bösen Machenschaften der angehenden Gouverneurin von Shelwich aufgeklärt haben, ist es nun an der Zeit, dem mysteriösen Schlüssel zu folgen, denn Istas Vater ihr hinterlassen hat. Er bringt sie auf die andere Seite des Flusses, auf die Glasinsel, von der die Stadtbewohner sagen, es würde auf ihr spuken. Was nur könnte ihren Pa hierher getrieben haben? Die Antwort findet Ista schnell: Er wurde von den Sumpfspinnern hergelockt, um Musik für sie zu machen. Sie beherrschen die Insel mit ihrer Magie und treiben die Dorfbewohner gern in ihr Unglück. Wie soll Ista ihren Vater nur aus den Fängen dieser vergnügungssüchtigen Monster befreien? Denn auch sie hört bereits den Klang der Musik, der sie unaufhörlich näher in den Palast der Sumpfspinner zieht…
Band 2 hat nichts von der düsteren Stimmung aus Band 1 verloren. Und doch ist die Atmosphäre eine andere: Ista ist nicht länger die eigenbrötlerische Alleingängerin, die den Kampf gegen die Welt im Sologang bestreiten wollte. Sie hat nun gute Freunde, die ihr zur Seite stehen und ihr auch ungefragt zu Hilfe eilen. Nat und Ruby sind hier deutlicher präsent und gewinnen an Tiefe, was mir sehr gut gefiel. Die Themen Freundschaft, Zusammenhalt, Loyalität und Familie spielen in diesem Band (wieder) eine große Rolle. Auch die Gezeitenmagie ist wieder präsent, jedoch nicht ganz so stark wie im vorherigen Teil. Im Fokus steht eher die bösartige Magie der Sumpfspinner, die die Gezeitenmagie außer Kraft setzen und übertrumpfen kann.
Ich muss dennoch sagen, dass mir die Geschichte zu langsam in Gang kam. Es dauerte bis ins letzte Drittel bevor Schwung in das Geschehen kam. Ab da konnte mich das Buch mit seiner Spannung und seinen ungeahnten Wendungen abholen, aber vorher hatte ich so manches Mal das Gefühl, die Seiten ziehen sich nur so dahin. Was ich sehr schade finde, denn ich mag den Erzählstil, das Weltensetting und die Figuren recht gern.
Nichtsdestotrotz würde ich die Dilogie weiterempfehlen, denn Ista ist mir als Figur sehr ans Herz gewachsen. Ihr Mut, ihr steiniger Weg zum Vertrauen und ihre bedingungslose Loyalität gegenüber ihren Freunden und ihrer Familie sind herzerwärmend.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Idee super, Umsetzung leider mit Schwächen

Felix Green – Geisterseher und Geheimagent
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Würdest du deinem Mitschüler glauben, wenn er dir sagt, dass du heute einen Unfall haben wirst und dich dabei verletzt? Nein? Willkommen im Leben von Felix Green. Sein toter Großvater zeigt ihm Zukunftsvisionen ...

Würdest du deinem Mitschüler glauben, wenn er dir sagt, dass du heute einen Unfall haben wirst und dich dabei verletzt? Nein? Willkommen im Leben von Felix Green. Sein toter Großvater zeigt ihm Zukunftsvisionen von Überfällen, Unfällen und gefährlichen Situationen, die Felix zu verhindern versucht, indem er die betroffenen Menschen davor warnt. Doch niemand glaubt ihm – im Gegenteil: Man wirft ihm vor, die Ereignisse selbst herbeigeführt zu haben! Als er wieder einmal zum Schulleiter zitiert wird, steht er dort jedoch nicht seinem Direktor gegenüber, sondern einem Mädchen namens Lydia, die ihm erzählt, dass er eine besondere Gabe hat und ab sofort in London auf eine geheime Schule für Traumweber und Geisterseher gehen kann. Doch selbst mit Anleitung werden Felix‘ Visionen nur noch düsterer und er sieht in einem Albtraum, dass ein Dämon die Magische Meile und die Geisterseher bedroht. Werden seine Warnungen diesmal ernst genommen?
Diese Geschichte hat so viel Potenzial! Sie hat ein bisschen was von Harry Potter (Setting), ein wenig von Peter Grant und den Flüssen von London (Geister) und einen Hauch vom Goldenen Kompass (Seelentiere) – Magie, Geister und Geheimnisse und das alles vor Londoner Kulisse unter dem Deckmantel einer Geheimorganisation. So weit, so gut und so außergewöhnlich und nicht 0-8-15. Aber leider, leider wird das Potenzial nicht vollends ausgeschöpft. Die Story wirkt etwas gehetzt, denn nach einer Einführung folgen plötzlich Zeitsprünge, die so stark raffen, dass ich das Gefühl hatte, sehr viel Essenzielles verpasst zu haben, besonders in Bezug auf die Figurenentwicklung und das Worldbuilding, was meiner Meinung nach so wichtig gewesen wäre. Die Welt rund um den Geheimdienst der Geisterseher ist sehr komplex und man benötigt etwas Zeit um sich reinzufinden. Doch kaum ist das Gröbste erklärt und Felix hat eine vage Vorstellung von dem, was auf ihn zukommen wird, wird eine Raffung vorgenommen und wir können an den ersten drei Monaten seines Einstiegs in den Geheimdienst nicht teilhaben. Mich persönlich hat das sehr gestört und ich konnte dadurch keinen tiefgreifenden Zugang zum Protagonisten aufbauen, denn diese entstandene Leerstelle war für mein Leseerlebnis zu groß, leider.
Die Komplexität der Geheimdienstwelt und der „Magischen Meile“ in Kombination mit teils doch sehr heftigen und anschaulich beschriebenen Monstern und Ereignissen (Achtung, Spoiler: Tod!) lässt mich zu dem Schluss kommen, dass eine Leseempfehlung ab 10 Jahren nicht altersgemäß ist. Ich denke, dass 12 Jahre eine bessere Altersgrenze darstellt.
Positiv aufgefallen sind mir die Themenaspekte ADHS und damit einhergehend Probleme wie Dyskalkulie und Dyslexie, Impulskontrollstörung und die Wut darüber, nicht verstanden zu werden. Viele Leser*innen, egal ob jung oder alt, können sich sicherlich in Felix wiederfinden. Diesen Rezipienten kann diese Geschichte auch Mut machen, denn sie haben keine Krankheit oder Störung, die nicht in das enge Korsett unserer Gesellschaft passt, sondern ihre Stärken liegen einfach an anderer Stelle. Dadurch sind diese Personen aber nicht weniger wert – im Gegenteil! Die starke Botschaft dieses Buches ist: Sei, wer du bist, mit all deinen Schwächen und den daraus resultierenden Stärken – auch wenn du letztere manchmal erst suchen und finden musst!
Ich werde die Reihe rund um Felix Green und den Geheimdienst der Geisterseher auf jeden Fall weiterverfolgen und hoffe einfach auf mehr Tiefgang in den Folgebänden.

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