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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2025

gute Umsetzung des Themas

Junge Frau mit Katze
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Nachdem mich das Buch: Die „Lügen über meine Mutter“ der Autorin Daniela Dröscher sehr beeindruckt hat, war ich auf die Fortsetzung der Geschichte um Ela sehr gespannt.

Ela, die mittlerweile ...

Nachdem mich das Buch: Die „Lügen über meine Mutter“ der Autorin Daniela Dröscher sehr beeindruckt hat, war ich auf die Fortsetzung der Geschichte um Ela sehr gespannt.

Ela, die mittlerweile kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion steht, erlebt einen körperlichen Zusammenbruch und ihre gesamte Welt gerät ins Wanken. Es sind eigentlich ganz unspezifische Symptome, mal ein Herzrasen, dann wieder Halsschmerzen und immer wieder was Neues. Sie läuft von Arzt zu Artz, bekommt Diagnosen und gleichzeitig auch nicht. Sie möchte Hilfe bekommen, fühlt sich gleichzeitig nicht ernst genommen und lehnt Hilfe in Form von Medikamenten aus Angst wiederum ab. Zu groß ist ihre Angst vor den möglichen Nebenwirkungen. Ein Kreislauf, aus dem auszubrechen fast unmöglich scheint.

Die Autorin verknüpft in Elas Geschichte viel Aktuelles, wie zum Beispiel das Fehlen von Gendersensibler Medizin. Frauen werden häufig belächelt und mit ihren Symptomen nicht ernst genommen. Gleichzeitig stellt sie klar heraus, dass das Päckchen der familiären Belastung bei jedem Menschen irgendwann auf die unterschiedlichsten Arten herausbrechen können.

Mir hat "Junge Frau mit Katze gut gefallen, vor allem weil mir der klare Schreibstil der Autorin so zusagt.


Veröffentlicht am 05.11.2025

faszinierende Fälle

Saal 210 - Wenn Menschen morden
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Harriett Dracks "Saal 210, wenn Menschen morden" bietet einen verstörenden, aber auch distanzierten Einblick in wahre Verbrechen.

Als True Crime Fan war ich sehr gespannt auf das genannte Buch. Die Autorin ...

Harriett Dracks "Saal 210, wenn Menschen morden" bietet einen verstörenden, aber auch distanzierten Einblick in wahre Verbrechen.

Als True Crime Fan war ich sehr gespannt auf das genannte Buch. Die Autorin fasst hier sehr detailliert die Fälle aus dem Kölner Schwurgerichtssaal am Landgerichts 210 auf beeindruckende Weise zusammen.
Der Schreibstil ist nüchtern und distanziert, was ich bei diesem Thema sehr bevorzuge. Es ist für mich erschreckend gewesen, wie viele grausame Verbrechen an Kindern begannen werden, dies ausschließlich im familiären Umfeld. Darum würde ich das Buch nicht für empfindliche Leser empfehlen.

Ein wenig haben mir die tieferen psychologischen Aspekte der Taten gefehlt. Das Buch wird abgerundet durch kuriose Fälle des Kölner Amtsgerichtes, die mich dann zum Abschluss echt noch schmunzeln lassen hat.

Insgesamt ein faszinierendes und auch erschütterndes Werk, welches in die Abgründe der menschlichen Taten blicken lässt.

Veröffentlicht am 02.11.2025

Arktisfeeling

Die Kälte
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"Die Kälte" von Riley James, das Erstlingswerk der Autorin, spielt auf einer Forschungsstation in der Arktis. Kit Bitterfeld, deren Ehe kurz vor der Scheidung steht, flüchtet vor ihrem Leben und folgt ...

"Die Kälte" von Riley James, das Erstlingswerk der Autorin, spielt auf einer Forschungsstation in der Arktis. Kit Bitterfeld, deren Ehe kurz vor der Scheidung steht, flüchtet vor ihrem Leben und folgt ihrer Freundin Sally für den langen Winter in der Arktis, um sie bei der Robbenforschung zu unterstützen. Von Beruf her ist sie Tierzahnärztin und soll gleichzeitig den Arzt der Station unterstützen.
Doch schon die Anreise zur Station gestaltet sich anders als erwartet, auf dem Weg dorthin bekommen sie einen SOS-Ruf des Schiffes Snow Petrel. Doch als sie an dem brennenden Schiff ankommen, fehlt von der Besatzung jede Spur, nur ein einzelner verletzter Mann ist an Bord. Leider hat dieser keinerlei Erinnerung an die Geschehnisse auf dem Schiff, die zu dem Brand geführt haben.

Angekommen auf der Station, stellt Kit bei den anderen Bewohnern massive Veränderungen im Verhalten fest. Als eines Abends ein Schneesturm aufzieht und alles in ewiger Dunkelheit versinkt, passieren grausame und gefährliche Dinge auf der Station, ebenso verschwindet Sally spurlos. Kit versucht alles, um die Wahrheit herauszufinden, ist damit aber quasi auf sich selbst gestellt.

Mir hat das Arktissetting in Zusammenhang mit dem mysteriösen Fall ausgesprochen gut gefallen. Die Beschreibung des Lebens auf der Forschungsstation und die Auswirkung auf die Psyche des Menschen waren für mich sehr eindrücklich und beeindruckend geschildert. Auf die eingeflochtene Lovestory hingegen hätte ich gerne verzichten können, aber dies ist immer Geschmackssache. Die Charakterisierung war lebendig und realistisch und machte die Protagonisten nahbar.

Ein langsamer, dabei angenehmer Krimi mit toller geografischer Lage.

Veröffentlicht am 30.10.2025

guter Auftaktband

Sieben Gräber für den Winter
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" Sieben Gräber für den Winter" des Autors Christoffer Petersen ist der Auftaktband um Constable David Maratse und spielt im grönländischen Inussuk .

David Maratse wird nach einem Folterangriff mit einem ...

" Sieben Gräber für den Winter" des Autors Christoffer Petersen ist der Auftaktband um Constable David Maratse und spielt im grönländischen Inussuk .

David Maratse wird nach einem Folterangriff mit einem Elektroschocker auf ihn in den Vorruhestand geschickt und zieht sich nach Inussuk zurück. Dort will er fischen und die Einsamkeit genießen. Bei seiner Ankunft wird er von einem übermütigen Huskywelpen begrüßt, der ihn an seinem Traum von einem Hundegespann näher kommt.
Gleichzeitig verschwindet Tinka, die Tochter der Ministerpräsidentin Nivi Winther, die sich gerade im Wahlkampf gegen den in der Wählergunst vorne liegenden Malik Uutaaq .

Als eine Frauenleiche gefunden wird, nimmt die Geschichte bizarre und erschreckende Formen an, die Kreise bis in die höchsten Etagen der Politik ziehen.
David möchte die Ermittlungen unterstützen, doch der ermittelnde Beamte hält nicht viel von ihm und wirft ihm Steine in den Weg.

Mir hat der Auftaktband sehr gut gefallen, besonders die interessant gestalteten Charaktere, die vielseitig agieren und ein hohes Entwicklungspotential haben, machen mich neugierig auf die Folgebände.

Veröffentlicht am 26.10.2025

gute Recherche

Protokoll eines Verschwindens
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"Protokoll eines Verschwindens" ist das Debüt des Autors Alexander Ruplin. Ich bin ein großer Fan von True Crime und fand die Leseprobe zu dem Buch sehr interessant.

Gabriel, ein Brasilianer, ist nach ...

"Protokoll eines Verschwindens" ist das Debüt des Autors Alexander Ruplin. Ich bin ein großer Fan von True Crime und fand die Leseprobe zu dem Buch sehr interessant.

Gabriel, ein Brasilianer, ist nach seinem Umzug in Hamburg angekommen. Nachdem er eine Weile bei seiner Schwester Isabella, einer Kardiologin, gelebt hat, freut er sich, dass er nun einen festen Job, eine Wohnung und anscheinend auch eine neue Liebe gefunden hat.
Doch auf einmal verschwindet Gabriel, obwohl er doch mit seiner Schwester zum 60. Geburtstag seiner Mutter Manuela nach Rio fliegen wollte. Das Flugticket war bereits gebucht. Als Isabella ihren Bruder vermisst meldet, reagiert die Polizei nicht: Schließlich sei Gabriel erwachsen.
Auf der anderen Seite ist da Fabio, ein italienischer Pfleger, der versucht sein homosexuelles Leben auf die Reihe zu bekommen.

Alexander Rupflin hat einen distanzierten, aber dennoch detaillierten Schreibstil, der mir die Situation, in der sich die beteiligten Personen befanden, sehr nahe gebracht hat. Die Recherche war anscheinend sehr gut und ausführlich. Besonders die unterschiedlichen Aussagen, die Fabio tätigt, die Unsicherheit und Zweifel des Erzählers haben mich berührt.

Ich habe schon viele True-Crime-Romane gelesen und kann diesen hier aufgrund des doch anderen Aufbaus nur empfehlen.