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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2025

Sehr beachtendswertes Thema - grandios umgesetzt

Da, wo ich dich sehen kann
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Jasmin Schreiber hat sich in ihrem neuen Buch dem wichtigen Thema Femizid gewidmet. Das Buch beginnt bereits nach dem Tötungsdelikt an Emma, Majas Mutter. Von einem auf den anderen Tag ist nichts mehr ...

Jasmin Schreiber hat sich in ihrem neuen Buch dem wichtigen Thema Femizid gewidmet. Das Buch beginnt bereits nach dem Tötungsdelikt an Emma, Majas Mutter. Von einem auf den anderen Tag ist nichts mehr so wie es war. Maja verliert ihre Mutter, Emmas Eltern Brigitte und Simon ihre Tochter und Liv ihre beste Freundin. Jeder geht anders mit seiner Trauer um und so beschreibt die Autorin dies sehr authentisch aus den verschiedenen Perspektiven der einzelnen Charaktere. Wie hatte es soweit kommen können? Warum haben wir nichts gemerkt? Diese Fragen stellen sich die erwachsenen Beteiligten. Wirkungsreich zum Ausdruck gebracht in den schwarz hinterlegten -Was wäre wenn- Kapiteln.

Ich konnte mich gut in alle Personen hineinversetzen, habe die Trauer, die Hilflosigkeit und Majas Schuldgefühle wahrgenommen und doch blieb ich immer die Betrachterin, aber mit einer Intensität, die mich emotional sehr getroffen hat bzw. betroffen gemacht hat.

Bei der inhaltlichen Gestaltung dieses Buches wurden unter anderem zwischen den einzelnen Kapiteln Zeichnungen von Maja, Anwaltsschreiben, der Obduktionsbericht, Gerichtsprotokolle, Zeitungsartikel etc. eingefügt, die als ein ganz besonderes Stilmittel diese fiktive Handlung sehr real wirken lassen. Dem Täter wurde hier kein Kapitel gewidmet, denn das hätte ihm, meiner Meinung nach, zu viel Raum gegeben und die Sicht auf das Eigentliche verfälscht.

Auch wenn diese Geschichte fiktiv ist, so ist es doch ein wichtiges Buch, um noch einmal zu verdeutlichen und ins Bewusstsein zu rufen, dass die Gewalt gegen Frauen in Deutschland stark verbreitet ist und Frauen allen Alters und aus allen sozialen Schichten betrifft. Fast jeden zweiten Tag wird in Deutschland eine Frau wegen ihres Geschlechts vom (Ex-)Partner getötet.

Ein wichtiges Thema toll umgesetzt und absolut lesenswert.

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 02.10.2025

Durch Ernährung und Bewegung der Arthrose die Stirn bieten

Gesund mit Visite – Arthrose
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Dieser Ratgeber vermittelt Betroffenen, wie sie selbst erkennen können, ob sie an Gelenkverschleiß leiden und wie sie im weiteren Verlauf aufgrund der Diagnostik durch den Facharzt, Therapien, Bewegung ...

Dieser Ratgeber vermittelt Betroffenen, wie sie selbst erkennen können, ob sie an Gelenkverschleiß leiden und wie sie im weiteren Verlauf aufgrund der Diagnostik durch den Facharzt, Therapien, Bewegung und Ernährung das Fortschreiten dieser Erkrankung positiv beeinflussen.

Tatsächlich kann man selbst viel dafür tun kann, um Schmerzen zu lindern und beweglich zu bleiben.

Essen gegen Entzündungen. Durch die Ernährung bzw. Ernährungsumstellung können die Betroffenen aktiv in der Küche tätig werden. Der Fokus liegt hier auf den richtigen Lebensmitteln, wie z.B. Nüsse, gute Öle, Gewürze, grünes Blattgemüse, Kohl und Beeren. Eine tolle Auswahl an schmackhaften Rezepten erleichtert hier bereits den Ein- und Umstieg.

Nicht zuletzt ist auch Erhalt der Beweglichkeit ganz wichtig. Mit abgestimmten Bewegungsübungen für die einzelnen Gelenke im letzten Abschnitt dieses Ratgebers, ist es auch Ungeübten möglich, die Beweglichkeit der Gelenke zu fördern und sich selbst zu fordern. Der Alltag bietet hier schon viele Möglichkeiten sich zu bewegen, ganz einfach nebenbei.

Wertvolle Tipps und Rezepte machen diesen kleinen Ratgeber unersetzlich um der Arthrose positiv entgegenzuwirken.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Eiskalte atmosphärische Spannung

Lügennebel
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Schon beim Anblick des in zwei bis drei Farbabstufungen schön gestalteten Covers kann man die Weite und die Kälte des hohen Nordens nur erahnen.

Das schwedische Bergdorf Åre wird wieder einmal Schauplatz ...

Schon beim Anblick des in zwei bis drei Farbabstufungen schön gestalteten Covers kann man die Weite und die Kälte des hohen Nordens nur erahnen.

Das schwedische Bergdorf Åre wird wieder einmal Schauplatz eines Mordes. Im Januar verbringen viele Studenten ihre Skiferien in diesem kleinen Ort. Darunter befindet sich auch eine Gruppe von 6 jungen Leuten, die sich im Ferienhaus der Eltern eines Kommilitonen einquartiert haben. Es wird ausgelassen gefeiert und viel getrunken, doch am Morgen wird eine junge Frau aus dieser Gruppe tot im Schnee gefunden. Hanna Ahlander, Daniel Lindskog und ihr gesamtes Team arbeiten unter Hochdruck, doch die Ermittlungen verlaufen zäh, denn die jungen Studenten erzählen nicht die Wahrheit. Was ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag wirklich passiert?

Wie man es von Viveca Sten gewohnt ist, befindet sich am Anfang die Spannung auf einem sehr niederschwelligen Niveau, die sich aber schnell steigert, sobald der Fokus auf die Tat und die eigentliche Ermittlung gerichtet ist. Je mehr Verwicklungen, Fakten, Lügen und Wendungen sich im Laufe der weiteren Handlung ergeben, desto mehr werde ich als Leser in diese Geschichte hineingezogen und animiert, eigene Vermutungen anzustellen. Nicht zuletzt durch ihren descriptiven und fließenden Schreibstil wird ein derartiger Lesefluss erzeugt, dem man kaum widerstehen kann.

Die Entwicklung der Charaktere mit ihren ganz eigenen Stärken, Schwächen und Konflikten, werden hier erlebbar gemacht, glaubwürdig, nahbar und sympathisch. Ich mag Krimi-Reihen sehr, bei denen ich diese Entwicklung verfolgen kann. Nichtsdestotrotz kann dieser Band unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.
Für Freunde von skandinavischen Krimis ein besonderes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Gestorben wird immer

Über die Toten nur Gutes
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Andreas Izquierdo hat sich für seinen neuen Roman mal einen ganz ungewöhnlichen Hobbyermittler ausgedacht. Mads Madsen ist mit seinen 28 Jahren Trauerredner. Für einen jungen Mann eher eine ungewöhnliche ...

Andreas Izquierdo hat sich für seinen neuen Roman mal einen ganz ungewöhnlichen Hobbyermittler ausgedacht. Mads Madsen ist mit seinen 28 Jahren Trauerredner. Für einen jungen Mann eher eine ungewöhnliche Berufswahl, genauso wie sein Kleidungsstil, der aus einem dreiteiligen Anzug und dazu Three-Tone-Derbys besteht, elegant, aber ein bisschen aus der Zeit gefallen. Er wohnt mit seinem Vater Fridtjof in seinem elterlichen Haus zusammen und kümmert sich rührend um ihn. Als eines Nachts ein Brief mit anscheinend leeren Seiten vor der Tür liegt, erinnert sich Mads, dass er sich immer mit seinem Freund Patrick geheime Botschaften geschrieben hat und dieser wird in der Nacht überfahren und stirbt. Mads fängt an zu ermitteln und stößt auf ein Netz an Geheimnissen und Lügen.

Der Autor hat hier wieder eine ganz einzigartige Auswahl an Charakteren zum Leben erweckt und mit seinem unnachahmlichen locker flüssigen Schreibstil mich als Leserin sofort in die Handlung eintauchen lassen. Die Dialoge sind witzig, die Situationen werden amüsant beschrieben und auch die spannenden Einlagen haben immer etwas von Komik.

Dieses Buch vermittelt uns aber nicht nur eine amüsante Geschichte, sondern regt auch zum Nachdenken an. Denn die Weichen unseres Lebens können bereits in der Kindheit nachhaltig beeinflusst werden und wer einmal ins Trudeln gerät, entkommt dem nur selten. Hier werden uns wieder die existentiellen Faktoren unseres Lebens, wie Familie und Freundschaft, genauso wie Vertrauen, Zusammenhalt und füreinander einstehen, vermittelt. Ein humorvoller Krimi mit Tiefgang, gebunden in einem schönen haptischen nevadagelben Cover. Da ich schon die Trilogie um Artur, Carl und Isi sowie Kein guter Mann sozusagen verschlungen habe, wurden meine Erwartungen an diese Lektüre wieder vollends erfüllt.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Super spannend und atmosphärisch

Schwüre, die wir brechen
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Als in Malmö eine Leiche mit einem Krokodilkopf gefunden wird, wird Jon North und Svea Karhuu dieser ungewöhnliche Fall übertragen. Kurze Zeit später gibt es einen weiteren Toten, auch mit angenähtem Tierkopf. ...

Als in Malmö eine Leiche mit einem Krokodilkopf gefunden wird, wird Jon North und Svea Karhuu dieser ungewöhnliche Fall übertragen. Kurze Zeit später gibt es einen weiteren Toten, auch mit angenähtem Tierkopf. Aufgrund der Inszenierung der Opfer nach altägyptischen Gottheiten, müssen die Ermittler von einem Serientäter ausgehen. Jon, Svea und das ganze Team stehen enorm unter Druck und arbeiten auf Hochtouren, doch als sich dann noch eine True-Crime-Podcasterin einschaltet, bricht in der Bevölkerung Panik aus. Dieser Fall verlangt den Ermittlern viel ab und bringt sie über ihre Grenzen hinaus.

Diese Lektüre hat es in sich. Der Prolog gibt schon Rätsel auf und die Handlung, die auf zwei Zeitebenen spielt, ist sehr bizarr. Durch diese Verknüpfung und die bildhafte sowie sehr atmosphärische Schreibweise wird hier schon eine einzigartige Spannung generiert, die stetig ansteigt, je weiter die Ermittlungen voranschreiten. Der Leser wird mehr und mehr in den Fall hineingesogen. Die außergewöhnlichen Settings tun ihr übriges.

Die Entwicklung von Jon und Svea kann man auch zum vorherigen Band schön nachvollziehen. Mittlerweile haben sie sich zu einem super eingespielten Team entwickelt. Auch alle anderen Charaktere finden in diesem Band ihre Berechtigung und vervollständigen das Team auf eine grandiose Weise.

Das Cover wurde überwiegend in den Farbabstufungen rot und grau gehalten und ist wahrlich wieder ein Eyecatcher. Hier sieht man in weiter Ferne die Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö und vordergründig einen alten Kahn. Die Gestaltung ist wieder richtig gut gelungen.

Mich hat diese Lektüre vollkommen begeistert, die sich zum vorherigen Band noch einmal enorm gesteigert hat. Für mich ein Lesehighlight.

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