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Veröffentlicht am 29.11.2025

Weihnachten sehr strange: von schwarzem Humor bis intelligenten Anti-Kriegs-Gedanken

Ring the Bells
5


„Ring the Bells“ von C. K. McDonnell ist der fünfte Band der "Stranger Times" Reihe.
Worum geht´s?
Weihnachten steht vor der Tür. Besinnliche Zeit? Nicht in diesem Roman. Es beginnt mit einem mehr als ...


„Ring the Bells“ von C. K. McDonnell ist der fünfte Band der "Stranger Times" Reihe.
Worum geht´s?
Weihnachten steht vor der Tür. Besinnliche Zeit? Nicht in diesem Roman. Es beginnt mit einem mehr als blutrünstigem Mehrfachmord im Kreise eines friedlichen Leseclubs, währenddessen sich die Stranger Times Redaktion im vorweihnachtlichen Endspurt befindet. Zwar wäre die Ausgabe vorbereitet und die Weihnachtsfeier könnte beginnen, als ein Virus alles lahmlegt. Dieses Desaster muss behoben, der Verursacher gefunden werden. Ebenso haben etliche Redaktionsmitglieder enorme Probleme. Bei einem liegt der Grund an das im Krieg zugezogene Trauma und dessen Folgen. Die Kapitel wechseln sich mit verschiedenen Ereignisebenen ab: Stranger Times, polizeiliche Ermittlung, wobei dies im Laufe der Handlung eng miteinander verschmolzen ist. Eine uralte Gottheit, die wahren Glauben sucht, um daran zu wachsen. Ein Teenager mit Teenagerverhalten, ein Weihnachtsfan, Machtgruppierungen und ihre Ränke.
Werden die Probleme gelöst? Ist Weihnachten noch zu retten? Wäscht sich jemand oder wird ein anderer stubenrein? Geht die Welt unter? Wer all dies wissen will: fangt an zu lesen!!!
Meine Meinung:
Das Buch ist grandios. Intelligent. Mit viel Tiefgang. Und zeigt bei allem Klamauk die Schrecken, den Irrsinn und die katastrophalen Folgen eines jeden Krieges auf.
Ich kenne die vier ersten Bände – NOCH NICHT – und bin daher am Anfang etwas langsam in die Handlung gekommen, was dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan hat. Manche feine Nuancen und Anspielungen habe ich daher evtl. nicht verstanden, aber das hat nicht gestört. Zwischen herzlichem Lachen – schwarzen Humor und phänomenalen Ausdrücken wie einen Teenager als „Spermium im Trainingsanzug“ zu bezeichnen, die Beschreibung der durchgedrehten Weihnachtswelt gab es doch einiges zum Nachdenken. Eine Erinnerungsschleife an die Schrecken des Krieges und ihre Folgen. Müsste man täglich der ganzen Welt nahe bringen, dass sie diesen Irrsinn sein lässt. Allmachtsbestrebungen und ihre Auswirkungen. Eine sehr tiefgründiges Buch, aber so gut in der verrückten Geschichte verwoben, dass es nie in den Vordergrund drängt.
Die Zeitungsartikel sind ein weiteres Highlight, ebenso wie das sehr gelungene Cover.
Fazit:
Absolute Leseempfehlung! Am liebsten würde ich 10 von 5 Sternen vergeben!
Nicht nur zum Selbstlesen geeignet, auch als Geschenk für Weihnachten. Ich habe mir die ersten 4 Bände bestellt, sowie den ersten Band einer Krimiserie des Autors.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 03.11.2025

Ein erstklassiger Thriller wie eine atemraubende Achterbahnfahrt mit facettenreichem Tiefgang

Seventeen Years Later
4


„Seventeen years later“ von J. P. Pomare
Worum geht´s?
Die Kriminalfall-Podcasterin Sloan ist, obwohl sie gerade einen begehrten Award gewonnen hat, ist in eine sehr woke Kritik geraten. Sie würde nur ...


„Seventeen years later“ von J. P. Pomare
Worum geht´s?
Die Kriminalfall-Podcasterin Sloan ist, obwohl sie gerade einen begehrten Award gewonnen hat, ist in eine sehr woke Kritik geraten. Sie würde nur Fälle mit weißen Tätern behandeln, nur weiße Männer daten, überhaupt nur Männer daten etc pp. Anstatt nur den Kopf darüber zu schütteln, bringt sie das auf eine sehr gute Idee. Sie sucht sich einen Cold Case heraus, bei dem der Maori Bill wegen des Mordes an einer aus England stammenden Familie seit 17 Jahren in Neuseeland im Gefängnis sitzt. Man liest die Geschichte aus 3 Perspektiven, die kapitelweise wechseln. Zu einem aus der Sicht der Podcasterin, die akribisch die Hintergründe und Diskrepanzen beleuchtet und richtige Ermittlerarbeit leistet. Aus der Sicht des Psychologen TK, der der Gefängnispsychologe von Bill war und der sich bis zu einem gewissen Punkt sehr an dem Fall aufgerieben hatte. Und letztlich aus dem Manuskript des verurteilten Täters, in dem man nicht nur den Blickwinkel von Bill erfährt, sondern auch viel über das Leben in Neuseeland, über eine Klassengesellschaft und Rassismus. Durch ihre Bekanntheit bringt Sloan viele neue Details ans Tageslicht und sich und andere sogar in Gefahr. Mit jeder neuen Erkenntnis muss man in eine andere Richtung denken, Bill ist schuldig, Bill ist unschuldig, der oder jener war es oder war es nicht.
Meine Meinung:
Das Buch ist grandios. Atemberaubend. Atemraubend. Intelligent. Mit viel Tiefgang.
Der Autor, selbst ein Maori, beleuchtet im Rahmen der Thrillerhandlung die verlogene Klassengesellschaft, die es scheinbar immer noch in Neuseeland gibt. Einstige Kolonialherren, weiße Bevölkerung, die auf die Maoris hinabsehen. Aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern intelligent in die Handlung eingewoben. Überhaupt – das ganze Buch ist intelligent geschrieben. Alles gibt Sinn. Keine Logikfehler. Man kann kaum schnell genug mitdenken, so rasant ändert sich die Handlung. Die Aufklärung raubt einem schier den Atem. Und am Ende wird man sogar richtig emotional mitgenommen. Der Schreibstil ist jeweils passend zu den Personen, auch Mittel wie Tagebucheinträge und alte Briefe werden mit eingearbeitet. Man möchte nicht aufhören zu lesen, so spannend ist das Buch. Das Cover ist passend düster zu dem Mord an der Familie.
Fazit:
Absolute Leseempfehlung! Könnte es auf Platz 1 meiner persönlichen „Buch des Jahres“ Liste schaffen, wenn jetzt nicht noch ein spektakuläres Buch um die Ecke kommt. Leider gibt es momentan keine anderen ins Deutsche übersetzten Bücher des Autors. Ich hoffe, das ändert sich bald! Am liebsten würde ich 10 von 5 Sternen vergeben für dieses Meisterwerk!
Nicht nur zum Selbstlesen geeignet, auch als Geschenk für Weihnachten für Leser, die eine literarische Spannungsfahrt lieben!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.07.2025

Warnhinweis: man kann nicht genug von dieser Serie lesen!

Gefährliche Aussicht
10


„Gefährliche Aussicht“ von Julie Dubois
Worum handelt es sich?
Der fünfte Band der Krimi Reihe aus dem Périgord mit der Kommissarin Marie Mercier startet mit einem tödlichen Sturz einer Hochschwangeren ...


„Gefährliche Aussicht“ von Julie Dubois
Worum handelt es sich?
Der fünfte Band der Krimi Reihe aus dem Périgord mit der Kommissarin Marie Mercier startet mit einem tödlichen Sturz einer Hochschwangeren aus einem Dachfenster. Parallel beginnt das familiäre Umfeld von Marie mit großen Überraschungen und einem leckeren Menü. Es gibt viele Verdächtige, große Spannungen aus dem Dorf kommen ans Tageslicht und ein weiterer Todesfall überschattet alles. Kann Marie den Fall lösen?
Meine Meinung:
Ich liebe dieses Buch! Nicht nur die Personen werden facettenreich beschrieben, nein, die Landschaft, die Lebensweise und kulinarische Leckereien! Der Kriminalfall ist spannend und nicht leicht zu durchschauen, sehr gut gemacht. Das familiäre Umfeld der Kommissarin nimmt genau den richtigen Raum ein und man ist irgendwie mitten dabei. Auch ihr Kollege Richard wird etwas mehr beleuchtet. Eine sehr gelungene Mischung von kluger Ermittlungsarbeit und privatem Hintergrund der Kriminalisten. Von Beginn an, eigentlich schon mit Betrachten des Covers, ist man in Frankreich mit dabei. Selbst auf der Urlaubsfahrt oberhalb des Polarkreises Das Gesamtkonzept des Buches ist einfach top! Ein Fehler hat es aber: erst will man nicht aufhören zu lesen, dann ist man betrübt, wenn man die letzte Seite gelesen hat!
Fazit:
Ganz klare Leseempfehlung!!! I Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band!
5 von 5 Sternen!

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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 03.06.2025

Alle lieben Don Quijote oder chilliger Urlaubsroman

Sommer auf dem kleinen Eselhof
1


„Sommer auf dem kleinen Eselhof“ von Angelina Bach
Worum geht´s?
Anna, eigentlich Anaïs-Carleen, fährt vom schicken München zu ihrer am Knöchel verletzten Mutter aufs tiefste bayrische Land und landet ...


„Sommer auf dem kleinen Eselhof“ von Angelina Bach
Worum geht´s?
Anna, eigentlich Anaïs-Carleen, fährt vom schicken München zu ihrer am Knöchel verletzten Mutter aufs tiefste bayrische Land und landet dort wahrlich in der Eselkacke. Zusätzlich zu ihrem Grafikdesignjob hilft sie ihrer gehandicapten Mutter, managt deren Pension und versorgt zehn Esel, von denen der Zuchthengst Don Quijote ein recht umtriebiger Geselle ist und dauernd aus dem Gehege ausbricht und sich in der Nachbarschaft verlustiert. Auch vor einem feinen Hotel schreckt er nicht zurück. Anna lernt bei einer dieser Eskapaden den Hotelsohn kennen und lieben. Doch nicht nur ihre sehr nervige Mutter, die gegen Alles und Jeden ist und eigentlich doch dazugehören möchte, sowie ihre chaotische Halbschwester, die ganz nach der Mutter kommt, verkomplizieren die beginnende Romanze. Ganz herrlich die beiden Szenen, ganz am Anfang, als Anna in die Eselskacke kopfüber fällt, sowie ihr Ausflug zum Feuerwehrfest und dessen Tücken. Doch gerade dieses Ereignis, das einen Lacher nach dem anderen hervorruft, ist zum Ende des Buches hin ein Matchwinner. Wie wird es weitergehen mit Anna und Nico, mit Annas nerviger Mutter und nicht minder nerviger Schwester, mit den bayrischen Urburschen und v.a. mit den Eseln?
Angelina Bach ist das Pseudonym des Ehepaars Veronika und Martin Lackerbauers. Sie ist seit ihrer Jugend Schriftstellerin in unterschiedlichen Genres, er der „Chef-Recherchator“ und Lieferant von zündenden Ideen. Sie leben mit ihrem Sohn und vielen Haustieren in Niederbayern, wenn sie nicht gerade zu neuen Schauplätzen für ihre Bücher reisen. Dafür suchen sie sich so schöne Gegenden wie z.B. die Toscana, Cornwall oder die Provence raus oder in diesem Buch einen Eselhof,
Meine Meinung:
Dieses Buch war wie ein kleiner Urlaub. Leider ging er zu schnell zu Ende, denn ich habe das Buch an einem Abend ausgelesen, konnte nicht aufhören und ärgerte mich dann, als ich es ausgelesen hatte. Der Schreibstil ist so detailliert, dass man mit fast allen Sinnen in der Handlung dabei ist. Das Cover ist sehr ansprechend und mega süß mit den beiden niedlichen Eseln vor dem Bauernhaus und der schönen Landschaft mit dem herrlich blauen Himmel . Die Recherchearbeit auf dem Eselhof ist hervorragend ausgefallen, Don Quijote ist der absolute Star des Buches.
Fazit:
Ganz klare Leseempfehlung!!!
„Sommer auf dem kleinen Eselhof“ ist ein sehr gelungenes Buch, das einen die Sorgen des Alltags vergessen lässt. Ich freue mich auf die folgenden Bände und bin gespannt, wie es weitergeht.
5 von 5 Sternen!!!

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 03.06.2025

Warnhinweis! Einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören!

Küstenmord: Spur ins Dunkel
2


„Küstenmord – Spur ins Dunkel“ von Eva Jensen

Worum handelt es sich?
Um den fünften Band der Serie „Küstenmord“ von Eva Jensen mit den Schleswiger Kommissaren Katja Greve und Daniel Kowalski.
292 Seiten, ...


„Küstenmord – Spur ins Dunkel“ von Eva Jensen

Worum handelt es sich?
Um den fünften Band der Serie „Küstenmord“ von Eva Jensen mit den Schleswiger Kommissaren Katja Greve und Daniel Kowalski.
292 Seiten, die mit dem „Warnhinweis: einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören zu lesen!“ versehen werden müssten.
Am Anfang entwickelt sich der Vermisstenfall sehr zäh, bürokratische Hindernisse müssen überwunden werden und dies im Wettlauf mit der Zeit. Kurze Kapitel wechseln sich ab mit den Schilderungen des Martyriums aus Sicht der Entführten und mit der Ermittlertätigkeiten. Kleine Kapitel, chronologisch, abwechselnde Sichtpunkte, super Schreibstil und ins Auge fallendes, düsteres Cover. Selbst der langsame Beginn baut unaufhörlich Spannung auf und man leidet schier mit. Auch als die Ermittlung dann offiziell los geht, hören die Schwierigkeiten nicht auf. Die Unterstützung durch das BKA ist nicht nur positiv. Man erfährt etwas vom privaten Umfeld der Kommissare. Sehr spannend und emotional berührend die Emotionen der Entführten. Wird sie rechtzeitig gefunden, wird sie sich befreien können, wird sie dieses Martyrium überleben? Wie schreitet die Aufklärung des Falles voran, geraten die Kommissare selbst in Lebensgefahr? Prickelnde Spannung, emotionale Szenen, die einen zum Nachdenken bringen, Neugierde, wie es weiter geht.

Meine Meinung:
Ich liebe dieses Buch! Die Spannung war greifbar! Ein perfekter Krimi. Ich konnte die Bedrohung und die Angst richtig mitfühlen. Jede Sekunde erwartet man dramatische Wendungen, selbst dann, wenn die Handlung in slow motion abläuft wegen bürokratischer Mühlräder. Wenn ich dachte, jetzt bin ich dem Motiv und dem Täter auf der Spur, wurde ich eines besseren belehrt. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen!

Fazit:
Ich bin sehr gut in die Handlung reingekommen, obwohl es der fünfte Band der Serie ist. Ich habe mir die ersten vier Bände bestellt und werde auch gierig auf den sechsten Band warten! Ganz klare Leseempfehlung!!! 5 von 5 Sternen!

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