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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

Spannend, wenn auch nicht ganz wie die Genre-Einordnung auf dem Cover

Schneeengel
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Die Geschichte erzählt von Ella, einer jungen Finnin, die nach einem schweren Erlebnis ihre Heimat verlässt und in einer abgeschiedenen Sekte im deutschen Wald Zuflucht sucht. Dort versucht sie, sich einzufügen ...

Die Geschichte erzählt von Ella, einer jungen Finnin, die nach einem schweren Erlebnis ihre Heimat verlässt und in einer abgeschiedenen Sekte im deutschen Wald Zuflucht sucht. Dort versucht sie, sich einzufügen und übernimmt die Pflege eines Wolfsgeheges, das sie an ihre Heimat erinnert. Als die Polizei nach einer vermissten Frau sucht, die ihr ähnelt, und ein Gruppenmitglied stirbt, gerät Ella zunehmend in Gefahr und beginnt die Geschehnisse um sie herum zu hinterfragen.

Es gelingt der Autorin gut mit ihrem Schreibstil die psychologische Ausnahmesituation der Protagonistin in der winterlichen, zunächst eher ruhig wirkendenden, oft aber auch beklemmenden Atmosphäre darzustellen. Die dafür genutzte Bildsprache ist poetisch und stimmig, auch wenn ich persönlich sie an manchen Stellen als etwas zu überladen empfinde.

Die Charakterentwicklungen von Ella und den anderen Sektenmitgliedern ist auch grundsätzlich stimmig, manche Nebenfiguren bleiben dagegen eher blass und auch die Motivation der Antagonisten waren für mich nicht vollständig nachvollziehbar.

Alles in allem ein interessantes Buch, das auch Spannungselemente enthält, auch wenn es sich eben nicht um einen rasanten Pageturner/ (für mich) klassischen Thriller handelt, sondern eher um ein literarisches, atmosphärisch dichtes Drama mit Mystery-Elementen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Charmant zu lesen, wenn auch mit Luft nach oben

Happy Ending
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Man begleitet die 26-jährige Autorin Rosie Watkins, die nach einer schmerzhaften Trennung New York hinter sich lässt und nach London flüchtet. Dort findet sie dann unter anderem Anschluss in einer Gruppe ...

Man begleitet die 26-jährige Autorin Rosie Watkins, die nach einer schmerzhaften Trennung New York hinter sich lässt und nach London flüchtet. Dort findet sie dann unter anderem Anschluss in einer Gruppe rund um Tara, Saoirse und Deepti, dabei sieht sie sich dann auch mit dem verschlossenen Zwillingsbruder von Tara, Gamble, konfrontiert, der ihr zunächst skeptisch gegenübersteht.
Der Schreibstil ist leicht zugänglich und angenehm flüssig, sodass man gut in die Handlung hineinfindet, wobei mir persönlich teilweise etwas zu sehr auf Dialoge gesetzt wird.

Die emotionale Entwicklung zwischen den Hauptfiguren bleibt stellenweise leider auch vorhersehbar, und einige Konflikte lösen sich recht schnell ohne Erklärung oder manchmal auch leider gar nicht auf. Auch die insgesamte Charakterentwicklung konnte mich nicht ganz abholen.

Alles in allem ein unterhaltsamer, romantischer Wohlfühlroman mit Charme und sanftem Happy End, der aber sein Potential bei weitem nicht ausschöpft.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Was auf der Bühne funktioniert, klappt im Geschriebenen leider nur teilweise

Aus! Die Wissenschaft vom Ende
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Ich kannte die Gruppe bisher nur von einem ihrer Auftritte, der mir einen durchaus informativen und lustigen Nachmittag beschert hatte. Nun wollte ich mich auch mal an ein Buch von ihnen wagen, in der ...

Ich kannte die Gruppe bisher nur von einem ihrer Auftritte, der mir einen durchaus informativen und lustigen Nachmittag beschert hatte. Nun wollte ich mich auch mal an ein Buch von ihnen wagen, in der Hoffnungen einen ähnliche Effekt zu erfahren.
Grundsätzlich spannt das Buch einen sehr weiten Bogen; vom Ende des Universums, des Lebens und der Menschheit zu aktuellen Themen wie dem Klimawandle und Long Covid. Es wird reflektiert, analysiert und zum Mitdenken angeregt, was insgesamt eine schöne Mischung ist.
Derjenigen, der es schafft sich auf den Kabarettstil und den manchmal wirklich sehr absurden Humor einzulassen, bekommt auch nicht nur ein sehr interessantes Buch, sondern auch diverse Denkanstöße, z.B. auch wie das "Aus" und ein Neuanfang manchmal näher aneinander liegen könnten, als gedacht. Für mich persönlich war es aber leider genau wegen dieses Schreibstils teilweise etwas anstrengend zu lesen. Mit dem Wissen, wie ein Programm von ihnen aufgebaut ist, las es sich einfach mehr wie ein Skript ihres Auftritts und manches ( gerade die humoristischen Elemente) funktionieren im Geschriebenen einfach nicht.

Alles in allem aber ein tolles Buch, das viele interessante Themen behandelt und auch schön aufbereitet, für mich aber leider von Schreibstil her teilweise etwas schwieriger zu lesen war, weil gerade humoristische Elemente versuchen aufzulockern ( und zu strecken), im Geschriebenen aber ihre Wirkung für mich leider an manchen Stellen verfehlen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Eine romantische, leichte Lektüre mit Happy-End-Garantie

Weihnachten in Applemore
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Tatsächlich hab ich dieses Buch gelesen ohne richtig im Kopf zu haben, dass es sich um eine Reihe handelt. Dementsprechend erschlagen war ich am Anfang von den ganzen Namen und Verbindungen, aber das wurde ...

Tatsächlich hab ich dieses Buch gelesen ohne richtig im Kopf zu haben, dass es sich um eine Reihe handelt. Dementsprechend erschlagen war ich am Anfang von den ganzen Namen und Verbindungen, aber das wurde mit der Zeit besser.

Die Handlung spielt in den schottischen Highlands, wo Hotelier Harry Robertson trotz der eigentlich, für die Nebensaison geplanten Renovierungen eine glamouröse Hochzeit für eine Influencerin vorbereiten soll. Unterstützt wird er dabei von seiner besten Freundin Polly, die schon lange heimlich Gefühle für ihn hegt.

Der Roman besticht durch seine stimmungsvolle Kulisse, die verschneiten Landschaften und die heimelige Atmosphäre, die perfekt in die Adventszeit passt. Das „Friends-to-Lovers“-Motiv gibt der Handlung ein wenig Spannung und emotionale Tiefe, auch wenn die Entwicklungen insgesamt vorhersehbar bleiben und einige Momente und Figuren leider sehr klischeehaft angelegt sind ( ich weiß das gehört ein bisschen auch dazu, aber ein wenig Neues würde glaub ich auch mal nicht schaden); die heimliche Liebe, die große, perfekte Hochzeit, die immer über alle Maßen hilfsbereite Freundin, der charmante Hotelier, die Influencerin, die ständig fordert ( auch wenn sie sich im Verlauf ja noch ein wenig bessert), etc.

Alles in allem aber ein klassischer Wohlfühlroman mit romantischem Setting, ein schönes Buch für die Vorweihnachtszeit. Wenn man bereit ist, Vorhersehbarkeit in Kauf zu nehmen und sich auf vertraute Tropen einzulassen, bekommt man eine warme Geschichte mit Herz und Charme

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Ein vielversprechender Auftakt einer neuen Krimireihe, der aber auch noch Ausbaupotential beinhaltet

Das erkaufte Glück
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Das erkaufte Glück ist der Auftakt einer neuen Krimireihe um Kommissarin Lea Nielsen. Nach ihrem Wechsel ins ostfriesische Wittmund muss sie sich nicht nur um ihren demenzkranken Vater kümmern, sondern ...

Das erkaufte Glück ist der Auftakt einer neuen Krimireihe um Kommissarin Lea Nielsen. Nach ihrem Wechsel ins ostfriesische Wittmund muss sie sich nicht nur um ihren demenzkranken Vater kümmern, sondern wird sofort in einen schwierigen Vermisstenfall verwickelt: Die 19-jährige Maya van Berg ist verschwunden, und die einflussreiche Mutter scheint mehr zu verbergen, als sie preisgibt.

Johannsen gelingt es, die Atmosphäre des norddeutschen Settings lebendig einzufangen und mit einem authentischen Gefühl für die Region zu verbinden. Besonders stark ist auch die Darstellung der Protagonistin, die zwischen beruflichen Herausforderungen und privaten Belastungen hin- und hergerissen ist und dadurch menschlich und nahbar wirkt. Der Kriminalfall entwickelt sich schrittweise, bleibt dabei spannend und eröffnet immer neue Verwicklungen.

Allerdings fällt auf, dass einige Elemente schon sehr klassische, bewährte Motive im Krimigenre sind. Es bleibt abzuwarten, wie stark Johannsen zukünftig vielleicht noch neue Akzente setzt, um sich von ähnlichen Krimis abzuheben. Außerdem muss ich auch sagen ( wobei das eine zutiefst persönliche Präferenz ist), dass für mich und wahrscheinlich auch für andere Leser, die schnelle Action und/oder sehr dichte Plots gewohnt sind, der langsame Aufbau und die Betonung der familiären und emotionalen Aspekte an manchen Stellen doch ein bisschen zu arg ausgeschmückt und damit teils leider auch etwas ablenkend sind.

Insgesamt aber ein gelungener Auftakt, wenn auch eher für Leser geeignet, die neben dem Kriminalfall auch noch viel über die persönliche Seite der Ermittelnden erfahren wollen.

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