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Veröffentlicht am 14.01.2026

Vier sehr spezielle Frauen

Bitternis
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Von denen drei - die Jüngste ausgenommen - permanent mit dem Leben hadern: mit ihrer Herkunft, mit ihren Müttern, falls vorhanden und vor allem mit den Männern in ihrem Leben. Dabei sind sie sehr unterschiedlich ...

Von denen drei - die Jüngste ausgenommen - permanent mit dem Leben hadern: mit ihrer Herkunft, mit ihren Müttern, falls vorhanden und vor allem mit den Männern in ihrem Leben. Dabei sind sie sehr unterschiedlich und haben es nicht leicht, ihre Leser für sich einzunehmen. Ich habe mit großem Abstand gelesen, wobei die Autorin virtuos und kraftvoll schreibt.

Mein Fazit: Eindringlich geschrieben, polarisierend, zwingt zum Nachdenken. Unvergesslich, aber schwere Kost.

Veröffentlicht am 06.11.2025

Ein Weg in die Vergangenheit

Großmutters Geheimnis
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Kopenhagen 2015: Der Musiker Alexander hadert mit seinem Leben. Er hat einen Job als Musiker auf Abruf, um auf Festen bestellte Musik zu spielen. Zudem will seine Partnerin unbedingt ein Kind, das er ihr ...

Kopenhagen 2015: Der Musiker Alexander hadert mit seinem Leben. Er hat einen Job als Musiker auf Abruf, um auf Festen bestellte Musik zu spielen. Zudem will seine Partnerin unbedingt ein Kind, das er ihr auf normalem Wege nicht schenken kann, die künstliche Befruchtung bleibt erfolglos, er fühlt sich unter Druck gesetzt. Ebenso von seiner ausgesprochen egozentrischen, ja zickigen Mutter Lilian, die von ihm erwartet, auf Abruf zur Verfügung zu stehen.

Bei einem seiner Aufenthalte bei ihr fallen ihm Kassetten in die Hand, die seine Großmutter Ruth, die er noch nie getroffen hat, für ihn besprochen hat - offenbar vor Jahren.

Die Leser:innen tauchen mit ihm zusammen in Ruths Vergangenheit, ihr Leben in den 1930er/1940er Jahren ein und stoßen auf eine grauenvolle Geschichte: aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde ihr und ihrer Familie großes Leid zugefügt.

Zunächst erfolgen Schilderungen von Alexanders und Ruths Schicksal im Wechsel, da fühlte ich mich in dem neueren Strang oft verloren, da der Eindruck entstand, dass dort eigentlich nur Menschen miteinander leben (müssen), die kreuzunglücklich sind und nicht dazu fähig, einander zu unterstützen. Etwa ab der Hälfte des Buches beginnt alles einen tieferen Sinn zu ergeben - ab da las ich mit deutlich größerem Enthusiasmus.

Für Leser:innen, die gern mehr über den Holocaust und seine Folgen erfahren möchten, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen, aber Vorsicht: über längere Passagen hinweg sind die Schilderungen extrem schmerzlich, ich konnte sie auch als Leserin in meiner sicheren Wohnung kaum ertragen!

Veröffentlicht am 03.11.2025

Leben im fernen Indien

Wiedersehen in Rajasthan
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Der historische bzw. zeitgeschichtliche Roman von Ute Krause ist auf drei verschiedenen zeitlichen Ebenen angelegt, wovon die Erste in den 1930er Jahren angelegt ist: die 17jährige Gesa folgt ihrer ersten ...

Der historische bzw. zeitgeschichtliche Roman von Ute Krause ist auf drei verschiedenen zeitlichen Ebenen angelegt, wovon die Erste in den 1930er Jahren angelegt ist: die 17jährige Gesa folgt ihrer ersten Liebe, dem Inder Ravi, in sein Heimatland. Sie reist nicht allein, sondern mit dem gemeinsamen Sohn Ashok und begegnet dort einem ganz anderen Menschen als dem Ravi, den sie in Deutschland kennengelernt hat - er unterstützt sie wenig bis gar nicht beim Einleben in dieser so fremden Kultur - dennoch bekommen sie noch einen Sohn und eine Tochter.

In den 1960er Jahren begegnet Gesa einer deutschen Familie, die sich aufgrund der beruflichen Situation des Vaters für einige Jahre in Indien aufhält - auch wenn sie sich mit der Mutter anfreundet, bleibt diese ihr aufgrund von konträren Ansichten in verschiedenen Bereichen fremd. Doch Paula, der ältesten Tochter, fühlt sie sich bald aufgrund deren Interesse an Kunst und Kultur Indiens verbunden.

In den 1990er Jahren kehrt Paula noch einmal zurück in das Land, in dem sie als junges Mädchen lebte und kann auf so manche Frage, die sie jahrzehntelang umhertrieb, eine Antwort finden.

Der Autorin ist vor allem in Bezug auf die Darstellung des Lebens in Indien und der Einbettung des Settings in die historischen Gegebenheiten insgesamt ein farbiger und anschaulicher Roman gelungen. In Bezug auf die Darstellung der Charaktere, die teilweise etwas farblos daher kommen - vieles muss man sich dazu denken - und die Erzählweise bleibt noch etwas Luft nach oben.

Veröffentlicht am 18.09.2025

Krimi mal ganz anders

Plant Lady
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Die junge Autorin hat für ihren Krimi um Yu-hee, Inhaberin eines besonderen Pflanzenladens, in dem sie die Gewächse quasi auf die jeweilige Kundschaft "zupflanzt", einen ebenso besonderen Stil ...

Die junge Autorin hat für ihren Krimi um Yu-hee, Inhaberin eines besonderen Pflanzenladens, in dem sie die Gewächse quasi auf die jeweilige Kundschaft "zupflanzt", einen ebenso besonderen Stil gewählt. Dieser ist nichts für Leser:innen, die alles genau erklärt, hinterfragt und ausgeschildert haben wollen. Nein, der Stil ist ebenso reduziert und geheimnisvoll wie ihre Protagonistin Yu-hee.

Es ist bald klar, dass Yu-hee einen Sinn und ein Herz für Frauen hat, die getrieben sind oder sich verstecken wollen - oder ist sie am Ende selbst eine von ihnen? Auf jeden Fall sind gleich mehrere Männer - keiner von ihnen sonderlich sympathisch - nach ihrem Besuch in ihrem Laden nicht mehr aufzufinden.

Ein Roman, der ebenso reduziert wie geheimnisvoll und auch feministisch ist. Ein Krimi, in dem der Ermittler nicht fehlt, aber eine eventuelle Tatwaffe?

Wer sich auf diesen besonderen Krimi einlässt, sollte offen sein: für bestimmte Erkenntnisse, aber auch dafür, das vieles hier ganz anders ist als man es von Krimis gewohnt ist, gewissermaßen eine Neuheit. Nichts für die breite Masse, umso mehr jedoch für Leser:innen, die nach neuen Wegen in der (Kriminal)Literatur suchen.

Veröffentlicht am 08.09.2025

Junge Frau mit Krankheit(en)

Junge Frau mit Katze
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Diese junge Frau namens Ela, in der sich offenbar die Autorin selbst beschreibt, leidet an zahlreichen, nein: eigentlich zahllosen Krankheiten. Und es sind keine eingebildeten, obwohl hier zunächst ...

Diese junge Frau namens Ela, in der sich offenbar die Autorin selbst beschreibt, leidet an zahlreichen, nein: eigentlich zahllosen Krankheiten. Und es sind keine eingebildeten, obwohl hier zunächst so einige Eigen- und Fremddiagnosen (von Freunden und Familie) getroffen werden, ohne dass ein Arzt konsultiert wird. Wobei die junge Frau die von Ärzten festgestellten Diagnosen und deren Vorgehensweisen auch nicht immer anerkennt.

Das alles klingt deprimierend und düster, doch ist das Buch alles andere als das. Naja, jedenfalls nicht durchgehend. Denn es gibt ihre Katze, die eigentlich ein Kater ist und auch andere Protagonistinnen - allen voran Henny, die Tochter ihrer besten Freundin, fünfjährig, weise und äußerst präsent, die ebenso humorvoll wie warmherzig beschrieben werden. Allerdings ist es gerade Henny, an der ich meine Kritik festmache. Nicht an ihr als Charakter, sondern an der Art, wie Ela mit ihr umgeht: sie wird häufig zur Nebenfigur - nicht für die Leserinnen, sondern für Ela und das in Situationen, wo sie eigentlich verantwortlich ist.

Dennoch: Bis kurz vor Schluss mochte ich den Roman sehr und nahm dafür auch einige etwas zu ausführliche Quengeleien sehr gern in Kauf, doch dann platzte mir während eines Fluges, den Ella gemeinsam mit Henny tätigte, der Kragen. In dieser Zeit, wo Ela sich eigentlich um das Kind kümmern sollte, das zum ersten Mal fliegt, kümmert sie sich nur um sich selbst. Ja, Ela stellt sich ordentlich in den Mittelpunkt bei dem ganzen Gejammer, das sie da veranstaltet und das ist häufig nicht so recht am Platz. Er ist dennoch lesenswert, aber man sollte damit rechnen, dass man zwischenzeitlich ziemlich genervt ist.