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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2025

Eine verschlafene kalifornische Kleinstadt, ein mörderischer Ghul und vier zu allem entschlossene Freunde

Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
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Was tun, wenn der örtliche Sheriff keinen Plan hat, wie er den Mörder der drei Teenager finden kann? Man hilft sich selbst! Die 17jährigen Freunde Cam, Amber, Jonesy und Buffy wagen sich eines Nachts in ...

Was tun, wenn der örtliche Sheriff keinen Plan hat, wie er den Mörder der drei Teenager finden kann? Man hilft sich selbst! Die 17jährigen Freunde Cam, Amber, Jonesy und Buffy wagen sich eines Nachts in die Höhle des Löwen, das heißt, in das alte und verlassene Carrington-Haus, in dem immer mal wieder an einem der Fenster ein Ghul gesehen wird. Aber morden Geister? Der Plan der vier Freunde sieht vor, sich im Spukhaus aufzuteilen, um nicht ebenfalls gemeinsam die nächsten Mordopfer zu werden. Eine Entscheidung mit dramatischen Folgen.

Schon von der ersten Seite an zieht diese Geschichte mich in ihren Bann. Die vier sympathischen und mutigen Helden sehen keine andere Möglichkeit, die Mordserie zu stoppen, als selbst aktiv zu werden. Dabei gehen sie Wagnisse ein, bei denen ich mehr als einmal vor Aufregung an meinen Fingernägeln geknibbelt habe. Eine nervenzerreibende Aktion jagt die nächste, ein paar Mal bekam ich schlotternde Knie. Es ist unfassbar, wie der Autor geballte Action mit Hochspannung paart, ohne dass dabei der Humor zu kurz kommt. Drei der Protagonisten erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht, von ihrer neuen Freundin erfahren wir zunächst nichts. Können die drei sich überhaupt auf sie verlassen? Oder tappen sie in eine perfide Falle?

Das Grande Finale ist grandios. Alles klärt sich auf, aber nicht so, wie zu erwarten war. Ich bin begeistert! Das ist mal ein YA-Kracher, wie man ihn sich wünscht! Und noch etwas wünsche ich mir: Eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Faszinierender Mix aus Krimi, Fantasy und warmherzigen Humor

Manche Schuld vergeht nie
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Offiziell beschäftigen sich die Londoner Kriminalbeamtin Alisoun „Ali“ Dawson und ihr Team mit Cold Cases, in Wahrheit jedoch klären sie alte Fälle auf, indem einer von ihnen eine Zeitreise in die Vergangenheit ...

Offiziell beschäftigen sich die Londoner Kriminalbeamtin Alisoun „Ali“ Dawson und ihr Team mit Cold Cases, in Wahrheit jedoch klären sie alte Fälle auf, indem einer von ihnen eine Zeitreise in die Vergangenheit unternimmt, um den wahren Tathergang bezeugen zu können. Diesmal gelangt Ali in das Jahr 1850. Sie soll im Auftrag eines höheren Regierungsbeamten herausfinden, ob dessen Ururgroßvater tatsächlich drei Frauen ermordete. Aber dann geht etwas schief, Ali kann nicht in das Jahr 2023 zurückkehren, sondern sitzt mutterseelenallein im viktorianischen London fest. Zur gleichen Zeit wird der Auftraggeber dieser Reise getötet, und Alis Sohn Finn gilt als mutmaßlicher Täter.

Schon allein wegen der bunten Schilderungen des viktorianischen London ist dieser Krimi lesenswert. Die Autorin verwöhnt uns mit Details, die mir gänzlich unbekannt waren und ein authentisches Bild der damaligen Zeit widerspiegeln. Die Protagonistin Ali ist eine taffe, vielschichtige Persönlichkeit und mir von der ersten Seite an sympathisch. Die Beziehung zwischen ihr, ihrem Sohn Finn und Kater Terry ist sehr liebevoll gezeichnet.
Doch auch die Verbrechen, um die es hier geht, sind überaus aufregend beschrieben. Zum Ende hin nimmt die Spannung von Kapitel zu Kapitel zu. Die Auflösung ist gänzlich anders, als ich sie erwartet hätte, alle Fäden laufen zusammen, und es bleiben für mich keine Fragen offen. Die Danksagung der Autorin lässt hoffen, dass zumindest ein weiterer Band folgen wird, in dem die packende und mit Sprachwitz gespickte Geschichte fortgeführt wird. Und genau das wünsche ich mir: Eine neue spannende Zeitreise mit Ali.
Ich vergebe fünf Sterne für diesen ungewöhnlichen und liebenswerten Krimi.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Geniales Verwirrspiel

Seventeen Years Later
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Vor 17 Jahren hat ein grauenhafter Mord Neuseeland erschüttert. Die gesamte Familie Primrose wurde in ihren Betten erstochen. Der Täter, Bill Kareama, konnte dank Zeugenaussagen sehr bald gefasst und ...

Vor 17 Jahren hat ein grauenhafter Mord Neuseeland erschüttert. Die gesamte Familie Primrose wurde in ihren Betten erstochen. Der Täter, Bill Kareama, konnte dank Zeugenaussagen sehr bald gefasst und verurteilt werden. Obwohl er die Tat bestritt, sprachen alle Indizien gegen ihn, und sowohl sein Verteidiger Eddie, als auch sein Psychologe TK waren von seiner Schuld überzeugt. Warum?
Das herauszufinden, hat sich die erfolgreiche australische Podcasterin Sloan Abbott vorgenommen. Sie überredet TK dazu, mit ihr zu kooperieren und die Hintergründe der einstigen Ermittlungsarbeit nach Fehlern und Versäumnissen zu durchleuchten. Denn dass Bill keinen fairen Prozess bekommen hat, ist bei genauem Hinschauen nicht zu übersehen. Und je näher Sloan und TK der ultimativen Wahrheit kommen, umso tödlicher wird die Gefahr für sie beide.

Gemäß dem Klappentext ist J.P.Pomare ein äußerst erfolgreicher neuseeländischer Autor, und Seventeen Years Later ist sein erstes Buch, das auf dem deutschen Markt erscheint. So wie ich das sehe, müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn dieser erstklassige Thriller nicht auf der Bestsellerliste landet. Mit TK, Sloan und Bill hat er drei authentische Protagonisten geschaffen, die sich zunächst gegenseitig argwöhnisch beäugen, um im Verlaufe der atemberaubenden Handlung schließlich am gleichen Strang zu ziehen. Dem Autor gelingt es, den Leser zu immer neuen Schlussfolgerungen zu verleiten, die sich kurz darauf als grandioser Irrweg erweisen. Ist Bill wirklich der Mörder? Oder eine der anderen rätselhaften Figuren, die sich im Umfeld der Familie Primrose aufhielten? Man stolpert als Leser von einem Irrglauben in den nächsten, um immer wieder zu erkennen, dass alles doch eigentlich ganz anders war. Oder doch nicht? Am Ende laufen die Fäden logisch zusammen, alles klärt sich auf. Und das Gefühl, das bleibt, ist WOW! Für das letzte Drittel dieses Buches habe ich meinen Fernsehabend ausfallen lassen, was nicht oft vorkommt. Es war mir nicht möglich, diesen Reißer aus der Hand zu legen. Hier stimmt einfach alles: Figuren, Plot, Spannungsaufbau, Twist, Dramatik und fulminantes Ende. Man sollte diesen Thriller sorgfältig lesen und auf Details achten, denn die führen letztendlich zur wahren Lösung des Falls. Nichts ist, wie es scheint.
Für mich ist Seventeen Years Later einer der ganz großen Thriller-Highlights dieses Jahres. Fünf Sterne mit Auszeichnung.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Spannend, bizarr, unvorhersehbar. Einfach schön!

Heldentage
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Der 15jährige Nilo ist süchtig nach Handy-Spielen und kriegt in seinem normalen Leben nichts mehr in den Griff. Als ein Streit mit seiner Mutter eskaliert, lässt sie ihn schweren Herzens in die Jugendpsychiatrie ...

Der 15jährige Nilo ist süchtig nach Handy-Spielen und kriegt in seinem normalen Leben nichts mehr in den Griff. Als ein Streit mit seiner Mutter eskaliert, lässt sie ihn schweren Herzens in die Jugendpsychiatrie einweisen. Dort trifft er auf den gleichaltrigen Faris, ebenfalls ein Spiele-Junkie. Und noch während die beiden sich darüber im Unklaren sind, was sie voneinander halten sollen, werden sie Zeugen, wie ein ebenfalls an diesem Tag eingewiesenes Mädchen aus der Klinik türmt. Die beiden folgen ihr, ohne auch nur die geringste Ahnung davon zu haben, in welch haarsträubende Abenteuer sie geraten werden.

Wenn ich mal davon absehe, dass ich die gesamte Handlung eher als unrealistisch einschätze und manche Szenen und Wendungen klischeehaft rüberkommen, so hat mich dieser rasante Roadtrip doch von der ersten Seite an gefesselt. Wie Nilo, Faris und Mayla sich nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten ganz allmählich näherkommen und in welch bizarre Situationen sie geraten, ist so locker-leicht erzählt, dass es einem ganz warm ums Herz wird. Das Finale ist einfach wundervoll. Der Autor geizt nicht mit humorvollen Dialogen, und mehr als einmal musste ich laut lachen. Es ist kein klassisches Jugendbuch für die Altersgruppe ab 12, eher für 10-12jährige. Parallelen zu Wolfgang Herrndorfs tschick und Harry Potter sind unübersehbar, auch wenn es an Tiefe und echter Dramatik fehlt.

Für dieses warmherzige und positiv stimmende Jugendbuch gebe ich fünf Sterne mit einer klaren Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Ausgesprochen amüsanter Bayernkrimi

Bodenfrost
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Es sollte ein ungezwungener Informationstag der Miesbacher Polizei für die Kinder der Region werden, an dem sie auf spielerische Weise die Arbeit der Ordnungshüter kennenlernen. Doch eines der Kinder entdeckt ...

Es sollte ein ungezwungener Informationstag der Miesbacher Polizei für die Kinder der Region werden, an dem sie auf spielerische Weise die Arbeit der Ordnungshüter kennenlernen. Doch eines der Kinder entdeckt in dem verlassenen Bauernhaus die Leiche des Brauereibesitzers Vitus Zander. Der leitende Kriminalhauptkommissar Clemens Wallner und sein gewitzter Mitarbeiter Leonhard Kreuthner nehmen die Ermittlungen auf. Die Witwe des Toten gibt Rätsel auf, und zu allem Übel mehren sich die Hinweise, dass ein früherer Serienmörder aus Hessen hinter der Tat stecken könnte. Aber wie passt das zusammen?
Dies war mein erster Krimi von Andreas Föhr. Schon auf den ersten Seiten bin ich aus dem Kichern nicht mehr herausgekommen. Der Autor amüsiert mit einem gepflegten oberbayerischen Dialekt, und besonders die Figur des Leo Kreuthner sorgt mit ihren nicht immer legalen Eskapaden für Heiterkeit. Sprachlich ist dieser Roman ein Genuss. Im Mittelteil ziehen sich die Ermittlungen zwar ein wenig hin, aber zum Ende hin nimmt die Handlung unerwartet an Fahrt auf. Alle offenen Fragen werden geklärt, und die Schlusspointe finde ich zum Piepen.
Ein rundum gelungener, heiter stimmender Bayernkrimi mit sympathischen Figuren und sehr viel Lokalkolorit.

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