Profilbild von CorniHolmes

CorniHolmes

Lesejury Star
offline

CorniHolmes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CorniHolmes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.12.2025

Ein magisches Abenteuer voller Fantasie, Humor und Herz!

Winona und der Ruf der Wiccas
0

Für Winona bricht eine Welt zusammen, als ihre beste Freundin Lucy nach Hongkong zieht. Sie fühlt sich traurig und allein und ist sich sicher, dass sie niemals eine neue Freundin finden wird. In ihrer ...

Für Winona bricht eine Welt zusammen, als ihre beste Freundin Lucy nach Hongkong zieht. Sie fühlt sich traurig und allein und ist sich sicher, dass sie niemals eine neue Freundin finden wird. In ihrer Klasse ist sie eher eine Außenseiterin und muss sich ständig gehässige Bemerkungen über ihren ausgefallenen Kleidungsstil anhören. Und als wäre das nicht schon genug, muss sie die nächste Projektarbeit zusammen mit Grace, Lilly und Ophelia machen – drei Mädchen aus ihrer Klasse, mit denen sie sonst nie spricht. Doch kurz nach ihrem zwölften Geburtstag ändert sich ihr Leben schlagartig. Zuerst taucht ein sprechender schwarzer Vogel namens Ups auf und dann bekommt sie von einer merkwürdigen Frau ein geheimnisvolles Geschenk. Ehe sie es sich versieht, landet sie gemeinsam mit Grace, Lilly und Ophelia in Turmalin – einer fremden Welt, in der es ziemlich verrückt zugeht. Hier gibt es sprechende Tiere, flüsternde Blumen, düstere Wälder und fliegende Waschbären. Die Mädchen sind ganz fasziniert, erkennen aber auch sehr schnell, dass Turmalin ein unheimlicher und gefährlicher Ort ist. Was hat es mit den verlorenen Wiccas auf sich? Welche Ziele verfolgt die Herrscherin der Spiegelstadt? Und wie können die Vier nach Hause zurückkehren? Ein unglaubliches Abenteuer beginnt...

Ich liebe die Bücher von Mina Teichert, vor allem ihre Kinderromane lese ich immer unheimlich gerne. An ihrem neuen Buch „Winona und der Ruf der Wiccas“ konnte ich daher natürlich nicht vorbeigehen, schon allein das Cover (gestaltet von Marie Beschorner) hat mich direkt in den Bann gezogen - sieht es nicht toll aus? Die Story dahinter konnte mich leider nicht ganz so verzaubern wie erhofft, hat mir trotz allem aber viel Spaß gemacht.

Fans von „Alice im Wunderland“, „Der Zauberer von Oz“ oder „Coraline“ werden hier garantiert ganz auf ihre Kosten kommen. Die Welt, in die uns dieses Buch entführt, enthält einige Anspielungen auf große Klassiker und erinnert oft sehr an Alices kurioses Wunderland: Ziemlich verrückt, wunderbar magisch und voller Geheimnisse und Überraschungen. Ob riesige Pilze, ein sprechender schwarzer Vogel namens Ups (einer meiner persönlichen Highlights) oder eine übergroße Henne, die ihre Eier in einem Kinderwagen spazieren fährt – Mina Teichert feuert hier eine fantasievolle Idee nach der nächsten ab. Die Geschichte, die dabei herausgekommen ist, ist typisch Mina Teichert herrlich witzig-frech aber auch nachdenklich; wirkt zeitlos und modern zugleich und kommt trotz klassischer Elemente erfrischend anders daher. Mir persönlich war die Handlung bisweilen schon etwas zu überdreht und mit ein paar wenigen Charakteren bin ich nicht komplett warm geworden. Dies hat mein Lesevergnügen aber nur geringfügig geschmälert. Es macht einfach Spaß, Ich-Erzählerin Winona und ihre drei Klassenkameraden Lilly, Grace und Ophelia auf ihrer Reise nach Turmalin zu begleiten. Gemeinsam wachsen die Vier mutig über sich hinaus und zeigen uns, wie wichtig es ist, zu sich selbst zu stehen und dass es nichts Wertvolleres im Leben gibt als gute Freunde, die zu einem halten und einen so akzeptieren wie man ist.

Das Ende ist recht abgeschlossen, lässt aber genügend Spielraum für eine Fortsetzung. Soweit ich weiß, ist bisher noch kein zweiter Band angekündigt – lassen wir uns also überraschen!

Fazit:„Winona und der Ruf der Wiccas“ ist eine mitreißende und märchenhafte Geschichte ab 10 Jahren über die Macht der Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Vertrauen. Ein magisches Abenteuer voller Fantasie, Humor und Herz. Auch wenn ich mir ein bisschen mehr erhofft habe, kann ich Mina Teicherts neuen Kinderroman wärmstens empfehlen, vor allem Fans von „Alice im Wunderland“. Wer gerne in fantastische Welten eintaucht und starke Heldinnen mag, sollte sich dieses Buch unbedingt mal genauer anschauen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2025

Eine tolle moderne Robin-Hood-Geschichte!

Robin – Heldin wider Willen
0

Charlie graut es vor dem ersten Tag an ihrer neuen Schule. Bestimmt wird sie auch dort wieder gemobbt werden und keine Freunde finden. Zuerst sieht es auch ganz danach aus, dass sich ihre Befürchtungen ...

Charlie graut es vor dem ersten Tag an ihrer neuen Schule. Bestimmt wird sie auch dort wieder gemobbt werden und keine Freunde finden. Zuerst sieht es auch ganz danach aus, dass sich ihre Befürchtungen bewahrheiten. Eine fiese Mädchenbande scheint es auf sie abgesehen haben und zu Charlies Enttäuschung wird die Forest-Hill-Schule ihrem Namen nicht wirklich gerecht – von einem märchenhaften Wald wie in ihren geliebten Büchern ist hier keine Spur. Ihr einziger Lichtblick ist die Schulbibliothek, doch in Ruhe schmökern ist ihr nicht vergönnt. Zuerst trifft sie auf den pilzverrückten Nathan, der ein echtes Plappermaul ist und dann wird sie auch noch in eine magische Welt hineingezogen, gemeinsam mit Nathan und einem sprechenden Raben. Auf einmal stehen die drei mitten in einem Wald und tragen Kleidung wie im Mittelalter. In dieser fremden Welt sorgt ein böser Sheriff für Angst und Schrecken, der Charlies Lehrer verdächtig ähnlich sieht. In seiner Burg hält er die Königin gefangen und es ist nun an Charlie und Nathan, sie zu retten. Zusammen mit einer weiteren, unerwarteten Verbündeten und bewaffnet mit Pfeil, Bogen und Stock (wie Robin Hood und Little John) stürzen sie sich ins Abenteuer...

Der britischer Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur Ben Miller konnte mich nun schon dreimal mit seinen Büchern begeistern – vor allem seine Weihnachtsgeschichte „In der Nacht, in der ich Weihnachten rettete“ mochte ich unheimlich gerne. Meine Erwartungen an seinen neuen Kinderroman waren entsprechend hoch und das wunderschöne Cover steigerte meine Vorfreude nur noch. Lange Rede, kurzer Sinn: Komplett überzeugen konnte mich das Buch leider nicht, aber Ben Miller hat mir auf jeden Fall mal wieder bewiesen, dass er tolle Kinderbücher schreiben kann.

Lose angelehnt an den Klassiker „Robin Hood“ präsentiert Ben Miller hier einen fantasievollen Abenteuerroman, in dem weitaus mehr steckt als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten wurde. Neben einer aufregenden Rettungsmission mit Mittelalter-Vibes beinhaltet die Geschichte auch einige wichtige Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Selbstvertrauen, Mobbing, Machtmissbrauch und den Mut, Ungerechtigkeiten die Stirn zu bieten und über sich selbst hinauszuwachsen. Charlie ist eine wunderbare Hauptprotagonistin, die man mit ihrer zurückhaltenden und leseverrückten Art sofort ins Herz schließt. Sie zeigt uns, dass auch Schüchterne mutig und stark sein können und es sich lohnt, an sich selbst glauben. Es macht richtig Freude mitzuerleben, wie sie im Verlauf an Stärke und Selbstbewusstsein gewinnt und in ihren Gefährtinnen neue gute Freundinnen findet. Für mich persönlich hat sich nicht immer alles stimmig angefühlt, allerdings werden sich Kinder vermutlich nicht groß daran stören. Abenteuerlustige junge Kids werden garantiert begeistert von diesem Buch sein! Die Geschichte wird mit viel Herz und Humor erzählt und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen. Dank der kurzen Kapitel und angenehm großen Schrift fliegen die Seiten nur so dahin und ganz nebenbei lernt man dank Pilz-Nerd Nathan auch noch ein bisschen was über Pilze. Die zahlreichen wunderschönen schwarz-weiß Illustrationen von Elisa Paganelli sind das Sahnehäubchen obendrauf und runden das Leseerlebnis perfekt ab.

Fazit: „Robin – Heldin wider Willen“ ist eine spannende und unterhaltsame, moderne Robin-Hood-Geschichte voller Abenteuer, Fantasie und Freundschaft. Das perfekte Lesefutter für alle ab 8 Jahren, die mutige und starke Heldinnen lieben und gerne in magische Welten eintauchen. Auch wenn ich mir ein klein wenig mehr erhofft habe, bin ich begeistert von diesem Buch und hatte großen Spaß beim Lesen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2025

Ein wunderbarer Weihnachtskrimi!

Nächster Halt: Mord. Ein Weihnachtskrimi
0

Die junge Journalistin Rachel soll eine Reisereportage über die Jungfernfahrt des „Golden Highlander“ schreiben. Sie darf eine Begleitperson mitnehmen und ihre Wahl fällt sofort auf ihre 16-jährige Schwester ...

Die junge Journalistin Rachel soll eine Reisereportage über die Jungfernfahrt des „Golden Highlander“ schreiben. Sie darf eine Begleitperson mitnehmen und ihre Wahl fällt sofort auf ihre 16-jährige Schwester Millie. Diese freut sich riesig. Eine dreitägige Reise in einem nostalgischen Luxuszug im 20er Jahre Stil mit einigen prominenten Persönlichkeiten an Bord? Und dann auch noch über Weihnachten, der schönsten Zeit des Jahres? Millie kann es kaum erwarten und anfangs genießt sie die Zugfahrt auch in vollen Zügen. Die Abteile sind prunkvoll eingerichtet, die vorbeiziehende Winterlandschaft ist ein Traum und die Mitreisenden erweisen sich als sehr interessant. Doch was so schön beginnt, wird sehr schnell zu einem Albtraum. Der Zug bleibt in einer Schneeverwehung stecken, der Funkkontakt zur Außenwelt bricht ab und dann wird auch noch eine Person tot aufgefunden. Allen ist klar: Einer von ihnen könnte ein Mörder sein. Zusammen mit dem jungen Steward James beginnt Millie zu ermitteln...

Alexandra Fischer-Hunold ist für mich schon längst ein Garant für stimmungsvolle Wohlfühlkrimis. Nachdem sie mich zuletzt mit „Ein Mörder auf der Gästeliste“ begeistern konnte, war ihr neuer weihnachtlicher Cozy Crime natürlich ein absolutes Muss für mich. Schon das liebevoll gestaltete Cover ließ mein Herz sofort höher schlagen und die Anlehnung an Agatha Christies „Mord im Orient Express“ verstärkte meine Vorfreude nur noch. Die Werke aus der Feder der Queen of Crime lese ich immer wahnsinnig gerne. Ihr auch? Dann solltet ihr an diesem Buch auf keinen Fall vorbeigehen!

Alexandra Fischer-Hunold weiß einfach, wie man gute klassische Whodunits für die dunkle Jahreszeit schreibt. Ihr Schreibstil ist gewohnt humorvoll und mitreißend und so bildhaft und atmosphärisch, dass man direkt das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Man kann die vorbeiziehende verschneite Winterlandschaft förmlich vor sich sehen, hört das Rattern der Schienen und spürt die besondere Weihnachtsstimmung. Mit dem „Golden Highlander“ hat die deutsche Autorin den idealen Schauplatz für einen cozy Winter-Krimischmöker geschaffen. Herrlich britisch und nostalgisch, zugleich aber auch erfrischend modern. Man würde am liebsten sofort seine Koffer packen und mitreisen – na ja, zumindest anfangs. Als der Mord geschieht, ist man als Leserin vielleicht doch ganz froh darüber, dass man das Ganze nur als Zuschauer mitverfolgt. ;)

Mir persönlich hat sich die Spannung ein bisschen zu langsam aufgebaut und unsere 16-jährige Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin Millie war mir bisweilen etwas zu kindlich-naiv. Abgesehen davon habe ich aber überhaupt nichts an dem Buch auszusetzen. Nachdem die Handlung so richtig Fahrt aufnimmt, punktet sie mit einigen unerwarteten Wendungen und vermag auch eingefleischte Krimileser
innen aufs Glatteis zu führen. Im klassischen Agatha-Christie-Stil kommt nahezu jeder Mitreisende als Täter infrage, es gibt zahlreiche Motive und falsche Fährten und aufregende Ermittlungsarbeiten, die zum Miträtseln einladen. Es macht einfach großen Spaß, Millie und James (alias Sherlock Holmes und Watson) zu begleiten. Die beiden sind ein tolles Team, vor allem die neugierige Millie erweist sich als geborene Hobbydetektivin, obwohl sie mit Krimis eigentlich so gar nicht am Hut hat. Wie man es von der Autorin kennt, hat sie mal wieder lauter originelle und charmante Figuren ins Leben gerufen, die mit ihren teils etwas schrägen Eigenheiten für gute Unterhaltung sorgen. Auch eine Prise Romantik hat es auf die Zutatenliste geschafft und fügt sich stimmig ins Geschehen ein.
Das Ende ist überraschend, aber durchaus passend und nachvollziehbar und lässt einen das Buch mit einem zufriedenen Gefühl zuklappen.

Fazit: „Nächster Halt Mord – Ein Weihnachtskrimi“ ein spannender und unterhaltsamer, zeitgenössischer Weihnachtskrimi vor nostalgischer Kulisse, der nicht nur junge Leser*innen ab 14 Jahren in den Bann zieht. Wunderbar gemütlicher Krimigenuss in bester Agatha-Christie-Manier – perfekt für die Advents- und Winterzeit. Alexandra Fischer-Hunold hat es mal wieder geschafft mich zu begeistern! Ich kann ihren neuen Cozy Crime nur empfehlen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2025

Ein schaurig-schönes Weihnachtsabenteuer mit den Gespensterjägern!

Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk (Band 5) - Mit 8 illustrierten Farbseiten
0

Die schönste Zeit des Jahres ist da, was für Tom Tomksy jedoch kein Grund zur Freude ist. Während seine Eltern und seine ältere Schwester schon im September nur noch an Weihnachten denken können, macht ...

Die schönste Zeit des Jahres ist da, was für Tom Tomksy jedoch kein Grund zur Freude ist. Während seine Eltern und seine ältere Schwester schon im September nur noch an Weihnachten denken können, macht Tom dem Grinch mächtig Konkurrenz. Er kann Weihnachten überhaupt nicht leiden und als wäre es nicht schon schlimm genug, dass er auch dieses Jahr mit seiner weihnachtsverrückten Familie feiern muss, entpuppt sich ihr Tannenbaum an Heiligabend als ein WBS (Weihnachtsbaum-Spuk). Ehe es sich Tom versieht, hat diese grässliche Spukerscheinung seine Familie geschrumpft und in Weihnachtsbaumschmuck verwandelt. Entsetzt rettet er sich zu seinen Gespensterjägerkollegen Hedwig Kümmelsaft und Gespenst Hugo MUG. Zu dritt setzen sie alles daran, Toms Familie und das Weihnachtsfest zu retten. Kein leichtes Unterfangen, wie sich schnell herausstellt…

Was war meine Freude groß als ich hörte, dass es ein weiteres Abenteuer mit den Gespensterjägern geben wird! Die Kult-Reihe rund um Kümmelsaft & Co. begleitet mich seit meiner Kindheit, sowohl die Bücher als auch die Hörbücher habe ich damals absolut geliebt. Meine Erwartungen an den fünften Band waren dementsprechend natürlich recht hoch. Der Einstieg fiel mir allerdings nicht ganz so leicht wie erhofft. Vielleicht ist es der relativ langen Zeitspanne geschuldet, immerhin ist es nun schon gute 20 Jahre her, dass ich die Reihe gelesen bzw. gehört habe (wo ist nur die Zeit geblieben?!). Darüber hinaus muss ich sagen, dass mir ein bisschen dieser besondere Zauber gefehlt hat, den die vorherigen Bände für mich hatten. Auch da kann es jedoch an der Zeit liegen, als Kind nimmt man einfach vieles anders wahr als im Erwachsenenalter. Nichtsdestotrotz bin ich richtig froh, dass Cornelia Funke nach so vielen Jahren eine neue Gespensterjäger-Geschichte geschrieben hat. Und dass diese an Weihnachten spielt, hat meine Begeisterung nur noch gesteigert.

Cornelia Funke hat es auf jeden Fall geschafft, an die Vorgänger anzuknüpfen. Gekonnt vereint sie Spannung mit Humor, Grusel mit Weihnachten. Sprachlich überzeugt wie gewohnt auf ganzer Linie; die Charaktere sind so einzigartig und charmant wie man sie kennt. Es ist einfach wieder ein großer Spaß, Tom, Hedwig und Hugo zu begleiten und mit ihnen mitzufiebern. Die Drei sind ein tolles Team, völlig verschieden, aber zusammen unschlagbar. Ob Tom und Hedwig, deren Beziehung fast schon etwas Großmütterliches an sich hat oder Gespenst Hugo mit seinem ulkigen Sprachfehler – man muss sie einfach alle lieben. Langweilig wird es mal wieder zu keiner Zeit. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende fesselnd, herrlich schräg und voller Nervenkitzel und obendrein auch noch weihnachtlich. Auch in den Genuss von lauter kreativen Abkürzungen kommt man hier wieder, welche im Anschluss auf zwei Seiten nochmal aufgelistet werden.
Wie die neue Mission unseres Trios ausgehen wird, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten, aber eins kann ich euch versprechen: Nach dieser Lektüre sieht man Tannenbäume mit anderen Augen.

Illustriert wurde das Buch von Franzsika Blinde. Ihre wohlig-gruseligen schwarz-weiß Zeichnungen erwecken den Spuk zum Leben und passen einfach perfekt zu dieser Reihe. Ein besonderes Highlight sind die farbigen Illustrationen hinten im Buch, die die wichtigsten Ereignisse der Geschichte noch einmal wunderbar auf den Punkt bringen.

Fazit: Nach langer Pause geht es mit Cornelia Funkes Gespensterjägern in die fünfte Runde und das Warten hat sich gelohnt! „Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk“ ist ein schaurig-schönes Weihnachtsabenteuer voller geistreicher Ideen und liebenswerter Charaktere. Ein spannender und unterhaltsamer Lesespaß für alle ab 8 Jahren. Auch wenn dieser Band für mich nicht an die vorherigen Bände heranreicht, habe ich es absolut genossen, mich nach so langer Zeit mit Kümmelsaft & Co. ins Abenteuer zu stürzen. Von mir gibt es sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2025

Nichts für schwache Nerven!

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
0

Die 12-jährige Heidi lebt mit ihrem Vater und ihrer schwangeren Stiefmutter auf der schwedischen Halbinsel Hovenäset, einem kleinen, beschaulichen Küstenstädtchen. Als sie nach ihrem zweiwöchigen Urlaub ...

Die 12-jährige Heidi lebt mit ihrem Vater und ihrer schwangeren Stiefmutter auf der schwedischen Halbinsel Hovenäset, einem kleinen, beschaulichen Küstenstädtchen. Als sie nach ihrem zweiwöchigen Urlaub auf der Insel Gotland nach Hause zurückkehren, erwartet Heidi eine böse Überraschung: Der Schreiner, der ihr Zimmer renovieren sollte, ist nicht rechtzeitig geworden und wird erst in vier Wochen wiederkommen. Bis dahin muss sie ohne Wand schlafen. Na super. Als wäre es nicht schon genug, dass sich ihre Mutter gar nicht mehr bei ihr meldet. Doch es soll noch schlimmer kommen. Auf einmal folgt einem rätselhaften Ereignis dem nächsten. Erst findet sie unter dem Fußboden einen alten Kinderschuh, nachts hört sie unheimliche Geräusche (als würde jemand in ihrem Zimmer umherschleichen) und ihre Oma, die immer dementer wird, scheint riesige Angst vor etwas zu haben. Warum fürchtet sie sich so sehr vor dem neuen Riesenrad in ihrem Ort? Kann man ihre Warnungen ernst nehmen? Bill, der Besitzer des Riesenrads, der in ihr Gästezimmer gezogen ist, scheint jedoch ziemlich nett und keineswegs gefährlich zu sein. Oder? Mit der Zeit spürt Heidi, dass mit Bill etwas nicht stimmt. Gemeinsam mit ihren Freunden Alva und Harry beginnt sie dem Ganzen auf den Grund zu gehen und stößt dabei auf ein dunkles Kapitel in der Geschichte ihres Hauses...

Nachdem mich Kristina Ohlsson vor einigen Jahren bereits mit ihrer Glaskinder-Reihe begeistern konnte, war ich sehr gespannt auf den ersten Band ihrer neuen Jugendthriller-Reihe (übersetzt von Susanne Dahmann). Schon das geheimnisvolle Cover, das uns der Tobias Goldschalt gezaubert hat, verspricht Gruselspannung vom Feinsten und genau das bekommt man hier auch.

Kristina Ohlsson versteht es zweifellos, einen direkt in den Bann zu ziehen und bis zum Schluss an die Seiten zu fesseln. Schauplatz ist der kleine schwedische Küstenort Hovenäset, in welchem auch viele ihrer erfolgreichen Erwachsenenkrimis spielen. Vor dieser idyllischen Kulisse erzählt die schwedische Bestsellerautorin eine wahre Schauerstory mit mystischem Touch. Von Beginn an herrscht eine unheimliche, fast schon beklemmende Atmosphäre. Rätselhafte Geräusche, seltsame Entdeckungen und Ereignisse, Gewitter, Stürme, die merkwürdigen Ängste der Großmutter – die Spannung ist sofort da, baut sich immer weiter auf, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Dazu tragen auch der angenehme Lesefluss sowie die sehr kurzen Kapitel bei, die mit raffinierten Cliffhangern enden. Wer sich beim Lesen gerne gruselt, ist hier definitiv genau richtig. Mich persönlich hat die Stimmung sehr an die Gänsehaut-Serie von R. L. Stine erinnert. Allerdings liegt das Horror-Level hier noch einmal ein wenig höher. Die Handlung ist stellenweise nicht ohne. Die Altersempfehlung mit ab 11 Jahren ist durchaus passend, allerdings sollten Zartbesaitete vielleicht besser die Finger von diesem Buch lassen.

Neben jeder Menge Nervenkitzel kann die Geschichte auch mit einigen ernsten Themen aufwarten wie Scheidung, Vernachlässigung und Demenz. Die Autorin hat dies stimmig in die Handlung eingebaut und auch die Charaktere sind ihr mal wieder sehr gut gelungen. Vor allem Hauptprotagonistin Heidi und ihre zwei besten Freund*innen Alva und Harry sind ein tolles Team, die man gerne auf ihrer Spurensuche begleitet. Die Auflösung am Schluss kommt etwas offen und übernatürlich daher und die letzten Sätzen lassen einen mit einem unheilvollen Gefühl zurück. Ich persönlich hätte ein etwas runderes Ende passender für ein Buch dieser Altersklasse gefunden, aber abgesehen davon bin ich begeistert und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, in welcher Alva die Hauptfigur sein wird.

Fazit: „Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad“ ist ein fesselnder skandinavischer Mystery-Thriller ab 11 Jahren, bei dem Gänsehaut garantiert ist und auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen. Ein gelungener Reihenauftakt und die perfekte Lektüre für die dunkle Jahreszeit. Spannend, schaurig, atmosphärisch und nichts für schwache Nerven. Mir hat dieses Buch großen Spaß gemacht, ich kann es nur empfehlen! Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere