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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2025

Das Hier und Jetzt zählt

Jetzt gerade ist alles gut
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Der Ich-Erzähler hat gerade eine schlimme Sepsis überstanden und ist dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Nach diesem eindringlichen Erlebnis ändert sich seine Sicht der Dinge, die Wahrnehmung ...

Der Ich-Erzähler hat gerade eine schlimme Sepsis überstanden und ist dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Nach diesem eindringlichen Erlebnis ändert sich seine Sicht der Dinge, die Wahrnehmung seiner Familie, von Freunden und der Umwelt wird eine ganz andere, bisherige Nichtigkeiten werden plötzlich wichtig.
Der Autor hat uns hier ein ganz wunderbar leises, aber doch so aussagekräftiges Buch präsentiert. Was ist wichtig im Leben, welchen Wert haben Freundschaften oder auch die ganz kleinen einfachen Dinge im Leben? Die kurzen Episoden lesen sich mit einer Leichtigkeit und lassen einen doch etwas nachdenklich zurück, ohne jedoch den mahnenden Finger zu heben.
Der einfühlsame Sprachstil hat mich dabei sofort gefangen genommen.
Dieses Buch war leider viel zu schnell beendet, ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen, jeder sollte daraus seine eigene Botschaft für sich mitnehmen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Eine starke Frau

Ein gutes Ende
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Das Buch ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler, die Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Geschwistern bei der alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ...

Das Buch ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler, die Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Geschwistern bei der alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Schon früh hat Hedwig versucht, durch verschiedene Jobs irgendwann ein besseres Leben führen zu können mit einer Arbeit, die einem bestenfalls Freude bringt und den täglichen Broterwerb sichert. Durch kleine, selbsterdachte Geschichten hat sie dabei schon früh die Grundlage zu ihrem späteren Erfolg gelegt, wurde dabei aber oft von ihren Mitmenschen belächelt und nicht zuletzt von ihrem Ehemann daran gehindert, durch den Verkauf ihrer Geschichten zum Familieneinkommen beizutragen. Eine Ehefrau gehört schließlich ins Haus und zu den Kindern.
Mit leichtem Schreibstil wurden uns hier Hedwigs Anfangsjahre als Mädchen und Jugendliche bis zu ihren allerersten kleinen Erfolgen dargelegt. Ein sehr steiniger Weg, der aber immer von Hedwigs geschickter Vorgehensweise und ihrer Gradlinigkeit geprägt war. Wieder einmal musste man erfahren, dass die sogenannte Emanzipation der Frau seinerzeit noch weniger als nur in den Kinderschuhen steckte. Es bedurfte aber solcher zielstrebiger Frauen wie Hedwig, die als Vorkämpferin der heutigen Frauengenaration so einiges bewirkt hat.
Ich habe hier eine tolle Geschichte mit sicherlich einigen fiktionalen Elementen lesen dürfen, die mich von Beginn an in ihren Bann gezogen hat. Ein kleines Nachwort über das weitere Leben und die Erfolge Hedwigs wäre dabei noch eine schöne Zugabe gewesen.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Hochzeit an der Ostsee

Weihnachtszauber in Warnemünde
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Wieder einmal kehren wir zu den Feiertagen zurück an die Ostsee nach Warnemünde in die Pension Meerblick. Vor einem Jahr hat Sven-Ole, der Inhaber der kleinen Pension, seiner Susanne bereits einen Antrag ...

Wieder einmal kehren wir zu den Feiertagen zurück an die Ostsee nach Warnemünde in die Pension Meerblick. Vor einem Jahr hat Sven-Ole, der Inhaber der kleinen Pension, seiner Susanne bereits einen Antrag gemacht, ein Termin zur Hochzeit steht jedoch immer noch aus. Kurzentschlossen nimmt jetzt Susanne das Heft in die Hand, als sie sich in Begleitung ihrer Freundin in einem Brautmodengeschäft in ein Kleid verliebt und dieses spontan kauft. Wird sich ihr Verlobter jetzt endlich zu einem Termin im Standesamt aufraffen können?

Die Geschichten rund um die Pension Meerblick sind immer wie ein "Nach-Hause-Kommen", sie können aber dennoch unabhängig voneinander gelesen werden. Familiäre und freundschaftliche Zusammenhänge ergeben sich aus der Geschichte. Neben altbekannten und liebgewonnenen Gästen der vergangenen Jahre lernen wir auch wieder neue Figuren kennen, die den Pensionsalltag beleben und manchmal auch richtig aufmischen.

Ganz wunderbar ist es der Autorin auch wieder gelungen, die winterlich-weihnachtliche Stimmung an der Ostsee einzufangen, so dass bei mir direkt wieder ein tolles Urlaubsfeeling aufkam. Man fühlt sich beim Lesen einfach mittendrin im Geschehen. Für mich gibt es mit Warnemünde wieder einmal ein Wunschziel für den Urlaub, welches auf meiner Liste ganz nach oben gerutscht ist. Daher von mir eine klare Leseempfehlung für ein tolles unterhaltsames Buch und verdiente 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Frauen an die Macht!

Die Frau der Stunde
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Wir befinden uns Ende der 70er Jahre im politischen Bonn, der damaligen Bundeshauptstadt. Der amtierende liberale deutsche Außenminister stolpert über eine Frauengeschichte und muss schweren Herzens zum ...

Wir befinden uns Ende der 70er Jahre im politischen Bonn, der damaligen Bundeshauptstadt. Der amtierende liberale deutsche Außenminister stolpert über eine Frauengeschichte und muss schweren Herzens zum Wohle der Koalition zurücktreten. Als vermeintlich geschickter Schachzug wird die ambitionierte Außenpolitikerin Catharina Cornelius als erste deutsche Frau mit dem Ministerposten betraut. Manchen männlichen Politikern gefällt nun so gar nicht, dass Catharina ihre Sache mehr als gut macht und frischen Wind in das Amt bringt.

Was für eine großartige Geschichte! Die Autorin verwebt hier geschickt Realität und Fiktion in einer seinerzeit sehr männerdominierten politischen Welt. Als Leser macht man sich wiederholt Gedanken, welche realen Politiker sich hinter den Figuren verbergen. Tatsächliche eingeflochtene weltpolitische Geschehnisse lassen die Geschichte mehr als lebendig erscheinen. Mit viel versteckter Ironie und einer großen Prise Wahrheit erleben wir hier ein Jahrzehnt, in dem sich die politisch aktiven Frauen (leider) erst noch beweisen mussten, oft mit mehr Leistung als ihre männlichen Gegenüber, aber auch mit einem gewissen Grad an Rafinesse.

Eine sehr gelungener Roman, bei demir auch einige der weiblichen Nebenfiguren sehr ans Herz gewachsen sind!

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Liebe, die Jahre überdauert

Zwei Leben: Das Versprechen
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Nachdem Juna durch ein burn-out beruflich lahmgelegt ist, engagiert sie sich ehrenamtlich als Alltagsbegleiterin. Hier trifft sie den über 90jährigen etwas verschroben wirkenden Vincent, der sich ihr nach ...

Nachdem Juna durch ein burn-out beruflich lahmgelegt ist, engagiert sie sich ehrenamtlich als Alltagsbegleiterin. Hier trifft sie den über 90jährigen etwas verschroben wirkenden Vincent, der sich ihr nach anfänglichen Schwierikeiten öffnet. Juna hört die Geschichte eines alten Mannes, der als Diamantschleifer in Antwerpen seiner großen Liebe begegnet ist und diese zeitlebens nicht vergessen konnte.

Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt: In der Gegenwartsebene mit dem alten Vincent und Juna, in der Vergangenheit lernen wir die junge Jüdin Esther im zweiten Weltkieg kennen, die Schlimmes erleben musste, aber auch auf Menschen traf, die nur die junge Frau in ihr sahen und ihr helfen wollten.

Dies ist das zweite Buch der Autorin unter dem Obertitel "Zwei Leben", die Figuren beider Geschichten haben aber tatsächllich nichts miteinander zu tun, beide Romane können daher unabhängig voneinander gelesen werden.

Wiederum gelingt es Astrid Korten, den Leser mit einem spannenden Plot und einer Reise in die Vergangenheit des 2. Weltkriegs zu faszinieren. Unmenschliches aber auch Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft liegen hier nah beieinander und haben mich so tief in die Erzählung hineingezogen, dass ich den Roman fast in einem Rutsch gelesen habe. Tastächlich diente hier die eigene Familiengeschichte der Autorin als Vorlage, eine großartige Leistung, dies in der Geschichte so authentisch herüberzubringen!

Ich mag den fesselnden Schreibstil der Autorin sehr, so dass ich auch dies Buch wieder uneingeschränkt empfehlen kann!

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