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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2025

Verbunden fürs Leben

Lebensbande
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Das Buch umfasst eine Zeitspanne vom zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall, in der wir die Geschichte der drei Frauen Lotte, Lene und Nora erfahren und die uns vom Niederrhein bis in die damalige Sowjetunion ...

Das Buch umfasst eine Zeitspanne vom zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall, in der wir die Geschichte der drei Frauen Lotte, Lene und Nora erfahren und die uns vom Niederrhein bis in die damalige Sowjetunion führt, sowie nach dem Mauerfall nach Kühlungsborn an der Ostsee. Erst nach und nach erfahren wir, zum Teil in Rückblenden, wie die Geschichten der Frauen zusammenhängen, schreibtechnisch für mich sehr gut gelöst.
Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und hat mich direkt in seinen Bann gezogen, zumal die Geschichte zu großen Teilen in meiner Heimat spielt und ich natürlich einige beschriebene Örtlichkeiten direkt wiedererkannt habe. Die Autorin hat einen sehr fesselnden und mitreissenden Schreibstil, die Zerrissenheit der Figuren, aber auch ein tiefes Band von Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt wurde hier sehr gut transportiert. Einige Abläufe im "kleinen Grenzverkehr" kannte ich bereits aus Beschreibungen meiner Eltern, dennoch habe ich hier auch wieder Einiges an Neuem aus der Historie erfahren. Gerne habe ich dieses so interessante Buch gelesen und spreche daher meine volle Leseempfehlung aus!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Düstere Familiengeheimnisse

Das Forsthaus
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Die Journalistin Katharina und ihr Mann, der Architekt Philip, ziehen aus Berlin in den beschaulichen Westerwald, um dort zur Ruhe zu kommen, Katharina erholt sich gerade nur langsam von einer Fehlgeburt. ...

Die Journalistin Katharina und ihr Mann, der Architekt Philip, ziehen aus Berlin in den beschaulichen Westerwald, um dort zur Ruhe zu kommen, Katharina erholt sich gerade nur langsam von einer Fehlgeburt. Ohne Absprache mit seiner Frau hat Philip dort gerade das alte heruntergekommene Forsthaus als neuen Familiensitz erworben. Schnell stellt sich heraus, dass dort vor Jahren ein grausamer Mord geschehen ist. Wie hängen die seinerzeit ebenfalls tragischen Geschehnisse um den sogenannten "Engelmacher" damit zusammen, der sich an kleinen Mädchen vergriffen und sie umgebracht hat? Und was zeiht Philip ausgerechnet in diese einsame Gegend?

Dieser Thriller hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen mit seinem absolut fesselnden Schreibstil, der schnell so eine Sogwirkung für mich entwickelt hat, dass ich das Buch kaum beiseite legen konnte. Von Beginn an transportiert die Geschichte eine sehr düstere, fast gruselige Atmosphäre, der man sich nur schwerlich entziehen kann. In wechselnden Zeitebenen, die in den 50er/60er Jahren einerseits und im Jahr 2011 andererseits spielen, wird man allmählich an die Hintergründe der damaligen Tat herangeführt. Dabei habe ich als Leser zwischen Ratlosigkeit und doch auch wieder einigen Verdachtsmomenten geschwankt, um am Ende doch wieder überrascht zu werden. Von dieser Qualität sind Thriller, die ich liebend gerne lese, eine absolute Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Zwischen Pflicht und Liebe

Lübecks Töchter. Der Traum von Bildung und Freiheit
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Zeitlich befinden wir uns im Lübeck der 1870er Jahre. Amelie, eine junge Lehrerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um dort gemeinsam mit ihren Schwestern an deren privatem Pensionat nicht nur Mädchen ...

Zeitlich befinden wir uns im Lübeck der 1870er Jahre. Amelie, eine junge Lehrerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um dort gemeinsam mit ihren Schwestern an deren privatem Pensionat nicht nur Mädchen zu unterrichten, sonder auch ein Lehrerinnenseminar zu gründen. Dieses Ansinnen wird von gewissen Herren der Schulbehörde eher belächelt, es scheint ein steiniger Weg bis zum Ziel zu werden. Die Tatsache, dass Amelie ihren Jugendfreund Richard wiedertrifft, zu dem die Gefühle neu entflammt, macht die Angelegenheit nicht gerade einfacher.

Die Autorin Anna Husen hat uns hier wieder eine wunderbare Geschichte mit einem tatsächlichen historischen Hintergrund präsentiert. Lübeck als Kulisse dieses Romans hat mich genauso begeistert, wie die so schön beschriebenen Beziehungen der Lehrerinnen zu ihren Schülerinnen als auch der Mädchen untereinander. Die jungen berufstätigen Damen hatten es damals wahrlich nicht leicht, wurde von ihnen doch erwartet, dass sie sich eher auf Ehe, Kinder und Haushalt vorbereiten. Das seinerzeit herrschende sogenannte Lehrerinnenzölibat macht hier die so schöne Liebesgeschichte zwischen Amelie und Richard noch mal um so einiges schwieriger. Gerade die junge Lehrerin ist zerrissen zwischen Beruf und persönlichem Glück.

Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen, ein bereits geplanter Nachfolgeband lässt hoffentlich nicht zu lange auf sich warten!

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Das Hier und Jetzt zählt

Jetzt gerade ist alles gut
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Der Ich-Erzähler hat gerade eine schlimme Sepsis überstanden und ist dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Nach diesem eindringlichen Erlebnis ändert sich seine Sicht der Dinge, die Wahrnehmung ...

Der Ich-Erzähler hat gerade eine schlimme Sepsis überstanden und ist dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Nach diesem eindringlichen Erlebnis ändert sich seine Sicht der Dinge, die Wahrnehmung seiner Familie, von Freunden und der Umwelt wird eine ganz andere, bisherige Nichtigkeiten werden plötzlich wichtig.
Der Autor hat uns hier ein ganz wunderbar leises, aber doch so aussagekräftiges Buch präsentiert. Was ist wichtig im Leben, welchen Wert haben Freundschaften oder auch die ganz kleinen einfachen Dinge im Leben? Die kurzen Episoden lesen sich mit einer Leichtigkeit und lassen einen doch etwas nachdenklich zurück, ohne jedoch den mahnenden Finger zu heben.
Der einfühlsame Sprachstil hat mich dabei sofort gefangen genommen.
Dieses Buch war leider viel zu schnell beendet, ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen, jeder sollte daraus seine eigene Botschaft für sich mitnehmen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Eine starke Frau

Ein gutes Ende
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Das Buch ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler, die Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Geschwistern bei der alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ...

Das Buch ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler, die Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Geschwistern bei der alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Schon früh hat Hedwig versucht, durch verschiedene Jobs irgendwann ein besseres Leben führen zu können mit einer Arbeit, die einem bestenfalls Freude bringt und den täglichen Broterwerb sichert. Durch kleine, selbsterdachte Geschichten hat sie dabei schon früh die Grundlage zu ihrem späteren Erfolg gelegt, wurde dabei aber oft von ihren Mitmenschen belächelt und nicht zuletzt von ihrem Ehemann daran gehindert, durch den Verkauf ihrer Geschichten zum Familieneinkommen beizutragen. Eine Ehefrau gehört schließlich ins Haus und zu den Kindern.
Mit leichtem Schreibstil wurden uns hier Hedwigs Anfangsjahre als Mädchen und Jugendliche bis zu ihren allerersten kleinen Erfolgen dargelegt. Ein sehr steiniger Weg, der aber immer von Hedwigs geschickter Vorgehensweise und ihrer Gradlinigkeit geprägt war. Wieder einmal musste man erfahren, dass die sogenannte Emanzipation der Frau seinerzeit noch weniger als nur in den Kinderschuhen steckte. Es bedurfte aber solcher zielstrebiger Frauen wie Hedwig, die als Vorkämpferin der heutigen Frauengenaration so einiges bewirkt hat.
Ich habe hier eine tolle Geschichte mit sicherlich einigen fiktionalen Elementen lesen dürfen, die mich von Beginn an in ihren Bann gezogen hat. Ein kleines Nachwort über das weitere Leben und die Erfolge Hedwigs wäre dabei noch eine schöne Zugabe gewesen.

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