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Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein Debütroman, der ins Herz trifft, unvergessliche Charaktere schenkt

Was du siehst
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Darum geht es:
1967, Ost-Berlin: Ruths große Liebe Tom verschwindet spurlos, und sie glaubt, dass er nach West-Berlin geflohen ist. Kurz darauf entdeckt sie, dass sie schwanger ist.
Mutig verlässt sie ...

Darum geht es:
1967, Ost-Berlin: Ruths große Liebe Tom verschwindet spurlos, und sie glaubt, dass er nach West-Berlin geflohen ist. Kurz darauf entdeckt sie, dass sie schwanger ist.
Mutig verlässt sie Ost-Berlin und findet in einem kleinen Dorf in Mecklenburg bei ihrem Onkel ein neues Zuhause. Dort fühlt sie sich schnell geborgen und angekommen und findet in Hannah eine enge Freundin. Ihre Kinder, Jule und Andi, wachsen Seite an Seite auf, werden unzertrennlich und entdecken schließlich die Liebe zueinander. Alles scheint perfekt, bis ein lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt. Nach dem Mauerfall zieht es Jule hinaus in die weite Welt, während Andi geduldig auf seine Jule wartet.

Mein Leseeindruck:
Der Einstieg in das Buch ist mir zunächst etwas schwergefallen. Warum genau, kann ich gar nicht sagen. Doch kaum hatte ich mich darauf eingelassen, war ich vollkommen gefesselt. Laura Maaß kreiert ihre Figuren auf unglaublich bunte und vielschichtige Weise. Nicht nur Jule und Andi sind mir sofort ans Herz gewachsen, auch Oma Frieda, Arthur und die anderen Dorfbewohner sind so lebendig und einzigartig gezeichnet. Jeder Charakter ist auf seine eigene Art greifbar und doch voller Geheimnisse. Besonders fasziniert hat mich, wie authentisch die Autorin das Leben in einem kleinen Dorf in der DDR beschreibt, mit allen Einschränkungen, kleinen Freuden und dem Gemeinschaftsgefühl. Ebenso überzeugend ist die Darstellung der Veränderung nach dem Mauerfall, die die Geschichte auf besondere Weise abrundet und die Figuren noch greifbarer macht. Mit leisen Tönen erzählt Laura Maaß diese bewegende Geschichte, aber wer aufmerksam liest, erkennt die große Tiefe und Wärme, die hinter jedem Kapitel steckt. Am Ende habe ich wirklich Tränen vergossen, so sehr hat mich das Schicksal der Figuren berührt. Mit einem tiefen Seufzer, aber einem Gefühl von Zufriedenheit habe ich das Buch beendet.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein Debütroman, der ins Herz trifft, unvergessliche Charaktere schenkt und noch lange nachklingt. Absolute Leseempfehlung ❤️

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Wohlfühlroman vom Allerfeinsten!

Der Klang von Wind und Wellen
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Darum geht es:
Nach dem Tod ihres Großvaters fühlt sich die 38-jährige Buchhändlerin Julia etwas orientierungslos. Beim Durchsehen seines Nachlasses entdeckt sie ein altes Foto und ein geheimnisvolles ...

Darum geht es:
Nach dem Tod ihres Großvaters fühlt sich die 38-jährige Buchhändlerin Julia etwas orientierungslos. Beim Durchsehen seines Nachlasses entdeckt sie ein altes Foto und ein geheimnisvolles Schriftstück, die sie auf die Nordseeinsel Amrum führen, den Ort ihrer Kindheitssommer. Dort sucht Julia zwischen Wind, Meer und Erinnerungen nach Antworten auf die Fragen ihres Lebens und nach dem, was sie wirklich möchte.
Mein Leseeindruck:
Ein richtiger Wohlfühlroman: warmherzig, berührend und einfach zum Eintauchen. Julia ist eine unglaublich sympathische und bodenständige Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Ich habe sie so gerne auf ihrer Reise nach Amrum begleitet, auf der Suche nach sich selbst, nach Antworten und einem neuen Stück Lebensglück. Amrum wird in diesem Buch zu weit mehr als nur einer Kulisse. Die Insel lebt und atmet auf jeder Seite. Man spürt den Wind und hört das Rauschen der Wellen. Anne Barns gelingt es wunderbar, diese besondere Atmosphäre einzufangen, mit ganz viel Gefühl, einem lebendigen Schreibstil und feinem Gespür für Sprache. Besonders schön fand ich auch, dass sie Dialekte und kleine Eigenheiten der Inselbewohner einfließen lässt. Neben der herrlich gemütlichen Inselstimmung steckt aber auch Tiefe in diesem Roman. Es geht um Verlust, um Familiengeheimnisse, um das Loslassen und darum, wieder zu sich selbst zu finden. Julia entdeckt nicht nur die Spuren ihrer Vergangenheit, sondern auch neue Wege in die Zukunft - und das alles, begleitet vom Duft von Nougat und gerösteten Haselnüssen. Ich bin nach wenigen Seiten völlig abgetaucht und habe das Buch kaum mehr aus der Hand gelegt. Erst beim Schließen des Buchdeckels bin ich wieder aufgetaucht, mit einem Lächeln im Gesicht und ganz viel Wärme im Herzen.
Fazit:
4,5/5 Sterne! Ein wunderbares Buch für alle, die Geschichten lieben, die ans Meer führen, das Herz berühren und ein bisschen nach zuhause schmecken. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Eine komisch-scharfsinnige Geschichte über Familie, Alter und Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter.

Evil Grandma
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Darum geht es:

Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, gerät ihr gewohntes Leben aus der Balance. Statt Freude empfindet sie Beklemmung. Die Aussicht, erneut in eine fürsorgliche Rolle zu schlüpfen, ...

Darum geht es:

Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, gerät ihr gewohntes Leben aus der Balance. Statt Freude empfindet sie Beklemmung. Die Aussicht, erneut in eine fürsorgliche Rolle zu schlüpfen, widerspricht ihrem Wunsch nach Ruhe und Selbstbestimmung. Ihr Ruhestand, auf den sie sich gefreut hat, droht, von Erwartungen überschattet zu werden, denen sie sich nicht mehr fügen will. Als ihr Sohn Thomas und seine schwangere Freundin Alma nach einem Wasserschaden bei ihr einziehen, verdichten sich die Spannungen. Während die beiden in ihrer digitalen Welt versinken, übernimmt Mona widerwillig die Verantwortung für das gemeinsame Zusammenleben. Ein Wochenende mit ihrer Freundin Annemor wird zum Wendepunkt. Aus einer spontanen Idee entsteht der Instagram-Account Evilgrandma65, der mehr verändert, als Mona zunächst ahnt.

Mein Leseeindruck:

Mona ist 65, geschieden und steht kurz vor dem Ruhestand. Doch anstatt in Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt zu versinken, muss sie sich mit den Erwartungen ihrer Familie und den eigenen Grenzen auseinandersetzen. Auf humorvolle und ironische Weise erzählt die Autorin von den kleinen und großen Herausforderungen des Älterwerdens und vom Wunsch nach Selbstbestimmung in einer Welt, die ständig online ist. Ich habe den Roman mit großer Freude gelesen und mich an vielen Stellen köstlich amüsiert. Die Figuren, allen voran Mona, sind mit großer Sorgfalt und feinem Gespür für Zwischentöne gestaltet. Ihre Mischung aus Trotz, Verletzlichkeit und Witz macht sie zu einer wunderbar lebendigen Hauptfigur, in der man sich mühelos wiederfinden kann. Der Roman vereint Leichtigkeit und Tiefgang, Witz und Nachdenklichkeit. Er bietet bissige, zugleich warmherzige Unterhaltung.

Fazit:

4,5/5 Sterne! Eine komisch-scharfsinnige Geschichte über Familie, Alter und Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter. Ich kann den Roman sehr empfehlen!

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Ein bewegender Roman über Schuld, Liebe und die Macht des Schweigens. Eindringlich erzählt, atmosphärisch dicht und bis zum Schluss spannend.

Der Sommer am Ende der Welt
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Darum geht es:

Gemeinsam mit ihrer Tochter reist die Journalistin Hanna nach Borkum. Dort möchte sie einen Artikel über die erschütternden Erfahrungen ehemaliger Verschickungskinder schreiben. Kinder, ...

Darum geht es:

Gemeinsam mit ihrer Tochter reist die Journalistin Hanna nach Borkum. Dort möchte sie einen Artikel über die erschütternden Erfahrungen ehemaliger Verschickungskinder schreiben. Kinder, die in den 1960er Jahren auf der Insel in Kurheimen Leid und Missbrauch erfahren mussten. Für Hanna ist diese Reise jedoch mehr als eine berufliche Recherche. Ihre Mutter war einst eines dieser Kinder. In den Gesprächen mit Zeitzeuginnen kommen verdrängte Erinnerungen ans Licht, und allmählich zeigt sich das Ausmaß des Geschehenen. Als Hanna das Tagebuch einer ehemaligen Betreuerin erhält, führen neue Hinweise zu einem möglichen Verbrechen. Doch ihre Suche nach der Wahrheit wird kompliziert, als sie sich in den Inselarzt Ole verliebt, ausgerechnet in den Mann, dessen Familie mit der Vergangenheit des Heims verbunden scheint.

Mein Leseeindruck:

Mit „Der Sommer am Ende der Welt“ legt die Autorin Eva Völler erneut einen Roman vor, der mich von der ersten Seite an gepackt hat. Ich habe schon mehrere ihrer Bücher gelesen, und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte spielt auf Borkum und vereint mehrere Ebenen. Die Ära der Verschickungskinder in den 1960er Jahren, ein verborgenes Familiengeheimnis und eine berührende Liebesgeschichte. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, atmosphärisch und ohne überflüssige Längen. Besonders gut gefallen haben mir die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen, die für Spannung sorgen und das Thema auf eindrucksvolle Weise vertiefen. Trotz der oft schweren Thematik bleibt die Geschichte fesselnd und lässt sich wunderbar lesen. Leicht, aber niemals oberflächlich. Die Autorin fängt die Stimmung der Insel Borkum sehr eindringlich ein. Man spürt beim Lesen die raue Nordseeluft und die Schwere der Vergangenheit gleichermaßen. Und mit Hanna steht im Mittelpunkt eine Protagonistin, die glaubwürdig, stark und zugleich verletzlich ist. Eine Figur, die einem sofort ans Herz wächst.

Fazit:

4,5/5 Sterne! Ein bewegender Roman über Schuld, Liebe und die Macht des Schweigens. Eindringlich erzählt, atmosphärisch dicht und bis zum Schluss spannend.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Ein packendes, psychologisch fein gezeichnetes Leseerlebnis

Schattengrünes Tal
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Darum geht es:
In einem abgelegenen Tal steht das in die Jahre gekommene Hotel „Zum alten Forsthaus", das einst Lisas Elternhaus war. Sie träumt von einer umfassenden Renovierung, doch ihr alter, starrköpfiger ...

Darum geht es:
In einem abgelegenen Tal steht das in die Jahre gekommene Hotel „Zum alten Forsthaus", das einst Lisas Elternhaus war. Sie träumt von einer umfassenden Renovierung, doch ihr alter, starrköpfiger Vater möchte nichts verändern. Als die fremde und zurückhaltende Daniela im Hotel auftaucht, möchte Lisa ihr helfen.
Daniela findet schnell Anschluss, doch Lisas vertraute Menschen wenden sich plötzlich von ihr ab. Mit dem kälter werdenden Herbst spürt Lisa, wie ihr Halt im Leben ins Wanken gerät.

Mein Leseeindruck:
Ein zutiefst eindringlicher Roman, der unter die Haut geht. Kristina Hauff versteht es meisterhaft, eine beklemmende, zugleich wunderschöne, atmosphärische Kulisse zu erschaffen. Schon nach wenigen Seiten liegt ein leiser, fast unmerklicher Schatten über der Handlung, der sich unaufhaltsam verdichtet. Es geht um Manipulation, um die Macht von Worten und Gesten, um familiäre Altlasten, die sich nicht leicht abschütteln lassen. Die Geschichte ist von der Autorin raffiniert konstruiert und eindringlich erzählt. Jede Wendung sitzt, jede Szene trägt zur steigenden Spannung bei. Kristina Hauff lässt ihre Figuren zu Wort kommen, sodass man tief in ihr Innenleben eintauchen kann. Daniela bleibt lange ein Rätsel, ihre Motive im Dunkeln, und auch Lisa muss erkennen, dass Wahrnehmung trügerisch ist und wie schnell sich ein vertrautes Leben in einen Albtraum verwandeln kann.

Fazit:
4,5/5 ⭐️Ein packendes, psychologisch fein gezeichnetes Leseerlebnis. Intensiv, atmosphärisch und voller subtiler Spannung.

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