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Veröffentlicht am 29.12.2025

Geschichte, Spannung und Historie perfekt kombiniert.

Die weiße Nacht
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Darum geht es:
Der Roman spielt im Berlin des Hungerwinters 1946/47 und verbindet eine Mordermittlung mit der Auseinandersetzung über Erinnerung und Schuld in der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt stehen ...

Darum geht es:
Der Roman spielt im Berlin des Hungerwinters 1946/47 und verbindet eine Mordermittlung mit der Auseinandersetzung über Erinnerung und Schuld in der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt stehen die junge Fotografin Lou Faber, deren Bilder unbeabsichtigt Teil polizeilicher Ermittlungen werden, und Kriminalkommissar König, der in einem zunehmend komplexen Fall unter starkem zeitlichem und moralischem Druck steht. Die Handlung verknüpft private Wahrnehmung und professionelle Ermittlungsarbeit und führt von einem einzelnen Todesfall zu einer Serie von Verbrechen. Dabei rückt eine Vergangenheit in den Fokus, die von Verdrängung und Schweigen geprägt ist und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Mein Leseeindruck:
Zuallererst ein großes Lob für das Cover. Es passt perfekt zur Geschichte und zeigt, als würde man durch eine Kamera blicken, ein Kettenkarussell als Symbol für den Wiederaufbau und die Rückkehr zur Normalität in der Nachkriegszeit. Das ist einfach wunderschön gestaltet und weckt die Neugier auf die Geschichte.

Anne Sterns Schreibstil ist wie gewohnt einfach großartig: präzise, einfühlsam und mit einer erzählerischen Leichtigkeit, die selbst schwere Themen zugänglich macht. Mit Lou Faber und Kriminalkommissar König schafft sie ein neues Ermittlerduo, das sofort lebendig wirkt. Beide Protagonisten haben die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und der Nazi-Zeit überlebt, und ihre Erfahrungen prägen ihr Handeln und ihre Wahrnehmung der Welt.

Die Leiche, die den Ausgangspunkt der Geschichte bildet, hat auch bei mir viele Fragen aufgeworfen. Ich habe mit großer Spannung die Ermittlungsarbeiten von Lou und König verfolgt, mitgerätselt und dabei eine echte Gänsehaut bekommen, angesichts dessen, was sich nach und nach aufgetan hat. Die Auflösung des Falls hat mir sehr gefallen, und obwohl er abgeschlossen ist, bleiben am Ende viele Fragen offen. Ich freue mich riesig auf den nächsten Fall für Lou und König.

Anne Stern verbindet ihr fundiertes historisches Wissen gekonnt mit einem packenden Kriminalfall. Das Ergebnis ist ein spannender, emotional dichter Roman, der Geschichte und Krimi auf außergewöhnliche Weise vereint.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Geschichte, Spannung und Historie perfekt kombiniert. Ich kann den nächsten Fall kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Ein atmosphärisch dichter, hervorragend konstruierter Krimi.

Lügennebel
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Darum geht es:
Eine Gruppe von Studenten verbringt ihre Skiferien im schwedischen Bergdorf Åre. Was als unbeschwerte Zeit voller Feiern und waghalsiger Pistenabenteuer beginnt, bekommt eine düstere Wendung, ...

Darum geht es:
Eine Gruppe von Studenten verbringt ihre Skiferien im schwedischen Bergdorf Åre. Was als unbeschwerte Zeit voller Feiern und waghalsiger Pistenabenteuer beginnt, bekommt eine düstere Wendung, als eine junge Frau aus der Runde tot im Schnee gefunden wird. Ob es ein Unfall war oder mehr dahintersteckt, bleibt zunächst ungewiss. In der Clique breitet sich rasch Unsicherheit aus, und die Stimmung kippt. Misstrauen, versteckte Spannungen und alte Konflikte kommen ans Licht, während sich die Freunde zunehmend gegenseitig verdächtigen. Auch einige Bewohner des Dorfes geraten in den Fokus, denn die ausgelassenen Studenten waren ihnen schon länger ein Dorn im Auge. Für die Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog entwickelt sich der Fall zu einer heiklen Aufgabe, bei der jedes Detail zählt.

Mein Leseeindruck:
Mit ihrem neuen Kriminalfall entfaltet die Autorin eine Atmosphäre, die von der ersten Seite an fesselt. Die Beschreibung der schwedischen Winterlandschaft ist schlicht grandios: Schneebedeckte Berge, eisige Stille und die schneidend klare Luft werden so lebendig gezeichnet, dass man die Kälte förmlich am eigenen Körper spürt. Åre wird zu einem Schauplatz, der nicht nur Kulisse, sondern ein zentraler Stimmungsträger der Handlung ist. Der Kriminalfall verbindet sich meisterhaft mit dem privaten Leben der Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog. Diese stimmige Balance gelingt nur wenigen Autorinnen und Autoren. Die persönlichen Facetten der Ermittler ergänzen den Fall, ohne ihn je zu überlagern, und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Besonders hervorzuheben ist der Aufbau des Romans. Die kurzen Kapitel und die ständig wechselnden Perspektiven sorgen für ein hohes Erzähltempo. Jede Figur bringt neue Facetten ein, jedes Kapitel öffnet weitere Blickwinkel und dennoch bleibt genügend Raum, um selbst mitzurätseln. Alle Charaktere, ob Mitglieder der Studentenklicke, Dorfbewohner oder die Ermittler, sind glaubwürdig gezeichnet und bewegen sich mit nachvollziehbaren Motiven und Emotionen durch die Geschichte. Dadurch entfaltet sich das Misstrauen in der Gruppe ebenso greifbar wie die unterschwelligen Spannungen, die sich von Seite zu Seite steigern.

Fazit:
4,5 / 5 ⭐️
Ein atmosphärisch dichter, hervorragend konstruierter Krimi. Perfekt für alle, die skandinavische Spannung lieben und beim Lesen den Schnee knirschen hören wollen.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein Debütroman, der ins Herz trifft, unvergessliche Charaktere schenkt

Was du siehst
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Darum geht es:
1967, Ost-Berlin: Ruths große Liebe Tom verschwindet spurlos, und sie glaubt, dass er nach West-Berlin geflohen ist. Kurz darauf entdeckt sie, dass sie schwanger ist.
Mutig verlässt sie ...

Darum geht es:
1967, Ost-Berlin: Ruths große Liebe Tom verschwindet spurlos, und sie glaubt, dass er nach West-Berlin geflohen ist. Kurz darauf entdeckt sie, dass sie schwanger ist.
Mutig verlässt sie Ost-Berlin und findet in einem kleinen Dorf in Mecklenburg bei ihrem Onkel ein neues Zuhause. Dort fühlt sie sich schnell geborgen und angekommen und findet in Hannah eine enge Freundin. Ihre Kinder, Jule und Andi, wachsen Seite an Seite auf, werden unzertrennlich und entdecken schließlich die Liebe zueinander. Alles scheint perfekt, bis ein lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt. Nach dem Mauerfall zieht es Jule hinaus in die weite Welt, während Andi geduldig auf seine Jule wartet.

Mein Leseeindruck:
Der Einstieg in das Buch ist mir zunächst etwas schwergefallen. Warum genau, kann ich gar nicht sagen. Doch kaum hatte ich mich darauf eingelassen, war ich vollkommen gefesselt. Laura Maaß kreiert ihre Figuren auf unglaublich bunte und vielschichtige Weise. Nicht nur Jule und Andi sind mir sofort ans Herz gewachsen, auch Oma Frieda, Arthur und die anderen Dorfbewohner sind so lebendig und einzigartig gezeichnet. Jeder Charakter ist auf seine eigene Art greifbar und doch voller Geheimnisse. Besonders fasziniert hat mich, wie authentisch die Autorin das Leben in einem kleinen Dorf in der DDR beschreibt, mit allen Einschränkungen, kleinen Freuden und dem Gemeinschaftsgefühl. Ebenso überzeugend ist die Darstellung der Veränderung nach dem Mauerfall, die die Geschichte auf besondere Weise abrundet und die Figuren noch greifbarer macht. Mit leisen Tönen erzählt Laura Maaß diese bewegende Geschichte, aber wer aufmerksam liest, erkennt die große Tiefe und Wärme, die hinter jedem Kapitel steckt. Am Ende habe ich wirklich Tränen vergossen, so sehr hat mich das Schicksal der Figuren berührt. Mit einem tiefen Seufzer, aber einem Gefühl von Zufriedenheit habe ich das Buch beendet.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein Debütroman, der ins Herz trifft, unvergessliche Charaktere schenkt und noch lange nachklingt. Absolute Leseempfehlung ❤️

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Wohlfühlroman vom Allerfeinsten!

Der Klang von Wind und Wellen
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Darum geht es:
Nach dem Tod ihres Großvaters fühlt sich die 38-jährige Buchhändlerin Julia etwas orientierungslos. Beim Durchsehen seines Nachlasses entdeckt sie ein altes Foto und ein geheimnisvolles ...

Darum geht es:
Nach dem Tod ihres Großvaters fühlt sich die 38-jährige Buchhändlerin Julia etwas orientierungslos. Beim Durchsehen seines Nachlasses entdeckt sie ein altes Foto und ein geheimnisvolles Schriftstück, die sie auf die Nordseeinsel Amrum führen, den Ort ihrer Kindheitssommer. Dort sucht Julia zwischen Wind, Meer und Erinnerungen nach Antworten auf die Fragen ihres Lebens und nach dem, was sie wirklich möchte.
Mein Leseeindruck:
Ein richtiger Wohlfühlroman: warmherzig, berührend und einfach zum Eintauchen. Julia ist eine unglaublich sympathische und bodenständige Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Ich habe sie so gerne auf ihrer Reise nach Amrum begleitet, auf der Suche nach sich selbst, nach Antworten und einem neuen Stück Lebensglück. Amrum wird in diesem Buch zu weit mehr als nur einer Kulisse. Die Insel lebt und atmet auf jeder Seite. Man spürt den Wind und hört das Rauschen der Wellen. Anne Barns gelingt es wunderbar, diese besondere Atmosphäre einzufangen, mit ganz viel Gefühl, einem lebendigen Schreibstil und feinem Gespür für Sprache. Besonders schön fand ich auch, dass sie Dialekte und kleine Eigenheiten der Inselbewohner einfließen lässt. Neben der herrlich gemütlichen Inselstimmung steckt aber auch Tiefe in diesem Roman. Es geht um Verlust, um Familiengeheimnisse, um das Loslassen und darum, wieder zu sich selbst zu finden. Julia entdeckt nicht nur die Spuren ihrer Vergangenheit, sondern auch neue Wege in die Zukunft - und das alles, begleitet vom Duft von Nougat und gerösteten Haselnüssen. Ich bin nach wenigen Seiten völlig abgetaucht und habe das Buch kaum mehr aus der Hand gelegt. Erst beim Schließen des Buchdeckels bin ich wieder aufgetaucht, mit einem Lächeln im Gesicht und ganz viel Wärme im Herzen.
Fazit:
4,5/5 Sterne! Ein wunderbares Buch für alle, die Geschichten lieben, die ans Meer führen, das Herz berühren und ein bisschen nach zuhause schmecken. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Eine komisch-scharfsinnige Geschichte über Familie, Alter und Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter.

Evil Grandma
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Darum geht es:

Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, gerät ihr gewohntes Leben aus der Balance. Statt Freude empfindet sie Beklemmung. Die Aussicht, erneut in eine fürsorgliche Rolle zu schlüpfen, ...

Darum geht es:

Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, gerät ihr gewohntes Leben aus der Balance. Statt Freude empfindet sie Beklemmung. Die Aussicht, erneut in eine fürsorgliche Rolle zu schlüpfen, widerspricht ihrem Wunsch nach Ruhe und Selbstbestimmung. Ihr Ruhestand, auf den sie sich gefreut hat, droht, von Erwartungen überschattet zu werden, denen sie sich nicht mehr fügen will. Als ihr Sohn Thomas und seine schwangere Freundin Alma nach einem Wasserschaden bei ihr einziehen, verdichten sich die Spannungen. Während die beiden in ihrer digitalen Welt versinken, übernimmt Mona widerwillig die Verantwortung für das gemeinsame Zusammenleben. Ein Wochenende mit ihrer Freundin Annemor wird zum Wendepunkt. Aus einer spontanen Idee entsteht der Instagram-Account Evilgrandma65, der mehr verändert, als Mona zunächst ahnt.

Mein Leseeindruck:

Mona ist 65, geschieden und steht kurz vor dem Ruhestand. Doch anstatt in Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt zu versinken, muss sie sich mit den Erwartungen ihrer Familie und den eigenen Grenzen auseinandersetzen. Auf humorvolle und ironische Weise erzählt die Autorin von den kleinen und großen Herausforderungen des Älterwerdens und vom Wunsch nach Selbstbestimmung in einer Welt, die ständig online ist. Ich habe den Roman mit großer Freude gelesen und mich an vielen Stellen köstlich amüsiert. Die Figuren, allen voran Mona, sind mit großer Sorgfalt und feinem Gespür für Zwischentöne gestaltet. Ihre Mischung aus Trotz, Verletzlichkeit und Witz macht sie zu einer wunderbar lebendigen Hauptfigur, in der man sich mühelos wiederfinden kann. Der Roman vereint Leichtigkeit und Tiefgang, Witz und Nachdenklichkeit. Er bietet bissige, zugleich warmherzige Unterhaltung.

Fazit:

4,5/5 Sterne! Eine komisch-scharfsinnige Geschichte über Familie, Alter und Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter. Ich kann den Roman sehr empfehlen!

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