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Veröffentlicht am 26.11.2025

Ein besonderer Mordfall

Der Blutmensch zu Köln
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Ein Brand im Köln von 1847 tötet eine ganze Familie und auch eine Schuldige wird ganz schnell gefunden, die 16-jährige Haushälterin Ida und ihr Verlobter Hannes. Ida macht sich schuldig, da sie wegen Diebstahl ...

Ein Brand im Köln von 1847 tötet eine ganze Familie und auch eine Schuldige wird ganz schnell gefunden, die 16-jährige Haushälterin Ida und ihr Verlobter Hannes. Ida macht sich schuldig, da sie wegen Diebstahl am selben Tag entlassen worden ist und Verlobter ist seit dem Tag des Brandes verschwunden. Die Journalistin Mathilde von Tabouillot nimmt sich dieser Geschichte an, da sie von Idas Unschuld überzeugt ist. Auch der Rechtsreferendar Bas Sello unterstützt sie wie der Jurist Venedey, der sich des Falles annimmt. Außerdem werden sie noch von dem Gendarmen Schäng unterstützt. Im Köln des Jahres 1847 und dem vorherrschenden Rechtssystem kein einfaches Unterfangen.
„Der Blutmensch zu Köln“ von Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek ist ein Historischer Kriminalroman, dass das Justizsystem des Jahres und die Situation in der Stadt Köln zum Thema hat. Das Cover weist dem Leser den Weg in die Stadt mit einem Blick auf den Dom, der noch gebaut wird und seine Umgebung und die Menschen, die in der typischen Kleidung von besser gestellten auf die Szene der anderen Rheinseite schauen. Das ist für mich, wie ein plastisches Einsteigen in den Krimi. Auch der Prolog nimmt den Leser an die Hand und führt ihn in die Tat eine, und zwar mit einer sehr bildhaften Sprache. Das ist auch für den Rest des Romans typisch. Es ist wie ein historischer Film, der vor dem geistigen Auge des Lesers abzulaufen scheint. Die Hauptcharaktere werden so intensiv beschrieben, dass es möglich ist sich in die Figuren hineinzuversetzen, mit all ihre Besonderheiten. Das liegt in meinen Augen an den verschiedenen Mundart Sprachschnipseln der Kölner Figuren und auch der Sächsischen Mundart und die Berliner Schnauze des Gefängniswärters. Die Verhandlung um den Brandanschlag mit den neun Toten nimmt den Hauptteil des Romans ein und wenn man meint, dass ist langweilig, dann weit gefehlt. Für mich war es so spannend, dass ich dringend weiterlesen musste. Ebenfalls wird die Stellung der Frau in der spielenden Zeit unter die Lupe genommen, wie auch das Rechtssystem in toto. Es ist schon ein Kampf den Mathilde ausfechten muss, dass unter ihre Artikel auch ihr Name platziert wird. Der Spannungsbogen ist sehr gut bis zum Ende aufgebaut und durchgehalten worden.
Ich bin immer noch sehr begeistert von diesem Roman und möchte den Hut vor dem Autorenduo ziehen. Das ist sicher einer der besten Kriminalromane, den ich in der letzten Zeit gelesen habe. Deshalb kann ich dieses Buch auch von ganzem Herzen empfehlen, weil mir die Geschichte auch sehr ans Herz gegangen ist.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Spannender Agententhriller

Kälter
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Luca Morgenroth ist eine Polizistin auf Amrum und führt dort ein sehr entspanntes Leben. Bis ein Mann in einer Sturmnacht verschwindet. Sie nimmt die Suche auf, doch sie findet keine Spur, bis er eines ...

Luca Morgenroth ist eine Polizistin auf Amrum und führt dort ein sehr entspanntes Leben. Bis ein Mann in einer Sturmnacht verschwindet. Sie nimmt die Suche auf, doch sie findet keine Spur, bis er eines Tages am Strand angeschwemmt wird. All diese Ereignisse sind für Luca überraschend, doch bald hat sie die Gewissheit, dass mehr dahintersteckt als sie alle ahnen. Es sieht so aus, dass sich ein Killerteam auf der Insel aufhält, das einen bestimmten Auftrag hat und sie weiß auch, wen es treffen soll. Sie mobilisiert ihre alten Kontakte und erhält auch die Information, die sie erwartet hat und weiß, jetzt wird sie wieder in ihre Vergangenheit zurückgeworfen. Doch sie muss sich ihr stellen und nimmt den Kampf auf. Keiner auf der Insel weiß, wer sie früher einmal war.
Der Agententhriller „Kälter“ von Andreas Pflüger erzählt die Geschichte einer Agentin, die in den Zeiten des kalten Krieges beim BKA als Personenschützerin gearbeitet hat und nach einem traumatischen Erlebnis, die Stelle auf Amrum angenommen hat, um zur Ruhe zu kommen. Der Autor erzählt die Geschichte sehr spannend und die Figuren und der Verlauf nehmen an Tempo zu. Das heißt, es jagd eine Episode die andere und zeigt, wie brutal das Agentengewerbe und das Leben eines Agenten sein können. Der Autor erzählt die Geschichte über seinen Hauptcharakter sehr drastisch und man merkt schnell, dass das Leben eines Agenten nicht sehr viel wert ist. Es geht aber auch um einige historische Inhalte, die mir beim Lesen deutlich geworden sind. Das sind die Stories rund um Israel und auch das geteilte Deutschland und die Zeit nach dem Mauerfall. Das Hauptgeschehen sind natürlich die Aktivitäten der Geheimdienste, die hier sehr detailliert beschrieben werden. Vieles lässt der Autor Lucy erleben, aber es taucht in Berlin dann noch ein Charakter auf, der die Arbeit der Stasi und des KGB erzählt, auch hier in sehr drastischen Geschichten. Genauso brutal geht es zu, wenn die beiden zusammen unterwegs sind. Also fast auf den Spuren James Bond, nur ein bisschen detailgetreuer auf die Historie hin. Der Bad Boy des Romans ist natürlich auch ein Agent, wo lange nicht klar ist für wen er arbeitet, aber des eine Todesspur über die Welt verteilt. Ich möchte auch ein Wort zu dem Cover verlieren, dass mir lang nicht einleuchtete, aber schon eine gewisse Rolle spielt und meine Erinnerungen an Wienaufenthalte wieder aufwärmten. Die Story ist auf jeden Fall sehr spannend geschrieben und gut recherchiert. Der Spannungsbogen ist bis auf die letzte Seite entwickelt und lässt nicht viele Fragen offen.
Ich finde diesen Agententhriller sehr gut von der Sprache über die Spannung bis hin zu den meisten historischen Geschichten. Für mich gehört er in das obere Regal dieses Genres.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Gefährlicher Advent auf Föhr

Mord an Weihnachten
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Helle Aufruhr beim Adventsmarkt in Oldsum, es hat beim Keke Verkauf Vergiftungen gegeben. Der Flensburger Staatsanwalt Broder Jacobsen ist auf Föhr, um seine Eltern zu besuchen. Es waren einige Besucher ...

Helle Aufruhr beim Adventsmarkt in Oldsum, es hat beim Keke Verkauf Vergiftungen gegeben. Der Flensburger Staatsanwalt Broder Jacobsen ist auf Föhr, um seine Eltern zu besuchen. Es waren einige Besucher des Marktes denen es sehr schlecht ging, aber es gab auch ein Todesopfer. Die Polizei von Wyk muss die Hinterbliebenen informieren und übernehmen die Ermittlungen. Unterstützt werden sie von Hauptkommissar Hansen aus Flensburg. Es ist eine sehr komplizierte Untersuchung, da es überhaupt keinen Ansatzpunkt gab. Das Opfer stand zwar unter Verdacht ein Feuer vor 30 Jahren gelegt zu haben, aber das er jetzt ermordet wurde, war erst einmal ein Rätsel. Die Obduktion ergab dann auch, dass er mit Atropin vergiftet wurde. Dadurch wurden die Fragezeichen nicht kleiner und die Kommissare wussten, dass sie nun über Weihnachten mit Ermittlungen beschäftigt waren.
Der regionale Krimi „Mord an Weihnachten“ aus der Reihe Föhrer Morde von Hanna Paulsen spielt in der Vorweihnachtszeit auf der Insel Föhr. Ein schönes Adventbild wird als Kulisse für eine Mordsstory genommen, dass auch schon auf dem Cover abgebildet wurde. Eine wahrliche Idylle dieses Bild, doch hinter den Kulissen lauert das Verbrechen. Die Autorin hat die Hauptcharaktere gut in die Handlung eingebunden und auch gleich noch den familiären Touch für diesen Krimi herausgehoben. Der Staatsanwalt, der wegen seines toten Bruders seit langem mal wieder auf Föhr weilt und seine Eltern besucht und dann auch noch seine große Liebe wiedertrifft. Oder den Hauptkommissar Hansen, dem es aus familiären Gründen gar nicht passt, dass er über Weinachten auf Föhr ermitteln muss. Also auch die Schicksale um das Verbrechen und deren Beteiligt sind von der Autorin gut gewählt und beschrieben worden. Die Story, die sie gewählt hat, wird erst in Gänze am Ende deutlich und ist von Anfang an nicht sofort zu durchschauen, daher ist es, ähnlich wie es den Polizisten geht, auch für den Leser schwer mitzuraten. Aber den Schachzug finde ich gut, so hält der Spannungsbogen bis zum Ende und wird auch noch gut abgeschlossen. Außerdem unterstützt die Autorin diese Story mit ihrer bildhaften Sprache.
Dieser Krimi ist ein spannendes Beispiel für einen guten regionalen Krimi. Ich bin ein Fan dieses Genres, weil er Spannung mit regionalen Besonderheiten verbindet, wie z.B. plattdeutsche Sprachbrocken und schöne Beschreibungen der Gegend. Für mich ist der Krimi empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Spuren in die Vergangenheit

Verschworen
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Kommissarin Elma ist gerade wieder aus der Babypause zurück und muss sich sofort um einen Mord kümmern. Der Tote kommt aus Akranes und ist brutal erstochen worden. Elma und ihr Kollege Höfdur nehmen die ...

Kommissarin Elma ist gerade wieder aus der Babypause zurück und muss sich sofort um einen Mord kümmern. Der Tote kommt aus Akranes und ist brutal erstochen worden. Elma und ihr Kollege Höfdur nehmen die Ermittlungen auf, doch die Spurenlage ist dünn. Sie ermitteln erst einmal im familiären Umfeld des Toten und kommen einem Cold Case auf die Spur, der mit der jugendlichen Clique des Opfers zu tun hat. Doch der Weg ist lang, um den Mörder zu finden und es ist ein sehr intensiver Ausflug in die Vergangenheit.
Der Island-Krimi „Verschworen“ von Eva Björg Ägisdottir ist der fünfte Band aus der Reihe Mörderisches Island. Das Cover passt zu diesem Krimi, wie es auch zu anderen Island-Krimis passen kann, denn es stellt eine Szene in den weiten von Island dar. Es ist in schwarz-weiß gehalten auch das wohl eher typisch für Island. Es drückt für mich eine kalte Atmosphäre aus. Doch der Krimi ist alles andere als kalt, er ist hochspannend und die Autorin bringt auch einige hochemotionale Szenen in den Krimi ein. Der Hauptcharakter Elma ist so eine emotionaler Faktor. Sie hat eine kleine Tochter und sie muss diesen Fall, der ihr auch nahe geht zu Ende bringen. Ihr Kollege Höfdur, der gleichzeitig ihr Chef ist, hat auch ein paar private Baustellen, die ihn belasten. So ist das mit den meisten Figuren, die nicht nur auf sachlicher Ebene agieren, sondern alle hochemotional. So wird eine Liebesbeziehung des Mordopfer Porgeir in kursiver Schrift als Rückblende immer wieder eingebaut, um so die Spannung auf dem zweiten Gleis parallel hochzuhalten. Interessant ist es wie die Autorin den Cold Case eingeflochten hat, so dass die Story sehr authentisch wirkt und der Leser gut miträtseln kann. Der Spannungsbogen ist gut entwickelt und hält einiges an Überraschungen bereit. Außerdem ist die Sprache sachlich-emotional gerade, wie es gebraucht wird.
Ich finde es ist eine sehr typischer Krimi aus Island. Es ist kalt und dunkel, weil er immer wieder im Winter spielt und es werden auch für Island typische Stereotype gebraucht, z.B. das Kind steht natürlich warm angezogen in der Kälte. Das ist was ich sehr mag an diesem Krimi, typische Situationen aus Island. Ich möchte ihn für alle Skandinavien Fans empfehlen.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Mord an der Küste

NordOstWut (Flensburg-Krimi)
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Der beliebte Kuddl Möller wird tot aufgefunden. Er war von vielen sehr geschätzt, da er auch Leiter des Shantychores war. Als die Ermittlerinnen jedoch seine Freunde und die Ehefrau befragt hatten, stellte ...

Der beliebte Kuddl Möller wird tot aufgefunden. Er war von vielen sehr geschätzt, da er auch Leiter des Shantychores war. Als die Ermittlerinnen jedoch seine Freunde und die Ehefrau befragt hatten, stellte sich heraus, dass er doch ein ziemlicher Hallodri war. Er hatte wohl mehrere Affären mit Frauen aus dem Bekanntenkreis. Außerdem hatte er wohl Schulden, die er nicht zurückzahlen konnte. Doch ein Mordverdächtiger kristallisierte sich nicht heraus. Als dann ein zweiter Mord geschieht, wird das Ganze für die Ermittler sehr rätselhaft.
„NordOstWut“ ist ein Flensburgkrimi aus der Feder von Nele Bruun mit den Ermittlern Anne Anders und Hendryk Larsson. Das Cover passt sehr gut zur Szene des Krimis und gefällt mir sehr gut. Interessant finde ich die gelungene Geschichte und die Darstellung, die mit Überraschungen versehen ist. Das Ermittler Team ist gut aufeinander abgestimmt beschrieben. Natürlich liegen sie im Clinch mit ihrem Vorgesetzten, aber das ist normal. Diese Normalität im Ablauf zieht sich durch den Krimi. Die Sprache, die die Autorin dabei verwendet ist, sehr bildhaft und hilft gut sich in die Szene zu versetzen. Bezeichnend für diesen Krimi und für diese Flensburg Reihe sind die Dinge, die so nebenbei geschehen. In diesem Buch die Story mit dem kleinen Welpen, der ihrer Mutter gehört, aber sich mehr zu Hendryk hingezogen fühlt. Die Mutter ist es auch, die für Abwechslung im Revier sorgt, da sie sich um den Vorgesetzten „kümmert“. Auch die Spannung kommt in diesem Krimi nicht zu kurz und der Spannungsbogen ist gut entwickelt.
Ich mag diese Art von regionalen Krimis, die spannend und interessant geschrieben sind, wie es Nele Bruun in diesem Krimi tut. Von mir gibt es eine Empfehlung dieses Buch zu lesen.

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