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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

Atemberaubendes Herzschlagfinale

Seventeen Years Later
1

Sloane Abbot, Podcasterin, wird von ihrer Mitarbeiterin Tara auf einen Mordfall von vor siebzehn Jahren aufmerksam gemacht. Seinerzeit wurde ein Maori des Mordes angeklagt, verurteilt und sitzt nach wie ...

Sloane Abbot, Podcasterin, wird von ihrer Mitarbeiterin Tara auf einen Mordfall von vor siebzehn Jahren aufmerksam gemacht. Seinerzeit wurde ein Maori des Mordes angeklagt, verurteilt und sitzt nach wie vor im Gefängnis. Gemeinsam mit dem Gefängnispsychologen Te Kuru (TK) möchte Sloane herausfinden, inwieweit Bill Karema seinerzeit ein gerechter Prozess gemacht wurde und die Ergebnisse in einem Podcast veröffentlichen.

Der Autor hat einen guten Plot erdacht und als Bühne seine Heimat gewählt, was die einheimischen Protagonisten sowie auch das Leben als Maori im Alltag authentisch zeichnet. Mit für mich lange gefühlt gebremster, jedoch ansteigender Spannungskurve entfaltet Pomare nach und nach die Geschichte. Erzählt wird diese in drei parallelen Handlungsverläufen aus Sicht von TK, Sloane sowie wiedergegeben durch ein Manuskript von Bill, welches TK in Händen hält. Nach und nach geht die Geschichte in eine zeitgleiche und sich überschneidende Erzählung über.

Grundsätzlich bin ich von Anbeginn an diesem Fall interessiert, habe jedoch über eine sehr lange Lesespanne das Gefühl, nicht richtig warm mit den Protagonisten zu werden, bei der Handlung “außen vor” zu bleiben. Das finde ich schade, lese jedoch zum Glück weiter. Im letzten Drittel packt mich dieser Thriller plötzlich (und inzwischen unerwartet), zieht mich vollends in seinen Bann, beschert mir eine wahre Achterbahn der Gefühle, in deren Verlauf auf einmal jeder Protagonist Grund und Möglichkeit gehabt hätte, die Morde auszuführen. Und ungeachtet meiner absoluten Sicherheit, den Fall souverän gelöst zu haben, bin ich auf dem Irrweg und erlebe eine richtige Überraschung im atemlosen Finale.

Ein gelungenes Buch für Thriller-Fans!



J. P. Pomare, Seventeen Years Later, eBook, Lübbe Verlag, 480 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungsdatum 31.10.2025

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Raffinierter, spannender Pageturner

Schwüre, die wir brechen
0

In Malmö wird eine abartig zugerichtete Leiche gefunden. Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu nehmen gemeinsam mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Nicht zuletzt durch einen weiteren inszenierten Leichnam ...

In Malmö wird eine abartig zugerichtete Leiche gefunden. Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu nehmen gemeinsam mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Nicht zuletzt durch einen weiteren inszenierten Leichnam werden sie immer tiefer in den Sog eines mysteriösen, geisteskranken Serientäters hineingezogen, der mit Hilfe ägyptischer Mythologie und Hieroglyphen zu kommunizieren scheint. Als dann auch noch ein Teenager verschwindet, beginnt die Zeit zu rasen, während die Ermittlungen auf eine neue Ebene gehoben werden.

Die Bühne wurde schon in Band 1 der Serie “Tatort Malmö” bereitet, die Hauptdarsteller vorgestellt. Obwohl mir der erste Band der Reihe nicht bekannt ist, hat dies mein Lesevergnügen keinesfalls eingeschränkt, das Buch kann für sich allein stehen. Die Protagonisten, die über das eigenwillige Ermittlerduo Jon und Svea hinaus in diesem Krimi agieren, wurden allesamt ebenfalls sehr gut gezeichnet, geschickt in Szene gesetzt und blieben nicht greifbar. Und der Ausgang der Geschichte ist überraschend. Lässt das Gelesene / Erlebte nachklingen.

Das für den Fortgang der Geschichte notwendige historische und fachliche Wissen wurde m. E. sehr gut recherchiert und homogen in die Geschehnisse eingebunden. Ich habe etwas gelernt.
Die Ereignisse, welche im Privatleben von Nordh und Karhuu angesiedelt sind, haben für mich einen guten Umfang und lassen sie mir ans Herz wachsen, auch wenn ihr Handeln an der einen oder anderen Stelle etwas “drüber” ist.

“Schwüre, die wir brechen” ist ein großartiger, spannender, wendungsreicher, interessanter, informativer, beeindruckender Kriminalroman der Extraklasse. Das Autorenduo hat einen Plot erdacht, denn es absolut raffiniert und undurchsichtig in mehreren Handlungssträngen nach und nach entfaltet, deren wahrer Zusammenhang - ungeachtet regen Austauschs in einer Lovelybooks-Leserunde - sich erst im Herzschlagfinale in Gänze offenbart.

Absolute Lese-Empfehlung!


Roman Voosen / Kerstin Signe Danielsson, Schwüre, die wir brechen, Kriminalroman, Taschenbuch Verlag Kiepenheuer & Witsch, 448 Seiten, Erscheinungsdatum 14.08.2025

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Sehen ist nicht Wahrnehmen

Gefährliche Aussicht
9

In Saint-André-du-Périgord mag man keine Zugezogenen. Und ausgerechnet die Chartreuse, eine alte Villa oberhalb des Ortes, wird zu allem Übel von “den reichen Neuen aus Paris” restauriert. An dem Unwillen ...

In Saint-André-du-Périgord mag man keine Zugezogenen. Und ausgerechnet die Chartreuse, eine alte Villa oberhalb des Ortes, wird zu allem Übel von “den reichen Neuen aus Paris” restauriert. An dem Unwillen ändert auch die Beschäftigung einheimischer Handwerker nichts. Und selbst die zu erwartende Anteilnahme, als die hochschwangere Lebensgefährtin des Eigentümers zu Tode stürzt, fällt eher unterdurchschnittlich aus.

Marie ist zwar auch “eine aus Paris”, da sie - gebürtig aus Saint-André - zwischenzeitlich in Paris gelebt und gearbeitet hat, aber als Kommissarin zollen die Bürger ihr doch angemessenen Respekt. So kann Marie in Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Richard auch “unter der Hand” Informationen anzapfen, die sich möglicherweise bei den schwierigen Ermittlungen als hilfreich erweisen könnten. Zumal schnell deutlich ist, dass es kein Unfall, sondern kaltblütiger Mord war.

“Gefährliche Aussicht” ist ein richtig schöner, interessanter, gemütlicher, etwas spannender Kriminalroman mit tollen Protagonisten, einer wunderbaren Bühne und Herz. Wäre es nicht ein in meinen Augen sehr seichtes Genre, könnte ich den Begriff “Wohlfühlkrimi” verwenden, aber das würde der Autorin nicht gerecht. Neben der kriminalistischen Arbeit bin ich auch Zeuge des ganz normalen Dorf- und Alltagslebens, insbesondere auch der Hauptdarsteller. Julie Dubois gelingt es, mich als hartgesottene Leserin von Krimi und Thriller, die gerne auch auf “Drumherum” verzichtet, für die Handlung in ihrer Gesamtheit und allen Nebenschauplätze zu interessieren, nein, sogar zu begeistern. Der herbeigeführte Tod an sich ist natürlich äußerste Gewalt, aber dieses Buch kommt ohne effektheischende Brutalität aus.

Ich durfte im Zuge einer Leserunde bei Lesejury.de ins Périgord reisen. Durch den Austausch mit anderen Lesern wurde auch die Täterfrage diskutiert, so dass die Lösung des Falles nicht so unerwartet einschlug, wie es mutmaßlich beim Allein-Lesen der Fall gewesen wäre. Dies tat jedoch dem zufriedenstellenden Finale gar keinen Abbruch. Ich habe mich die ganze Zeit über gut unterhalten gefühlt. Die vorherigen Fälle von Marie und Richard kenne ich nicht, was jedoch beim Verständnis der Geschichte gar kein Problem darstellt.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, noch einmal mit Frau Dubois ins Périgord zu reisen, zumal noch einige lose Enden geradezu “Fortsetzung” rufen…


Julie Dubois, Gefährliche Aussicht, Ein Périgord-Krimi, eBook, Lübbe, 352 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungsdatum 25.07.2025

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Windige Geschäfte

Windiges Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 7)
0

Ole Hansen, Standesbeamter, wird kurz vor einer Trauung im Leuchtturm Falshöft ermordet. Die Kriminalhauptkommissare Birte Lohse und Rainer Speckmann treten auf den Plan und dabei dem einflussreichen Vater ...

Ole Hansen, Standesbeamter, wird kurz vor einer Trauung im Leuchtturm Falshöft ermordet. Die Kriminalhauptkommissare Birte Lohse und Rainer Speckmann treten auf den Plan und dabei dem einflussreichen Vater der Braut auf die Füße, welcher unbedingt die Trauung “erledigt” wissen möchte. Aber hier heiratet erst einmal keiner.

Wer hat jedoch ein Motiv, einen unbescholtenen Standesbeamten hinzurichten? Im Umfeld findet sich kein Motiv. Und sein Hobby, die Geschichte alter Gebäude, wie z. B. auch die des Leuchtturms, mit seinem Freund zu ergründen, bietet sich hier wohl auch nicht an. Als jedoch besagter Freund ebenfalls ermordet wird, muss der gemeinsame Nenner noch dringender gefunden werden.

“Windiges Grab” ist ein unterhaltsamer Kriminalroman mit Lokalkolorit, gut gezeichneten Protagonisten und einem Plot, der interessant, schlüssig, unterhaltsam und mit einer angenehmen Prise Spannung ausgebreitet wird. Lese-Empfehlung!


Nele Bruun, Zwischen Mord und Ostsee, Windiges Grab, Küsten-Krimi, FeuerWerke Verlag, 346 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungsdatum 15.05.2025


P.S. Es gibt einen logischen Fehler.
Kapitel 27, Seite 13/15. Tobi hat einen Zeitungsartikel auf Rainers Handy weitergeleitet.
Kapitel 27, Seite 14/15 “Rainer warf die Zeitung auf den Tisch”.

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Mitschülerinnen gesucht

Engelskalt
0

"Engelskalt" ist ein wendungsreicher Thriller. Der Plot ist gut erdacht sowie sorgfältig, spannend und vielschichtig ausformuliert. Es gibt zwei, drei Dinge, welche in den Protagonisten begründet sind, ...

"Engelskalt" ist ein wendungsreicher Thriller. Der Plot ist gut erdacht sowie sorgfältig, spannend und vielschichtig ausformuliert. Es gibt zwei, drei Dinge, welche in den Protagonisten begründet sind, die mir nicht schlüssig erscheinen. Dies kann ich jedoch vernachlässigen, weil das Buch mich sofort in seinen Bann zieht und ich mich gut unterhalten fühle.



Lese-Empfehlung für Thriller-Fans!

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