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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2026

Idyllisch

Mathilde und Marie
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Torsten Woywod war mir bekannt als Autor von Büchern über Buchhandlungen weltweit und als Moderator bei der leider eingestellten Seite "Was liest du"?.
Nun hat er seinen ersten Roman vorgelegt und er handelt ...

Torsten Woywod war mir bekannt als Autor von Büchern über Buchhandlungen weltweit und als Moderator bei der leider eingestellten Seite "Was liest du"?.
Nun hat er seinen ersten Roman vorgelegt und er handelt natürlich auch von Büchern.
Das (echte) belgische Bücherdorf Redu in den Ardennen ist der Schauplatz der Geschichte, spielt aber nur eine Nebenrolle als idyllische Kulisse für die berührende Geschichte von Marie, die es aus dem hektischen Paris in das kleine Dorf mit etwa 300 Einwohnern verschlägt. Die Isländerin Jonina besitzt dort einen der zahlreichen Buchläden und Marie hilft ihr freiwillig im Laden. Als Jonina schwer erkrankt und das Dorf überstürzt verlassen muss, übernimmt Marie widerwillig die Verantwortung und freundet sich ganz langsam mit der Nachbarin Mathilde an. Beide Frauen haben schwere Schicksalsschläge zu verarbeiten.
Man merkt auf jeder Buchseite, dass Woywod ein echter Buchliebhaber ist und das vermittelt er über seine Protagonistinnen. Auch die Natur liegt ihm sehr am Herzen und die Naturschilderungen sind sehr gelungen. Die Frauen bleiben dagegen etwas blasser und man kommt ihnen nicht wirklich nahe.
Trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen, man muss sich ganz in Ruhe darauf einlassen und jegliche Hektik ablegen. Dann kann man es richtig genießen!

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Positiv

Sonnenaufgang Nr. 5
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Carsten Henn ist vor allem durch den "Buchspazierer" bekannt geworden, das war eine wunderbare Geschichte. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch.
Es handelt von Jona, der nach einem abgebrochenen ...

Carsten Henn ist vor allem durch den "Buchspazierer" bekannt geworden, das war eine wunderbare Geschichte. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch.
Es handelt von Jona, der nach einem abgebrochenen Studium als Ghostwriter aktiv werden will. Seine erste Kundin ist die Schauspielerin Stella Dor, die allein in einem Haus am Strand lebt und sehr exzentrisch ist. Deshalb ist es für Jona nicht einfach mit ihr zu arbeiten. Auch tragen beide ihre Trauererfahrung in sich, mit der sie nicht fertigwerden und die sie tief in sich verschlossen haben.
Das Buch hat mir gut gefallen, allerdings reicht es nicht an die Vielfältigkeit und Lebendigkeit des Buchspazierers heran.
Das Buch ist manchmal sehr lustig, aber es hat auch viele traurige Aspekte, so wie das Leben selbst auch. Einige skurrile Figuren bevölkern das Buch, die man einfach mögen muss.
Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen!

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Die Macht der Natur

Die Herde
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Thilo Winter nimmt uns in diesem Buch mit an verschiedene Schauplätze weltweit. In China ist eine Herde Elefanten aus ihrem Nationalpark ausgebrochen und zieht auf eine Großstadt zu. In Thailand belagern ...

Thilo Winter nimmt uns in diesem Buch mit an verschiedene Schauplätze weltweit. In China ist eine Herde Elefanten aus ihrem Nationalpark ausgebrochen und zieht auf eine Großstadt zu. In Thailand belagern Scharen von Affen einen Tempel, in Houston sind es riesige Vogelschwärme, die Probleme in der Stadt verursachen. Was ist die Ursache? Der Zoologe Peter Danielson gerät durch Zufall in die Elefantenherde und sieht in ihrem Erscheinen ein warnzeichen für die Welt, aber niemand will etwas davon wissen. Stattdessen taucht ein Großwildjäger auf, der sich die Elefanten als Trophäen sichern will.

Ich hatte schon "Der Riss" von Winter gelesen und das Buch war sehr spannend. Immer wieder widmet sich Winter Umweltthemen und bereitet sie gut lesbar und interessant auf. Auch in diesem Buch geht er zwar nicht so sehr in die Tiefe des Wasserproblems, aber die Handlung ist nachvollziehbar, die Personen teilweise recht vielschichtig. Durch die häufigen Wechsel des Standorts ist das Buch abwechslungsreich und lässt sich durch die zugeordneten Überschriften gut lesen.

Insgesamt ein guter Ökothriller, der sich zwar nicht allzu ausführlich mit den wissenschaftlichen Hintergründen befasst, aber spannend zu lesen ist.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Starke Frau

Bernadette Swifts Gespür für Bücher
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Bernadette Swift ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber Bücher spielten in ihrem Leben immer eine sehr große Rolle. Sie träumt davon, die erste Frau zu werden, die einen großen Verlag in New York leitet. ...

Bernadette Swift ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber Bücher spielten in ihrem Leben immer eine sehr große Rolle. Sie träumt davon, die erste Frau zu werden, die einen großen Verlag in New York leitet. Ihre Fähigkeiten sind unbestreitbar, auch wenn sie erst Juniorlektorin bei Lenox&Park ist. Sie hat schon mehrere Bestseller lektoriert und hofft darauf Lektorin zu werden. Doch die Männer in ihrer Abteilung und eine Frau legen ihr immer wieder Steine in den Weg. Besonders ihr direkter Vorgesetzter Mr. Wall meint es nicht gut mit ihr und reklamiert sogar ihre Arbeit als seine eigene. Wenn Bernadette nicht ihre Freundinnen hätte, mit denen sie sich austauschen kann und die die gleichen Erfahrungen mit der Männerwelt machen, dann würde sie sicher aufgeben. So aber geht sie mutig ihren Weg.

Ich hatte einen eher seichten Roman erwartet, aber das Buch hat erheblich mehr Substanz, als ich gedacht hätte. Die Erfahrungen, die Bernadette in den 1960er Jahren macht, sind leider auch heute noch aktuell und leider erleben wir zurzeit wieder einen Rückschritt in der Frage der Gleichberechtigung. Dadurch ist das Buch aktueller denn je. Die im Buch beschrieben Liebesgeschichte macht Hoffnung, dass nicht alle Männer Machos sind - es soll Ausnahmen geben!

Mir hat das Buch gut gefallen, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und nachvollziehbar, der Plot nimmt die Leserinnen mit in eine fremde Welt, der Schreibstil ist originell, aber gut lesbar. Das Happy End war für meinen Geschmack etwas zu happy, aber das hat mich nicht gravierend gestört

Das Buch ist nicht allzu anspruchsvoll, aber mit ernstem Hintergrund und ich habe es gern gelesen.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Nicht ganz überzeugend

Großmutters Geheimnis
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In zwei Erzählsträngen berichtet Benjamin Koppel über die Geschichte einer jüdischen Familie in Dänemark.

In der Gegenwart ist Alexander die Hauptperson. Er ist Sänger in einer Fernsehband und lebt mit ...

In zwei Erzählsträngen berichtet Benjamin Koppel über die Geschichte einer jüdischen Familie in Dänemark.

In der Gegenwart ist Alexander die Hauptperson. Er ist Sänger in einer Fernsehband und lebt mit Gry zusammen, beide wünschen sich ein Kind. Doch im Hintergrund zweifelt Alexander an sich und die unbekannte Geschichte seiner Familie belastet ihn. Parallel dazu erfährt man die Geschichte von Ruth, Alexanders Großmutter. Ihr steht in Dänemark eine große Karriere als Sängerin bevor, bis die Nazis Dänemark überfallen und alles anders wird. Ruth wird nach Theresienstadt deportiert und überlebt das Lager. Mit ihrem Mann wandert sie in die USA aus und lässt ihre Tochter Lillian, Alexanders Mutter, zurück.

Die Geschichte von Ruth ist berührend und geht zu Herzen. Dagegen ist Alexander ein Waschlappen und sehr unfair gegenüber seiner Freundin. Obwohl er für die künstliche Befruchtung abstinent leben soll, trinkt er zu viel und nimmt Drogen. Er ist ein Egoist und benimmt sich oft kindisch. Allerdings hat er es auch nicht leicht, denn seine Mutter überschreitet immer wieder Grenzen und mischt sich ein.

Mir hat der Erzählstrang über Ruth erheblich besser gefallen als der über Alexander. Das Buch liest sich insgesamt flüssig, allerdings hadere ich mit dem Schluss. Da ist man plötzlich in einem Pilcher-Roman und das ging mir zu schnell und zu glatt. Leider trübt dieser Schluss den guten Gesamteindruck.

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