Ein Debütroman als Nachfolger
HEN NA IE - Das seltsame HausHEN NA IE – Das seltsame Haus von Uketsu gelesen als E-Book aus dem Lübbe Verlag
Ich war richtig gespannt auf dieses Buch, da der Autor bereits in Japan als innovativ und unterhaltsam gilt. Das seltsame ...
HEN NA IE – Das seltsame Haus von Uketsu gelesen als E-Book aus dem Lübbe Verlag
Ich war richtig gespannt auf dieses Buch, da der Autor bereits in Japan als innovativ und unterhaltsam gilt. Das seltsame Haus ist der Debütroman des Autors, auch wenn Seltsame Bilder zuerst auf dem Buchmarkt in Deutschland erschienen ist. Auch soll Uketsu einen neuen Trend auf dem japanischen Buchmarkt geprägt haben, den „Sketch Mystery Roman“. Für mich allerdings war dies mein erstes Buch des Autors und auch mein erstes Buch eines japanischen Autors. Kulturell ist mir gleich aufgefallen wie höflich die Sprache gewählt ist. Aber auch wird schnell deutlich, dass das Buch kaum Handlung aufweist, sondern das beinhaltende Geschehen hauptsächlich von dem narrativen Dialog lebt. Für mich etwas ganz Neues. Insbesondere, da das Buch als Kriminalroman erscheint. Tatsächlich geht es in diesem Roman darum, einen Täter zu ermitteln, der einen beziehungsweise mehrere Morde begangen haben muss. Dies geschieht auf einer so ungewöhnlichen Art und Weise wie ich sie bisher literarisch noch nicht gekannt habe. Viele Indizien und Hinweise werden in Gesprächen erläutert und bringen den Leser Stück für Stück im Geschehen weiter. Dabei spielt die Architektur und Skizzen von Häusern eine bedeutende Rolle. In Bauplänen versteckt gilt es verborgene Räume und Gänge aufzudecken, um Geschehnisse erklärbar zu machen. Dennoch wird relativ schnell klar, dass hinter all dem ein Ritual steckt, welches mit einem schauerlichen Familiengeheimnis fest verankert ist. Dieser Faktor gilt es in diesem Roman, mithilfe von narrativen Erzählungen aufzudecken. Hierbei kommen zwei bekannte Persönlichkeiten wieder zum Einsatz Kurihara und sein Freund der telefonisch um Rat bittet.
Mein Fazit fällt nicht ganz so positiv aus. Dies mag aber wirklich an ganz persönlichen Dingen hängen. Zum einen war es für mich schwierig die japanischen Namen auseinanderzuhalten. Mir fehlte einfach an dieser Stelle schlichtes Grundwissen, was Kultur und Sprache angeht. Dennoch ist es mir gerade daher schwergefallen die handelnden Personen auseinander zu halten. Dazu fand ich die Dialoge teilweise nicht ganz nachvollziehbar, dies mag daran liegen, dass fast in allen Gesprächen Hinweise ermittelt wurden und erst zum Ende der Auflösung hin ein kompletter Rückschluss angeboten wird. Aber eigentlich fehlte es mir an Spannung in dieser Kriminalgeschichte. Denn der Kriminalroman lebt hauptsächlich von seiner Raffinesse und Innovation. Dennoch ist die Idee, die dahinter steckt absolut lesenswert und ungewöhnlich und sollte von uns Leser: innen Beachtung finden.
Besonders ist auf jeden Fall an dem Autor, die Architektur, als Gegenstand einer Kriminalgeschichte zu machen. Wie ich finde, ist ihm dies auch sehr gut gelungen. Es ist spannend immer wieder sich die Raumaufzeichnungen anzusehen und Vergleiche anzustellen. Dabei fallen immer wieder Veränderungen auf. Selbst das E-Book stellt die Bilder problemlos dar. Auch wenn ich nur drei Sterne vergebe, ist dieses Buch absolut lesenswert und Bedarf einer eigenen Meinung.