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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2025

Diebstahl mit Zeitreise

Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall
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Liv ist aufgewachsen mit dem Leben auf dem Jahrmarkt, ihre Familie betreibt ein Karussell. Sie kennt jede Ecke bei den verschiedenen Schaustellern, springt da und dort ein und macht die schönsten Zuckerwattegebilde. ...

Liv ist aufgewachsen mit dem Leben auf dem Jahrmarkt, ihre Familie betreibt ein Karussell. Sie kennt jede Ecke bei den verschiedenen Schaustellern, springt da und dort ein und macht die schönsten Zuckerwattegebilde. Als der Kristall aus dem Karussell gestohlen wird, will Liv ihn unbedingt wieder finden, denn er soll angeblich alles zusammenhalten. Liv erinnert sich, einen seltsamen Jungen gesehen zu haben, mit Hosenträgern und Schiebermütze, ob er wohl der Dieb ist? Sie verfolgt ihn heimlich und landet überraschend in einem Jahrmarkt von vor hundert Jahren. Bald beschäftigt sie nicht nur die Suche nach dem Kristall, sie beginnt sich auch für den Jungen zu interessieren.

Liv ist mit dem Rummel groß geworden, sie kennt sich in allem bestens aus, was hier geschieht. Nicht alles an ihrem Verhalten war für mich nachvollziehbar, sie ist jedoch von Anfang an sympathisch, so dass man ihr gerne in ihr Leben auf dem Jahrmarkt folgt. Man kann auch gut ihren Eifer nachvollziehen, den Kristall unbedingt wiederfinden zu wollen. Überraschend ist das Geheimnis um den unbekannten Jungen, dem sie auf die Spur kommen will. Allerdings hat die erste Hälfte des Buches einige Längen. Insgesamt aber ist die Geschichte sehr spannend, mit dem verschwundenen Kristall und seinen Wurzeln, die in die Vergangenheit deuten. Das Ende dieses Buches kam mir etwas zu plötzlich und abgehackt, was jedoch die Freude auf den nächsten Band weckt. Es gibt noch jede Menge offene Fragen, die hoffentlich im weiteren Geschehen aufgedeckt werden.

Die Idee zu diesem Buch ist sehr spannend, ich freue mich bereits auf die Fortsetzung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.11.2025

In Verbindung mit dem Kinderschutz-Rap unbedingt zu empfehlen

Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein
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Wie lernt ein Kind, Nein zu sagen und damit wichtige Grenzen zu ziehen? Das Pappbilderbuch zeigt wichtige Schutzbotschaften in kindgerechten Bildern, die Kinder in Alltagssituationen zeigen.

Das Buch ...

Wie lernt ein Kind, Nein zu sagen und damit wichtige Grenzen zu ziehen? Das Pappbilderbuch zeigt wichtige Schutzbotschaften in kindgerechten Bildern, die Kinder in Alltagssituationen zeigen.

Das Buch passt bestens zu dem Kinderschutz-Rap, den man über einen QR-Code im Buch abspielen kann. Ich finde beides zusammen eine gute Möglichkeit, mit Kindern ins Gespräch zum Thema zu kommen und vor allem sie zu stärken, Nein sagen zu dürfen. Das Buch ohne den Rap finde ich allerdings zu wenig, hier kommt in meinen Augen zu wenig Inhalt rüber. Andererseits denke ich, dass Kinder ab 3 Jahren auch in der Kita mit diesem Song in Berührung kommen und so schon ganz gut informiert sind, wenn sie das Buch sehen. Die Illustrationen fangen die Situationen sehr kindgerecht ein, wann es angesagt ist, Nein zu sagen. Die Verbindung zum Song bringt alles auf ein spielerisches Lernen, was das gerade Gelernte noch mehr verstärkt, umso mehr als die Bewegungen gut mit Kindern nachgemacht werden können und dabei als weiterer Verstärker agieren. So gesehen, ist das Buch in Zusammenhang mit dem Kinderschutz-Rap eine gute Möglichkeit, das Thema mit Kindern ins Gespräch zu bringen und sie zu stärken.

Meine Empfehlung für dieses Buch gilt also unbedingt, das Buch mit dem Kinderschutz-Rap zu verbinden. Dann ist das Buch mit seinem Hintergrund auch für die Kleinen ab 3 Jahren unbedingt zu empfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.11.2025

Eine etwas andere Familiengeschichte

Botanik des Wahnsinns
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Dem Erzähler bleibt nach der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte, denn durch eine Verwechslung wurde alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage gebracht. ...

Dem Erzähler bleibt nach der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte, denn durch eine Verwechslung wurde alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage gebracht. Das Wenige, was er noch erinnert, zeigt einen Stammbaum des Wahnsinns, denn alle seine Vorfahren waren psychisch erkrankt: die Großmutter bipolar (mit noch einer ganzen Menge weiterer Diagnosen), zwölf Suizidversuche, der Großvater auffallend oft in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Zwischen all seinen Erinnerungen schimmert die Angst durch, selbst verrückt zu werden. Er landet schließlich in der Psychiatrie – als Psychologe. Hier lernt er seine Patienten und ihre Geschichten aus einem anderen Blickwinkel kennen, ihre Diagnose wird weniger wichtig als das Zuhören.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen, mit all den psychischen Erkrankungen in der Familie, die der Erzähler mit sich herumträgt. Sein Interesse für die psychischen Erkrankungen wird nachvollziehbar anhand seiner Geschichte. Seine Erzählung scheint recht sachlich zu sein, und doch schimmert immer wieder etwas Humor durch die Sätze hindurch, oft auch schwarzer Humor. Die Geschichte hört sich an nach einer Verarbeitung der eigenen Herkunft, das Ende scheint eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte zu sein. Ich kam mir immer wieder vor wie jemand, der verstohlen in die Geheimnisse eines anderen Einblick erhält, fast schon wie ein Voyeur.

So gut ich die Idee hinter diesem Buch finde, hat mich die Geschichte letztendlich nicht ganz überzeugen können – vielleicht war es das Gefühl, wie ein Voyeur auf Leons Geschichte zu blicken? Genau kann ich das gar nicht sagen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.11.2025

Solide Fortsetzung

Die Runenmeisterin
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Nachdem Ayrin im letzten Band den Kampf gegen den Hexenfürsten für sich entscheiden konnte, ist dieser auf ihr magisches Talent aufmerksam geworden. Nun will er Ayrin auf seine dunkle Seite ziehen. Dafür ...

Nachdem Ayrin im letzten Band den Kampf gegen den Hexenfürsten für sich entscheiden konnte, ist dieser auf ihr magisches Talent aufmerksam geworden. Nun will er Ayrin auf seine dunkle Seite ziehen. Dafür lässt er sie verfolgen und will, dass sie das Eiserne Buch an sich nehmen soll, damit er es erhält. Dafür warten einige Erschwernisse auf Ayrin und ihren Meister Maberic, bis hin zu Gefahr für Leib und Leben.

Das Buch ist die Fortsetzung der Geschichte um Ayrin, die im ersten Band ihre magischen Kräfte entdeckt und ihre Ausbildung als Runenmeisterin beginnt. Wie groß ihre Begabung ist, hat sich schon im ersten Band angedeutet, nun wird deutlich, dass sie dabei ist, ihren Meister zu überflügeln. Es empfiehlt sich, den ersten Band vorneweg zu lesen, sonst ist nicht immer alles verständlich, was in diesem Buch geschieht. Ayrin lebt in einer Welt, die voller Magie ist, und zusammen mit ihrem Meister sowie den anderen Runenmeistern wird es ihre Aufgabe sein, die Menschen vor böser Magie zu schützen. In diesem Buch werden einige Geheimnisse aufgedeckt, die auf eine weitere Fortsetzung hindeuten. Mehrere Handlungsstränge führen die Geschichte zu einem spannenden Höhepunkt, der weitere Fragen aufwirft. Schade, dass dem Buch keine Karte der Welt beigefügt ist, in der Ayrin lebt. Die Magie dieser Welt finde ich äußerst spannend, sehr gerne möchte ich mehr darüber erfahren.

Mich hat diese Geschichte bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Die Geschichte einer starken Frau

Mein Name ist Emilia del Valle
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Emilia ist die Tochter einer irischen Nonne und eines chilenischen Aristokraten, sie wächst in der Familie ihrer Mutter mit ihrem liebevollen Stiefvater auf, in einem ärmlichen Viertel in San Francisco. ...

Emilia ist die Tochter einer irischen Nonne und eines chilenischen Aristokraten, sie wächst in der Familie ihrer Mutter mit ihrem liebevollen Stiefvater auf, in einem ärmlichen Viertel in San Francisco. Geboren wurde sie 1866. Schon bald stellt sich heraus, dass das Schreiben ihre Leidenschaft ist, und sie schreibt siebzehnjährig erfolgreich unter einem männlichen Pseudonym Groschenromane. Das aber reicht ihr nicht, sie will jouralistisich tätig sein, und zwar unter ihrem eigenen Namen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric bricht sie auf zum Bericht über den Bürgerkrieg in Chile. Auf Geheiß ihrer Mutter soll sie ihrem leiblichen Vater einen Brief überbringen.

Wieder einmal gelingt es der Autorin Isabel Allende ausgezeichnet, eine Geschichte aus ihrer Heimat Chile lebensnah zu erzählen. Emilia del Valle ist eine starke und mutige junge Frau, der gelingt, was Frauen in ihrer Zeit eher selten gelingen kann. Dabei sind weder die Autorin noch ihre Protagonistin zimperlich, wenn es um den Bürgerkrieg in Chile geht, denn für Emilia geht es plötzlich ums nackte Überleben. Die Geschichte wirkt nicht immer ganz glaubwürdig, dennoch ist es der Autorin gut gelungen, mich in ein Land in einer längst vergangenen Zeit zu entführen, von dem ich eher wenig wusste.

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.