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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2023

Schau nicht weg!

Unsichtbar
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In "Unsichtbar" des spanischen Autors Eloy Moreno, geht es um Mobbing an der Schule und seine zahlreichen Formen und Folgen.

Der namenlose Protagonist, der eines Tages plötzlich zur Zielscheibe von emotionaler ...

In "Unsichtbar" des spanischen Autors Eloy Moreno, geht es um Mobbing an der Schule und seine zahlreichen Formen und Folgen.

Der namenlose Protagonist, der eines Tages plötzlich zur Zielscheibe von emotionaler und körperlicher Gewalt in seiner Klasse wird, führt uns durch seine Gedanken und Gefühle während dieser Zeit und lässt beim Leser unweigerlich die Frage aufkommen, warum es so viele Menschen gibt, die nicht hinsehen und helfen, sondern sich stattdessen abwenden und so tun, als würde es sie nichts angehen.

Besonders gut an diesem Buch hat mir gefallen, dass es Mobbing nicht nur aus Sicht des Betroffenen darstellt, sondern auch Einblicke in mögliche Motive und Hintergründe des Aggressors aufzeigt. Wir lernen wie schwer es Freunden und Mitschülern oft fallen kann einzuschreiten und wie machtlos sich Lehrer, Eltern oder Außenstehende fühlen können.
Dadurch betreibt es meiner Meinung nach gute Aufklärungsarbeit und wäre an Schulen sicher wirksam im Kampf gegen Diskriminierung.

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Veröffentlicht am 24.02.2022

Ein Tag wie ein ganzes Leben

Man vergisst nicht, wie man schwimmt
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Pascal, der von allen nur "Krüger" genannt wird, ist 15 Jahre alt, ein Träumer und wohnt in einem kleinen Kaff in Bayern, in dem nie etwas spannendes passiert. Am letzten Augusttag im Jahr 1999 lernen ...

Pascal, der von allen nur "Krüger" genannt wird, ist 15 Jahre alt, ein Träumer und wohnt in einem kleinen Kaff in Bayern, in dem nie etwas spannendes passiert. Am letzten Augusttag im Jahr 1999 lernen er und sein bester Freund Viktor ein Mädchen kennen, dass zumindest Pascals Leben gehörig aus der Bahn wirft.

Das Cover und der Titel des Buches haben mich schon von vornherein sehr begeistert und da ich auch den Klappentext sehr ansprechend fand und unbedingt eine Antwort auf die drei gestellten Fragen (wieso er Krüger genannt wird, nicht mehr schwimmen kann und sich nicht verlieben darf) haben wollte, hab ich mich hineingestürzt und wurde nicht enttäuscht.

Die Fragen werden erst am Ende der Geschichte aufgelöst, was die Spannung aufrecht erhält und einen immer motiviert weiterlesen lässt. Der Autor kommt ursprünglich aus Regensburg, was nur ca. 90km von meinem Heimatort entfernt liegt. Auch ich wohne in einem kleinen Ort in Bayern und schreibe gern Geschichten bzw. träume vor mich hin, weswegen ich sowohl mit Pascal als auch mit dem lockeren, humorvollen Schreibstil des Autors sofort eine persönliche Verbindung aufbauen konnte. Ja, ich konnte mich in Pascal wahnsinnig gut hineinversetzen und das Buch hat mich zurück in meine Jugend und meine Sommer katapultiert.

Mir haben die Handlung, der Spannungsbogen, die authentischen Charaktere und deren Beziehungen zueinander und auch das Ende sehr gut gefallen und ich kann das Buch getrost jedem ans Herz legen, der sich auch gerne mal an seine Jugend zurückerinnert.

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Veröffentlicht am 18.02.2022

Butter

Butter
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Rika, die als Reporterin bei einem Verlag arbeitet, soll einen bestimmten Fall bearbeiten.
Manako Kajii wird des Serienmordes im Großraum Tokio beschuldigt.
Die unattraktive Frau soll viele Männer mit ...

Rika, die als Reporterin bei einem Verlag arbeitet, soll einen bestimmten Fall bearbeiten.
Manako Kajii wird des Serienmordes im Großraum Tokio beschuldigt.
Die unattraktive Frau soll viele Männer mit ihren guten Kochkünsten in Bann gezogen und getötet haben.
Rika trifft sich wiederholt mit der beschuldigten Frau, um ein exklusives Interview zu bekommen.
Eine Geschichte in Spielfilmlänge, die auf der wahren Geschichte von Kanae Kijimas Serienmord im Großraum Tokio basiert.

Tatsächlich hat es anfangs etwas gedauert, bis ich mit der Geschichte warm geworden bin und ins Buch gefunden habe, aber sobald ich mich an den Schreibstil und die Charaktere gewöhnt hatte, konnte ich es nur schwer aus den Händen legen. Es hat mich doch sehr gefesselt.
Für jemanden, der nicht so mit den japanischen Gepflogenheiten bewandert ist, mag es vielleicht ein wenig langwierig und schwierig sein, aber ich fand den Mix aus Krimi, Kultur und Gesellschaftskritik sehr gelungen umgesetzt.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Make Revenge sexy again

Das Signal
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In "Das Signal" von Ursula Poznanski geht es um Viola, die bei einem Unfall in einem eingestürzten Weinkeller ein Bein verliert. Ihr Ehemann Adam kümmert sich liebevoll um sie und stellt sogar eine Pflegerin ...

In "Das Signal" von Ursula Poznanski geht es um Viola, die bei einem Unfall in einem eingestürzten Weinkeller ein Bein verliert. Ihr Ehemann Adam kümmert sich liebevoll um sie und stellt sogar eine Pflegerin names Otilia ein, die aber alles andere als freundlich zu sein scheint. Nach und nach bemerkt Viola, dass die vermeintliche Fürsorge Adams wohl nicht ganz ernst gemeint ist und sie beginnt heimlich ihm und einigen anderen Personen Mini-Tracker unterzujubeln und ihre Bewegungen auf ihrem Smartphone mitzuverfolgen. So erkennt sie schnell, dass ihr Ehemann sie über seinen Tagesablauf belügt und während sie mit Rollstuhl und Krücken versucht sich wieder zurück ins Leben zu kämpfen, macht sie es sich auch zur Aufgabe Adams Geheimnis zu lüften bevor dieser ihr eigenes herausfindet.

Nachdem ich bereits "Die Burg" und "Elanus" von der Autorin gelesen und für fabelhaft befunden habe (hier geht es um KI und Drohnen), wusste ich, dass mir auch "Das Signal" zusagen würde und genauso war es dann auch.
Ich liebe es, wie Poznanski ihre Thriller quasi mit moderner Technik ausstattet. Wieder einmal erwartet uns einiges an Spannung und obwohl sich der "Plot-Twist" für mich diesmal schon ab der Hälfte des Buches abgezeichnet hat, fand ich es dennoch schwer es aus der Hand zu legen. Mit Viola haben wir eine sehr starke Frau als Hauptcharakter, die sich durch nichts unterkriegen lässt und clever und besonnen für ihre Ziele kämpft. Das beklemmende Gefühl in diesem abgeschiedenen Haus am Waldrand durch die Folgen des Unfalls gefesselt und gleichzeitig der immer näher rückenden drohenden Gefahr schutzlos ausgeliefert zu sein, hat sich mir beim Lesen immer wieder aufgezwängt.
Klare Kaufempfehlung für Fans des Genres.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

London im 19. Jahrhundert

Joshua Jackelby
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In Benedict Mirows Abenteuerroman "Joshua Jackelby" geht es um einen Zeitungsjungen aus ärmlichen Verhältnissen, der sich mit seinen beiden Freunden Leroy und Charlotte und seiner Hündin Hazel durch das ...

In Benedict Mirows Abenteuerroman "Joshua Jackelby" geht es um einen Zeitungsjungen aus ärmlichen Verhältnissen, der sich mit seinen beiden Freunden Leroy und Charlotte und seiner Hündin Hazel durch das viktorianische London schlägt. Als sie eines Abends einen verletzten Mann auf der Straße finden, dem seine bahnbrechende Erfindung gestohlen wurde, geraten sie in ein Komplott, dass schon bald lebensgefährlich für die Freunde wird.

Diese Geschichte bietet wirklich alles, was man sich nur wünschen kann. Ich war sehr positiv überrascht von den genauen Beschreibungen der Orte, den interessanten und vielschichtigen Charakteren und dem spannenden Plot. Auch die eingebaute Gesellschaftskritik ist zum Glück nicht zu stark präsent, aber dennoch greifbar und nachvollziehbar. Vor allem die Geschwister und die Zirkusleute bringen viel frischen Wind in die Erzählung und mit dem Arzt und dem Professor hat man den direkten Vergleich zwischen der armen und reichen Bevölkerung. Die Antagonisten haben Gründe für ihr Handeln, auch wenn diese meiner Meinung nach leider etwas zu kurz kamen und das Ende etwas gehetzt wirkte. Dennoch fühlte ich mich auf den rund 400 Seiten überaus gut unterhalten und hoffe wir dürfen eventuell bald wieder von Joshua & Co. lesen.

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