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Veröffentlicht am 09.12.2025

Flucht, Vertreibung, Schuld, Schuldgefühle und Vergebung

Heimat aus Eis und Asche
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Der historische Roman „Heimat aus Eis und Asche“ von Annette Oppenlander beschreibt auf zwei Zeitebenen die Flucht aus Ostpreußen im Jahr 1945 und fast 50 Jahre später, wie das Suchkind Lena ihre leibhaftige ...

Der historische Roman „Heimat aus Eis und Asche“ von Annette Oppenlander beschreibt auf zwei Zeitebenen die Flucht aus Ostpreußen im Jahr 1945 und fast 50 Jahre später, wie das Suchkind Lena ihre leibhaftige Familie finden möchte.
Das Buch beginnt mit der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 und weckte in mir Erwartungen, die meinen Ansprüchen leider nicht gerecht wurde. Auch hatte ich einen anderen Romanschwerpunkt erwartet.
Man springt sofort in die Geschichte, beginnend mit Lena (im Jahr 1993) und dann mit Ellie und ihrer Mutter Margarete (ab dem Jahr 1944) und mir haben anfänglich beide Zeitebenen sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es sehr geschickt mit dem ständigen Perspektiv- und vor allem Zeitebenenwechsel die Spannung sehr lange zu halten. Da die Kapiteln eine angenehme Leselänge haben, wurden beide Zeitebenen bis zu einem gewissen Seitenzahl gleichmäßig weiterentwickelt. Danach befinden wir uns vor allem in der aktuellen Zeitebene und die ursprüngliche Thematik wurde stetig und für mich persönlich zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Ich persönlich hätte viel mehr von Ellie (aus der Vergangenheit) erfahren wollen.
Mich haben die Passagen aus der Vergangenheit im Buch emotional sehr berührt und ich fühlte mich immer mittendrin in der Geschichte, in den Dialogen und den Handlungen. Ich spürte beim Lesen direkt die eisige Kälte, die Unsicherheit, die Angst und die Hoffnungslosigkeit der Flüchtlinge. Ich habe vor allem mit Ellie mitgelitten, die schuldlos ihre Tochter Lenchen bei der Flucht verloren hat.
Die aktuelle Zeitebene um Lena nimmt die „Schwere“ der ersten Zeitebene und hat mir bis zu einer gewissen Seitenzahl ganz gut gefallen. Da es meines Erachtens immer mehr ins Kitschige abrutschte, war ich am Ende etwas enttäuscht.
Manche Szenen hätten ausführlicher beschrieben werden können und manche Nebenstränge fand ich eher überflüssig, da sie meiner Meinung nach die Thematik nicht weiterentwickelten.
Mir hat die bildhafte Sprache der Autorin sehr gut gefallen. 'Ein unsichtbarer Stachel, der nie gezogen worden war und deren Wunde nie heilte' (S. 129).
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Das Buch ist durchgehend sehr gut strukturiert.
Es gibt noch ein Nachwort mit interessanten historischen Informationen.
Ich rate dem Lektorat noch einmal sehr kritisch den Roman auf grammatikalische und sonstige Schreibfehler durchzulesen.
Fazit:
Für die historische Zeitebene vergebe ich 4 Sterne, für die aktuelle Zeitebene 2,5 Sterne; dann ziehe ich noch etwas aufgrund der vielen Schreibfehler ab, so dass es insgesamt noch gnädige 3 Sterne werden.
Es ist ein Buch für Leser, die sich an einem kitschigen Happy-End nicht stören

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Der siebenjährige Krieg zwischen Friedrich II und Maria Theresia

Sieben Jahre
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Dies ist mein erstes Buch von der Bestsellerautorin Tanja Kinkel und ich freute mich, dass ich dieses Buch bei lovelybooks gewonnen hatte. Als ich die Buchsendung öffnete und das Buch betrachtete, war ...

Dies ist mein erstes Buch von der Bestsellerautorin Tanja Kinkel und ich freute mich, dass ich dieses Buch bei lovelybooks gewonnen hatte. Als ich die Buchsendung öffnete und das Buch betrachtete, war ich sofort sehr positiv überrascht. Das Buchcover mit dem reliefartigen Aufdruck und dass alle drei Buchseiten passend zum Buchcover mit der „vergilbten“ Farbe, hat mich gleich begeistert, da es sehr „historisch“ aussah.
Ganz am Anfang des Buches gibt es eine Kurzbeschreibung der königlichen Familie sowie ein ausführliches Personenregister der wichtigsten Personen. Dieses Goodie sowie das Nachwort der Autorin fand ich sehr hilfreich und für mich war es auch notwendig.
Mir hat der Prolog mit den drei Tagen im August noch sehr gut gefallen. Es war eine interessante Zeitraffung mit historisch wichtigen Szenen. Der „Kampf“ mit dem Roman begann jedoch direkt danach, als es um den Vorkrieg zum 7jährigen Krieg ging, umfasste das Kapitel „Berlin, Januar 1756“ mehr als 50 Seiten und die einzelnen Szenen waren nur durch eine (unscheinbare) Leerzeile getrennt. Hätte man dieses „Monsterkapitel“ in mehrere Unter-Kapiteln mit beschreibenden Überschriften aufgeteilt, wäre mir das Lesen viel leichter gefallen und ich hätte das ein oder andere Unterkapitel dann auch noch gelesen. Für mich zog sich der Roman wie ein Kaugummi. Sobald die Kapiteln deutlich kürzer waren, hatte ich dann auch mehr Seiten am Stück gelesen, mit erhöhtem Lesespaß.
Der Schreibstil war für mich nicht immer durchgehend flüssig zu lesen, die historischen Hauptprotagonisten wirkten jedoch immer glaubhaft dargestellt. Ich fand die Informationen, die ich in diesem Buch über Friedrich II, seinen Bruder Heinrich, über Maria Theresia sowie über den Siebenjährigen Krieg erhalten habe, immer sehr interessant. Ich empfehle daher dem Verlag um eine strukturelle Überarbeitung dieses Romans.
Fazit:
Ich habe für die strukturelle Darstellung und vereinzelte Durchhänger jeweils einen Punkt abgezogen und vergebe daher noch 3 von 5 Sternen und eine bedingte Kaufempfehlung für alle Fans von historischen Romanen, die gerne auch mal mehr als 800 Seiten lesen.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Mathildes Geheimnis

Vor hundert Sommern
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Es ist immer erstaunlich, was man in alten Kellern so alles findet. Diese Erfahrung machen auch Anja und ihre Tochter Lena, die für Anjas Mutter Elisabeth ein paar persönliche Sachen aus deren Wohnung ...

Es ist immer erstaunlich, was man in alten Kellern so alles findet. Diese Erfahrung machen auch Anja und ihre Tochter Lena, die für Anjas Mutter Elisabeth ein paar persönliche Sachen aus deren Wohnung einpacken sollen, um ihr diese in ihr Pflegeheim zu bringen. Sie stoßen auf Gegenstände von Elisabeths Tante Clara, über die Anja jedoch sehr wenig weiß und über die ihre Mutter Elisabeth eigentlich auch nichts erzählen will. Die Autorin Katharina Fuchs gibt dem Leser nach und nach immer mehr Einblicke über das Leben von Elisabeths Tante Clara preis.
Der Schreibstil ist sehr flüssig. Das Buch an sich ist sehr gut strukturiert. Die Autorin hält die Spannung durch die zwei sich ständig wechselnden Zeitebenen, in denen die Geschichte erzählt wird.
Die erste Zeitebene beginnt in der Gegenwart und es wird die Geschichte von Lena und ihrer Mutter Anja erzählt, die von Lenas Großmutter Elisabeth das Familiengeheimnis entlocken möchten. Die zweite Zeitebene beginnt im Jahr 1924 mit der Bierflaschenspülerin und spätere Hundesalonbetreiberin Clara.
Da ich sehr gerne historische Romane lese, hat mich vor allem der historische Teil von „Vor hundert Sommern“ interessiert. Die fiktiven Protagonistinnen vor hundert Jahren sind authentisch und ihr Verhalten nachvollziehbar. Die Gegenwartsgeschichte fand ich insgesamt noch ok. Es werden die aktuellen Themen des Jahres 2024 angesprochen, was mir jetzt nicht so gut gefallen hat. Mich hat die Vergangenheit vor 100 Jahren interessiert und nicht die Gegenwartsproblematik, die täglich in den Medien präsent sind. Mir wäre es lieber gewesen, wenn Claras Geschichte detaillierter und ausführlicher und die Gegenwartsgeschichte stark verkürzter erzählt worden wäre.
Ich fand (nur) die historische Geschichte interessant und faszinierend, aber auch hier fehlte leider der Tiefgang.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Das Jahr 1933 im Deutschen Reich in Romanform

Zwanzig Jahre - 1933
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Der Autor Roman Just beschreibt im ersten Band der Reihe „Zwanzig Jahre“ wie sich das Leben der im Deutschen Reich lebenden Menschen im Jahr 1933 verändert. In diesem historischen Roman sind die Personen ...

Der Autor Roman Just beschreibt im ersten Band der Reihe „Zwanzig Jahre“ wie sich das Leben der im Deutschen Reich lebenden Menschen im Jahr 1933 verändert. In diesem historischen Roman sind die Personen und Handlungen zwar fiktiv, diese sind jedoch in den tatsächlichen Begebenheiten eingebettet.
Besonders gut haben mir Sätze wie „Niemand konnte ahnen, dass (an Silvester) die Glocken der Kirchen den Countdown zu einem Albtraum einläuteten“ gefallen. Im Allgemeinen ist der Schreibstil jedoch eher sachlich gehalten, so dass ich bereits zu Beginn eine gewisse Distanz zu den Protagonisten aufgebaut hatte und dies auch bis zum Ende blieb. Manchmal stockte bei mir auch der Lesefluss, da die Sätze teilweise sehr lang und der Inhalt kompliziert beschrieben wurde. Für mich wurde der Spannungsbogen jedoch aufgrund der Thematik aufrecht erhalten.
Mir hat die Struktur des Buches mit den monatlichen Kapitelbezeichnungen ganz gut gefallen. So konnte ich die Veränderungen des täglichen Lebens und der politischen Ereignisse monatsgenau zuordnen. Mit 320 Seiten ist dieser historische Roman ziemlich dünn und der Autor hat weitgehendst auf empathische Ausschmückungen verzichtet.
Es ist ein Buch, das die Situation im Deutschen Reich im Jahr 1933 authentisch wiedergibt

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Am Anfang fehlte der Pep

Herrliche Zeiten - Die Himmelsstürmer
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Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Die „herrlichen Zeiten“, direkt nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich und der Reichsgründung 1871, finde ich eine sehr interessante Zeit. Im Klappentext werden ...

Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Die „herrlichen Zeiten“, direkt nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich und der Reichsgründung 1871, finde ich eine sehr interessante Zeit. Im Klappentext werden die drei Nationen Deutschland, Frankreich und England durch die Hauptprotagonisten Paul, Auguste und Vicky präsentiert und klang sehr vielversprechend. Da ich in der Vergangenheit bereits Romane von Peter Prange gelesen habe und mir sein Schreibstil prinzipiell sehr gut gefällt, habe ich mich total auf dieses Buch gefreut. Der Schreibstil ist – wie immer - sehr flüssig und das Buch sehr gut strukturiert. Hier erkannte ich mal wieder die erfahrene Feder des Autors.
Für die englische Vicky sind es herrliche Zeiten, da in Europa endlich wieder Frieden herrscht. Sie schließt in dem freien Karlsbad 1871 Freundschaft mit dem deutschen Ingenieur Paul Biermann und dem französischen Koch, Auguste Escoffier. Hierfür reicht nur ein Picknick und jeweils ein englischer Penny für die Männer als Geschenk aus. Dies ist eine der Szenen, die mich leider nicht überzeugt haben, da die Dialoge auch irgendwie flach waren. Auch die vorgestellten Hauptprotagonisten wirkten anfänglich nicht wirklich interessant. Ich fühlte mich auch nicht immer wirklich mitten im Geschehen, eher etwas abseits und ich wurde auch mit den Protagonisten anfänglich nicht so richtig warm. Mir fehlten auch ein paar logische Erläuterungen für das Verhalten der Protagonisten. Nach 200 Seiten hat mir die Geschichte jedoch deutlich besser gefallen.
Ich fand die Informationen, die ich in diesem Buch über Auguste Escoffier erhalten habe, immer sehr interessant.
Ich vergebe noch 3 von 5 Sternen und eine bedingte Kaufempfehlung.

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