Herlindes Weg
Das Blau ferner RäumeHerlindes Begabung für die darstellende Kunst wird frühzeitig von ihrer Lehrerin erkannt und gefördert. Doch in dem kleinen Dorf im Südtirol gibt es bald schon keine Möglichkeit der Weiterentwicklung für ...
Herlindes Begabung für die darstellende Kunst wird frühzeitig von ihrer Lehrerin erkannt und gefördert. Doch in dem kleinen Dorf im Südtirol gibt es bald schon keine Möglichkeit der Weiterentwicklung für sie. Der Vater, Schornsteinfeger des Ortes, lässt sie ziehen in die Großstadt nach Mailand, wo sie ihre Matura macht mit begleitender Ausbildung in der Malerei, um anschließend die Kunstakademie zu besuchen. Herlinde ist schüchtern und fühlt sich in der Gegenwart von Menschen eher unwohl. Mit Signorina Dina Casini, ihrer Vermieterin und Wohltäterin, baut sie im Laufe der Zeit ein sehr inniges Verhältnis auf. Sie gibt ihr Halt im Alltag durch eine strenge Disziplin und ein strukturiertes Leben. Der Zweite Weltkrieg zerstört jedoch abrupt die sorgfältig durchdachten Zukunftspläne und erfordert ein Umdenken und Handeln.
Vera Zwerger Bonell entwirft in ‘Das Blau ferner Räume‘ das Bild einer jungen Frau, die den Traum ihre künstlerischen Ideen in der Malerei auszuleben, in einer Zeit – zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts - verwirklicht, als für Frauen dieser berufliche Werdegang nicht vorgesehen war und gesellschaftlich misstrauisch beäugt wurde. Herlinde ist introvertiert, stets an sich zweifelnd, trotz erfolgreichen Schaffens. Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt, von einem Beobachter, der sehr detailliert seine Wahrnehmungen wiedergibt und von Herlinde selbst, die ihren Lebensweg durch wiederkehrende Rückblenden beschreibt.