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Veröffentlicht am 12.02.2026

Sozialstudie einer Dreierbeziehung

Spielverderberin
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ZUM BUCH

„Spielverderberin“ ist der Debütroman von Marie Menke.

In 12 Kapiteln werden auf 213 Seiten zwei Stränge mit zeitlichem Abstand von 4 Jahren abwechselnd aus der Perspektive einer Protagonistin ...

ZUM BUCH

„Spielverderberin“ ist der Debütroman von Marie Menke.

In 12 Kapiteln werden auf 213 Seiten zwei Stränge mit zeitlichem Abstand von 4 Jahren abwechselnd aus der Perspektive einer Protagonistin erzählt.

Es geht um drei Schulfreundinnen und ihre Dreierbeziehung, die ihre ganz eigene Dynamik entwickelt.
Sophie und Lotte kommen aus Aulbach im Süthland, einem fiktiven Bauerndorf. Sie kennen sich schon seit Kindertagen und ihre Mütter sind befreundet.
Romy zieht aus München nach Aulbach und stößt in der Oberstufe auf die beiden. Fortan sind sie zu dritt, aber nicht wirklich. Lotte und Romy sind enger miteinander, als Lotte und Sophie es jeh waren und Sophie und Lotte sind auch nicht mehr das, was sie mal waren und Sophie und Romy sind … im Grunde mehr Zweckgemeinschaft als echte Freundschaft. Als Lotte krank wird, sind nur noch Romy und Sophie da und kommen sich näher, aber eine Party nach dem Abi endet fatal und verfolgt Sophie bis in die Gegenwart.


MEINE MEINUNG

Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen und konnte es nicht weglegen. Sowas passiert mir sehr selten. Die Sprache ist einfach toll: Einfach, nicht zu lange Sätze, dafür sehr bildlich und tiefgründig. Man kann sich auf den Inhalt zwischen den Zeilen konzentrieren und sich sein eigenes Bild machen.

Das Buch ist aus Sophies Sicht geschrieben und ich konnte ihre Perspektive sehr gut nachvollziehen. Auch ihre Schuldgefühle waren mir nicht fremd. Sie war zeitweise wie das fünfte Rad am Wagen, aber auch wichtig für die Balance der Dreierfreundschaft. Sie kam mit der Lüge, die sie bewahren sollte, auf Dauer einfach nicht klar.

Gerade der zweite Strang in der Gegenwart - vier Jahre nach dem Abi - zeigt sehr gut, wie fragil Freundschaften sein können, dass man sich auseinanderlebt und Lücken schafft, die nicht mehr überbrückt werden können, vor allem wenn eine Lüge im Spiel ist und nicht mit offenen Karten gespielt wird. Und dass Eltern sich zurückhalten sollten mit ihren Aktivitäten, auf Freundschaften Einfluss nehmen zu wollen.

Es ist keine sonderlich aufregende Story, eher eine Sozialstudie. Und ein Denkanstoß. Aber als solche durchaus gelungen.


FAZIT

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen und ich empfehle es uneingeschränkt.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Kleiner Einstieg in ein großes Thema

Durchblick Künstliche Intelligenz
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INHALT und STRUKTUR

Das kompakte KOSMOS-Buch „Künstliche Intelligenz“ von Brian Clegg bietet dem Leser einen ersten Einsteig in das brandaktuelle Thema KI - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die Reihe ...

INHALT und STRUKTUR

Das kompakte KOSMOS-Buch „Künstliche Intelligenz“ von Brian Clegg bietet dem Leser einen ersten Einsteig in das brandaktuelle Thema KI - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die Reihe DURCHBLICK soll laut Verlag „komplexe Themen verständlich und spannend machen“ und einem einen qualitativ guten Überblick geben.

Wer sich tiefer in das Thema einlesen möchte, kann auf zahlreiche andere Werke zurückgreifen, die den Markt derzeit geradezu überfluten.

Auf 160 Seiten bietet das vorliegende Buch in 8 Kapiteln kurze und prägnante Antworten auf über 50 teils grundlegende, teils provokative Fragen rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI - im Englischen AI).
Wer sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird vielleicht nicht viel Neues entdecken, aber ein bisschen mehr Struktur in sein Wissen bekommen.

Jedes Kapitel beginnt neben einer zweiseitigen Einleitung mit Grafiken, die die Themenschwerpunkte und Schlagwörter miteinander in Beziehung setzen. Für jede Frage ist eine Doppelseite vorgesehen, wobei die rechte Seite die Antwort in Kurzform noch mal auf den Punkt bringt.


MEINE MEINUNG

Das Buch ist schon aufgrund seiner auffälligen Farbgestaltung des Covers in Neonrot ein Eyecatcher. Wenn man kurz reinblättert, sieht man, dass es sehr bunt gestaltet ist und viele Bilder und Grafiken sowie Texte mit fett hervorgehobenen Wörtern enthält. Ich liebe derart strukturierte Bücher, die sich auf das Wesentliche beschränken. Weniger ist mehr!

Das Thema ist im stetigen Wandel und sehr komplex. Auch wenn man schon Erfahrungen mit ChatGPT, Siri & Co. gemacht hat, so bleiben Fragen offen: Wo soll das alles hinführen? Was erwartet uns in der nahen und fernen Zukunft? Welche Rolle wird der Mensch spielen?

Ich finde, dass die brennendsten Fragen in dem Buch ausreichend detailliert beantwortet wurden und man nach dem Lesen ein klareres Bild hat, was KI eigentlich ist, wozu sie in der Lage ist und wo die Grenzen sind.


FAZIT

Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt für alle, die einen Überblick haben und in das Thema einsteigen möchten, ohne sich darin zu verlieren!

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Veröffentlicht am 28.05.2024

Ein absoluter Pageturner

Der 1. Patient
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ZUM BUCH

ALLGEMEINES

„Der 1. Patient“ von Florian Schwiecker und Prof. Dr. Michael Tsokos ist der vierte Band in der Reihe der Justizkrimis mit den Berliner Ermittlern Rocco Eberhardt (Strafverteidiger) ...

ZUM BUCH

ALLGEMEINES

„Der 1. Patient“ von Florian Schwiecker und Prof. Dr. Michael Tsokos ist der vierte Band in der Reihe der Justizkrimis mit den Berliner Ermittlern Rocco Eberhardt (Strafverteidiger) und Justus Jarmer (Rechtsmediziner).

Das Cover ist schon deshalb ein Hingucker, weil einem das Autorenduo und der rote Titel quasi entgegenspringen. Dazu noch ein Bild von einem Mediziner in rotem Kittel vor einem Wagen mit Bildschirm und allerlei technischen Geräten, was einem schon einen zusätzlichen Hinweis zum Thema gibt.

Das Buch hat 340 Seiten und besteht aus 3 Teilen mit ingesamt 78 Kapiteln.


INHALT

Es geht in diesem Fall um Sasha Müller, eine renommierte Gefäßchirurgin in einer Berliner Klinik, die der fahrlässigen Tötung beschuldigt wird, nachdem bei einer Routine-OP ein 50jähriger Mann noch auf ihrem OP-Tisch verstirbt. Zunächst klingt das sehr unspektakulär, wäre da nicht die Künstliche Intelligenz, die auch mitmischt. Sasha Müller ist nämliche eine Vorreiterin und setzt schon seit mehreren Jahren erfolgreich KI-Systeme zur Unterstützung bei OPs in ihrer Klinik ein. Damit steht sie schon eine Weile unter medialem Beschuss, hat jedoch ihre Position immer wieder souverän verteidigen können - bis zum Tod ihres Patienten. Nun steht sie wieder im Rampenlicht und die Fronten teilen sich in zwei Lager, die beide auf sie eindreschen und ihr die volle Verantwortung für den Todesfall zuschreiben…was steckt dahinter und kann Eberhardt sie da rausboxen?


MEINE MEINUNG

Ich fand Titel und Thema als solches schon sehr spannend und die Leseprobe hat mich bereits auf den ersten Seiten überzeugt.
Ich liebe kurze Kapitel und Sinnabschnitte zum Verdauen und Nachdenken und und (nicht nur) in dieser Hinsicht war das Buch perfekt.
Den Hauptteil macht die Gerichtsverhandlung aus, was das Genre „Justizkrimi“ ja auch nahe legt.

Künstliche Intelligenz und ihr Einsatz sind ein riesengroßes und brandaktuelles Thema. Ich bin da sehr zwiegespalten und sehe nicht nur die Vorteile, auch wenn diese unbestreitbar vorhanden sind. Ich verwehre mich ja auch nicht der technischen Unterstützung im Alltag. Aber bei der Sprachsteuerung und selbst fahrenden Fahrzeugen hört es bei mir auf. Ich möchte auch noch Eigenverantwortung und Autonomie behalten und nicht alles abgeben. Aber genau diese Sichtweisen wurden in dem Buch sehr klar formuliert, ohne Wertung, was ich besonders gut fand. Es ist und bleibt die Frage der Verantwortung und Schuld, wenn die Systeme Fehler machen. Und genau diese wird in dem Roman von allen Seiten beleuchtet. Dazu wurde sehr gut recherchiert, wie ich finde.

Die Wendungen in der Geschichte sind unerwartet und überraschend. Sie halten den Spannungsbogen jedoch sehr hoch und machen einen Pageturner aus der Lektüre.

Ich bin wirklich begeistert und habe das Buch in kurzer Zeit geradezu verschlungen. Ich wüsste nicht, was man vom Handlungsstrang her besser machen könnte bei diesem Thema.

Daher gebe ich volle 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Sehr rosa, sehr Katze und wirklich klasse!

Die Katze kocht!
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"Die Katze kocht!" ist ein sehr modern aufgemachtes Kochbuch von Daniela Katzenberger. Diese sollte man eigentlich kennen, ansonsten kann man sich auf Wikipedia ja noch schnell schlau machen.


ALLGEMEINES

Das ...

"Die Katze kocht!" ist ein sehr modern aufgemachtes Kochbuch von Daniela Katzenberger. Diese sollte man eigentlich kennen, ansonsten kann man sich auf Wikipedia ja noch schnell schlau machen.


ALLGEMEINES

Das Kochbuch hat einen festen rosa Einband im Standardformat und ist mit dem Glitzerdruck ein Hingucker. Es passt zur Autorin und zwar sowas von!

Durch die Aufmachung spricht es vor allem Mädchen und junge Frauen an und für die ist es letztlich auch gemacht.

Das Buch ist sehr liebevoll und detailverliebt gestaltet und beinhaltet in erster Linie die schnell und einfach nachzumachenden Lieblingsrezepte der Autorin. Sie betont bereits im Vorwort, dass sie keine Gewürzmischungen und ausgefallenen Zutaten mag und beim Würzen voll auf Zwiebeln und Tomatenmark setzt.

Die Rezepte sind eine gelungene Mischung aus Klassikern wie Hühnerfrikassee, Rahmgeschnetzeltem und Käsekuchen sowie optisch ausgefalleneren Sachen für Kinder oder zu Weihnachten. Auch LowCarb-Shakes und Beauty-Highlights fehlen nicht. Und alles ist sehr ansprechend bebildert.

MEINE MEINUNG

Ich finde das Buch einfach richtig toll!

Ich hatte noch selten ein Koch-/Backbuch in der Hand, in dem mich so viele Rezepte sofort angesprochen und auch nach einem Blick auf die Zubereitungszeit und die Zutaten noch zum Nachmachen animiert hätten. Man merkt, dass die Rezepte schon mal gekocht/gebacken wurden. Auch die Bilder sind sehr appetitlich gestaltet und vor jedem Kapitel bekommt man auf zwei Seiten einen kleinen Einblick in das Privatleben der Autorin. Zudem sind auch Tipps eingestreut, die ich wirklich bereichernd fand. Ich habe sofort das ein oder andere (mit Erfolg) ausprobiert und vertraue diesem Buch nun uneingeschränkt hinsichtlich der Gelingsicherheit.

FAZIT

Ein tolles Buch für die moderne Hausfrau und Mutter im 21. Jahrhundert ;O)

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Veröffentlicht am 25.09.2020

Wer entscheidet über den Tod?

GOTT
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ALLGEMEINES

In Ferdinand von Schirachs Theaterstück „GOTT“ geht es um eine brandaktuelle Debatte, nämlich die Frage, wer letztlich entscheiden darf, wann und wie wir sterben.

Hintergrund ist die Aufhebung ...

ALLGEMEINES

In Ferdinand von Schirachs Theaterstück „GOTT“ geht es um eine brandaktuelle Debatte, nämlich die Frage, wer letztlich entscheiden darf, wann und wie wir sterben.

Hintergrund ist die Aufhebung des §217 StGB im Februar 2020 durch das Bundesverfassungsgericht. Seither sind die rechtlichen Restriktionen für die freiwillige Hilfe bei freiverantwortlichen Suiziden annulliert worden, was bedeutet, dass man sich nicht mehr strafbar macht, wenn man (vorrangig todkranken) Menschen beim Suizid hilft. Die sich stellende Frage ist nun, wie weit man dies dehnen kann, wenn man die Klammer aufhebt.

ZUM INHALT

Im Mittelpunkt der Verhandlung vor dem Ethikrat steht der kerngesunde 78jährige Architekt Richard Gärtner, der eine tödliche Dosis an Natrium-Pentobarbitol beantragt, um sein Leben, das ihm seit dem Tod seiner Frau drei Jahre zuvor nicht mehr lebenswert erscheint, vorzeitig zu beenden. Es will mit seinem Antrag ein Exempel statuieren.

Schirach hat in seinem kleinen Theaterstück in zwei Akten die drei großen Instanzen zusammengebracht, die jeweils einen recht klaren Standpunkt zu dem brisanten Thema vertreten: Das Gesetz, die Medizin und die Kirche.

Die Diskussion wird durch Sachverständige dieser Instanzen sowie den Ethikrat, Gärtners Anwalt und Freund sowie seine Ärztin angefacht und am Ende bleiben das große Fragezeichen und die bedeutungsschwangeren Pünktchen zurück, mit denen Schirach den Leser aus dem Stück entlässt und zum eigenen Denken anregt, wie es so typisch für ihn ist.

MEINE MEINUNG

Ich habe das Buch als Sachbuch mit Unterhaltungs- und Aufklärungswert empfunden und sehr aufmerksam und mit großem Interesse gelesen. Für mich war es eine echte Bereicherung.
Die drei Essays namhafter Wissenschaftler im Anhang ergänzen das kurzweilige Theaterstück zu einem gelungenen Sachbuch, das einem alles Wissenswerte zum aktuellen Stand beim Thema Suizidbeihilfe vermittelt, damit man sich selbst ein Urteil bilden und bei der öffentlichen Debatte mitreden kann.
Ich glaube, dass sich jeder Leser gut in die Situation des Antragstellers hineinversetzen kann und versteht, wo die Grauzone beginnt, die durch die Aufhebung von §217 StGB erneut entstanden ist. Wir müssen und alle fragen, wie es in absehbarer Zeit für uns selbst aussehen soll – subjektiv sieht die ganze Sache nämlich mitunter ganz anders aus!

FAZIT

Ein wirklich lesenswertes Buch zu einem hochbrisanten Thema unserer Zeit, das die Meinungsfindung erheblich erleichtert!

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