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Veröffentlicht am 31.01.2018

Wildgansjagd

Lebe gefährlich!
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Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass wir oft in unserem Lieblingslokal bei jedem Besuch denselben Platz ansteuern? Auch in unseren Kirchen und Gemeinden nimmt jeder wie selbstverständlich seinen vertrauten ...

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass wir oft in unserem Lieblingslokal bei jedem Besuch denselben Platz ansteuern? Auch in unseren Kirchen und Gemeinden nimmt jeder wie selbstverständlich seinen vertrauten Platz ein. Es scheint etwas in uns zu geben, das automatisch den vertrauten, gewohnten Platz sucht. Wenn es nur um einen Sitzplatz geht, ist das nicht weiter schlimm, aber die meisten von uns wagen sich auch bei Lebensentscheidungen nicht gern über die selbstgesetzten Grenzen hinaus.
Dieses Buch fordert zu einem abenteuerlichen Leben hinaus. Ausgehend von der keltischen Bezeichnung für den Heiligen Geist als eine Wildgans, zieht sich das Leitmotiv einer Wildgansjagd durch das Buch. Dabei geht das Buch weniger auf das Wirken des Heiligen Geistes ein, und manchmal wirkt die wiederholte Erinnerung an eine Wildgansjagd als störend im Lesefluss. Das Buch ist aber vielmehr eine Aufforderung sich nicht an Sicherheiten festzuhalten, und ein ermutigender Ruf Gott nachzufolgen, auch wenn das abenteuerlich und mitunter sogar gefährlich sein kann.
Nach einem einführenden Kapitel werden sechs Hürden beschrieben, die uns davon abhalten können leidenschaftlich Gott nachzufolgen. Batterson betont immer wieder, dass wir nicht dazu geschaffen wurden ein bequemes Leben zu führen. Erfüllung finden wir dann, wenn wir von ganzem Herzen bereit sind etwas für Gott zu wagen. Zum Abschluss jedes Kapitels finden sich einige Fragen, die dabei helfen das Gelesene auf das eigene Leben anzuwenden. Das Buch schließt mit einer Reihen von wertvollen Zitaten oder Gedankenanstöße ab, z.B. „Verdienen Sie nicht nur Ihren Lebensunterhalt. Leben Sie.“ Diese Aussage ist auch eine gute Beschreibung von dem Hauptanliegen dieses Buchs.
Das Buch lässt sich leicht lesen. Obwohl viele tiefgründige, wertvolle und biblisch fundiert Impulse vermittelt werden, wird das Lesen nicht langweilig. Dafür sorgen eingestreute Erlebnisse und Anekdoten, die das Gesagte veranschaulichen. Jedes Kapitel wird auch mit einer kurzen Beschreibung einer biblischen Figur, die ähnliche Herausforderungen erlebte, untermalt. Es gefällt mir, dass Batterson auch offen von seinen eigenen Erlebnissen und auch Fehler berichtet.
Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, denn ich denke die Aufforderung von der bequemen Kirchenbank aufzustehen und endlich auch zu leben, was man glaubt, ist in unserer Zeit dringend notwendig. Was das für den Einzelnen bedeutet ist sicher sehr unterschiedlich, aber dieses Buch liefert das Werkzeug um dieser Frage, auf das eigene Leben bezogen, nachzugehen.

Veröffentlicht am 09.06.2026

Jetzt geht’s erst richtig los

Neuanfang im Ruhestand
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Es könnten die besten Jahre des Lebens sein: viel mehr Zeit als früher, die Möglichkeit den Alltag selbst zu gestalten und weniger Verantwortung. Doch der Abschied vom Berufsleben fällt vielen unendlich ...

Es könnten die besten Jahre des Lebens sein: viel mehr Zeit als früher, die Möglichkeit den Alltag selbst zu gestalten und weniger Verantwortung. Doch der Abschied vom Berufsleben fällt vielen unendlich schwer. Dieses Buch gibt wertvolle Tipps für diesen besonderen Lebensabschnitt.

Die körperlichen Kräfte lassen nach, die Emotionen verändern sich. Nicht nur das führt dazu, dass der Ruhestand als stürmisch empfunden wird. Ohne berufliche Tätigkeit kann das Leben sinnlos erscheinen, und finanziell muss man meistens mit weniger auskommen. Nachdem der Autor in einem ersten Teil auf diese Hürden eingeht, spricht er in einem zweiten Abschnitt über einen wertvollen Hoffnungsanker in dieser stürmischen Zeit.

Im dritten Teil nennt Martin Knispel konkrete Vorschläge, um die richtigen Weichen für diese Jahre zu stellen. Er schreibt über Beziehungen, ehrenamtliche Tätigkeiten, Spiritualität und mehr. Der vierte und letzte Teil enthält fünf Lebensbilder; von Kindheit und Jugend an bis zur reichen beruflichen Erfahrung und einer teils ganz anderen Berufung im Alter.

Dieses kleine Buch enthält viele hilfreiche Anregungen. Neben praktischen Vorschlägen, spielt das Thema Glaube eine wichtige Rolle, was niemals erschlagend wirkt, sondern wie eine wohltuende Einladung. Obwohl sich das Buch an beide Geschlechter richtet, werden sich wohl vor allem Männer angesprochen fühlen, da es eher um den Abschied von einer geschäftigen Karriere geht als um das leere Nest oder andere Themen, die Frauen stärker berühren können.

Die Beispiele am Ende des Buches sind etwas enttäuschend. Die Beschreibung der jeweiligen Karriere nimmt den meisten Raum ein, die neue Tätigkeit im Alter wird nur kurz erwähnt. Interessanter wären mehr konkrete Beispiele für sinnvolle Aufgaben im Alter gewesen.

Der Autor schreibt über diesen Lebensabschnitt: „Die Jahre, die ich geschenkt bekomme, möchte ich gerne so einsetzen, wie in diesem Buch beschrieben: bereit sein, anderen zur Seite zu stehen, die schönen Dinge des Lebens intensiver genießen und immer wieder Zeit haben zum Lesen, Träumen und um auf den See zu schauen.“

Und, „Diese geschenkte Gelassenheit … ist die wache und aufmerksame Einstellung, das Leben mit Offenheit und Vertrauen zu leben und sich auch dann getragen zu wissen, wenn man nicht mehr so viel ‚tut‘, sondern mehr ‚ist‘.“

Fazit: Ein positiver Blick auf die besten Jahre des Lebens. Sehr empfehlenswert für alle, die ihren Ruhestand bewusst gestalten wollen. Sehr gut auch als Geschenk für glaubensferne Menschen geeignet.

Veröffentlicht am 30.05.2026

Verstehen, warum das Böse zuschlägt

Die Psyche des Bösen
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Die Aufgabe eines Profilers ist es einen Kriminellen zu verstehen. Indem er in die Gedankenwelt des Täters hineinschlüpft, kann er Verdächtige besser identifizieren.

Der Profiler Axel Petermann hat bereits ...

Die Aufgabe eines Profilers ist es einen Kriminellen zu verstehen. Indem er in die Gedankenwelt des Täters hineinschlüpft, kann er Verdächtige besser identifizieren.

Der Profiler Axel Petermann hat bereits mehr als tausend Fälle bearbeitet, darunter viele Cold Cases, also ungelöste Mord- und Tötungsdelikte. In diesem Buch untersucht er drei spannende Kriminalfälle, die schon lange zurückliegen. Dabei beschäftigt ihn die Frage: Was bringt einen Menschen dazu, einen anderen umzubringen?

Am ausführlichsten wird vom Verschwinden eines 13-jähriges Mädchen in der ehemaligen DDR berichtet. Dabei erfahren Leser Überraschendes über das Leben und die Polizeiarbeit im ostdeutschen Staat. Obwohl das Verbrechen mehr als vierzig Jahre zurückliegt, bringt Petermann Erstaunliches zu Tage.

Bei einem zweiten Bericht fragt man sich unweigerlich: Hätte der dreifache Mord verhindert werden können, wenn jemand das problematische Verhalten eines 11-jährigen ernster genommen hätte?

Beim dritten Mord, der vor Jahrzehnten in einer Käserei begangen wurde, geht es um schlampige Ermittlungsarbeit, die Zweifel an der Verurteilung des angeblichen Mörders aufkommen lässt.

Bei jedem Fall begleitet der Leser Petermann Schritt für Schritt bei seiner Arbeit. Besonders der erste Fall erinnert an gute Detektivromane, beispielsweise die von Agatha Christie. Die Spuren weisen zunächst auf einen Täter hin, führen jedoch bald darauf in eine andere Richtung. Die Reise auf dem Weg zur Auflösung der Fälle ist spannend, sodass man nicht mit dem Lesen aufhören möchte.

Der zweite Fall ist ganz anders. Hier wird vor allem der psychologische Aspekt beleuchtet – was passiert in der Kindheit eines Menschen, sodass das Böse wachsen und schließlich ausufern und Menschenleben nehmen kann?

Auch der dritte Fall bringt einen neuen Gesichtspunkt dazu, denn auf diesen Seiten geht es vor allem um die Tatrekonstruktion. Für mich persönlich ist dieser Bericht zu grausam. Doch insgesamt schätze ich es, dass dieses Buch so einen umfassenden Blick auf die Fallanalyse und Kriminaltechnik gibt.

Fazit: Eine Schatztruhe voller Insiderwissen über die Aufklärung von Mordtaten anhand von drei konkreten Fällen. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die sich für „True Crime“ interessieren.

Veröffentlicht am 23.05.2026

Zwiebelmett – warum nicht?

Der Islam und ich
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Mehr und mehr Muslime leben inzwischen in Deutschland. Viele befürchten, dass diese Emigranten Gesellschaft und Politik ihren Stempel aufdrücken werden, dass christliche Werte durch muslimische ersetzt ...

Mehr und mehr Muslime leben inzwischen in Deutschland. Viele befürchten, dass diese Emigranten Gesellschaft und Politik ihren Stempel aufdrücken werden, dass christliche Werte durch muslimische ersetzt werden, und dass es deswegen mehr Straftaten geben wird. Andere sehen den Islam als Bereicherung an und begrüßen die dadurch entstandene kulturelle Vielfalt im Land.

Der Bestseller-Autor Hasnain Kazim kennt beide Seiten. Seine Eltern stammen aus Pakistan, waren schiitische Muslime und sind inzwischen evangelisch. Kazim ist also nicht in einer muslimischen Parallelgesellschaft aufgewachsen, sondern glücklich integriert in einem norddeutschen Dorf, mitsamt leckeren Schweinemettbrötchen.

Bei Verwandtenbesuchen und später als Korrespondent lebt er in Pakistan und der Türkei. Wenn er also über den Islam schreibt, weiß er, wovon er spricht. Und es brodelt in dem konfessionslosen Autor. Da ist etwas, das er unbedingt loswerden will. Freunde warnen ihn, sagen, es sei zu gefährlich den Islam zu kritisieren. Dabei möchte er den Islam nicht schlechtreden, sondern einfach auf einige Warnzeichen hinweisen.

Er erklärt: „Es gibt viele Gründe, diesen Text nicht zu schreiben. Und doch muss ich es tun. Ursprünglich wollte ich nur einen Artikel für eine Zeitung verfassen, die mir eine ganze Seite dafür anbot. Dann begann ich zu schreiben und stellte fest: Ich brauche mehr Platz. Also entschied ich, ein Büchlein daraus zu machen.“

Dieses informative Buch lädt ein zum Gespräch. Gekonnt zeigt der Autor, was am Islam in Deutschland problematisch und was begrüßenswert ist. Religion darf sich mit anderen Menschen freuen, darum findet er Ramadanbeleuchtung genauso willkommen wie Weihnachtslichter. Doch der Glaube sollte getrennt bleiben von der Politik und niemals zum Zwang werden.

Dieses Werk ist ein aufrichtiges, passioniertes Plädoyer. Unerschrocken kritisiert der Autor die Gewaltbereitschaft der Islamisten, betont jedoch gleichzeitig, dass nur ein Bruchteil der Muslime damit sympathisieren. Dennoch sind es zu viele und es muss dringend etwas dagegen getan werden, meint er.

Fazit: Dieses kurze Buch ist schnell gelesen und interessant, vor allem für Menschen, die sich bisher wenig mit dem Islam auseinandergesetzt haben, aber die aktuelle Debatte besser verstehen wollen. Es ist ein mutiges Werk, das hoffentlich zum gegenseitigen Verständnis beiträgt.

Veröffentlicht am 21.05.2026

Mutmachende Geschichten aus aller Welt

Gesichter der Welt
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Dieses Buch erzählt dreißig kurze Geschichten. Manche der Männer und Frauen, denen der Autor Uwe Heimowski hier begegnet, stammen aus armen Ländern. Eine gezielte Unterstützung gibt ihnen in ihrer Notsituation ...

Dieses Buch erzählt dreißig kurze Geschichten. Manche der Männer und Frauen, denen der Autor Uwe Heimowski hier begegnet, stammen aus armen Ländern. Eine gezielte Unterstützung gibt ihnen in ihrer Notsituation die Möglichkeit, sich selbst zu unterstützen. Andere Berichte handeln von Menschen, die etwas gegen die Not in der Welt unternehmen.

Die etwa drei Seiten pro Kapitel lassen sich jeweils in wenigen Minuten lesen. Sehr viel erfährt man über die einzelnen Menschen nicht, und doch ist dieser Blick rund um die Welt interessant. Erzählt wird vor allem von Ländern, in denen „Tearfund“ tätig ist. Der Autor beschreibt dabei persönliche Begegnungen im Rahmen seiner Arbeit für diese wohltätige Organisation.

Das Buch lässt sich leicht lesen und ist abwechslungsreich. Die Berichte sind ernüchternd, da sie deutlich machen, wie privilegiert wir im Westen sind. Zugleich strahlen sie Hoffnung aus, da sie zeigen, wie viel mit wenigen Mitteln erreicht werden kann.

Die Aufsätze stammen aus dem Pro Medienmagazin und können im Internet abgerufen werden. Dort finden sich auch Fotos zu den Berichten, die leider im Buch fehlen.

Die Lebensbeschreibungen sind berührend, doch auch kurz. Es fällt schwer bei den knappen Beschreibungen die beschriebenen Menschen wirklich kennenzulernen. Die wenigen Wiederholungen stammen vermutlich daher, dass hier einzelne Kolumnen zusammengestellt wurden.

Fazit: Ein lesenswertes Buch über menschliche Schicksale, das vor allem von Afrika, dem Mittleren Osten und Deutschland erzählt. Hoffnungsvoll, schnell gelesen und empfehlenswert!