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Veröffentlicht am 16.01.2026

Hochspannung mit politischer Schlagkraft

Oxen. Interregnum
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Mit „Interregnum“ legt Jens Henrik Jensen den mittlerweile siebten Band seiner Erfolgsreihe um den dänischen Ex-Soldaten Niels Oxen vor. Dem Autor gehen hierbei die Ideen für fesselnde und erschreckend ...

Mit „Interregnum“ legt Jens Henrik Jensen den mittlerweile siebten Band seiner Erfolgsreihe um den dänischen Ex-Soldaten Niels Oxen vor. Dem Autor gehen hierbei die Ideen für fesselnde und erschreckend realistische Politthriller noch lange nicht aus.

Niels Oxen und die Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck finden sich erneut in einem Netz aus Intrigen wieder, das weit über die Grenzen Dänemarks hinausreicht. Der Roman greift brandaktuelle politische Entwicklungen auf – von chinesischen Spionageaktivitäten bis hin zu den Auswirkungen des Ukraine-Krieges – und verwebt diese zu einem Szenario, das durch seine Realitätsnähe beunruhigt. Während die nationale Sicherheit auf dem Spiel steht, muss Oxen sich gleichzeitig den Herausforderungen in der Beziehung zu seinem Sohn Magnus stellen, was der harten Thriller-Handlung eine emotionale Ebene verleiht.

Durch die bewährte Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven und die gewohnt kurzen Kapitel kommt von der ersten Seite an hohe Spannung auf. Zahlreiche Überraschungsmomente sorgen dafür, dass man nur schwer mit dem Lesen aufhören kann.

Der private Handlungsstrang rund um Oxen und seinen Sohn Magnus kann auch überzeugen und sorgt für emotionale Nähe zu Oxen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist das Tempo im Mittelteil. Nach dem starken Anfang wird hier spürbar Fahrt herausgenommen, wodurch der Erzählfluss zeitweise etwas ins Stocken gerät.
Zudem wirken manche Bemerkungen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie Margrethe Francks „Liebesleben“ im Vergleich zu den hochrealistischen politischen Verwicklungen etwas gezwungen und weniger authentisch.

Trotz der kleinen Längen im Mittelteil tut dies dem Lesegenuss und der generellen Spannung keinen Abbruch. „Oxen. Interregnum“ ist ein gewohnt packender Politthriller, der durch seine Aktualität besticht. Für Fans der Reihe ist dieser Band ein absolutes Muss und ein Beweis dafür, dass die Serie auch nach sieben Bänden nichts von ihrer Relevanz verloren hat.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Eiskalter Rachefeldzug, der einen in seinen Bann zieht

Kälter
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1989 kommt der Tod auf die Insel Amrum und Lucy wird von der Provinzpolizistin zur eiskalten Jägerin, die sie in ihrer Vergangenheit war.

"Kälter" von Andreas Pflüger ist ein Thriller, der es einem schwer ...

1989 kommt der Tod auf die Insel Amrum und Lucy wird von der Provinzpolizistin zur eiskalten Jägerin, die sie in ihrer Vergangenheit war.

"Kälter" von Andreas Pflüger ist ein Thriller, der es einem schwer macht, mit dem Lesen aufzuhören. Er ist vollgepumpt mit Spannung, Blut, Gewalt und packenden Wendungen. Nebenbei fällt auch noch die Mauer, also finden auch das ein oder andere gesellschaftliche, politische und vor allem geheimdienstliche (wahre) Ereignis Eingang in den fesselnden und eiskalt servierten Thriller.

Man ist nah am Geschehen und wird regelrecht in die packende Handlung gezogen. Der Autor lässt nichts anbrennen, er hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf und rast regelrecht durch die Szenen, ähnlich einem Action-Film.
Zudem ist er intelligent konstruiert und erfordert Aufmerksamkeit seitens der Lesenden. Ein stimmungsvoll düsterer Thriller mit Niveau.

Auch sprachlich kann "Kälter" überzeugen.
Keine unnötigen Gefühlsduseleien oder unnötige Personen- und Szeneriebeschreibungen stören das Voranschreiten des Rachefeldzuges von Lucy Morgenroth. So nahezu emotionslos, abgebrüht und kompromisslos Lucy eben ist, so liest sich auch der Thriller. Dennoch schafft es der Autor, Nähe zur Protagonistin zu erzeugen, und man kann sich gut in sie hineinversetzen.

Einzig zum Beginn der Geschichte hatte der Thriller etwas Anlaufschwierigkeiten. Die Handlung brauchte etwas Zeit, bis sie an Fahrt aufnahm, und war etwas undurchsichtig. Aber mit jeder Seite nahm er an Geschwindigkeit zu und zog einen immer mehr in seinen Bann und den Rachestrudel von Lucy.

Für Fans von Andreas Pflüger und alle, die anspruchsvolle Thriller mit geschichtlichem Bezug mögen, die auch stilistisch überzeugen können!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Das Ende mit Humor gedacht

Aus! Die Wissenschaft vom Ende
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Gegenüber dem Anfang kommt das Ende häufig zu kurz, aber dass das Ende von Dingen, dem Leben, der Erde oder des Weltalls auch durchaus spannend und humorvoll sein kann, beweisen die Science Busters in ...

Gegenüber dem Anfang kommt das Ende häufig zu kurz, aber dass das Ende von Dingen, dem Leben, der Erde oder des Weltalls auch durchaus spannend und humorvoll sein kann, beweisen die Science Busters in "Aus! Die Wissenschaft vom Ende".

Kurzweilig und mit viel Verve nähern sich die Science Busters in ihrem neusten Sachbuch dem Ende, mit besonderm Schwerpunkt auf Astronomie. Kenntnisse in diesem Wissenschaftsgebiet sind definitiv von Vorteil, aber auch nicht zwingend notwendig, denn anhand anschaulicher Beispiele und verständlicher Erklärungen werden auch komplizierte Sachverhalte (z. B. Relativitätstheorie, Heisenberg’sche Unschärferelation) einem nähergebracht.

Da es viele Bereiche in der Wissenschaft gibt, die enden oder auch nicht, werden unterschiedliche Themenbereiche beleuchtet, leider leidet darunter manchmal die Tiefe etwas. Hier und da hätte ich mir etwas mehr Informationen bzw. eine wissenschaftliche Auseinandersetzung gewünscht.

Bezug nehmen die Autorinnen und Autoren auch auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen und schaffen es so auch gekonnt darzustellen, wieso die Auseinandersetzung mit dem Ende von Bedeutung ist.

Unterhaltsame Wissenschaftsvermittlung, die zu fesseln weiß, findet sich in "Aus! Die Wissenschaft vom Ende". Es hätte gerne mehr davon sein können!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Mit Schwächen, aber trotzdem lesenswert

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Auch in "Das Antiquariat am alten Friedhof" entführt Kai Meyer den Leser wieder in das Graphische Viertel von Leipzig. Diesmal jedoch ist der Roman weniger fesselnd und überzeugend, als man es von den ...

Auch in "Das Antiquariat am alten Friedhof" entführt Kai Meyer den Leser wieder in das Graphische Viertel von Leipzig. Diesmal jedoch ist der Roman weniger fesselnd und überzeugend, als man es von den vorherigen Bänden der Reihe "Die Geheimnisse des Graphischen Viertels" gewohnt ist.

Im Mittelpunkt der lebendig erzählten Geschichte steht Felix, der 1930 gemeinsam mit seinen drei Freunden Eddie, Julius und Vadim den "Club Casaubon" in einem alten Leipziger Antiquariat gründet. Sie werden zu Bücherdieben, die es auf teure, okkulte Bücher abgesehen haben. Bald stößt Eddies Schwester Eva dazu, und aus Spaß wird schnell tödlicher Ernst.

Nach dem Ende des Krieges im Jahr 1945 lebt Felix auf einer griechischen Insel und arbeitet in einer Bibliothek für einen Amerikaner. Er wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert, als ihn ein Auftrag zurück nach Leipzig schickt. Dort gerät er in die Ermittlungen um eine rätselhafte Mordserie, und totgeglaubte alte Bekannte tauchen wieder auf.

"Das Antiquariat am alten Friedhof" hat alle Elemente eines spannenden Romans: eine geheimnisvolle Handlung und Charaktere vor einem historischen Hintergrund, gepaart mit einem atmosphärischen und kurzweiligen Schreibstil. Doch im Gegensatz zu den Vorgängerbänden fügt sich diesmal nicht alles stimmig zusammen.

Die Handlung wirkt teils überfrachtet, was zulasten der Personenentwicklung und der inhaltlichen Tiefe geht. Abgesehen von Felix, aus dessen Sicht der Großteil der Geschichte zu verschiedenen Zeitpunkten erzählt wird, bleiben die handelnden Figuren blass. Besonders Eva wurde für mich nicht wirklich greifbar – und das hat nichts mit ihrer mysteriösen Rolle in der Geschichte zu tun. Die Beweggründe der wichtigsten Akteure und deren Innenleben finden kaum Eingang in die Erzählung und treten in den Hintergrund. Ein vielschichtiges Personenbild kann so nur schwer entstehen.

Ebenso leidet der Spannungsaufbau unter der Vielzahl an Handlungssträngen, die der Autor entspinnt. Zwar werden diese glaubwürdig miteinander verknüpft, jedoch ohne dabei tiefergehend behandelt zu werden.

Nichtsdestoweniger ist "Das Antiquariat am alten Friedhof" die gewohnt packende Unterhaltung von Kai Meyer. Historisch fundiert sowie sprachlich lebendig und stimmungsvoll erzählt, präsentiert sich der Roman. Er ist schwächer als die anderen Bände, aber für Fans der Reihe trotzdem eine lesenswerte Verbindung einer fantastischen Geschichte mit historischen Ereignissen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Freunde mit Geheimnissen - fesselnder Krimi aus dem kalten Schweden

Lügennebel
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In "Lügennebel" von Viveva Sten folgt man Hanna und Daniel schon zum vierten Mal bei ihren polizeilichen Ermittlungen.
Diesmal müssen sie den Tod an einer jungen Studentin aufklären. Die junge Frau war ...

In "Lügennebel" von Viveva Sten folgt man Hanna und Daniel schon zum vierten Mal bei ihren polizeilichen Ermittlungen.
Diesmal müssen sie den Tod an einer jungen Studentin aufklären. Die junge Frau war gemeinsam mit fünf weiteren Studenten in Åre Ski fahren und übernachteten dort auch in einem Gästehaus. Neben der Frage, ob es ein Unfall oder Mord waren, steigen allmählich die Spannungen in der Gruppe. Die Freunde stehen sich gegenüber, da niemand erklären kann, was in dieser Unglücksnacht passiert ist. Und dann gibt es noch einen Brand...
Neben den Ermittlungen, spielt auch schon wie in den Vorgängerbänden auch das Privatleben von Hanna, Daniel und diesmal auch Anton, eine wichtige Rolle. Hanna ist hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen für Daniel und ihrem neuen steinreichen Freund. Daniel versucht für seine Tochter ein besserer Vater zu sein und Antons Verheimlichen seiner Beziehung zu Carl, droht ihrer Liebe zueinander immer mehr Schaden zuzufügen.

Anfangs geht es noch etwas gemächlicher zu, man lernt zunächst Olivia, eine der Studenten kennen und mit ihr die fünf weiteren, sowie Fanny, die spätere Tote, kennen. Auch bei Hanna und Daniel steht das Privatleben zuerst im Vordergrund.
Als dann aber die Tote aufgefunden wird, nimmt die deutlich zu und lässt bis zum Ende nicht nach.

Dank des stimmungsvollen und lebendigen Schreibstils der Autorin, kann man sich gut in die Personen hineinversetzen und erhält so einen umfassenden und vielschichtigen Eindruck von ihnen als Mensch.

Neben des flüssigen Schreibstils sorgen auch die kurzen und aus unterschiedlichen Charakterperspektiven geschriebenen Kapitel dafür, dass es schwerfällt, mit dem Lesen aufzuhören. Die Konflikte und Spannungen in der Freundesgruppe, aber auch bei den Ermittlern, tragen ihren Teil dazu bei.
Die Autorin schafft es gut, die Balance zwischen Ermittlerarbeit und den privaten Nebenhandlungen der Figuren zu halten, sodass auch hier keine Langeweile aufkommt.

Einzig die Auflösung, wie die junge Frau gestorben ist und was hinter dem Brand steckt, konnten mich nicht so ganz überzeugen. Nach dem vorangegangenen Spannungsaufbau habe ich mir mehr erwartet.

Trotzdem ist auch "Lügennebel" ein gelungener und fesselnder Krimi und weiß, wie schon die vorherigen Bände zu überzeugen. Es macht einfach Spaß Hanna und Daniel, privat und als Ermittlerduo, zu folgen. Sie sind einem schon richtig vertraut. An ihren Gefühlen müssen sie aber noch arbeiten...

Gewohnt gute Krimispannung mit Kältekick aus der Feder von Viveca Sten!

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