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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2025

Hat mir leider nicht gut gefallen

Die an den Tod nicht glauben
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Berlin 1910: Perditas Vater arbeitet als Helfer in der Gerichtsmedizin. Weil Perdita ohne Mutter aufwächst, nimmt er sie schon als Kind mit zu seiner Arbeitsstelle. Seitdem steht für sie fest, daß sie ...

Berlin 1910: Perditas Vater arbeitet als Helfer in der Gerichtsmedizin. Weil Perdita ohne Mutter aufwächst, nimmt er sie schon als Kind mit zu seiner Arbeitsstelle. Seitdem steht für sie fest, daß sie Gerichtsmedizinerin werden will. Schon als junge Studentin arbeitet sie als Assistentin bei Obduktionen. Als die Leiche einer jungen Frau aus der Spree gezogen wird, wird der Tod schnell als Selbstmord abgetan. Die junge Mutter war arm und alleinstehend. Da fragt keiner nach. Perdita kommen aber Zweifel und sie untersucht den Fall im Alleingang weiter. Dabei trifft sie immer wieder auf den zwielichtigen Bestatter Charon Czerny. Obwohl Perdita überzeugt ist, daß er in den Fall verwickelt ist, arbeitet sie mit ihm zusammen, denn ihr Leben ist auch in Gefahr.

Cleo Sternberg eröffnet mit dem Roman "Die an den Tod nicht glauben" ihre Serie um eine junge Frau, die in der Kaiserzeit in Berlin den außergewöhnlichen Wunsch hat, Gerichtsmedizinerin zu werden. Die verschnörkelte Schreibweise und die gezierte Sprache in diesem Roman erfordern ein hohes Maß an Konzentration beim Lesen. Das Buch liest sich deshalb nicht so einfach weg. Man hat es hier nicht mit Personen aus der besseren Gesellschaft zu tun, sondern begegnet Menschen, die in Armut leben müssen oder einfach in den Tag hinein leben. Einige von ihnen umgibt etwas geheimnisvolles. Man bekehren Charakter nicht zu fassen und weiß nicht, ob sie zu den Guten oder den Bösen gehören. Mit dieser Ungewissheit wird der Leser in den zweiten Teil geschickt. Ich finde, jedes Buch hat eine Chance verdient. Hier mußte ich allerdings eine Menge Geduld aufbringen, um es bis zum Ende zu lesen.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Spannend, aber ohne Highlights

Ich war's nicht
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Will, der nach einem Drink mit Kollegen allein auf dem Heimweg ist, wird von einem Betrunkenen provoziert. Er wehrt ihn ab, der Betrunkene fällt unglücklich und ist zu Wills Entsetzen tot. Will versucht ...

Will, der nach einem Drink mit Kollegen allein auf dem Heimweg ist, wird von einem Betrunkenen provoziert. Er wehrt ihn ab, der Betrunkene fällt unglücklich und ist zu Wills Entsetzen tot. Will versucht alles, um nicht mit dem Toten in Verbindung gebracht zu werden. Er ahnt nicht, daß hn jemand beobachtet hat und sich sein Leben nun trotzdem ändert.

"Ich war's nicht" ist das Debüt von Royston Reeves. Wirklich atemberaubend spannend ist das Buch nicht, es lebt mehr von einer unterschwelligen Spannung, bei der man sich fragt, ob Will wirklich mit seiner Vertuschungsaktion durchkommt und der falschen Täter zur Verantwortung gezogen wird oder ob er sich doch noch freiwillig stellt. Auf dem Weg zur Auflösung durchlebt man einige Wendungen und wird mit Charakteren konfrontiert, deren Absichten man nicht durchschaut. Royston Reeves hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Leicht und verständlich lesbar, dazu recht kurze Kapitel, da macht das Lesen Spaß. Einziges Problem war für mich Will. Zu ihm konnte ich keinen Bezug aufbauen. Er blieb mir zu blaß, seine Handlungsweisen waren für mich nicht nachvollziehbar und er erschien mir sehr naiv. Irgendwie hatte ich oft das Gefühl, daß hier zu viel konstruiert wurde.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Mittelmaß

Man sieht nur mit der Schnauze gut
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Aspro wird durch einen Unfall herrenlos. Er verwechselte eine Dynamitstange mit einem Stöckchen, was er schließlich immer apportiert hat. Nur gut, daß ihn die schwangere Polizistin am Tatort in ihr Herz ...

Aspro wird durch einen Unfall herrenlos. Er verwechselte eine Dynamitstange mit einem Stöckchen, was er schließlich immer apportiert hat. Nur gut, daß ihn die schwangere Polizistin am Tatort in ihr Herz geschlossen und adoptiert hat! Ihr Mann ist nicht begeistert, arrangiert sich aber mit Aspro. Aspro darf mit seiner neuen Chefin sogar zur Arbeit und entdeckt sein Talent als Polizeihund.

Der Thriller-Autor Bernhard Aichner hat sich auf neues Terrain gewagt. Mit "Man sieht nur mit der Schnauze gut" hat der bekennende Hundeliebhaber einen Roman geschrieben, dessen Held Aspro, ein Hund ist. Er hat diesen Roman aus Hundesicht geschrieben, was seinen besonderen Reiz hat. Aspros Ansichten sind manchmal urkomisch und ich hatte so manche Lachträne im Auge. Die Welt durch Hundeaugen zu betrachten ist einfach mal etwas ganz anderes. Aspros neue Chefin ist Polizistin und so setzt er sich in den Kopf, Polizeihund zu werden. Das muß doch zu machen sein, als ehemaliger Jagdhund mit Streberqualitäten. Und tatsächlich löst Aspro seine Fälle alle - ob er soll oder nicht. Dabei werden kleine Missgeschicke einfach heruntergespielt. Ein kleiner Makel des Buches sind die sehr kurzen Kapitel. Man hat das Gefühl, daß Aspros Geschichte im Zeitraffer erzählt wird. Und genauso schnell hat man das Buch dadurch auch durchgelesen!

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Streckenweise langatmig

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia wird kurz vor ihrer Hochzeit von ihrer besten Freundin Nicki zu einer Wanderung auf dem Kungsleden-Wanderweg in Schweden eingeladen. Dort geschieht das Unvorstellbare: Nicki verschwindet spurlos, ...

Julia wird kurz vor ihrer Hochzeit von ihrer besten Freundin Nicki zu einer Wanderung auf dem Kungsleden-Wanderweg in Schweden eingeladen. Dort geschieht das Unvorstellbare: Nicki verschwindet spurlos, Julia bleibt allein in der Natur zurück und ist den Unbillen der Natur ausgesetzt. Sie macht sich auf die Suche nach Nicki, gerät dabei in schlimmste Gefahren.

"Der Weg - Jeder Schritt könnte dein letzter sein" von Rebecca Russ verspricht vom Klappentext her viel hohe Spannung, erfüllt dies jedoch nicht. Die Handlung hat ein paar Höhepunkte, plätschert jedoch überwiegend vor sich hin. Dazu kommen absolut unglaubwürdige Szenen und mit Julia eine Charaktere, der ich einfach nicht nahe kam. Ihre Handlungsweisen waren für mich streckenweise nicht nachvollziehbar. Bei Nicki habe ich mich gefragt, ob ein Gespräch unter vier Augen nicht auch gereicht hätte, stattdessen schleppt sie Julia in die Wildnis, zu einer Zeit, zu der sie jeder vor der Wanderung gewarnt hat. Mir waren es in dieser Story einfach ein paar Ungereimtheiten zu viel. Spannend jedoch waren die kursiv gehaltenen Abschnitte aus der Vergangenheit, bei denen spät klar wird, zu wem sie gehören. Hier kommt wirklich etwas Spannung auf und man hat mit der Charaktere Mitleid. Die Idee zur Handlung war jedoch sehr gut. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen und war leicht lesbar. Insgesamt ist "Der Weg" ein Buch, das zwar unterhält, von dem man jedoch nicht allzu viel Spannung erwarten sollte.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Gute Idee, aber leider unglaubwürdig

Not Quite Dead Yet
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Woodstock feiert Halloween, aber was fröhlich beginnt, endet für die 27jährige Jet brutal. Ein Unbekannter schlägt sie nieder, sie überlebt mit gebrochenem Schädel und einem Aneurysma im Schädel, welches ...

Woodstock feiert Halloween, aber was fröhlich beginnt, endet für die 27jährige Jet brutal. Ein Unbekannter schlägt sie nieder, sie überlebt mit gebrochenem Schädel und einem Aneurysma im Schädel, welches sie innerhalb von einer Woche umbringen wird. Jet will nun ihren Mörder überführen. Gemeinsam mit ihrem Jugendfreund Billy stößt sie dabei auf unvorstellbare Geheimnisse.

"Not quite dead yet" ist der erste Thriller für Erwachsene, den Holly Jackson geschrieben hat. Daß sie bisher nur im Jugendthrillersektor unterwegs war, merkt man hier deutlich. Denn so ganz kann sie diesen Stil nicht ablegen. Immer wieder driftet sie in einen Schreibstil und Sprachgebrauch ab, der mehr zu Jugendlichen paßt. Trotzdem liest sich das Buch flüssig und leicht. Oder vielleicht auch gerade deswegen. Die Idee, die der Handlung zugrunde liegt, ist genial. Jet hat noch 7 Tage Zeit, um ihren Mörder zu entlarven. Dies hat mir gefallen und war einmal ein interessanter Ansatz. Leider driftet Holly Jackson dabei zu stark ins Unglaubwürdige ab. Jet läuft mit gebrochenem Schädel herum, rennt, fährt Auto, zertrümmert ein Fundament und springt problemlos aus einem Fenster, ist einerseits total geräuschempfindlich, andererseits sitzt sie putzmunter in einer Bar und hört Lifemusik. Diese Widersprüche haben dafür gesorgt, daß ich dieses Buch absolut nicht mehr ernst und nur noch mit Humor nehmen konnte. Die Charaktere sind gut ausgereift und bildhaft beschrieben. Dabei konnte ich zu Jet keine Sympathie aufbauen. Ihre Art mit anderen Leuten umzugehen, die sich um sie sorgen, war einfach kindisch und ihrem Alter nicht entsprechend. Mir taten ihre Eltern unheimlich leid und meine Sympathien lagen klar bei ihnen. Trotzdem ist es interessant, dieses Buch zu lesen. Man muß nur die Logik über Bord werfen.

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