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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2025

Spannend, aber ohne Highlights

Ich war's nicht
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Will, der nach einem Drink mit Kollegen allein auf dem Heimweg ist, wird von einem Betrunkenen provoziert. Er wehrt ihn ab, der Betrunkene fällt unglücklich und ist zu Wills Entsetzen tot. Will versucht ...

Will, der nach einem Drink mit Kollegen allein auf dem Heimweg ist, wird von einem Betrunkenen provoziert. Er wehrt ihn ab, der Betrunkene fällt unglücklich und ist zu Wills Entsetzen tot. Will versucht alles, um nicht mit dem Toten in Verbindung gebracht zu werden. Er ahnt nicht, daß hn jemand beobachtet hat und sich sein Leben nun trotzdem ändert.

"Ich war's nicht" ist das Debüt von Royston Reeves. Wirklich atemberaubend spannend ist das Buch nicht, es lebt mehr von einer unterschwelligen Spannung, bei der man sich fragt, ob Will wirklich mit seiner Vertuschungsaktion durchkommt und der falschen Täter zur Verantwortung gezogen wird oder ob er sich doch noch freiwillig stellt. Auf dem Weg zur Auflösung durchlebt man einige Wendungen und wird mit Charakteren konfrontiert, deren Absichten man nicht durchschaut. Royston Reeves hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Leicht und verständlich lesbar, dazu recht kurze Kapitel, da macht das Lesen Spaß. Einziges Problem war für mich Will. Zu ihm konnte ich keinen Bezug aufbauen. Er blieb mir zu blaß, seine Handlungsweisen waren für mich nicht nachvollziehbar und er erschien mir sehr naiv. Irgendwie hatte ich oft das Gefühl, daß hier zu viel konstruiert wurde.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Mittelmaß

Man sieht nur mit der Schnauze gut
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Aspro wird durch einen Unfall herrenlos. Er verwechselte eine Dynamitstange mit einem Stöckchen, was er schließlich immer apportiert hat. Nur gut, daß ihn die schwangere Polizistin am Tatort in ihr Herz ...

Aspro wird durch einen Unfall herrenlos. Er verwechselte eine Dynamitstange mit einem Stöckchen, was er schließlich immer apportiert hat. Nur gut, daß ihn die schwangere Polizistin am Tatort in ihr Herz geschlossen und adoptiert hat! Ihr Mann ist nicht begeistert, arrangiert sich aber mit Aspro. Aspro darf mit seiner neuen Chefin sogar zur Arbeit und entdeckt sein Talent als Polizeihund.

Der Thriller-Autor Bernhard Aichner hat sich auf neues Terrain gewagt. Mit "Man sieht nur mit der Schnauze gut" hat der bekennende Hundeliebhaber einen Roman geschrieben, dessen Held Aspro, ein Hund ist. Er hat diesen Roman aus Hundesicht geschrieben, was seinen besonderen Reiz hat. Aspros Ansichten sind manchmal urkomisch und ich hatte so manche Lachträne im Auge. Die Welt durch Hundeaugen zu betrachten ist einfach mal etwas ganz anderes. Aspros neue Chefin ist Polizistin und so setzt er sich in den Kopf, Polizeihund zu werden. Das muß doch zu machen sein, als ehemaliger Jagdhund mit Streberqualitäten. Und tatsächlich löst Aspro seine Fälle alle - ob er soll oder nicht. Dabei werden kleine Missgeschicke einfach heruntergespielt. Ein kleiner Makel des Buches sind die sehr kurzen Kapitel. Man hat das Gefühl, daß Aspros Geschichte im Zeitraffer erzählt wird. Und genauso schnell hat man das Buch dadurch auch durchgelesen!

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Streckenweise langatmig

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia wird kurz vor ihrer Hochzeit von ihrer besten Freundin Nicki zu einer Wanderung auf dem Kungsleden-Wanderweg in Schweden eingeladen. Dort geschieht das Unvorstellbare: Nicki verschwindet spurlos, ...

Julia wird kurz vor ihrer Hochzeit von ihrer besten Freundin Nicki zu einer Wanderung auf dem Kungsleden-Wanderweg in Schweden eingeladen. Dort geschieht das Unvorstellbare: Nicki verschwindet spurlos, Julia bleibt allein in der Natur zurück und ist den Unbillen der Natur ausgesetzt. Sie macht sich auf die Suche nach Nicki, gerät dabei in schlimmste Gefahren.

"Der Weg - Jeder Schritt könnte dein letzter sein" von Rebecca Russ verspricht vom Klappentext her viel hohe Spannung, erfüllt dies jedoch nicht. Die Handlung hat ein paar Höhepunkte, plätschert jedoch überwiegend vor sich hin. Dazu kommen absolut unglaubwürdige Szenen und mit Julia eine Charaktere, der ich einfach nicht nahe kam. Ihre Handlungsweisen waren für mich streckenweise nicht nachvollziehbar. Bei Nicki habe ich mich gefragt, ob ein Gespräch unter vier Augen nicht auch gereicht hätte, stattdessen schleppt sie Julia in die Wildnis, zu einer Zeit, zu der sie jeder vor der Wanderung gewarnt hat. Mir waren es in dieser Story einfach ein paar Ungereimtheiten zu viel. Spannend jedoch waren die kursiv gehaltenen Abschnitte aus der Vergangenheit, bei denen spät klar wird, zu wem sie gehören. Hier kommt wirklich etwas Spannung auf und man hat mit der Charaktere Mitleid. Die Idee zur Handlung war jedoch sehr gut. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen und war leicht lesbar. Insgesamt ist "Der Weg" ein Buch, das zwar unterhält, von dem man jedoch nicht allzu viel Spannung erwarten sollte.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Gute Idee, aber leider unglaubwürdig

Not Quite Dead Yet
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Woodstock feiert Halloween, aber was fröhlich beginnt, endet für die 27jährige Jet brutal. Ein Unbekannter schlägt sie nieder, sie überlebt mit gebrochenem Schädel und einem Aneurysma im Schädel, welches ...

Woodstock feiert Halloween, aber was fröhlich beginnt, endet für die 27jährige Jet brutal. Ein Unbekannter schlägt sie nieder, sie überlebt mit gebrochenem Schädel und einem Aneurysma im Schädel, welches sie innerhalb von einer Woche umbringen wird. Jet will nun ihren Mörder überführen. Gemeinsam mit ihrem Jugendfreund Billy stößt sie dabei auf unvorstellbare Geheimnisse.

"Not quite dead yet" ist der erste Thriller für Erwachsene, den Holly Jackson geschrieben hat. Daß sie bisher nur im Jugendthrillersektor unterwegs war, merkt man hier deutlich. Denn so ganz kann sie diesen Stil nicht ablegen. Immer wieder driftet sie in einen Schreibstil und Sprachgebrauch ab, der mehr zu Jugendlichen paßt. Trotzdem liest sich das Buch flüssig und leicht. Oder vielleicht auch gerade deswegen. Die Idee, die der Handlung zugrunde liegt, ist genial. Jet hat noch 7 Tage Zeit, um ihren Mörder zu entlarven. Dies hat mir gefallen und war einmal ein interessanter Ansatz. Leider driftet Holly Jackson dabei zu stark ins Unglaubwürdige ab. Jet läuft mit gebrochenem Schädel herum, rennt, fährt Auto, zertrümmert ein Fundament und springt problemlos aus einem Fenster, ist einerseits total geräuschempfindlich, andererseits sitzt sie putzmunter in einer Bar und hört Lifemusik. Diese Widersprüche haben dafür gesorgt, daß ich dieses Buch absolut nicht mehr ernst und nur noch mit Humor nehmen konnte. Die Charaktere sind gut ausgereift und bildhaft beschrieben. Dabei konnte ich zu Jet keine Sympathie aufbauen. Ihre Art mit anderen Leuten umzugehen, die sich um sie sorgen, war einfach kindisch und ihrem Alter nicht entsprechend. Mir taten ihre Eltern unheimlich leid und meine Sympathien lagen klar bei ihnen. Trotzdem ist es interessant, dieses Buch zu lesen. Man muß nur die Logik über Bord werfen.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Fesselt nicht wirklich

Der Herzgräber
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Heather Evans, deren Mutter Suizid begangen hat, entdeckt beim ordnen des Nachlasses ihrer Mutter Briefe von Michael Reave, eines vor 20 Jahren verurteilten Serienkillers. Er hat mehrere junge Frauen brutal ...

Heather Evans, deren Mutter Suizid begangen hat, entdeckt beim ordnen des Nachlasses ihrer Mutter Briefe von Michael Reave, eines vor 20 Jahren verurteilten Serienkillers. Er hat mehrere junge Frauen brutal ermordet, beteuert aber noch immer seinen Unschuld. Nun werden auf die gleiche Weise wieder junge Frauen ermordet. Die erste Leiche wird in einem ausgehölten Baumstumpf aufgefunden, dort, wo das Herz wäre, stecken Blumen. Heather fährt zu Reave ins Gefängnis, versucht herauszufinden, was er über die neuen Morde und den Suizid ihrer Mutter weiß.

"Der Herzgräber" von Jen Williams verspricht definitiv mehr, als er hält. Die Idee des Buches war gut, auch wenn sie mich an "Das Schweicen der Lämmer" erinnerte. Die Autorin schafft es auch perfekt, die Atmosphäre in den Gesprächen und rund um Heather darzustellen, so daß manche Szenen einen Schauer über den Rücken jagen. Dagegen hat sie es nicht geschafft, mir Zugang zu Heather zu vermitteln. Sie wirkt auf mich naiv, handelt teilweise völlig unsinnig und merkt nicht, wie sehr sie in Gefahr gerät, die sie selbst immer mehr heraufbeschwört. Das Buch beginnt absolut gelungen, verliert sich dann jedoch in sich selbst und dreht sich im Kreis. Natürlich ist es spannend auf die Antworten zu warten, warum Heathers Mutter Selbstmord begangen hat und wer hinter den neuen Morden steckt. Jedoch zieht sich der Weg bis zur Auflösung gefühlt unendlich in die Länge. Da helfen auch die Einblicke in die Kindheit Reaves nichts, auch wenn man mit ihm tatsächlich Mitleid bekommt. Die neuen Morde spielen hier leider nur eine Nebenrolle und werden nur kurz erwähnt, hier hätte ich mehr Details erwartet, dann wäre die Bezeichnung Thriller gerechtfertigt gewesen. So hat man hier für mich halt einen spannenden Roman um eine Familiengeschichte. Wer also dem Titel nach einen blutigen Thriller erwartet, ist hier falsch!

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