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Veröffentlicht am 14.11.2025

Eine abenteuerliche und tragische Geschichte um das Geheimnis eines Sommers in Sizilien

Der dunkle Sommer
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Im Herzen von Der dunkle Sommer steht das fiktive Geisterdorf Botigalli in Sizilien. Hier treffen wir verschiedene Personen. Tilda will ihre Vergangenheit hinter sich lassen und in einem alten Haus Ruhe ...

Im Herzen von Der dunkle Sommer steht das fiktive Geisterdorf Botigalli in Sizilien. Hier treffen wir verschiedene Personen. Tilda will ihre Vergangenheit hinter sich lassen und in einem alten Haus Ruhe Frieden und einen Neuanfang finden. Enzo will das Geheimnis von Botigalli aufdecken. Silvio will als letzter Überlebender seine Geschichte erzählen, aber auch seine letzten Jahre in Ruhe verleben. Und in der Vergangenheit treffen wir auf die junge Franka, die in der männerdominierten Gesellschaft der 80er erwachsen wird.
Im Laufe der Zeit lernen wir, wie die einzelnen Charaktere und ihre Erfahrungen zusammenhängen. Dabei tun sich tiefe Abgründe auf. Viele drehen sich um einen Sommer, der auch als dunkler Sommer bezeichnet wird.
Die Geschichte hat mich immer mehr in Beschlag genommen. Ich wollte schon nach kurzer Zeit alle Hintergründe von Botigalli aufdecken. Ich habe mit den Charakteren mitgelitten und mitgehofft. Tilda, Enzo, Silvio und Franka sind Figuren mit guten und negativen Eigenschaften. An der einen oder anderen Stelle habe ich einige Charaktere aber auch richtig gehasst. Sie treffen Entscheidungen, die einfach unverzeihlich sind.
Am Ende treffen sich die verschiedenen Erzählstränge. Auf dem Weg dahin wurde ich aber immer wieder überrascht. Nicht alles ist so, wie es am Anfang erscheint.
Der dunkle Sommer hat mich mit einem bittersüßen Ende zurückgelassen, das ich noch einige Zeit mit mir herumgetragen habe. Die Themen sind schwer, aber ich finde, es lohnt sich sehr. Als Leser sollte man aber mit Gewalt innerhalb der Geschichte umgehen könnte.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Eine tolle und spannende Geschichte um magische Artefakte

Das vergessene Museum
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Ein Mord, Magie, Geschichte und ein ahnungsloser Protagonist. Aus diesen Zutaten hat Andreas Suchanek eine fantastische und spannende Geschichte geschaffen. Der Fahrradkurier Liam muss ein Paket an ein ...

Ein Mord, Magie, Geschichte und ein ahnungsloser Protagonist. Aus diesen Zutaten hat Andreas Suchanek eine fantastische und spannende Geschichte geschaffen. Der Fahrradkurier Liam muss ein Paket an ein Privatmuseum liefern. Der Kurator, der das Paket in Empfang nimmt, wird vor seinen Augen tödlich verletzt. Und überträgt ihm kurz vor seinem Tod die Verantwortung für das Museum.
Liam nimmt die Herausforderung an und merkt schnell, dass er kein normales Museum betreten hat. Hier werden magische Artefakte gesammelt, die einen bedeutsamen historischen Hintergrund haben. Und Liam kann durch diese Gegenstände magische Kräfte erwerben.
Diese Ausgangslage finde ich schon unglaublich interessant. Diese Spannung zieht sich aber auch durch das ganze Buch. Denn der Konflikt mit dem Mörder ist noch lange nicht vorbei.
Ich liebe die Charaktere in Das vergessene Museum. Liam nimmt sich nicht zu wichtig, er kennt seine Grenzen und ist sich bewusst, dass ihm noch viel Wissen fehlt. Gleichzeitig ist er mutig, lernt schnell und versucht sein Bestes, um das Museum und die Artefakte zu beschützen. Die anderen Figuren haben Stärken und Schwächen, die sich von Liams deutlich unterscheiden. Dadurch ergänzen sie sich gut und es entstehen interessante Beziehungen, die auch viel Witz in die Geschichte bringen. Dabei macht aber keine Figur böse Witze auf Kosten eines anderen Charakters.
Neben diesen Witzen sind auch immer wieder verschieden Referenzen zu andern nerdigen Geschichten eingebracht. Es hat viel Spaß gemacht, sie zu entdecken.
Ein Aspekt hat mir aber nicht so gut gefallen. Das Buch endet auf einem fiesen Cliffhanger und ich würde am liebsten direkt weiterlesen. Ich freue mich auf Band 2 und bin gespannt, was uns im Verlauf der Geschichte noch erwartet.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Lesenswerte Mischung aus Liebes- und Fantasyroman mit einem guten Schuss Philosophie

Das Buch der verlorenen Stunden
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Das Buch der verlorenen Stunden hat mir einige schöne Lesestunden beschert. Ich habe eine Welt entdeckt, in der die Menschen im sogenannten Zeitraum die Erinnerungen und die Geschichtsschreibung beeinflussen ...

Das Buch der verlorenen Stunden hat mir einige schöne Lesestunden beschert. Ich habe eine Welt entdeckt, in der die Menschen im sogenannten Zeitraum die Erinnerungen und die Geschichtsschreibung beeinflussen können. Die junge Lisavet wird von ihrem Vater an diesen Ort gebracht, um ihr Leben zu retten. Anders als versprochen taucht er aber nicht auf, um sie wieder abzuholen.
Daher erkundet sie den Zeitraum, der wie eine riesige Bibliothek aufgebaut ist. Im Laufe der Zeit entdeckt Lisavet, dass sie nicht der einzige Mensch an diesem Ort ist. Immer wieder tauchen andere Menschen auf und einige zerstören bestimmte Bücher und mit ihnen die bewahrten Erinnerungen. Unter diesen Personen ist auch Ernest, der für Lisavet zum wichtigsten Menschen wird.
Die Geschichte ist für mich eine unglaublich gute Mischung aus verschiedenen Elementen. Zum einen haben wir eine sehr schöne Liebesgeschichte, die aber auch viel Dramatik beinhaltet. Dann gibt es den fantastischen Aspekt, der auch Zeitreisen nicht außen vor lässt. Zusätzlich stellt der Roman die Frage, ob Menschen die Erinnerungen der ganzen Welt beeinflussen sollten. Dadurch erhält der Roman noch eine philosophische Komponente.
Ein gutes Buch braucht für mich auch immer überzeugende und vielschichtige Charaktere. Lisavet und Ernest sind das auf jeden Fall. Sie treffen gute und schlechte Entscheidungen, sie hinterfragen sich und fühlen mit dem ganzen Herzen. Die Beziehung der beiden ist echt und hat Höhen und Tiefen.
Obwohl es keine großen Plottwists gab, war die Geschichte doch immer spannend. Alles ist lebendig beschrieben, sodass ich direkt Bilder im Kopf hatte. Sie wurden zu einem emotional reichen Film in meinen Gedanken. Das beschreibt mein Lesegefühl am besten.
Ich kann Das Buch der verlorenen Stunden allen Menschen empfehlen, die eine vielschichtige Mischung verschiedener Themen mögen und sich gerne von einem Buch in eine andere Welt tragen lassen.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein (leider) zeitloser Klassiker

1984
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1984 ist ein absoluter Klassiker und das nicht ohne Grund. George Orwell thematisiert hier wie Kommunikation und Information als Waffe genutzt werden kann. Dabei geht es einerseits darum, was als Wahrheit ...

1984 ist ein absoluter Klassiker und das nicht ohne Grund. George Orwell thematisiert hier wie Kommunikation und Information als Waffe genutzt werden kann. Dabei geht es einerseits darum, was als Wahrheit verkauft wird, und andererseits um eine ständige Überwachung der Bürger. Beides zusammen sorgt dafür, dass der Staat die Bürger unterdrücken und kontrollieren kann.
Leider können wir immer wieder Ansätze dieser Probleme an verschiedenen Stellen unserer aktuellen Welt finden. Das 1984 schon ein älteres Buch ist, merkt man daher nicht an den Themen, sondern an der teilweise ungewohnten Sprache. Trotzdem ist der Schreibstil gut verständlich.
Die Geschichte an sich ist eine klassische Dystopie und sehr spannend. Unsere Hauptperson Winston Smith lebt und arbeitet, ohne seine Welt in Frage zu stellen. Nach und nach findet er aber immer mehr Ungereimtheiten. Er stellt sich gegen die Regierung und bringt sich damit in Gefahr.
Ich finde 1984 ist ein Buch, dass vielleicht nicht jeder gelesen haben muss, aber dessen Botschaft jeder verstehen muss. Wer dystopische Settings mag, wird, so wie ich, die Geschichte aber wahrscheinlich gespannt verfolgen.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Vier außergewöhnliche Jugendliebe suchen ihren Platz in ihrer Familie und im Leben

Wenn unsere Welt kippt
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In der kalifornischen Kleinstadt Paradise Springs ist es heiß und staubig, aber für einige Bewohner ist der Ort auch voller Magie. Das gilt besonders für die 12-jährige Dizzy Fall. Sie lebt mit ihren großen ...

In der kalifornischen Kleinstadt Paradise Springs ist es heiß und staubig, aber für einige Bewohner ist der Ort auch voller Magie. Das gilt besonders für die 12-jährige Dizzy Fall. Sie lebt mit ihren großen Brüdern Miles und Wynton und ihrer Mutter Bernadette zusammen. Aber alles ändert sich, als die mysteriöse Jugendliche Cassidy auftaucht. Zusammen finden sie viel über sich selbst, aber auch über die gesamte Fall-Familie heraus.
Direkt am Anfang ist mir aufgefallen, wie außergewöhnlich die Charaktere sind. Dizzy und Miles sind Synästhetiker, Wynton ist ein begnadeter Geigenspieler und Cassidy wirkt wie ein Engel. Darüber hinaus hat jeder mit seinen eigenen Schwächen und Problemen zu kämpfen. Die Kapitel sind aus der Sicht je eines Jugendlichen geschrieben, so dass wir Einblick in die Gedanken von allen erhalten.
Neben den normalen Kapiteln gibt es auch noch kleine Einschübe in Form von Briefen und einer sagenähnlichen Nacherzählung der älteren Familiengeschichte. Diese unterschiedlichen Stile haben für Abwechslung gesorgt und ließen auch weitere Charaktere zu Wort kommen.
Neben den inhaltlichen Themen sticht auch die Gestaltung des Buches positiv hervor. Über jedem Kapitel ist eine kleine Illustration zu sehen. Jeder Charakter hat dabei ein eigenes Bild. So kann man immer direkt erkennen, wessen Sichtweise die nächsten Ereignisse wiedergibt. Die Teile der alten Familiensage werden von Weinranken eingerahmt, so dass auch sie leicht zu erkennen sind. Das Cover der deutschen Ausgabe gefällt mir auch gut, nur die Verbindung zur erzählten Geschichte wird nicht deutlich.
Insgesamt war „Wenn unsere Welt kippt“ für mich ein spannendes Leseerlebnis. Die außergewöhnlichen Charaktere und die stellenweise märchen- oder traumhafte Erzählweise haben mir sehr gut gefallen.

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