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Veröffentlicht am 26.12.2025

Campingkrimi mit Charme und Spannung

Entführung im Himmelreich
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Mit „Entführung im Himmelreich“ setzt Andreas Winkelmann seine warmherzige Cosy-Crime Reihe fort. Schauplatz ist natürlich wieder der Idyllische Campingplatz Himmelreich am Schielow-See. Dieses Mal ist ...

Mit „Entführung im Himmelreich“ setzt Andreas Winkelmann seine warmherzige Cosy-Crime Reihe fort. Schauplatz ist natürlich wieder der Idyllische Campingplatz Himmelreich am Schielow-See. Dieses Mal ist der ortsansässige Bäcker spurlos verschwunden. Die Polizei – allen voran Kommissar Fass – legt sich schnell auf Suizid fest, aber Hobbyermittler und ehemaliger Schauspieler, Björn Kupernikus hat da so seine Zweifel und startet seine eigenen Ermittlungen mit Partnerin „in crime“ Annabell Schäfer.

Das erfrischende Duo habe ich schon im ersten Teil sehr gemocht! Denn ihre Art zu ermitteln ist sehr unkonventionell und spritzig und Lacher zwischendurch sind garantiert. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet und allesamt ein bisschen schrullig. Der Autor ist selbst begeisterter Camper und hat hier wohl einige Erfahrungen einfließen lassen.

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und sehr humorvoll. Kurze Kapitel, die in diesem Buch „Szenen“ genannt werden und geschickte Perspektivenwechsel sorgen für ein gutes Tempo. Besonders gelungen finde ich den Mix aus Spannung und schrägem Humor. Davon lebt das Buch. Der Kriminalfall selbst bleibt bis zuletzt undurchsichtig und bietet einige überraschende Wendungen.

Die Handlung ist stellenweise schon etwas überdreht und verlässt sich stark auf den Witz der Figuren, wodurch die kriminalistische Tiefe gelegentlich etwas zu kurz kommt. Aber das verzeihe ich schnell, denn ich werde bestens unterhalten mit diesem lockeren, atmosphärischen Krimi mit viel Campingflair und sympathischen Ermittlern.

Annabell ist nicht nur eine gute Partnerin a la Watson, sondern auch eine gute Köchin. Und die Rezepte kann ich ganz am Ende nachlesen. Ein kulinarischer Bonus!

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Albtraum hinter vertrauten Wänden

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Mit Welcome Home hat Arno Strobel einen spannenden Psychothriller geschrieben, der auf eindringliche Weise mit den Urängsten spielt. Das äußerst menschliche Bedürfnis „Ankommen „und das Gefühl von Sicherheit ...

Mit Welcome Home hat Arno Strobel einen spannenden Psychothriller geschrieben, der auf eindringliche Weise mit den Urängsten spielt. Das äußerst menschliche Bedürfnis „Ankommen „und das Gefühl von Sicherheit verdreht der Autor geschickt zu einem Albtraum, der mich so schnell nicht mehr los gelassen hat. Denn diesen Albtraum erleben Ines und Marco, die sich mit ihrer kleinen Tochter den Traum vom eigenen Heim erfüllt haben.

Im Mittelpunkt dieses Psychothrillers steht dieses Heim und das ist mehr als nur ein Schauplatz, denn es wird zu einem Symbol für Angst, Kontrolle und Manipulation. Ich hatte beim Lesen ständig ein ungutes Gefühl im Bauch und der Spannungsbogen war megastraff gespannt.

Arno Strobel hat die Figuren glaubwürdig und vielschichtig gezeichnet. Er versteht es sehr gut, mit subtilen Andeutungen eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die scheinbar heile Welt in der Neubausiedlung gerät immer mehr aus den Fugen. Wem kann man noch trauen? Der Autor setzt hier (zum Glück) weniger auf blutige Effekte sondern auf eine stetig wachsende Spannung.

Der Schreibstil ist klar, schnörkellos und sehr bildhaft, so wie ich es von Arno Strobel kenne und mag. Kurze Kapitel und geschickt platzierte Perspektivwechsel sorgen für ein hohes Erzähltempo. Das Ende ist dann doch überraschend und nicht konstruiert. Für mich absolut stimmig. Dieser atmosphärische Psychothriller hat mich sehr gut unterhalten!

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Spannende Zeitreise mit besonderem Flair

Manche Schuld vergeht nie
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Zeitreisen haben schon immer eine gewisse Faszination ausgeübt, nicht nur auf mich!

Hier begleite ich Kriminalbeamtin Ali Dawson, die zurück ins viktorianische London reist, wo sie einen Mord aufklären ...

Zeitreisen haben schon immer eine gewisse Faszination ausgeübt, nicht nur auf mich!

Hier begleite ich Kriminalbeamtin Ali Dawson, die zurück ins viktorianische London reist, wo sie einen Mord aufklären soll. Doch dann geht einiges schief und in der Gegenwart gerät ihr Sohn unter Mordverdacht. Klingt spannend? Ist es auch!

Denn Elly Griffith hat eine fesselnde Komposition aus Zeitreise, Kriminalroman und sehr viel viktorianischer Atmosphäre geschaffen! Besonders die Vergangenheit wurde sehr detailreich und lebendig geschildert, aber auch die Darstellung des heutigen Londons ist sehr gelungen.

Ali ist eine absolute Lieblingsfigur von Anfang an. Sie ist cool, wild entschlossen und gleichzeitig verletzlich, eine ganz besondere Mischung. Ich habe nicht nur mit ihr mitgefiebert, sondern ich konnte auch mit ihr fühlen.

Ich mag auch ihren Sohn Finn sehr gerne. Er ist so ganz anders als seine Mutter und auf seine Art ebenfalls sehr liebenswert. Der arme Kerl ist in etwas hineingestolpert und bei ihm habe ich besonders mitgelitten und Anteil genommen.

Der Schreibstil ist leicht zu lesen und Elly Griffith versteht es gekonnt, Spannung aufzubauen. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge. Es wechselt nicht ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit und das hält den Spannungsbogen, da die Abschnitte der jeweiligen Zeit mit einem Cliffhanger enden. Dennoch bin ich nicht durch die Seiten gehastet, denn das Lesen hat richtig Spaß gemacht.

Aber leider bleiben am Ende doch einige Fragen zurück, denn nicht alles wird aufgelöst, was mich etwas unzufrieden zurücklässt, auch wenn ich weiß, dass es eine Fortsetzung geben wird.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Ehrlich, intensiv und menschlich

No Way Home
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Mein erstes Buch von T.C. Boyle ! Der Autor lässt mich tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen blicken. Schauplatz ist die karge Wüstenlandschaft Nevadas. Dort lebte Terrys Mutter bis zu ihrem plötzlichen ...

Mein erstes Buch von T.C. Boyle ! Der Autor lässt mich tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen blicken. Schauplatz ist die karge Wüstenlandschaft Nevadas. Dort lebte Terrys Mutter bis zu ihrem plötzlichen Tod. Aber statt das Erbe zu regeln, begegnet Terry, der als Assistenzarzt in Los Angeles lebt, in einer Bar Bethany und das wird ihm zum Verhängnis. Denn die zwielichtige Bethany schleicht sich in sein Leben und „besetzt“ sein Haus. Dritter im Bunde ist ihr eifersüchtiger Ex-Freund Jesse, der ständig auftaucht und für Ärger sorgt.

Die Darstellung dieser Charaktere ist Boyle perfekt gelungen. Zunächst erzählt er aus der Sicht von Terry, doch dann lässt er auch Bethany und Jesse zu Wort kommen. Dadurch erhalte ich Einblicke in alle Seelen, was allerdings nicht immer zum Verständnis für die Handlungen beiträgt.

Der Schreibstil ist prägnant, klar und ohne Umschweife, fast schon brutal ehrlich. Die Dialoge wirken authentisch und intensiv. Boyle ist ein guter Beobachter. Seine Figuren sind keine Helden, sondern zeichnen sich eher durch ihre Schwächen aus. Die Dynamik zwischen den 3 Hauptpersonen verändert sich stetig und dazu passt auch das Ende. Denn auch im wahren Leben gibt es keine perfekten Lösungen und oft auch kein Happy End. „No way home“ ist beileibe kein Wohlfühlbuch, aber eins, das zum Nachdenken anregt und sehr intensiv ist.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Atmosphärischer Krimi mit viel Wendlandflair

Der Wolf im dunklen Wald
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„Der Wolf im dunklen Wald“ von Sia Piontek hat mich zwar überzeugt, aber nicht so sehr wie der Vorgänger. Der Kriminalfall war spannend und besonders die atmosphärisch dichte Erzählweise hat mir wieder ...

„Der Wolf im dunklen Wald“ von Sia Piontek hat mich zwar überzeugt, aber nicht so sehr wie der Vorgänger. Der Kriminalfall war spannend und besonders die atmosphärisch dichte Erzählweise hat mir wieder gut gefallen. Die Stimmung war düster und ich konnte der Ermittlungsarbeit gut folgen. Aber Clara hat sich im Gegensatz zu ihrer Tochter überhaupt nicht weiter entwickelt und bekommt weiterhin ihr Alkoholproblem nicht in den Griff. Während sich die Handlung dynamisch entwickelt und ich wieder mitfiebern konnte, tritt Clara persönlich auf der Stelle.

Fazit: Solide Unterhaltung mit authentischer Ermittlungsarbeit.

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